Fünf Freunde: Endlich erwachsen!

Cover: ...essen glutenfrei
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Douglas Welbat
Anne Céline Fontanges
Dick Marek Harloff
Fahrer Michael Lott
George Simona Pahl
Julian Fabian Harloff
Maureen Caroline Kiesewetter
Mrs. Pleasence Regina Lemnitz
Onkel Quentin Joachim Kretzer
Rupert Hanns Jörg Krumpholz
Tante Fanny Heidi Schaffrath
Wirt Jürgen Thormann
Rezension vom: 25.05.2019

Fünf Freunde: Endlich erwachsen!
(1) ...essen glutenfrei
Erschienen: 2019
Dauer: 1:12:42


"Wir essen keinen Weizen, keine Milchprodukte, keinen Zucker", erklärte George. "Ach, das freut mich so", sagte Tante Fanny. "Soll ich euch ein paar schöne Erdnussbutter-Brote zum Mitnehmen schmieren?" Als Dick Anne ein hippes Kochbuch zum Geburtstag schenkt, ahnt er nicht, was er damit ins Rollen bringt. Anne erkennt, dass die ganze Gruppe sich mit ihrer westlichen Ernährungsweise selbst vergiftet. Ab sofort herrscht ihrer Gesundheit zuliebe ein neues Regiment. Doch nicht nur Zoodles, Powerballs und der wunderbare entzündungshemmende Grünkohl beherrschen fortan ihren Alltag, auch ein Knurren im Bauch, Apathie und schlechte Laune schleichen sich ein. Werden es Julian, George, Dick, Anne und Timmy schaffen, an ihrer neuen Ernährungsweise festzuhalten, ohne sich dabei gegenseitig an die Gurgel zu gehen? Ein weiteres spannendes Abenteuer für die fünf hungrigen Freunde.

Mein Kommentar: Was für ein einziger, hanebüchener Unfug. Der im englischen Original(-Buch) von Bruno Vincent stammt, von Katja Theiß ins Deutsche übersetzt und letztlich von André Minninger und Heikedine Körting verhörspielt wurde. Als "mit Humor" wurde das alles angekündigt und wird es auch nach wie vor vermarktet. Na, gucken wir mal!

Anne bekommt also dieses Kuchbuch, wird einsichtig, zwingt ihren Freunden eine radikale "nur noch gesunde" Ernährungsweise auf und verlangt - auch von sich - absolute Disziplin. Dann geht man noch zu einem Ernährungsberater, der jedes von Annes Argumenten bejaht, dabei aber so merkwürdig herablassend tut, dann höflich darum bittet, dass sie jetzt endlich abhauen und verlangt noch 400 Tacken für eine Quasi-Beratung. Sicher, es gibt jede Menge Halsabschneider, die mit warmen Worten und frommen Sprüchen ihr Geld machen. Doch wieso hat man nur diesen einen Typen dargestellt? Es gibt auch genug andere, die einfach nur informieren, beziehungsweise, Anne hätte ja auch mal im Web recherchieren können - es existieren viele Foren und Websites zu diesem Thema. Hier dann zu erklären, dass sie verschiedene Quellen konsultierte, sowohl Pros als auch Contras erfuhr und eben jetzt zu ihrer Ansicht kam, wäre viel sinnvoller gewesen, um den Wunsch nach einer besseren Ernährung und etwas mehr Selbstdisziplin zu erklären.

Nun geht es etwa 45 Minuten lang so weiter, dass die Freunde sich bemühen, sich gesund zu ernähren, aber immer wieder rückfällig werden. Schokolade naschen, die gesunden Drinks einfach weggießen, wenn Anne gerade nicht hinguckt, et cetera. Sie haben doch soooo einen Hunger und die Drinks schmecken halt doof. Sicher, ja, Ernährungsumstellung ist auch Geschmackssache. Aber wer behauptet denn, dass man sich gesund ernährt, wenn man nicht mehr als 50 Gramm Sojasprossen und eine halbe Möhre mampft, dazu ein Glas Kressesaft trinkt? Ferner gibt es tonnenweise Rezepte, die selbst leckere, "gesündere" Pizzen und Aufläufe problemlos möglich machen, sofern man sich nicht NUR so ernährt. Selbst simple Tipps, wie "etwas Apfelsaft statt Zucker nehmen", werden einfach nicht genannt, und dass man auch relativ gesund naschen kann, wird ebenfalls verschwiegen...

