Die drei ???

Folgen insgesamt: 165
Spieldauer: Ø 1:05:05
Wertung: Ø 73,94%

Cover: ...und der Super-Papagei (1) ...und der Super-Papagei
Erschienen: 1979
Dauer: 50:21

Der neueste Auftrag an die drei Detektive hört sich recht harmlos an: sie sollen einen entflohenen Papagei suchen. Doch kaum beginnen sie mit ihren Nachforschungen, da scheinen sich plötzlich noch einige andere Leute sehr für diesen Papagei zu interessieren. Vielleicht deshalb, weil er lateinische Sprüche zitieren kann? Aber bald geht es nicht mehr nur um einen, sondern um sieben Papageien - und alle sieben führen höchst seltsame Reden. Ob da nicht eine geheime Botschaft hintersteckt? Jedenfalls sind auch ein jähzorniger Kunsthändler und ein berüchtigter Meisterdieb hinter den Vögeln her. Die drei ??? müssen sich ganz schön die hellen Köpfe zerbrechen, ehe sie auch diesen abenteuerlichen Fall aufklären und eine wohlverdiente Belohnung einheimsen...

Mein Kommentar: Schon zu Beginn wird klar, dass "Die drei ???" anders ist, als alle anderen bisherigen Jugend-Krimis. Sie nehmen die Hörer/innen ernst und verzichten auf Plattitüden und (meistens!) auch auf Vorurteile. Europa möchte uns natürlich vormachen, dass dies hier der erste Fall der drei ??? sei - steht bei den Neuauflagen sogar auf dem Cover. Fans wissen aber natürlich, dass der erste Fall in Wahrheit (11) ...und das Gespensterschloß ist. Dennoch ist der Super-Papagei sehr gut gelungen: Vertrackt, aber logisch und fair für die Zuhörer/innen, denn diese können durchaus auf die Lösung kommen, wenn sie mitraten wollen und sich ein wenig anstrengen. Die Lösung ist logisch, schlüssig und nachvollziehbar. Sogar Hugenay, der später immer mal wieder auftaucht, wird eingeführt.

Etwas schade ist höchstens, dass Justus' Verstand manchmal wirklich arg schnell schaltet - doch ansonsten rundum super! Im Vergleich Erst- gegen Neuauflage zieht für mich die Erstauflage den Kürzeren. Europa hat's wirklich geschafft, klassische Erstauflagen-Klänge in die neue Fassung zu integrieren und bei Bohn-Ersetzungen keine allzu modernen Sounds zu benutzen. Irgendwie wirkt die Neuauflage einfach sauberer auf mich. Jajaja, steinigt mich ruhig! ;) 81% für Alt, 83% für Neu


Meine Wertung: 83%
Cover: ...und der Phantomsee (2) ...und der Phantomsee
Erschienen: 1979
Dauer: 45:44

Welches Geheimnis verbirgt sich in einem vergilbten Brief und in den nach langer Zeit wieder aufgetauchten Aufzeichnungen des Seemanns Angus Gunn? Wurde tatsächlich in einer lange vergangenen Sturmnacht ein Piratenschatz von einem sinkenden Schiff gestohlen? Das möchten die drei Detektive Justus, Bob und Peter ebenfalls gerne wissen. Den Nachkommen von Gunn ist es bisher nicht gelungen, das Versteck des Schatzes ausfindig zu machen. Professor Shay, den diese Sache für seine Arbeit am Historischen Forschungsinstitut interessiert, hatte bislang auch kein Glück. Immer mehr Personen tauchen auf und machen sich verdächtig. Auch Java-Jim, ein undurchsichtiger Seemann, versucht den drei ??? zuvorzukommen. Und welche Rolle spielt Stebins, der wegen Unterschlagung im Gefängnis war und auf Bewährung frei ist? Der Professor vermutet, dass er und Java-Jim zusammenarbeiten. Aber am Ende sind die drei ??? allen eine Nasenlänge voraus: die vielen rätselhaften Hinweise führensie zum Phantomsee und damit endlich zur Lösung.

