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Die aktuellsten Rezensionen

Cover: ...und die verlassene Jagdhütte08.05.2017

Fünf Freunde
(121) ...und die verlassene Jagdhütte (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:01:28

Wieder einmal Ferien! Wieder einmal treffen die Geschwister bei ihrer Cousine George ein und schmieden Pläne! Und schon wieder gibt es in Georges jedes Menge Gegenden, die George nicht kennt... Ein wenig unglaugwürdig. Wenn die schon alle 2 Monaten Ferien haben, sollten das Drumherum zumindest passender sein, finde ich.

Nunja, der Fall kommt relativ langsam in die Gänge, mündet dann aber, so nach grob 20 Minuten, ziemlich direkt in der Schlüsselszene. Nun folgen 2-3 spannende Minuten, aber dann erzählt Lutz Mackensy "...und atemete erleichtert auf. Der Rucksack war noch da!". Spätestens an diesem Punkt ist klar, was passiert war und auch, wer es war. "Spätestens" deshalb, weil auch vorher schon vage angedeutet wird, was wohl passieren wird. Aber um niemanden zu spoilern, gehe ich nicht auf Details ein. :)

Es ist also bereits nach grob an der Hälfte der Spielzeit klar, was los ist, und man denkt sich ein ums andere Mal, während man sich die restliche halbe Stunde anhört, warum niemand von den vier Kids auf das Naheliegende kommt, sondern ständig so tut, als gäbe es inmitten der vielen Bäume und Sträucher überhaupt keinen Wald - Basta!

Insgesamt geht die Folge dennoch in Ordnung, denn die Klangkulisse ist super, die Sprecher/innen sind es ebenfalls, und darum kommt ein schönes "Abenteuer im Wald"-Gefühl auf. Schade bloß, dass man als Hörer/in sehr schnell im Bilde ist...

Meine Wertung: 69%
Cover: Das Grab der Inka-Mumie19.04.2017

Die drei ???
Das Grab der Inka-Mumie (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:29:03

Ursprünglich im Jahre 2013 für Planetariumsvorführungen produziert, erscheint "Das Grab der Inka-Mumie" nun auch als separate Veröffentlichung für daheim. Doch gerade das macht es so schwer, dieses Hörspiel zu bewerten. Auf der einen Seite ist es cool, als Sammler/in solche Sonderfolgen ebenfalls im Schrank stehen zu haben und möglichst alle Folgen gehört zu haben. Deshalb ist es sicher toll, dieses Hörspiel ganz regulär besitzen zu können. Andererseits ist der Fall nicht spannend, extrem linear und eigentlich bereits nach der ersten Hälfte wieder vorbei. Weshalb die Geschichte selbst als Kriminalfall nicht sonderlich viel hergibt. Doch es ist ja in erster Linie ein lehrhaftes Medium - oder doch nicht? Wie erwähnt: Es ist schwierig, das hier richtig zu bewerten.

So geht es damit los, dass eine junge Dame bei den ??? vorstellig und ihre Klientin wird. Sie sollen eine ihrer Familie gestohlene Inka-Mumie auffinden. Die drei Detektive machen sich so gleich an die Arbeit, haben die Übeltäter aber bereits nach 25 Minuten entlarvt - und das, ohne zu recherchieren, sondern durch simple Beschattung, die mehr oder minder zufällig die richtige Person betraf. Jetzt wird alles gestanden, die Beweggründe erklärt, und die drei ??? machen sich nun auf, die Mumie aus ihrem Versteck zu bergen, denn der Diebstahl geschah im Auftrag einer weiteren Person - wo sich die Mumie nun befindet. Die Mumie wird mühelos gefunden und zurückgebracht. Und das ist es eigentlich gewesen. Fall beendet. Oder?

Ohhhhh, nein! Justus sieht das ganz anders, denn der will auch wissen, warum die mysteriöse auftraggebende Person die Mumie in ihrem Besitz haben wollte. Jetzt folgen nochmal rund 50 Minuten, in welchen einige teils sehr interessante Fakten über die Inka erzählt werden, und wir erfahren auch, warum die Mumie gestohlen wurde. Zwar ist der Grund recht unspektakulär und mittlerweile auch völlig egal, aber das interessiert mittlerweile gar nicht. Denn alles in diesem Fall läuft zur Gänze reibungslos und kann in zwei Sequenzen aufgeteilt werden: Mumiewiederbeschaffung und Inka-Lehrstunde. Wobei der Begriff "Stunde" tatsächlich fast wörtlich zu nehmen ist.