Tja, egal! Anne bemerkt jedenfalls bald, dass ihre Freunde schummeln, hat irgendwann die Nase voll, stellt alle zur Rede, erklärt nochmal ihr Anliegen und alle stimmen zu, dass sie es redlich versuchen wollen. Fast direkt danach halten die Kids eine Rede an einer Schule, die gerade ein Fest feiert, mit Kuchen, Keksen und vielem mehr. Anne ruft sinngemäß in die Menge: "Nicht essen, sonst werden wir alle sterben!", die Schüler und Schülerinnen werden panisch und dann fahren die Freunde auf ihren Fahrrädern weg. Ähm... *räusper* HÄÄÄÄH!?

Naja, was soll's... Jetzt sind noch rund 2 Minuten Hörspiel-Restzeit auf der Uhr. Der Erzähler erklärt, die Kids seien auf dem Rückweg, als Anne plötzlich an Julian, Dick und George denken muss, kurz überlegt, bremst, stehen bleibt und gesunde Ernährung aus heiterem Himmel für Quatsch hält. Die Kids lachen und die Folge ist vorbei. Was für ein Blödsinn. Wäre nicht etwas in der Art wie, "OK, es ist schwerer als ich dachte, aber wir können ja wenigstens versuchen, weniger zu naschen und auf allzu viele Kohlenhydrathe zu verzichten und etwas mehr Gemüse zu essen... Einverstanden!?"

Es gibt keine Erklärung, was genau das mit der Schule sollte und/oder, wieso Anne einen Sinneswandel hat, beziehungsweise, wieso sie einfach alles mit der gesünderen Ernährung von sich weist. Bei allen Argumenten, die vielleicht für oder gegen eine "bessere Ernährung" sprächen, nahm man sich lediglich 3-4 Plattüten, garnierte das mit dem Who is Who der "Öko-Puristen-Klischees" und bemühte sich nicht im Geringsten um eine zumindest halbwegs differenzierte Darstellung der Thematik, oder wenigstens um eine Erklärung, warum Anne das alles nun doch nicht mehr möchte. Sich umzugewöhnen ist eben schwer und auch, wenn es sich letztlich lohnen würde, etwas mehr auf sich Acht zu geben, ach, egal, ist doch alles nur Quatsch, Schwamm drüber! Was sollen Kinder, Jugendliche oder Erwachsene denn bitte hieraus für Schlüsse ziehen?

Darüber hinaus ist diese Folge in keiner Weise spannend, unterhaltsam oder, ja, mit Humor gesegnet. Anne zwingt den anderen ihre neue Ansicht auf, keiner ist so recht glücklich damit und plötzlich ist Anne wieder anderer Meinung. Das ist alles, was hier vermittelt wird. Das ist an Langeweile kaum zu überbieten und wer trotzdem bis zum Ende durchhält, blickt verständnislos ins Leere...

Wenn hier irgendeine Form von Persiflage auf irgendeinen Typ Mensch versteckt ist, tut mir leid, ich entdecke nichts davon. Hier werden nur uralte Klischees bedient und lange nicht mehr haltbare Vorurteile runtergerattert. Selbst die Szene am Ende, als Anne vom Sterben durch Kuchenessen spricht, ist nicht lustig, sondern einfach nur platt, weil keinerlei humoristischer Zusammenhang verständlich wird. Nirgends wird irgendetwas augenzwinkernd betrachtet, sondern alles wird eindimensional stumpf vorgetragen. Der Wunsch nach besserer Ernährung ist eben nur was für verkorkste Baumschmuser und Körnerkauer... So scheint man sich das wohl gedacht zu haben.