Mein Kommentar: Die Hörspielumsetzung krankt leider an einem Detail: dem grandiosen GOTT-fried Kramer; auch, wenn er im Inlay als Heinz Überreiter einen Alias-Namen verwendet. Denn Herr Kramers Stimme ist einfach unverwechselbar. Er bemüht sich zwar, seine Stimme für Professor Shay und für Java-Jim immer anders klingen zu lassen, doch geschulte Hörer/innen hören natürlich sofort raus, dass mit Shay und Java-Jim irgendwas im Busch sein muss. Sieht man davon aber ab, ist das Hörspiel super! Toller Fall, Bob recherchiert sich einen Wolf und Justus kombiniert fleissig - so lieben wir das! ;)

Im Vergleich Erst- gegen Neuauflage zieht für mich die Erstauflage wie schon beim Super-Papageien, den Kürzeren. Man hatte sogar einen Fehler korrigiert. Auf der Museums-DVD war damals ein Ausschnitt des Hörspielskript: dort sagt Java-Jim zu Anfang "Sie(!) ist mir gestohlen worden". Im Hörspiel hatte man den Satz damals geflickt und machte ein "Die Truhe(!) ist mir gestohlen worden". Jetzt, in der Neuauflage, heisst es "Das(!) ist mir gestohlen worden". Also wenn schon "korrigieren", dann bitte richtig, Europa! Wenigstens das "Masakebt" wurde nicht entfernt! ;)

Europa hat's dennoch abermals geschafft, Erstauflagen-Klänge zu in die neue Fassung zu integrieren und bei Bohn-Ersetzungen keine allzu modernen Sounds zu benutzen. 84% für Alt, 85% für Neu


Meine Wertung: 85%
Cover: ...und der Karpatenhund (3) ...und der Karpatenhund
Erschienen: 1979
Dauer: 44:18

"Bei mir spukt es!" Mit diesem verzweifelten Ausruf von Mr. Prentice beginnt ein neues Abenteuer für die drei ???. Ein Abenteuer, das immer verwickelter wird und bei dem sogar der sonst so superschlaue Erste Detektiv, Justus Jonas, ein Zeitlang völlig im Dunkeln tappt. - Welche unheimliche Gestalt geht in der Wohnung von Mr. Prentice ein und aus und versetzt diesen in immer grössere Ängste und Schrecken? Was ist die Quelle jener gespenstischen Lichtblitze in seinem Arbeitszimmer, sechs Meter über der Strasse? Wer hat die wertvolle gläserne Skulptur des Karpatenhundes verschwinden lassen, und wer versucht, allen Mietern den Aufenthalt in dem grossen Appartementhaus unmöglich zu machen? Die wenigen Spuren weisen in verschiedene Richtungen, und für unser Detektivtrio gilt es wieder einmal, eine harte Nuss zu knacken. Werden sie Licht in das Dunkel bringen?...

Mein Kommentar: Der Karpatenhund ist für viele Fans einer DER ???-Klassiker - und das nicht zu Unrecht. Denn hier ist wirklich alles enthalten, was man sich von einer ???-Hörspielfolge wünscht. Genialer Plot, sehr spannend und zunächst schwer durchschaubar, Mystik, geniale Musik, tolle Produktion...

Kurzum: Spitzenmäßig. Leider nur kommt am Ende Kommissar Zufall ins Spiel. Justus kombiniert, wo der Karpatenhund sein kann. Sicherlich, sein Schluss ist folgerichtig und logisch, nur für die Audienz nicht unbedingt sofort ersichtlich. Das ist für mich der einzige Punkt, an welchem diese Story etwas(!!!) krankt.