Es gibt einfach keinerlei Spannung oder sonst irgendetwas, mit dem man nicht gerechnet hätte. Und all die Fakten wurden sicherlich bestmöglich in das Medium Hörspiel verpackt, sind aber eben genau das: Fakten, die mit der Fallauflösung selbst eher am Rande zu tun haben, und zudem stark ausgedehnt wirken: Das hätte man auch in 7-8 Sätzen auf den Punkt bringen können, statt es auf dieses ewige Dialog-Hin-und-Her auszuweiten. Als Fall also wirklich nicht so der Bringer.

Aaaaaber es ist nunmal kein typisches ???-Hörspiel, es ist dazu gedacht gewesen, Wissen zu vermitteln und dabei zu unterhalten. Und betrachtet man es unter diesem Aspekt, funktioniert es ganz gut. Sicherlich, daheim fehlt diese gewisse Atmosphäre, die von Orten wie Museen und Planetarien ausgeht, aber hört mit den Ohren einer an Inka interessierten Person zu, die nicht dröge irgendwelche Informationen runtergesprochen bekommen möchte, sondern das Ganze in einer... naja, nun... Geschichte vermittelt zu bekommen, dann klappt es auch in den eigenen vier Wänden ganz ordentlich.

Ansonsten gibt's nur noch die üblichen Dinge anzusprechen: Die Produktion ist wie immer klasse - Studio Körting eben! -, kommt erstaunlich gut ohne einen Erzähler aus, und Größen wie Kerstin Draeger, Theresa Unterberg, Eckhart Dux oder Katja Brügger runden das Gesamtbild ab.

Meine Wertung: 70%
Cover: Insel des Vergessens02.04.2017

Die drei ???
(186) Insel des Vergessens (Erschienen: 2017)
Dauer: ??:??

Der Aufhänger ist ja, dass Ben Peck eine Tankstelle überfallen haben soll - wie die Aufnahmen der Überwachungskamera beweisen. Später wird das zu sehende aber anders erklärt, und man muss sich schon fragen, warum alle dermaßen blind zu sein scheinen. So, wie Peck es später erklärt, müsste das auf dem Videomaterial nämlich viel weniger eindeutig zu erkennen sein.

Etwas zu auffällig sind mir auch die für Krimis üblichen vermeintlichen Nebensächlichkeiten, welche sich später aber als fallrelevant herausstellen: Diese Nebensächlichkeiten sind zu offensichtlich. Denn natürlich kann Ben Peck den Überfall nicht begangen haben, und natürlich ist er auch nicht dement. Wahrscheinlich wäre es für eine relativ fröhliche Reihe wie Die drei ??? etwas zu dramatisch, wäre Ben Peck wirklich dement und hätte den Überfall aufgrund seines geistigen Zustands tatsächlich begangen. Aber gerade weil es um Die drei ??? geht, weiss man, dass das nur ein Aufhänger sein kann, und dass Ben Peck eine gute Seele ist und diese ganze Demenzgeschichte höchstens von ihm inszeniert worden sein kann (denn bei den ??? hat sich noch nie eine "WAS? Das kann einfach nicht wahr sein!"-Situation auch als wahr herausgestellt. Höchstens bei (14) ...und das Bergmonster gab es diese eine kleine Ausnahme, wobei aber zu sagen ist, dass es am Ende keinen Unterschied macht, ob es dieses Wesen gibt, oder es sich nur um einen Menschen in einem Kostüm gehandelt hätte).

Was ich aber nicht wirklich verstehe, und was auch nicht erklärt wird, ist, warum Peck, wenn er das alles also inszenierte, nicht seinen Enkel und dessen beste Freunde involviert. Denn das, was Ben da ganz allein tut, ist sehr gefährlich und könnte letztlich sehr böse für ihn enden - das hätte einem schlauen Kopf wie ihm eigentlich bewusst sein müssen, dass er das alles eventuell nicht überstehen würde. Zumal er um die Fähigkeiten des Detektivbüros weiss.

Deshalb kommt leider keine Spannnung auf, bei der man mitfieberen würde, sondern es ist "nur" Neugier. Denn so weiss man zwar, dass das alles so nicht sein kann, aber man weiss ja nicht, warum Ben Peck das nun alles veranstaltet. Das wird dann natürlich logisch und nachvollziehbar erklärt - aber trotzdem bleibt außen vor, warum unsere Lieblingsdetektei - oder sonst irgendwer - nicht gleich involviert wurde.

