TKKG Junior

Cover: Auf frischer Tat ertappt
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Albert Vierstein Frank Jordan
Dr. Freund Volker Hanisch
Eilsabeth Vierstein Kerstin Draeger
Frau Sauerlich Dagmar Dreke
Freddy Janis Zaurins
Gaby Glockner Liza Ohm
Herr Sauerlich Kai-Henrik Möller
Karl Vierstein Felix Strüven
Kellner Jens Wendland
Kommissar Glockner Michael Bideller
Mucki Strassner Erik Schäffler
Peter "Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Polizist 1 Robert Kortulla
Polizist 2 Wolfgang Riehm
Polizistin Nadine Schreier
Willi Sauerlich Julian Greis
Wolle Grambeck Stefan Brönneke
(1) Auf frischer Tat ertappt
Erschienen: 2018
Dauer: 44:48


Eine Einbruchserie hält die Millionenstadt in Atem. Die Zielobjekte sind jedes Mal Häuser im teuren Villenviertel. Die Polizei tappt völlig im Dunkeln. Es gibt nicht die geringste Spur von den Tätern. Als Karl durch Zufall Zeuge einer geheimen Unterhaltung wird, kommen TKKG den Dieben auf die Spur...

Mein Kommentar: Man, was war ich gespannt. Und neugierig! Ein TKKG-Spin-Off, wie bei den ??? Kids. Kann das gutgehen? Ja, es kann!

Gleich beim ersten Durchlauf verspürte ich ein Gefühl der Vertrautheit und meine Ohren hatten nicht ein Eindruck, als wäre das alles nur irgendetwas, das man aufgrund der Unbekanntheit, nicht zuordnen kann. Aber nein, es ging tatsächlich sehr gut. Was auch immer hier der Maßstab beim Konzeptionieren, Schreiben, Aufnehmen und Produzieren war - man hat in vielen Punkten fast genau ins Schwarze getroffen!

Diese Folge fühlt sich irgendwie an, als wäre man wieder Anfang der 80er, kurz vor der Einschulung, und hört seine erste TKKG-Folge. Die vier werden vorgestellt, was zeichnet sie aus, wie sind die Eltern drauf und so weiter. Macht wirklich Spaß. Das mag aber auch daran liegen, dass man zart an (1) Die Jagd nach den Millionendieben erinnert wird, da der Plot im Groben ähnlich verläuft - inklusive des geplanten, aber durch TKKG vereitelten Diebstahls in der Sauerlich-Villa. Sogar die Grundidee ist die gleiche: Hermann und Erna werden aus dem Haus gelockt...

Da die jugendlichen, die originalen, TKKGs ja so um 14 Jahre alt sind und in die 9. Klasse gehen, die TKKG-Junioren aber die 5. Klasse besuchen, spielt TKKG Junior also rund 4 Jahre zuvor, was bedeutet, sie müssten alle etwa je 10 alt sein. Der Eindruck entsteht bei mir aber keineswegs. Im Gegentum, es scheint sich eher um eine Art "Episode 1" zu handeln. Sicherlich, die vier Juniors artikulieren sich simpler und zeitgemäßer, doch alles in allem sind sie doch zu reif und abgefeimt, dafür, dass sie erst 10 sein sollen. Ihr Verhalten, und trotz des einfacheren Vokabulars, auch ihre Ausdrucksweise, ja, sogar ihre Lebenserfahrung, sind etwas atypisch für dieses Alter. Andererseits: Trifft das auf TKKG nicht sowieso schon immer zu? Hmmm....

Was mir ganz besonders gefällt, und was auch eine meiner größten Sorgen im Vorfeld war: Wenn das "Junior" heißt, spielt das dann nicht mehr im Internat? Aber doch, so gerade eben noch sind die Junior-TKKGs auf dem Internat gelandet (bedenkt man ihr Alter), sind zwar schon befreundet, kennen sich aber noch nicht sehr gut. Man wird also auch als Alt-Hörer/in schön an die Hand genommen, ohne dass allerdings der Eindruck entstünde, man wisse ja eh alles schon und kenne sich bestens aus. Sicher, im Grunde weiss man eben schon alles, aber die kleinen Sprenkler hier und dort, die machen dann doch wieder Lust - selbst, wenn man die Hauptserie schon seit zig Jahren verinnerlicht hat.