Wie erwähnt, die Produktion ist super und gespickt mit genialen Stimmen: Katharina Brauren, Gerlach Fiedler, Ernst von Klipstein... Hach, ein Synchro-Mekka! :)

Sogar in der Neuauflage, ohne den Bohn'schen Sound, klingt alles sehr, sehr oldschool und mystisch. Was es für Euch leicht macht, einfach die Neuauflage zu kaufen, wenn Ihr gern eine CD (statt MC) besitzen wollt, bzw. diese Folge noch gar nicht besitzt und Auktionshäuser und Flohmärkte für die Erstauflage zu teuer sind. Ganz klare Kiste: Alt oder Neu macht, bis auf drei oder vier geschnittene Sätze, keinen Unterschied! 83%!


Meine Wertung: 83%
Cover: ...und die schwarze Katze (4) ...und die schwarze Katze
Erschienen: 1979
Dauer: 43:33

In einem kleinen Wanderzirkus wittern die drei jungen Detektive Peter, Bob und Justus ihren neuesten Fall. Denn wenn ein finster aussehender Mann mit Gewalt eine hässliche schwarze Stoffkatze - den Hauptgewinn einer Schiessbude - an sich bringen will, sie schliesslich stiehlt und am nächsten Tag per Zeitungsanzeige nach weiteren Stoffkatzen fahndet, dann muss irgend etwas dahinter stecken. Ausserdem: Wieso trifft den Wanderzirkus seit Wochen ein Unglücksfall nach dem anderen? Und wer ist der Unbekannte mit der auffallenden Tätowierung, der immer wieder im Zirkus auftaucht, aber in brenzligen Momenten spurlos verschwindet? Justus und seine Freunde setzen sich ihm und der gestohlenen Katze auf die Spur und lassen sich beinah auf eine falsche Fährte jagen. Nach aufregenden Fehlschlägen gelingt es ihnen aber schliesslich doch, das Geheimnis der schwarzen Katze zu lüften und in letzter Minute einem raffinierten Verbrecher die Maske vom Gesicht zu reissen - im wahrsten Sinne des Wortes...

Mein Kommentar: Die "schwarze Katze" ist ebenfalls eine von den Klassikern, ist aber bei weitem nicht so beliebt, wie andere aus dieser Epoche. Woran das liegt, weiss ich nicht, aber mir persönlich fehlen einige wirklich schlüssige Hinweise, die insbesondere im Buch ausführlich erklärt werden (Tätowierung, Direktor sieht das Bankräuberphoto, usw.). Alles in allem aber kann man die "Katze" gut weghören.

Der übliche Vergleich Alt vs. Neu geht dieses Mal zu Gunsten von Neu aus! Manche Melodien wirken SEHR stimmig mit dem Zirkusflair und dem Leben auf Achse. Und es wurden auch relativ wenige Melodien ausgetauscht. Meinen Ohren ist ausserdem kein Schnitt aufgefallen. Das heisst: Es wurden zwar hier und dort Melodien ausgetauscht, aber das mit viel Bedacht. Daher kann man sich ruhigen Gewissens die Neuauflage zulegen! ;) 79% für Neu, 78% für Alt.


Meine Wertung: 79%
Cover: ...und der Fluch des Rubins (5) ...und der Fluch des Rubins
Erschienen: 1979
Dauer: 46:36

Alfred Hitchcock und die drei Detektive (Firmenzeichen ???) haben es hier mit einem seltsamen Vermächtnis zu tun: Onkel Horatio hat seinem Neffen etwas Wertvolles hinterlassen - aber was? Und vor allem wo? Die jungen Kriminalisten Justus, Peter und Bob sehen sich hier mit viel zu vielen Gipsköpfen, geheimnisvollen Herren und dem Wort August in mindestens fünf Bedeutungen konfrontiert. Werden Justus und seine Freunde mit diesem Fall nicht überfordert?

Mein Kommentar: Diese Folge steht bei vielen Fans oftmals ganz hoch im Kurs. Viele Rätsel, viel Spannung, man kann mitkombinieren... Alles das, was die ??? eigentlich seit jeher ausmachte, im schwarzen Rubin vereint. Kein Fehler, aber ein lustiger Schmunzler aus dem Munde des damals noch sehr jungen Andreas Fröhlich, ist auch in der Neuauflage vorhanden. Er spricht am Telefon von der "Firma Dschonnäs" und nicht von der Firma "Joh-nas". Schön, dass Europa dieses kleine Detail nicht entfernte.