Die Produktion ist natürlich wunderbar, ankreiden möchte ich allerdings, dass es im Seniorenheim mal totenstill ist, und mal ist es dort so lebendig, dass es fast schon wie auf einem Flughafen zur Stoßzeit anmutet. Ob es dramaturgische Gründe hatte, die Klangkulisse ganz bewusst so oder so zu legen, kann ich nur vermuten, ist meiner Meinung nach aber die einzig passende Erklärung. Und die Sprecherliste, man, allein die zu lesen macht Spaß: Völz, Thormann, Pages, Dittmann...

Meine Wertung: 75%
Cover: Der große Coup31.03.2017

Ein Fall für TKKG
(200) Der große Coup (Erschienen: 2017)
Dauer: 2:03:21

*seufz* Es tut mir leid - nein! Es passt sovieles nicht zusammen. Aber ich beginne mit dem Guten! Die Atmosphäre ist super, die Produktion auch, viele tolle ganz alte, alte und moderne Musiken wechseln sich ab, diverse Altmeister/innen sprechen mit und die Folge bemüht sich redlich um einen gewissen Nostalgiefaktor. Aber das gelingt ihr einfach nicht so recht.

Oh doch, es gibt Momente, da stimmt wirklich alles. Aber für jeden solcher Momente gibt es 4 oder 5, die alles wieder zunichtemachen, und zwar, weil vieles vollkommen überzeichnet wird. Diese Folge trieft vor Stereotypie der vier Protagonisten und ihrer Eltern, und manches ist derartig überzeichnet, dass man sich nur fragen kann, was das bitteschön soll... Ich warne an dieser Stelle vor, dass ich mit Spoilern arbeiten werde, große wie kleine - Weiterlesen auf eigenes Risiko! :)

Nun, da wird also Willi entführt, hatten wir ja schon in (54) Alarm! Klößchen ist verschwunden. Nicht, dass mich stört, dass es das schon mal gab, nee, das ist ok, mich stört, dass, WEIL es das schon mal gab, ein Vergleich möglich ist - nämlich bezüglich der guten Frau Sauerlich; Willis Mutter. In (54) Alarm! Klößchen ist verschwunden war sie zwar auch etwas fahrig, aber insgesamt doch sehr gefasst und eher rational. Hier ist sie überbesorgt, will unbedingt die Polizei einschalten, obwohl alle sie davon abbringen wollen, ruft dann letztendlich doch die Polizei an, und als die Verbrecher sich in diesem Moment melden, sagt sie am Telefon (zur Polizei!), nachdem sie bereits erklärte, Willi sei entführt worden: "Ups, Telefonstreich, hihi!" Was soll sowas? Soll das witzig sein? Hätte sie nicht a) einfach wie damals reagieren können, oder b) zumindest sagen können: "Oh, da ist er ja, entschuldigen sie bitte den falschen Alarm!"...?

Merkwürdig auch, wie der diensthabende Polizist am Telefon reagiert, als Frau Sauerlich anruft und ihr Leid klagt: Man sieht ihn förmlich genervt die Nase rümpfen. Eine Frau - noch dazu Erna Sauerlich! - ruft an, und erklärt, ihr Sohn sei entführt worden, und der Polizist reagiert abweisend und arrogant? Da fehlen mir einfach die Worte!

Was ich auch nicht begreife ist, warum Tim, Karl und Gaby einfach nicht sagen wollen, was mit Willi los ist, und warum Tim das Internat in der Nacht verlässt (eben wegen Klößchen). Es ergibt einfach keinen Sinn, niemandem von den ach so vertrauten Eltern davon zu erzählen! Warum haben TKG keinerlei Vertrauen in Kommissar Emil Glockner und seine Leute? Die werden doch sonst immer als Supervorzeigetruppe dargestellt!

Tim lässt sich praktisch klaglos von der Schule werfen, seine Mutter und ihr neuer Mann nehmen ihn mit nach Hause, und er, Tim, gerade angekommen, haut sogleich wieder ab, Richtung Millionenstadt; sein Zug gehe gleich. Und Susanne Carsten? Hat die etwa nichts dazu zu sagen? So als Vormund und Erziehungsberechtigte? Gibt's keine Leviten zu lesen? Kein Anpfiff a la "Ich reiße mir den Hintern auf, damit Du auf eine gute Schule gehen kannst...", oder sowas? Nein, keineswegs. Tim steht auf, erklärt, er müsse los und die liebe Frau Carsten tut so, als sei rein gar nichts gewesen.