Die Produktion allerdings ist wunderbar. Im Besonderen die fünf Hauptstimmen (Welbat, Harloff, Harloff, Fontages und Pahl) machen einen großartigen Job - ich würde nur kritisieren, dass die Kirrins viel zu fröhlich klingen! -, die Geräusche sind super, die Musiken sind auch gut. Wobei! Die Titelmusik. Auweia! Als reines Instrumental wäre es toll, aber der Text, autsch! In vielen Titelmusiken geht es zumeist wenigstens um Abenteuerlust, Zusammenhalt oder die Eigenschaften der Protagonisten. Hier sagen alle nicht mehr als "Hey, wir sind die fünf Freunde, das finden wir klasse!"... Ich denke, die sind jetzt erwachsen!? Oder ist DAS etwa der Humor, der ständig erwähnt wird?

Meine Wertung: 23%
Cover: ...werden Helikoptereltern
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Douglas Welbat
Anne Céline Fontanges
Dick Marek Harloff
Direktorin Christiane Leuchtmann
George Simona Pahl
Julian Fabian Harloff
Lady Heidrun von Goessel
Lily Erna Dethlof
Mr. Rider Nicolas König
Polizist Wolfgang Kaven
Raymond André Minninger
Rupert Hanns Jörg Krumpholz
Tante Fanny Heidi Schaffrath
Verkäufer Wolfgang Häntsch
Wendy Astrid Kollex
Rezension vom: 07.07.2019

Fünf Freunde: Endlich erwachsen!
(2) ...werden Helikoptereltern
Erschienen: 2019
Dauer: 1:12:21


"Sie heißen gar nicht mehr Kinderwagen. Man nennt sie jetzt wohl Buggys oder Sportwagen, Kombi-irgendwas. Laut Aussage des Verkäufers handelt es sich dabei um Reise-Systeme." Ein Kind großzuziehen dürfte für die Fünf Freunde doch ein Kinderspiel sein. Als sie die Verantwortung für die kleine Tochter von Cousin Rupert übernehmen müssen, zerrt Lily mit ihrem unaufhörlichen Geschrei jedoch gewaltig an ihren Nerven. Der allseits beliebte Dr. Google hilft ihnen auch nicht weiter. Es gibt auf ihre Fragen grundsätzlich zwei Antworten, die beide völlig richtig zu sein scheinen: "Keine Sorge!" und "Bringt es sofort in die Notaufnahme!". Werden es Julian, George, Dick, Anne und Timmy mit vereinten Kräften schaffen, ihre Aufgabe zu meistern? Ein neues aufregendes Abenteuer für die fünf völlig übermüdeten Freunde.

Mein Kommentar: Hier bekommt man schon viel eher ein Gefühl dafür, was hinter "Fünf Freunde: Endlich erwaschsen!" für eine Idee steckt. Wo (1) ...essen glutenfrei einfach nur plump Stereotypen verwurstete, die schon lange überholt sind, bleibt Folge 2 wesentlich, sagen wir mal, realistischer. Dennoch entzieht sich mir aber auch hier der Aspekt des Humors.

Denn einerseits kann von Helikoptereltern nicht im Allergeringsten die Rede sein. Der Begriff "Eltern" trifft es viel besser. Und andererseits werden im Grunde nur die üblichen Dinge, die ALLE Eltern dieser Welt kennen und durchmachen, abgespult: Schlaflose Nächte, weil das Kleine dauernd schreit, Windeln wechseln müssen und so weiter. Selbstverständlich gibt es in der Realität bei sowas auch ständig mal was zu Lachen oder zu Schmunzeln, nur beschränkt sich das im vorliegenden "Abenteuer" vornehmlich auf Pipi-Kacka-Situationen. Wie der unangenehme Geruch von Fäkalien oder dass die kleine Lily sich übergibt. Über mehr geht es hier beinahe nie hinaus.