Was mich aber beschäftigt, ist, dass Tim hier direkt von Anfang an auch Tim heißt; die "Tarzan-Namens-Problematik" existiert überhaupt nicht. Dafür aber eine andere: Sein echter Name ist Peter Carstens. Ich bitte das S am Ende zu beachten. Und diese Umbenennung geht mir einfach nicht in den Kopf - sie stört mich sogar.

Gaby wird kein einziges Mal "Pfote" genannt, und bei Karl wird sein Kosename, Computer, angedeutet... Bei Tims Mutter ist an und für sich auch alles beim Alten geblieben - nur, dass sie hier jetzt nicht hunderte Kilometer entfernt wohnt, sondern nur ganz am Rande der Stadt. Aber mit diesem ganzen Kleinkram kann ich gut leben.

Gefreut habe ich mich aber darüber, dass, obwohl hier komplett neue Stimmen für jede Person gewählt wurde, Kerstin Draeger als Mutter Vierstein und Stefan Brönneke als einer der Ganoven mitmachen. Da wird der Kreis in die frühen TKKG-80er-Jahre gleich wieder geschlossen.

Der Plot ist gelungen, und ich bin nicht sicher, warum, aber die Gemeinsamkeiten mit (1) Die Jagd nach den Millionendieben wirken mir sehr bewusst gewählt - denn das alles kann kein Zufall sein. Die Junior-Stimmen für die TKKG-Kids gefallen mir, aber bei Tim, Karl und Klößchen fällt mir das Unterscheiden noch schwer. Ich hoffe, das wird noch. Dennoch sind die drei, inklusive der neuen Gaby, Talente, die nicht nach dem heutigen Sitcom-Synchro-Schnellschnellschnell-Einheitsbrei klingen. Ihr Spiel passt super und die Regie hat gute Arbeit geleistet, die Rollen glaubhaft und natürlich klingen zu lassen. Bleibt nur die Frage, was in 5 oder 10 Jahren ist, wenn die Stimmen etwas reifer und älter klingen werden, denn zwar sind die vier Personen hinter den Rollen schon heute beileibe keine 10 Jahre mehr alt, aber dennoch jung genug, dass sich hier noch Veränderungen einschleifen werden. Mal schauen, wie das dann bei solch jungen Rollen werden wird.

Jedenfalls: Sehr guter Einstand; der Titelsong ist gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem: Sehr guter Einstand! :)

Meine Wertung: 76%
Cover: Vorsicht: Bissig!
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Ben Flemming Stein
Gaby Glockner Liza Ohm
Junger Mann 1 Sebastian Doppelbauer
Junger Mann 2 Patrick Stamme
Junger Mann 3 Thore Lütje
Karl Vierstein Felix Strüven
Kommissar Glockner Michael Bideller
Margot Glockner Christine Kutschera
Nick Tim Kreuer
Peter "Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Schwimmerin Céline Fontanges
Tagesbote-Journalist Christian Rudolf
Willi Sauerlich Julian Greis
(2) Vorsicht: Bissig!
Erschienen: 2018
Dauer: 50:22


Im "Loch Ness", einem Badesee in der Millionenstadt, geht Seltsames vor. Schwimmer werden aus der Tiefe des Baggerlochs angegriffen, kommen zum Glück aber mit dem Schrecken davon. Alles rätselt, wer oder was da im See sein Unwesen treibt. TKKG beschließen, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen...

Mein Kommentar: Wie bereits (1) Auf frischer Tat ertappt, finde ich auch diese Folge ziemlich gelungen. Zwar ist die Prämisse nichts, was aus den Socken haut, und was in etwa los, hören ältere Hörer/innen auch ziemlich flott raus, aber dennoch gelingt dem Junior-Millionenstadt-Vierer auch in seinem zweiten Abenteuer, dass man gern zuhört - Betonung liegt auf "zuhört", denn im Gegensatz zu manchem Konkurrenzprodukt lässt man dieses hier halt nicht einfach nur noch nach den ersten 5 bis 10 Minuten so nebenbei durchlaufen.