Und dann ist die ganze Prämisse für den Eimer. Im Grunde fußt die gesamte erste CD darauf, uns zu erklären, was geschieht, bis zu dem Zeitpunkt, als Willi entführt wird und TKG dahinterkommen, dass alles, was geschah, von langer Hand geplant war. Alle Spuren, die sie aufnahmen, waren bewusst gelegt worden. Aber wozu eigentlich!? Zum Einen, gerade WEGEN der Spuren haben TKG überhaupt eine Chance, den Ganoven auf die Schliche zu kommen, denn jetzt haben sie Anhaltspunkte, Verdächtige, Namen und so. Schon deshalb war der Plan dumm. Aber es geht noch härter! Denn zum Anderen wäre sehr vieles sehr viel einfacher gewesen, wenn die Ganoven Willi einfach an irgendeiner Ecke einkassiert hätten; letzten Endes taten sie das am Friedhof ja sowieso. Was also soll das alles? Das will sich mit einfach nicht erschließen - es tut mir leid.

Auch muss vieles am Plan selbst kritisch beäugt werden. Denn ein Faktor war ja, dass Gaby zuhause bleiben soll, weshalb Oskar vergiftet wurde. Aber das ist bei weitem keine Garantie, denn Gaby hätte eigentlich trotzdem das Haus verlassen können. Und das ist jetzt nur EIN Beispiel!

Ebenso missfällt mir einiges am Drumherum: Hausmeister Mandl ein Grießgram? Karls Vater hat selbst in solchen Zeiten nichts besseres zu tun, als schwulstige Vorträge zu halten? Direktor Freund ein zauseliger, redseliger Typ? Oder am Ende die lasche Auflösung der Marke "Naja, du weisst sicher noch, wie wir in dem Alter waren?", bei der Direktor Freund viel zu leicht nachgibt.

Sorry, vieles an dieser Folge gefällt mir wahnsinnig gut, aber vieles eben auch nicht.

Meine Wertung: 58%
Cover: ...und die doppelte Erfindung01.03.2017

Fünf Freunde
(120) ...und die doppelte Erfindung (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:02:28

Ein wirklich gelungenes Hörspiel. Spannend, mysteriös und abenteuerlich. Ich spreche also bereits zu Beginn (m)eine Kaufempfehlung aus!

Dennoch stören mich zwei Punkte an diesem Hörspiel, die schlicht und ergreifend dämlich sind. Zum Einen wacht Onkel Quentin in irgendeinem Kellerraum auf, gefesselt und unfähig sich an die letzten 2-3 Stunden zu erinnern, und er latscht mit einer Gelassenheit, die ihresgleichen sucht, von Büro zu Büro, weil man ihm immer wieder sagt, man sei nicht zuständig, er müsse mit seinem Anliegen woanders hin - Asterix lässt grüßen! Statt aber mal auf den Tisch zu hauen und irgendeinen Vorgesetzten zu verlangen, oder wenigstens gleich zur Polizei zu gehen, pflaumt er die vier Kids an, sie sollen sich gefälligst heraushalten und ihn einfach machen lassen... Ich saß da und dachte nur noch: "What the F! WAS hat er da gerade gesagt???"

Zum Anderen, und das ist jetzt zwar nicht soooo wahnsinnig doof, aber trotzdem wird auf den Täter mitsamt Komplizen gleich beim ersten Auftritt (im Hörspiel) derart deutlich hingewiesen, dass die eigentliche Auflösung am Ende für die Katz' ist.

Allerdings bleibe ich bei meiner anfänglichen Umschreibung: Spannend, mysteriös und abenteuerlich! Denn alles, was vor und nach diesen Dingen geschieht, ist nichtsdestotrotz sehr gelungen. Dazu die (tolle) Körting-typische Produktion und auch das Ensemble macht einen super Job.

Hätte gern eine höhere Wertung gegeben, aber eine "8" am Anfang ging mir nicht über's Herz - wegen der genannten Schnitzer, denn die hauen einfach zu sehr rein.

Meine Wertung: 79%
Cover: ...und der Mann ohne Augen14.02.2017

Die drei ???
(185) ...und der Mann ohne Augen (Erschienen: 2016)
Dauer: 1:01:25

Die drei ??? und der Mann ohne Augen... Es beginnt wie so oft in den letzten Jahren bereits beim Titel. Wäre dies eine Folge aus den 80er-Jahren, hätte diese Folge tatsächlich etwas mit dem "Mysterium" um einen Mann ohne Augen zu tun gehabt.