So ekeln sich die Kirrins wegen irgendwas oder sie maulen und stöhnen, weil sie kaum noch Ruhe und Schlaf haben. Immerhin aber fand ich eine Szene tatsächlich interessant und lehrreich, und eine andere hätte amüsant sein können. Das ist zum Einen die Szene, in der Lily von ihrem Schnodder in der Nase befreit wird, weil sie das noch nicht allein kann, etwas, das ich zumindest noch nicht kannte. Und zum Anderen die Szene, in der ein Kinderwagen gekauft wird - das hätte mit einem besseren Verkaufsgespräch tatsächlich mal für einen echten Lacher sorgen können. Dieses Gespräch war nämlich auf der richtigen Spur, als der Verkäufer mit ironischem Ton gefragt wurde, auf welche Weise man die horrende Summe bezahlen dürfe, und ob der Kinderwagen auch einen Blu-ray-Player habe, weil er viel Geld kostet. Merkwürdigerweise aber wird das überteuerte Ding ohne ein Wort der Erklärung einfach so gekauft, obwohl es ein herkömmliches Wägelchen für weniger Kohle genauso getan hätte.

Am Ende wurmte mich aber erneut, wie platt und plötzlich selbiges eintrat. Die wahren Eltern, die ins Kittchen mussten und einige Wochen später wieder freikamen, wollen nun natürlich ihre Kleine zurückhaben. Und obwohl ich die emotionale Bindung, die in der Zwischenzeit zu Lily entstand, nachvollziehen kann, ist die Reaktion auf die neue Situation viel zu hysterisch.

Die Produktion ist wunderbar und gespickt mit gut aufgelegten Sprechern und Sprecherinnen, sowie passenden Musiken und Effekten. So verbleibe ich insgesamt mit einer noch in Ordnung gehenden 58%-Wertung. Lustig nicht, spannend nicht, aber halbwegs unterhaltsam und vor allem nicht so stereotyp.

Meine Wertung: 58%
Cover: ...haben Spaß beim Teambuilding
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Douglas Welbat
Anne Céline Fontanges
Barbara Konstanze Ullmer
Dick Marek Harloff
George Simona Pahl
Janet Henrike Fehrs
Julian Fabian Harloff
Komplize Christian Rudolf
Martin Jürgen Thormann
Mike Achim Buch
Peter Tim Kreuer
Rezeption Heidi Berndt
Rupert Hanns Jörg Krumpholz
Rezension vom: 21.02.2021

Fünf Freunde: Endlich erwachsen!
(3) ...haben Spaß beim Teambuilding
Erschienen: 2020
Dauer: 1:10:16


"Mit einem kleinen Rollenspiel stärken wir nun unsere Kompetenzen in puncto Vertrauen und Kommunikation", verkündete der Seminarleiter gutgelaunt. Die Fünf Freunde stehen vor ihrem bisher größten Abenteuer: Ihr Arbeitgeber hat sie für eine Teambuildingmaßnahme angemeldet. In den Konferenzräumen des Tagungshotels zeigt ihnen der joviale - wenn auch irgendwie nervös schwitzende - Seminarleiter zahlreiche Übungen, die ihnen helfen sollen, perfekt an einem Strang zu ziehen. Doch gerade als sie dabei sind, ihre Kernkompetenzen zu stärken, machen sie eine beunruhigende Entdeckung...

Mein Kommentar: Hey, es geht doch! Ich bin überrascht, dass nach drei eher misslungenen Stories (ich hörte diese Folge erst nach den Folgen 1, 2 und 4!), "...haben Spaß beim Teambuilding" echt okay geht. Zwar gibt es erneut nicht allzu viel Humor, auch wenn spürbar ist, dass in vielen Szenen diverse Dinge lustig gemeint sind, aber der Plot trägt nicht gar so dick auf.

Auch die sonst permanent als "seltsame Momente" getarnten Situationen, nur um vermeintlich witzig darzustellen, wie ach so merkwürdig wir Menschen ja im Allgemeinen sind, kommen nur selten vor, beziehungsweise durch die Idee mit dem Teambuilding gelingt es sehr gut, Gemeinsamkeiten und Unterschiede recht plausibel darzustellen. Lediglich der unnötig gesteigerte Ansporn von vor allem Julian und Dick, unbedingt besser als die anderen Teams abschneiden zu wollen, ist hin und wieder zum Augen rollen.