Nein, man bleibt mit den Ohren dran und verfolgt das Geschehen. Das liegt daran, dass der Fall, trotz diverser Offensichtlichkeiten (für Erwachsene), sympathisch und glaubhaft agiert. Es wird ermittelt und geschlussfolgert. Und man lernt außerdem immer ein wenig mehr über TKKG kennen. Auch, wenn man sie ja eigentlich schon seit vielen Jahren kennt. ...hier und da erfährt man dennoch etwas neues.

Überhaupt ist sehr angenehm, die TKKGs nicht gar so abgebrüht zu erleben, wie es in ihren späteren Jugend-Abenteuern einmal der Fall sein wird. Man hält sich auch mal zurück, muss nicht immer in erster Reihe stehen, sich nicht immer jeder Gefahr stellen, darf vor etwas Angst haben... ...und so ganz nebenbei erfahren wir, was dann nun in diesem See sein Unwesen treibt und wie es dorthin kam.

Die Cast ist super drauf, macht einen tollen Job und auch sonst ist die Produktion super. Erneut also: Meine Kaufempfehlung!

Meine Wertung: 76%
Cover: Giftige Schokolade
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Frau Schlemmer Tanja Dohse
Gaby Glockner Liza Ohm
Georg Sven Dahlem
Herr Bartels Achim Buch
Herr Fröhlich Konstantin Graudus
Herr Sauerlich Kai-Henrik Möller
Karl Vierstein Felix Strüven
Kommissar Glockner Michael Bideller
Leo Jesse Grimm
Max Robert Knorr
Peter "Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Schülerin 1 Chiara Lüssow
Schülerin 2 Leonie Kristin Oeffinger
Schülerin 3 Nadine Albers
Schülerin 4 Theresa Horeis
Schülerin 5 Alanah Chrispeels
Willi Sauerlich Julian Greis
(3) Giftige Schokolade
Erschienen: 2018
Dauer: 57:44


In der Schokoladenfabrik geht es drunter und drüber: Die Schokolade ist versalzen und das Geheimrezept verschwunden. Können TKKG den Übeltäter finden? Als auch noch ein Glasauge in der Schokolade auftaucht, ist klar, die vier Detektive haben es mit echten Halunken zu tun! Ein klarer Fall für TKKG!

Mein Kommentar: Eeeendlich mal eine Folge in der Schokoladenfabrik der Sauerlichs! Das hat sich bei den normalen TKKGs schon ewig angeboten. Jetzt kommt man bei TKKG Junior - endlich! - auf den Trichter, aus der Idee einen Fall zu stricken. Und der ist sogar recht gelungen. Es sind eher Kleinigkeiten, die ich leider bemängeln muss.

Herr Sauerlich wird also erpresst und die Lösesumme ist Schokolade, die an einen öffentlichen Ort gebracht werden soll. Wieso überwacht da die Polizei nicht, wer kommt und die Schokolade abholt? Und warum wird niemand bei dieser seltsamen Forderung stutzig? Auch frage ich mich, wie dick die Schokotafeln von Sauerlichs sind, dass darin ein Glasauge vollkommen umhüllt ist und nicht von Außen gesehen oder ertastet werden kann. Ferner muss man dem Schokofabrikanten ankreiden, dass seine Messinstrumente wohl nicht sauber geeicht sind, denn die besagte Schokotafel hätte sofort auffallen müssen, da sie das typische Gewicht einer Schokotafel locker übersteigen dürfte. Wieso gab da keines der Messinstrumente eine Warnung von sich?