Doch in dieser Folge geht ziemlich genau die gesamte erste Hälfte lang um einen Häuserbrannt, der gleich zu Beginn zu hören ist, und von dem die Frage ausgeht, ob es ein Unfall war, oder wer den Brannt warum gelegt haben könnte... ...als es urplötzlich eine Wendung nimmt und es jetzt um eine Entführung geht, die vor Jahren passierte. Und auch, wenn die Geschichte so geschrieben wurde, dass ein gewisser Zusammenhang besteht, fühlt sich das für mich dennoch so an, als hätte man die aktuelle Geschichte abrupt beendet und einfach eine beliebig neue begonnen. Oder anders formuliert, dieser ???-Fall könnte genauso gut direkt mit einem Klienten beginnen, der fordert, einer Entführung durch den Mann ohne Augen nachzugehen.

Ebenfalls die von mir schon genannte Diskrepanz zwischen dem Folgentitel und dem Folgeninhalt ist merkwürdig, denn dass der genannte Mann "keine Augen" hat, ist an und für sich irrelevant. Er könnte genauso gut ein Mann mit gelbem Pullover oder mit roten Schuhen sein - stattdessen versucht man durch die - äußerst kurze - "Der hat ja echt keine Augen"-Szene etwas zu schocken, um dann am Ende, immerhin rund die letzte Viertelstunde, alles Stück für Stück durch Geständnisse und Justus-Monologe runtererklären zu lassen.

Die Produktion ist sehr gut und ich mag vor allem die gewählten Musiken. Allerdings klingt Oliver Rohrbeck sehr nasal; ob das einem Schnupfen geschuldet ist...? Naja, wie dem auch sei, es ist zu deutlich zu hören, als dass es nicht auffällt. Man hätte doch kurz erwähnen können, dass Justus gerade eine Erkältung hätte, die aber schon wieder auf dem Wege der Besserung sei. Übrigens: Auch Thomas Fritsch klingt merkwürdig angeschlagen.

Nee, sorry, das war nichts - und das ist NICHT Europas faux pas, denn die Story ist einfach zusammengestückelt und pseudo-spannend.

Meine Wertung: 64%
Cover: Verfolgungsjagd vor Mitternacht05.01.2017

Ein Fall für TKKG
(199) Verfolgungsjagd vor Mitternacht (Erschienen: 2016)
Dauer: 51:45

Ich hab lange mit mir gehadert und dieses Hörspiel wieder und wieder angehört. Denn ich wollte nicht schon wieder nur rummeckern an einem neuen TKKG-Fall. Aber es hilft alles nichts. Dabei sei vorweg erklärt, dass die Geschichte als solche an sich logisch nachvollziehbar ist und theoretisch einen guten Spannungsbogen zu bieten hat. Selbst die Produktion ist klasse - sieht man von 1-2 Ausnahmemomenten ab.

Nein, es sind die Details, die so derbe reinknallen, dass man hier nur den Kopf schütteln kann - und es will mir nicht gelingen, mir diese Details durch zigmaliges Abspielen des Hörspiels "schönzuhören". So gibt es diese eine Szene, in der TKKG die Diebe gestellt haben, diese dann aber doch wegrennen und dabei den TKKGs Böller vor die Füße schmeißen. Da stelle ich mir einerseits die Frage, wie man im Rennen - vor einer Sportskanone wie Tim! - die Zündschnurr von Böllern mit einer Flamme erwischen kann. Müsste der Wind, bei solch einer Geschwindigkeit nicht jede Feuerzeug- oder Streichholzflamme gleich wieder auspusten? Und wie soll man, wenn man wirklich wie der Teufel rennt, die Hände so ruhig halten, dass Flamme und Zündschnurr sich berühren - sofern die Flamme nicht eh schon aus ist? Und außerdem werfen sie in der Hektik die Böller so geschickt nach hinten, dass sie die gewünschten Koordinaten erreichen. Alles klar! Ferner klingen die "Fluggeräusche" der Böller seltsam - seit wann heulen Böller überhaupt? Die knallen doch bloß! Und, ach ja, das Knallgeräusch klingt eher wie eine Bombe unter der Erde, nicht wie ein Böller auf offener Straße.

Schön auch, wie TKKG mit Wasserflaschen die Böller unschädlich machen wollen. Also, tut mir ja leid, aber hier hat der Autor die TKKGs viel zu hoch über den Hai springen lassen: Ha-Ha-Ha! Man stelle sich vor: Man verfolgt ein paar Typen, die jede Sekunde explodierende Böller werfen, und TKKG wollen mit ihren Flaschen Wasser verspritzen, um die Zündschnüre noch vor der Explosion zu löschen... Wie soll das denn bitteschön gehen? Wie schnell und genau treffen die denn diese Schüre? Und wie wollen sie das Wasser verschütten? Das kommt, wenn überhaupt, höchstens stoßweise aus den Flaschen - und zielen kann damit auch nicht, schon gar nicht auf heranfliegende Zündschnüren - da müsste man schon übernatürlich geschickt sein. Physik und so... Ich meine, allein die IDEE zu haben, dass man so gegen zig Böller eine Chance hätte - soviel zum Elite-Internat!