Dafür aber gibt es nach wie vor einen groben Patzer! August August, derjenige, dem die ??? zu großen Reichtum verhalfen, ist der viel zitierte "ehemalige Auftraggeber", der den ??? ihren Rolls Royce finanziert. Dieser wichtige Baustein im ???-Universum wurde in den Hörspielen niemals geklärt (wie auch, bei der veränderten Reihenfolge?). Nicht wirklich ärgerlich, aber eben ein schwarzer Fleck auf der weissen Weste dieser ansonsten tollen Folge. Auch in der Neuauflage ist die Musik sehr passend gewählt, nur manchmal etwas zu modern. Nicht wirklich schlimm, aber naja, dies hier ist nun mal eine Rezension - darum weise ich darauf hin! :) 83% für Neu, 84% für Alt.


Meine Wertung: 84%
Cover: ...und der sprechende Totenkopf (6) ...und der sprechende Totenkopf
Erschienen: 1979
Dauer: 44:35

Bob und Peter halten von Anfang an nicht viel davon, dass ihr Freund Justus auf einer Versteigerung ausgerechnet einen uralten Koffer mit unbekanntem Inhalt ersteigern will. Hätten sie geahnt, welch gefährliche Verwicklungen sich aus dem Besitz des Koffers ergeben würden - sie hätten noch weit heftiger protestiert! Nicht genug damit, dass er neben den Kleidern und Utensilien eines Zauberkünstlers einen Totenkopf enthält: der merkwürdige Schädel kann auch noch sprechen! Ziemlicher Schock für die drei Detektive, die keinesfalls an Spuk glauben. Und kaum beginnen sie, dieses Geheimnis zu ergründen, da ist schon eine ganze Bande Dunkelmänner hinter ihnen und dem Koffer her. Die rätselhaften Sprüche des Totenkopfes führen die drei ??? zu einer wahrsagenden Zigeunerin, auf die Spur des verschollenen Zauberkünstlers und eines unaufgeklärten Bankraubes. Doch als sie den letzten Hinweis zur Lösung des Falles in Händen halten, scheint alles schiefzugehen...

Mein Kommentar: Obwohl ich diese Folge sehr mag, gibt es mehrere Dinge, die einfach keinen Sinn machen, oder zumindest merkwürdig anmuten. Woher hat der Reporter zu Beginn die Adresse der drei ??? - sie steht doch nicht auf der Karte, oder? Soweit ich mich erinnere, war immer nur die Rede von der Telefonnummer, die auf der Rückseite stehen solle. Und wieso guckt Justus nicht sofort unter die Bodenplatte des Koffers? Sonst ist er sehr altklug und überlässt nichts dem Zufall - aber hier? Ausserdem fällt auch dem weniger geschulten Ohr sofort auf, dass mit Juana und Gulliver da irgendwie was nicht stimmen kann...

Ja, es ist merkwürdig, aber die Folge hat - trotz der mehr oder weniger signifikanten Mängel - viel Charme und bietet Spannung. Ich kann gar nicht mal erklären, woran das liegen mag. Vermutlich wurde das Ganze vom Autoren einfach gut geschrieben...!? Und das Hörspiel ist ebenfalls toll produziert (von der Juana-Stimmen-Misere abgesehen!). Sowohl Alt als auch Neu kommen gut rüber. Die Neuauflage klingt musikalisch zwar manchmal etwas zu düster und etwas weniger abenteuerlich (als die Erstauflage) - dennoch hat Europa es fertig gebracht, offenbar nichts zu schneiden; zumindest ist mir nichts aufgefallen. 81% für Alt, 77% für Neu...