Auch dem schurkischen Mitarbeiter in der Fabrik muss ich mit einiger Verwunderung begegnen. Selbst wenn die versalzenen Tafeln in den Handel gelangt wären, wäre er vielleicht nicht zwingend als Täter entlarvt worden, aber er wäre sicherlich von Herrn Sauerlich sehr unangenehm in die Mangel genommen worden, wie denn sowas unter seiner Leitung passieren konnte und so weiter und so fort. Und ein echter Imageschaden ist wohl kaum zu befürchten. Das ist 2-3 Wochen etwas peinlich in der Presse, man nimmt die Charge zurück, entschuldigt sich bei den Kunden und bringt ein paar kostenlose Tafeln zur Wiedergutmachung unters Volk. Dann aber von null auf hundert zu springen, die Schoko sogar zu vergiften - also DAFÜR wäre der Typ sicher auf hoher Flamme von Herrn Sauerlich geröstet worden, und sicher, der Imageschade wäre immens gewesen, aber die Polizei hätte ermittelt - und WEN hätte sie sich ebenfalls ins Präsidium geholt und scharf verhört? Naja... Wie kurz da gedacht wurde, geht mir nicht in den Kopf. Er hat ja nicht einmal einen Einbruch vorgetäuscht, der vielleicht von ihm abgelenkt hätte... Was ein Dünnbrettbohrer!

Doch jetzt habe ich mich an Kleinigkeiten aufgehalten. Denn vergessen wir nicht, auch die frühen TKKG- oder ???-Klassiker haben teils klaffende Logiklöcher, aber wir lieben sie trotzdem, weil sie dafür oft andere Qualitäten haben. Hier ist es genauso. Diese Folge ist voller Action und Ortswechsel. Es ist immer was los, und das Schokofabrikfeeling ist auch schön eingefangen. Es wird sogar ermittelt und geschlussfolgert - und, ja, ok, auch ein wenig Glück gehabt, zugegeben. Aber insgesamt überzeugt auch der dritte TKKG-Junior-Fall, muss aber die Bürde etwaiger, teils schwerer Logikschwächen mit sich tragen...

Meine Wertung: 78%
Cover: Der Rote Retter
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Anwohner 1 Alexander Rieß
Anwohner 2 Junis Grossrnann
Anwohner 3 Robert Knorr
Frau Glockner Christine Kutschera
Gaby Glockner Liza Ohm
Herr Schmidbauer Achim Schülke
Journalist Frank Gustavus
Justin Scherflinger Holger Urnbreit
Karl Vierstein Felix Strüven
Kommissar Glockner Michael Bideller
Peter "Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Polizist 1 Robert Kotulla
Polizist 2 Wolfgang Riehm
Roter Retter Patrick Stamme
TV-Reporterin/Polizistin Nadine Schreier
Willi Sauerlich Julian Greis
(4) Der Rote Retter
Erschienen: 2018
Dauer: 1:01:37


Ein Superheld in der Millionenstadt: Als der Supermarkt überfallen wird, eilt er in roter Maske und Umhang herbei, stellt die Täter und gibt die Beute zurück. TKKG ist das Ganze nicht geheuer. Spätestens nach der ersten Begegnung mit dem Roten Retter ist ihr detektivisches Gespür geweckt. Wer steckt hinter der Maske?

Mein Kommentar: Die erste Folge der TKKG-Junioren, die mir nicht ganz so dolle gefällt. Es ist bereits viel zu früh offensichtlich, dass die Sache mit dem Roten Retter von langer Hand geplant und choreografiert ist. Und es wird so offensichtlich darauf hingedeutet, dass man als Hörer/in schlicht keine Wahl hat, als nur eben genau das zu vermuten.

Ferner ist der Rote Retter eigentlich auch gar kein Superheld im eigentlichen Sinne - bereits auf dem Cover hebt er einen der Bösewichte mit nur einer Hand und ohne Mühe hoch! -, sondern er ist lediglich etwas im Bereich der Kampfkünste bewandert, und etwas anderes wird den Menschen, mitsamt Presse, auch nie suggeriert.

Dabei wäre es toll gewesen, wenn man erstmal hätte mitraten können, was es mit dem Roten Retter auf sich hat, und wie jemand tatsächlich diese oder jene Superkräfte oder Spezialausrüstung haben kann, um dieses oder jenes übersinnliche Manöver vollziehen zu können. Stattdessen geht es sehr bald nur noch darum herauszufinden, warum das alles gestellt wird und wer noch dahintersteckt. Schade.

Hier wurde wirklich viel Potenzial für einen sehr spannenden Fall verschenkt. Nichtsdestotrotz ist Der Rote Retter ein Hörspiel, das angenehm durch die Ohren geht. Das liegt an den gut aufgelegten Sprechern und Sprecherinnen, den gut hörbaren Musiken und dem angenehmen Tempo der Story. Denn es gibt regelmäßig Ortswechsel und die eine oder andere Verfolgungsjagd...