Zu guter Letzt möchte ich noch fragen, warum Tim als Meisterdetektiv gefeiert wird, nur, weil er auf einem Notizblock mit einem Bleistift herumschrubbelt, um sichtbar zu machen, was zuvor darauf notiert wurde. Immerhin wurde dieser Super-Trick schon millionenfach durchgeführt und ist alles andere als neu.

Nun, ich beende das hier mal, aber seid versichert: Diese Geschichte strotzt vor solch merkwürdigen Augenblicken und schrägen Sachverhältnissen (z.B. ein Täter, der geheim bleiben will, aber in sozialen Netzwerken deutliche Rückschlüsse auf sich zulässt. Oder auch: Karl bastelt eine Bombe). Ich meine, sicherlich, in jeder(!) Geschichte, die jemals veröffentlicht wurde, gibt es einige Logiklöcher oder zumindest offene Fragen. TKKG machen hier keine Ausnahme. Aber hier ist sovieles derart verquer, dass es weh tut! Dabei hätte man so vieles sooo einfach lösen können, ohne viel an der Rahmenhandlung zu ändern. Denn die ist, wie schon geschrieben, eigentlich ganz gut. Die Böllerwerfer hätten bei der Flucht vor TKKG z.B. auch einfach mit einem bereitstehenden Mofa abzischen können, ohne, dass sie TKKG im Wegrennen punktgenau Knaller vor die Füße werfen. Aber naja...

Meine Wertung: 50%
Cover: ...und der Hexengarten22.12.2016

Die drei ???
(184) ...und der Hexengarten (Erschienen: 2016)
Dauer: 1:08:39

Diese ???-Folge bietet dermaßen viele Ebenen der Zusammenhänge, da kommt man kaum hinterher. Außerdem habe ich permanent Flashbacks an vergangene Fälle im Kopf. Dass noch dazu völlig klar ist, dass am Ende alle übernatürlichen Dinge als vollkommen irdisch entlarvt werden, muss ich sicherlich nicht lange elaborieren - weshalb diese Elemente also keinerlei Spannung oder Verwunderung hervorrufen. Ferner klingen diverse Charaktere deutlich erkennbar nach Schauspielerei; allen voran die Frost-Schwestern. Gerade ihre Performance klingt eher nach reichen, vom Leben verwöhnten Hupfdohlen, als nach tier- und naturbezogenen Damen.

Womit kann dieses Hörspiel also punkten? Besonders positiv ist mir die allgemeine Produktion aufgefallen; allen voran die tollen Musiken - darunter sogar einige Europa-Klassiker. Doch am Stück ist mir dieser Fall zu konfus. Denn die 68 Minuten in einem Rutsch wegzustecken und dabei immer alles auf dem Schirm zu haben, wollte mir nicht gelingen. An der einen oder der anderen Stelle verlor ich immer den Faden. Ich habe es letztendlich so gemacht, dass ich mir das Hörspiel in drei Abschnitte aufteilte und zunächst den ersten Abschnitt mehrere Male hörte, dann den zweiten Abschnitt mehrere Male und zum Schluss den dritten Abschnitt. So gelang es mir schlussendlich, der ganzen Sache folgen zu können.

Dass das wohl nicht nur an meiner (hoffentlich nicht vorhandenen) Begriffsstutzigkeit liegen muss, wird auch klar, wenn am Ende über 10 Minuten lang erklärt wird, was wer wie wann und warum getan hat und wie alles zusammenhängt. Ich meine: Über 10 Minuten lang! Allerdings kommt noch ein weiterer Umstand ins Spiel: Diese Folge fühlt sich nicht nach "Die drei ???" an, sondern eher wie ein extrem phantasievoller Kinderfilm der Sorte Mary Poppins, Alice im Wunderland oder Der Zauberer von Oz.

Kurz und gut: Die Produktion ist hervorragend, sieht man von einigen unnatürlich klingenden Charakteren ab, aber die Story ist wirsch, geradezu merkwürdig, und meiner Meinung nach eher schwer zu folgen.

Meine Wertung: 60%
Cover: ...und das versunkene Schiff22.12.2016

Fünf Freunde
(119) ...und das versunkene Schiff (Erschienen: 2016)
Dauer: 1:05:11

Ich weiss ja nicht, warum es so war, aber als ich diese Folge das erste Mal hörte, ahnte ich vom Fleck weg, dass "Charakter X" ganz sicher hinter der Sache stecken würde; obwohl die Folge erst wenige Minuten lief und besagter Charakter sympathisch und "gut", und sogar unverdächtig mit den Fünf Freunden umging.