Meine Wertung: 81%
Cover: ...und der unheimliche Drache (7) ...und der unheimliche Drache
Erschienen: 1979
Dauer: 43:52

Ein paar entlaufene Hunde zu suchen - naja, das ist normalerweise kein besonders verlockender Auftrag für drei clevere Detektive. Doch kaum beginnen Justus, Bob und Peter mit der Suche, da erzählt ihnen der Hundebesitzer, Mr. Allen, von einem Seeungeheuer, das er an der Küste gesichtet haben will. Wie bitte - Seeungeheuer? Doch Mr. Allen hat nicht gescherzt. Die ??? stossen bei ihren Nachforschungen nicht nur auf einen anscheinend leibhaftigen Drachen, der unheimlich hustet, sondern auch ein mysteriöses Höhlenlabyrinth, auf verschiebbare Felswände, bewaffnete Froschmänner und manch andere Merkwürdigkeiten. Wem gehört zum Beispiel die unheimliche Stimme am Telefon? Und was ist dieser Mr. Shelby für ein Mensch? Er nennt sich Spezialist für Tricks und Spässe aller Art - aber bald stellt sich heraus, dass man mit Tricks und Spässen entschieden zu weit gehen kann...

Mein Kommentar: Auch hier muss ich ankreiden, dass es wohl nicht so ohne Weiteres möglich ist, dass ein einziger Mann so unauffällig eine so riesige Konstruktion schaffen kann, die auch noch technisch und mechanisch hervorragend funktioniert. Zumal sich die Frage stellt, wozu der ganze Aufwand nötig war? Ein simples, kleines U-Boot wäre weit unauffälliger gewesen. Dennoch, es ist bemerkenswert, wie sehr solche - ja, so kann man schon sagen - Nebensächlichkeiten bei den alten ???-Folgen in den Hintergrund rücken. Das Knobeln, Mitraten, das Abenteuerfeeling, die Spannung in der Höhle, die Freundschaft der drei Jungs... Das kommt einfach hervorragend rüber.

Die Erstauflage hat natürlich ganz klar die Nase vorn: Carsten Bohn bringt das Höhlen-/Abenteuerfeeling spitze in Szene. Die neuen Musikstücke sind zwar auch sehr hübsch, klingen aber einfach etwas zu modern und stellenweise ein wenig zu düster. 82% für Alt, 80% für Neu...


Meine Wertung: 82%
Cover: ...und der grüne Geist (8) ...und der grüne Geist
Erschienen: 1979
Dauer: 50:31

Merkwürdig, dass an diesem Abend anscheinend nicht nur Bob und Peter zufällig das Haus des längst verstorbenen Mathias Green besichtigen, das abgerissen werden soll. Mehr als merkwürdig, nämlich höchst gruselig, wenn dann plötzlich ein grün schimmernder Geist erscheint, was ausser den beiden immerhin sechs ausgewachsene Männer (oder waren es sieben?) bezeugen können. Justus dagegen findet den Bericht seiner Freunde weder sehr merkwürdig noch sehr gruselig, sondern sehr verdächtig - und schon bald stecken die drei ??? in den Ermittlungen zu einem neuen Fall. Bald stellt sich heraus, dass irgendjemand hinter einer wertvollen Perlenkette her ist, die in dem Abbruchhaus gefunden wurde. Sie ist dem Unbekannten sogar eine Entführung wert, wie Bob, Peter und ein neuer Freund am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Doch Justus wäre nicht Justus, käme ihm nicht gerade rechtzeitig die rettende Erleuchtung...

Mein Kommentar: Eine der Folgen, die gemeint ist, wenn man als Fan der ersten Stunden schreibt, dass die ersten 30 Folgen einfach die Besten der Reihe waren. Das hier ist nämlich one of Arthurs finest, interpretiert von Körting und Francis. Was kann da schon schief gehen? ;) Natürlich bleibt das Merkwürdige hinter den Geisterperlen, die angeblich das Leben verlängern können. Denn wie bitte sollen solche Dinge möglich sein? Dies wird zumindest im Hörspiel nicht geklärt (ich kenne das Buch leider nicht), sondern einfach als gegeben und scheinbar normal hingenommen.