Meine Wertung: 60%
Cover: Die Dino-Diebe
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Frau Vogelsang Carla Becker
Gaby Glockner Liza Ohm
Karl Vierstein Felix Strüven
Kommissar Glockner Michael Bideller
Nachtwächter Peter Kirchberger
Peter "Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Pit Römer Peter Weis
Polizeizentrale Alexander Rieß
Polizist 1 Jonas Minthe
Polizist 2 Jannika Jira
Putzkolonne 1 Sebastian Doppelbauer
Putzkolonne 2 Muriel Bielenberg
Putzkolonne 3 Tom Steinbrecher
Rolf Aschendorf Gerhard Garbers
Taschenmann Sönke Strohkark
Willi Sauerlich Julian Greis
(5) Die Dino-Diebe
Erschienen: 2019
Dauer: 59:23


Eine Saurier-Ausstellung in der Millionenstadt - die wollen TKKG natürlich nicht verpassen! Doch bei ihrem Besuch im Museum fehlen plötzlich ein paar der wertvollen Dino-Knochen. Als am Tag darauf weitere Teile des Saurier-Skeletts spurlos verschwinden, sind sich alle einig: Sie haben es mit einem Dino-Dieb zu tun. Um den Täter auf frischer Tat zu ertappen, schmieden TKKG einen riskanten Plan.

Mein Kommentar: Die Dino-Diebe ist eine runde Sache. Der Fall bietet Spannung und sogar eine nicht allzu direkt ersichtliche Auflösung. Es gibt mehrere verdächtige Personen und der Erzählfluß ist bis zum Ende stringent. Soweit, so gut.

Ein paar Dinge gehen mir aber auf den Wecker - obschon ich durchaus darüber hinweghören kann. Aber Oskar, also ein Hund, darf ins Museum? Naja, ich verstehe, dass eine "auffällige Szene" eingeflochten werden "musste", aber trotzdem ist das vollkommen unglaubwürdig und letztlich unnötig. Der einzige Grund, warum das Setup mit Oskar ist, hat ja einen bestimmten Sinn - den spoilere ich aber jetzt nicht. Doch diesen einen Moment hätte man auch anders aufbauen können, sodass die Oskar-Sache hätte wegbleiben können. Naja... ...aber dass Gaby auch später darauf besteht, dass er wieder mitkommt? Trotz des Zwischenfalls zu Beginn? Autsch!

Und eine andere Kleinigkeit, finde ich, hätte man eleganter lösen können. Als TKKG sich verstecken, muss Klößchen plötzlich niesen. Er unterdrückt es eine kleine Weile, aber dann passiert es... und der böse Bube entdeckt die vier letztlich doch. Hätte man dieses Niesreiz-Krimiklischee nicht weglassen können und der Räuber entdeckt die Kids nach ein paar Augenblicken einfach so mit dem Lichtkegel seiner Taschenlampe?

Was mir auch latent auf den Keks geht, ist der Part mit Kommissar Glockner ganz am Schluss. Vier Kinder, darunter seine Tochter, lügen ihre Erziehungsberechtigten an, begeben sich wissentlich in große Gefahr, und verüben dabei auch noch eine schwere Straftat. Und der Erzähler fasst die eigentlich angebrachte Standpauke der Erwachsenen knapp zusammen, mit in etwa den Worten "Herr Glockner sagte ihnen, dass das nicht gut war!". Anschließend hört man Glockner selbst dazu noch was sagen. Aber im Grunde lobt er die Kids, denn der Zweck heilige die Mittel - so lautet mehr oder weniger seine Aussage dazu. Erstens ist das eine echt schwache pädagogische Leistung und zweitens interessiert mich, wie er das alles im anzufertigenden Protokoll erklärt und was die anderen Erziehungsberechtigten dazu zu sagen haben. Dass man diesen Fakt so lasch abhandelt, also ich weiss nicht, das vermasselt mir immer wieder das Ende. Spannung, Krimi und Abenteuer hin oder her.