Um nicht zu spoilern, werde ich natürlich keine Einzelheiten verraten, aber es waren, meine ich, gewisse Randfakten, die bei der Einführung des Charakters eine Rolle spielten, welche mich dann wohl auf dessen Fährte setzten. Andererseits waren die meisten anderen Beteiligten in dieser Geschichte eher hintergründig am Storyverlauf beteiligt; sie traten einfach nicht genug ins Rampenlicht, sodass sie später bei einer Entlarvung am Ende der Folge für eine Überraschung oder einen Aha-Effekt gesorgt hätten.

Und das ist es, was mich an dieser Folge knabbern lässt. Ich mag die Atmosphäre, die von den Musiken und Soundeffekten erzeugt wird, die Sprecher/innen machen allesamt einen 1A-Job und die Geschichte selbst ist an und für sich auch sehr gut. Wäre es nur nicht so offensichtlich, dass "Charakter X" stets auf so merkwürdige Weise präsent wäre, während alle anderen keine echt tragenden Rollen spielen, Es ist so, als wäre es bei einem TV-Krimi der Blumenlieferant gewesen, weil er der einzige ist, den man immer wieder zu sehen oder zu hören bekommt, während alle anderen Figuren nicht so recht beleuchtet werden. Hätte man also einige andere Chraktere dieses Hörspiels mehr ins Szene gesetzt, wäre es weit weniger eindeutig gewesen.

Dennoch wurmt mich außerdem, dass George und Dick plötzlich wegrennen, weil sie beleidigt sind, dass nur Julian tauchen darf. Sicherlich, sie sind allesamt um die 12 Jahre alt, also Kinder, und Kinder tun solche Dinge bisweilen; aber nach all den Jahren? Nach den Gefahren, in denen sie zusammenhielten wie Pech und Schwefel? Da rennen sie wegen so einer Bagatelle davon und schmollen? Nun, mir ist schon klar, dass das nur dazu diente, die Kids in zwei Gruppen zu teilen, damit die Geschichte am Ende aufgehen kann, aber dennoch begreife ich nicht, wieso das nicht für George und Dick typischer gelöst wurde; meinetwegen, dass Dick gerade eine Erkältung hat und eh nicht tauchen darf, oder weiss der Geier. Aber diese im Hörspiel genutzte "Lösung" will mir einfach nicht sauber in die Gehörgänge flutschen.

Auch diese merkwürdige Szene, in der Julian etwas erzählt und die andere drei Kids ihn anpflaumen, er hätte ein Geheimnis verraten und so weiter, und das nur, weil er sich wichtig hätte machen wollen. Das mag psychologisch vielleicht stimmen, aber dennoch: Was ist denn los mit den Freunden? Da wird sich nur noch angeblökt, und ich sehe nicht, wo das einen Unterschied zu den vielen Abenteuern vorher macht - wo es immer mal wieder vergleichbare Szenen gab, ohne dass danach aneinander rumngemäkelt wurde. Deshalb empfinde ich auch diesen Hörspiel-Moment als atypisch.

Trotzdem ein ansonsten sehr gutes Hörspiel, dass bis auf die genannten Punkte sehr gut ist.

Meine Wertung: 72%
Cover: Stille Nacht, düstere Nacht06.11.2016

Die drei ???
Stille Nacht, düstere Nacht (Erschienen: 2016)
Dauer: 2:43:46

Wow, ich bin sehr überrascht, wie gut mir dieses Hörspiel gefällt. Das liegt an vielerlei Faktoren. Der für mich wichtigste ist, die Atmosphäre, die beim Hören vorhanden ist. Das Gefühl, auf einem riesigen Messegelände zu sein, kommt hervorragend rüber. Mal was andereos, als an einer Küste oder irgendwo in Rocky Beach zu sein. Interessanterweise empfinde ich sogar Parallelen zu (49) ...und die Comic-Diebe, allerdings nur in Bezug auf das Messefeeling, denn der Fall ist ein ganz anderer und keineswegs recycled.