Nichtsdestotrotz, wie ich bereits erwähnte, kann man dieses Hörspiel gut weghören und lernt vereinzelt sogar das eine oder andere; wie ein paar Infos darüber, wie man Arbeitszeugnisse deuten kann.

Die Sprecher/innen liefern allesamt ab, die Musiken passen, die Produktion ist wie gewohnt sehr gut. Ehrlich, der meiner Meinung bisher "beste" Fall dieser Reihe...

Meine Wertung: 68%
Cover: ...machen Schluss mit Alkohol
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Douglas Welbat
Anne Céline Fontanges
Barkeeper Holger Wemhoff
Betty Rosemarie Wohlbauer
Dick Marek Harloff
Geoffrey Henry König
George Simona Pahl
Gladstone Gordon Piedesack
Großmutter Hedi Kriegeskotte
Julian Fabian Harloff
Ralph Janis Zaurins
Taxifahrer Werner Wilkening
Rezension vom: 31.01.2021

Fünf Freunde: Endlich erwachsen!
(4) ...machen Schluss mit Alkohol
Erschienen: 2021
Dauer: 1:09:42


Zum ersten Mal seit Beginn seines Erwachsenenlebens war Julian vollkommen nüchtern, und ihm schien, als sähe er die Welt mit neuen Augen." Wieder einmal erwachen die Fünf Freunde mit Erinnerungslücken aus einem Rausch. Der Mund ist pelzig, der Schädel dröhnt und mit dem Kater kommen Reue und Zweifel. Haben sie etwa ein Alkoholproblem? Gemeinsam fassen sie einen Entschluss: genug gesoffen, ab jetzt gibt's keinen Alkohol mehr! Fatalerweise steht aber noch die Hochzeit ihres Trinkfreundes Ralph an. Werden es die Fünf Freunde schaffen, auch ohne Alkohol Spaß zu haben?

Mein Kommentar: Mir ist bewusst, dass "Endlich erwachsen!" eine Persiflage auf die sauberen Fünf Freunde der Anfangszeit sind, die als Quasivehikel herhalten sollen, der heutigen Gesellschaft und ihren bisweilen skurillen Situationen mit Humor den Spiegel vorzuhalten. ...es gelingt nur einfach nicht.

Wir hören den vier jungen erwachsenen Kirrin-Kids immerfort dabei zu, wie sie veruchen, das sich zu Silvester selbst auferlegte Ziel einzuhalten, den gesamten Januar hinweg keinen Tropfen Alkohol zu trinken. Der einen oder anderen gesellschaftlichen Konvention versuchen sie dabei durch Lügen und Täuschungen zu entgehen. Bei einem Jungsellenabschied wird es bestimmt Alkohol geben - also packt man sich einen Flachmann - mit Wasser befült - ein, damit man "mitsaufen" kann, ohne dass... ja... öhm... was eigentlich? Was ist so schlimm daran, anderen zu erklären, dass man eine Cola oder eventuell ein alkoholfreies Bier trinken möchte?

So geht das die ganze Zeit. Wobei ich den Gedanken, Situationen auf witzige Weise zu schildern, in denen beispielsweise Gruppenzwang aufkommt und man nicht so recht weiß, wie man damit umgehen soll, weil man sich geniert oder schlicht nicht traut, anderen seinen Lebenswandel zu präsentieren, als höchst vielversprechend wahrnehme. Es wird nur einfach nie etwas daraus gemacht. Diese Situationen werden immer nur zwischen den vier WGlern besprochen, bevor sie eintreten - und man überlegt, wie man sich am besten verhalten sollte. Die tatsächlichen Situationen aber verlaufen mehr oder weniger völlig unproblematisch, weil dort dann praktisch nie das Gespräch darauf gelenkt wird. Somit verbrachte ich die meiste Zeit mit Augenrollen, wenn schon wieder eine WG-Diskussion aufkam, wie man anderen am besten etwas vormachen könnte, statt einfach zu erklären, dass man gern komme, aber man keinen Alkohol trinken werde - zumal diese Ideen allesamt schlichte Standardlügen sind, die wir alle unter Garantie schon viele Male gehört oder eventuell auch schon selbst benutzt haben. Das ist einfach nicht originell und unwitzig.