Dennoch: Alle Sprecher/innen leisten einen sehr guten Job, die allgemeine Produktion ist ohne Beanstandung und die Story soweit spannend und stets nachvollziehbar.

Meine Wertung: 76%
Cover: Bei Anruf Abzocke
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Alter Mann Bernd Stephan
Bankangestellte Carla Becker
Frau Knoop Sandra Keck
Gaby Glockner Liza Ohm
Karl Vierstein Felix Strüven
Kommissar Glockner Michael Bideller
Oma Glockner Elga Schütz
Passant 1 Sebastian Doppelbauer
Passant 2 Peter Kirchberger
Passantin Muriel Bielenberg
Peter "Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Polizist Charly Douglas Welbat
Polizistin Carminia Katja Brügger
Willi Sauerlich Julian Greis
(6) Bei Anruf Abzocke
Erschienen: 2019
Dauer: 51:35


"Eine Diebesbande will Ihr Konto leerräumen! Beim Nachbarn wurde eingebrochen, Ihre Wohnung ist als Nächstes dran. Ihr Enkel hatte einen Unfall und braucht dringend Geld!" Mit diesen und ähnlichen Nachrichten schockt eine Bande von falschen Polizisten ältere Menschen in der Millionenstadt. Als auch Gabys Oma ins Visier der Ganoven gerät, greifen TKKG ein.

Mein Kommentar: Hmm, der Titel, also Bei Anruf Abzocke, ist nicht wirklich ganz richtig. Zwar wird auch hier mit diesem Kniff gearbeitet, doch das ist eher am Rande für diesen Fall von Belang, denn hier wird es vornehmlich mit direkt ansprechen und dreist draufloslügen probiert, und es geht im Großteil des Falls viel mehr um Gabys Oma, der zu helfen versucht wird. Mir leuchtet zwar ein, dass "Bei Anruf Abzocke" schön catchy klingt, aber zum Inhalt passen sollte ein Titel doch bitte trotzdem.

Davon abgesehen spielen Katja Brügger und Douglas Welbat ihre Rollen superb und man hat keine Probleme damit, dass man sich als Hörer/in wünscht, dass sie ihr Fett wegkriegen. Auch sonst sind alle Charaktere klasse besetzt, keine Frage. Und ja, natürlich werden Menschen höheren Alters auch mal vergesslich, aber hier dient das ständige Kurzzeitvergessen der Oma Glockner teils der Belustigung, teils der in diesem Punkt bemühten Spannungserzeugung.

Denn spannend ist der Fall sowieso schon, nur reißt Oma Glockner mitunter etwas aus der Story raus, und mit Situationen wie "Was sollte ich jetzt nochmal rufen, damit die Kinder zur Hilfe eilen?!" zerrt Autor Frank Gustavus manches Mal sehr am Geduldsfaden, denn bei allem Verständnis für Altersvergesslichkeit, es ist doch völlig egal, was genau sie nun ruft, die Kids sind nicht blöd, die werden es schon raffen. Wo es im Flur rumpelt und rumort und Oma Glockner ihre Überlegungen vor sich hermurmelt, kommen die vier Kids nicht auf die Idee, einfach mal die Bildfläche zu betreten?

Das ist in der Tat das einzige Manko dieser ansonsten sehr gelungenen Folge. Produktion, Story-Idee und soweiter - alles super. Nur dieser Holperer zum Ende hin, Mensch, der war doch nicht nötig...

Meine Wertung: 82%

6 regelmäßige Rollen für TKKG Junior

Rolle/Figur Sprecher/in Folge/n Σ
-Erzähler- Peter Kaempfe 1~6 6x
Gaby Glockner Liza Ohm 1~6 6x
Karl Vierstein Felix Strüven 1~6 6x
Kommissar Glockner Michael Bideller 1~6 6x
Peter "Tim" Carstens Sebastian Fitzner 1~6 6x
Willi Sauerlich Julian Greis 1~6 6x

Hier stehen nur diejenigen Rollen, die wenigstens 3x mit dem-/derselben Sprecher/in in der Serie vorkam. Fehl- oder Falschangaben diverser Charaktere und Sprecher/innen in den Inlays/Covern dieser Serie wurden berücksichtigt und nach bestem Wissen und Gewissen hier korrigiert.