Das bringt mich zum nächsten (positiven) Faktor. Der Fall ist also absolut neu, aber dennoch birgt er haufenweise Reminiszenzen vergangener Tage, und das nicht nur für Justus, Peter und Bob, die Mr. Nostigon (aus (18) ...und die Geisterinsel) wiedertreffen, sondern, besonders für uns Hörer/innen. Im Großen und Ganzen dreht sich der vorliegende Fall nämlich um die TV- und Spielzeugserie "Heroes of the Universe", die auf so vielschichtige Weise den "Masters of the Universe" entliehen ist, dass es weit über die ähnlichen Namen der Helden und Schurken hinausgeht. So gibt es also nicht nur Freeman, Skulldor, Beastor oder Quorko, sondern auch die "zugehörigen" Sprecher der deutschen Tele-5-Synchro; soll heißen, Freeman (He-Man) wird von Helgo Liebig gesprochen, Skulldor (Skeletor) von Herbert Tennigkeit und so weiter. Ein nettes Detail am Rande.

Wobei das wörtlich zu nehmen ist, denn obwohl diese Charaktere hin und wieder zu hören sind, sind diese an und für sich nur indirekt relevant für den Fall, sodass sie nicht permanent zu Wort zu kommen. Das hat zum Einen den schönen Nebeneffekt, dass sich diese Quasi-Cameos von Liebig, Tennigkeit, Grimm und Barth nicht abnutzen oder gar nerven, zum Anderen aber auch den Vorteil, dass "Stille Nacht, düstere Nacht" nicht zum reinen Selbstzweck verkommt. Im Gegenteil, der Fall ist durchweg spannend und bietet diverse Wendungen und Überraschungen - und das bei DER Spielzeit, wohlgemerkt!

Obendrein haben die Europas sich große Mühe gegeben, auch beim Rest der Produktion ranzuklotzen. Alle Sprecher/innen machen einen tadellosen Job und bieten zudem ein Weiderhören der angenehmen Art, allen voran Christian Rode, der bei den Masters-Hörspielen (allermeistens) den Beast-Man sprach; wie - nebenbei bemerkt! - ja auch Michael Grimm (in den späteren Masters-Folgen). Dass außer Christian Rode sonst niemand der "alten Masters-Hörspielsprecher/innen" dabei ist, liegt wohl daran, dass diese entweder bereits verstorben oder nicht mehr in der Branche tätig sind - beziehungsweise in einigen wenigen Fällen schlicht nur noch Synchron-Aufträge annehmen; jedenfalls, wenn man von den tragenden Rollen der Hörspielserie ausgeht. Dennoch wären beispielsweise Katja Brügger, Douglas Welbat oder Jörg Gillner sowas wie das Sahnehäubchen gewesen. Doch ist das Meckern auf (aller-)höchstem Niveau!

Auch Musiken und Soundeffekte machen da übrigens keine Ausnahme. So gibt es unter anderem eine Variation des ???-Vocoder-Titelsongs und auch sonst mehrere Tracks der guten, alten Zeit. Nicht zu vergessen, dass die Europas es nicht versäumten, auch so manches Masters-Hörspielstück einzuflechten, wie im Besonderen das Hauptthema (Military Tension) oder auch das Thema der "Bösen" (Iceworm Waltz).

Kurz und gut: Dieses Hörspiel macht einfach jede Menge Spaß. Spaß, mitzuraten, wer es warum gewesen sein könnte, Spaß, immer wieder die vielen Anspielungen (Rode etwa war ja mal auch der Hörspiel-Sherlock-Holmes und tritt hier als resoluter Ermittler mit ähnlichem Namen auf) und Cameos wahrzunehmen - ohne, dass all das anbiedernd oder aufdringlich wäre. Spaß, die Musiken mal wieder zu hören. Spaß, die "Messe-Atmosphäre" zu empfinden...

Zum Fall an sich mag ich eigentlich nicht so viel schreiben, einfach auch, weil ich nicht spoilern will. Dennoch möchte ich einen Fakt nennen. Nämlich, dass ich das Ende eine winzige Spur zu dick aufgetragen finde. So ohne Weiteres darf man auch nicht alles mit seinen Kunden machen, schon gar nicht, ohne sie über diverse Produkteigenschaften im Unklaren zu lassen. Trotzdem bin ich nicht so naiv, mir solcherlei Praktiken nicht dennoch vorstellen zu können, weshalb ich hier keine Probleme habe, ein Auge zuzudrücken... Bei dieser Nennung belasse ich es an dieser Stelle einfach einmal. :)

Fazit: Ganz großes (Ohren-)Kino, liebe Europas - vielen Dank! Ernsthaft: Danke!

PS: Allerdings gibt es wieder mal Tonschwankungen. Auf CD 2 klingt es für die Dauer eines CD-Tracks urplötzlich etwas dumpfer und weniger transparent... Hach man...

Das Zitat der Folge kommt von Freeman: Bei der Macht des Universums, ich will Nachtisch!

Meine Wertung: 95%
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