Außerdem verliert es sehr schnell den Reiz, das selbst gesteckte Ziel "unbedingt bis Schlag Mitternacht zum ersten Februar" durchzuhalten, nur um sich dann aber endlich wieder so richtig die Kante zu geben und ordentlich was wegzubechern. Warum dann der ganze Zinober zu Beginn, als man der Meinung ist, dass man viel zu viel Alkohol trinke und man dringend dessen Konsum einschränken solle? Es nervt schlicht und ergreifend, sich immer wieder Dialoge dieser Art anhören zu müssen: "Oh Gott, ich würde auf dieser Party so gern was trinken" - "Ja, aber wir dürfen nicht! Erst wieder am ersten Februar, dann lassen wir's richtig krachen!" - "Na gut - dann trink ich halt Wasser, das sieht wie Wodka aus und die anderen merken dann nicht, dass ich gar nicht mitsaufe"...

Es ist fortwährend derselbe Miniplot, der mit immer anderen Worten und Situationsbeschreibungen im Kern aber völlig gleich in Endlosschleife abläuft - anstatt etwas aus der Idee zu machen, wie schwer es ist, der Versuchung zu wiederstehen, oder wie man anderen seine Abstinenz erklären kann, ohne, dass man sich ewig und drei Tage dafür rechtfertigen muss, oder wie be-/angetrunkene Menschen sich benehmen und welchen Unsinn sie dabei so manches Mal von sich geben. Auch DAS ginge ganz gewiss mit Humor und ein paar coolen Gags. Eventuell könnte es sogar spaßig sein, Gründe zu nennen, warum es erstrebenswert sein könnte, keinen Alkohol zu trinken...

Als dann am Ende ENDLICH eine interessante, ja sogar spannende Situation aufkommt, und ein Freund Julians ihm seine Liebe gesteht, endet dieser Moment mehr oder weniger im Streit - aber es wird kein Stück darauf eingegangen, wie er sich letztloch auflöst oder auflösen könnte. Stattdessen: "Oh, es ist jeden Moment Mitternacht, gleich ist Februar. Herr Ober, bitte vier alkoholische Getränke"...

FAZIT: Der gute Wille ist spürbar und die eigentliche Idee ist allen Lobes Wert, doch es sind erneut der Plot und jede Menge verpasster Gelegenheiten, die dieses knapp 70 Minuten andauernde Hörspiel nicht aus dem Quark kommen lassen. Der Endlos-Loop der immer selben Dialogprämisse sorgt für null Spannung, und ständig mit Ideen aufzuwarten, wie man andere mit Standardausreden anlügen könnte, damit sie nicht merken, dass man selbst nicht mittrinken will, ist unoriginell und unwitzig.

Meine Wertung: 42%

6 regelmäßige Rollen für Fünf Freunde: Endlich erwachsen!

Rolle/Figur Sprecher/in Folge/n Σ
-Erzähler- Douglas Welbat 1~4 4x
Anne Céline Fontanges 1~4 4x
Dick Marek Harloff 1~4 4x
George Simona Pahl 1~4 4x
Julian Fabian Harloff 1~4 4x
Rupert Hanns Jörg Krumpholz 1~3 3x

Hier stehen nur diejenigen Rollen, die wenigstens 3x mit dem-/derselben Sprecher/in in der Serie vorkam. Fehl- oder Falschangaben diverser Charaktere und Sprecher/innen in den Inlays/Covern dieser Serie wurden berücksichtigt und nach bestem Wissen und Gewissen hier korrigiert.