Und die typischen Übertreibungen mit der Phonetik der Buchstaben L und R für "Hörspiel-Chinesen" werden natürlich auch hier vollkommen ausgelebt. Stellenweise nerven Lee und Wong schon ein wenig. Naja, ist wohl von der Regie so gewollt, denn die Liste der Sprecher/innen ist mal wieder 1A: Kubach, Kehlau, Frank, von Klipstein, Pichler, Brönneke, Endemann... einfach wunderbar! Gibt also wirklich nicht viel zu meckern.

Schöne, fette 90% für Erst- und Neuauflage. Geschnitten wurde bei Neu nichts, soweit mir das jetzt auffiel. Natürlich wurden viele Musiken ausgewechselt, aber das mit soviel Bedacht, dass das Feeling gut rüberkommt.


Meine Wertung: 90%
Cover: ...und die rätselhaften Bilder (9) ...und die rätselhaften Bilder
Erschienen: 1979
Dauer: 45:25

Allzu viel ist es ja nicht, was der alte Maler Joshua Cameron hinterlassen hat - und obendrein blieb er die Miete schuldig! Aber ein merkwürdiger Kauz muss er gewesen sein: zeigen doch die 20 numerierten Ölbilder aus seinem Nachlass alle dasselbe Motiv, nämlich sein Wohnhaus. Dies und die Tatsache, dass sich nicht nur eine Gräfin und ihr Verwalter, sondern auch mehrere Unbekannte und ein Kunsthändler auffällig für die Bilder interessieren, bringen die drei ??? auf den Plan. Sind die Gemälde vielleicht doch nicht ganz so wertlos? Vielleicht besteht da auch irgendein Zusammenhang mit den wirren Worten, die Cameron vor seinem Tod im Fieber gestammelt hatte... Während Justus, Peter und Bob ermitteln, versucht ihr alter Rivale Skinny Norris, ihnen Steine in den Weg zu legen. Das wird am Ende für ihn selbst gefährlich. Nur gut, dass Justus rechtzeitig eine Erleuchtung kommt!

Mein Kommentar: Guckt man in Foren, wird diese Folge ohne Zweifel sehr gemocht und gleichzeitig aber auch für so manchen Logikfehler liebevoll kritisiert: Hier stimmt etwas nicht mit dem Buch überein, dort ergibt einiges nicht so wirklich eine Sinn... Nur verklärte Worte einiger Die-Hard-Fans!? Ich weiss nicht recht, aber es stimmt tatsächlich. Wenn man länger drüber nachdenkt, ergibt nur das Buch wirklich ein rundes Bild; das Hörspiel ist ein wenig zu straff und daher fehlen vielleicht ein paar Details. Das heisst nicht, dass dieses Hörspiel durch und durch unsinnig ist, nein, nein, aber so ein paar Dinge bleiben irgendwie offen, wenn man sich genauer damit befasst.

Dass dieses Hörspiel dennoch so gelungen ist, liegt an vielerlei Dingen: der Buchvorlage, der guten akustischen Umsetzung, dem Bohn-Sound-Charme und den Sprechern und Sprecherinnen: Andreas von der Meden, Gisela Trowe, Joachim Wolff, Oliver Mink, Karin Lieneweg, Horst Frank, Werner Cartano... Hervorragend. Wenngleich ich der Regie auch Eins auf den Deckel geben muss! An manchen Stellen merkt man deutlich, dass diverse Passagen einzeln eingesprochen und später zusammengeschnitten wurden. Beispielsweise: Als De Groot Justus fragt "Wie ist datt che-wes-t?" (Wie ist das gewesen?), klingt es viel mehr so, als frage er nicht, ob er soeben richtig hörte, was Justus sagte, sondern es klingt, als sage er diesen Satz einfach so in die Luft. Mich jedenfalls stören bei allem Hörgenuss, den mir die rätselhaften Bilder bereiten, diese Unvollkommenheiten schon ein bisschen.

Hinzu kommt, dass in der Neuauflage eine viel zu düstere Stimmung suggeriert wird! Der Fall selbst ist eigentlich auf eine detektivische Art und Weise spannend, doch bei der Neuauflage klingt es manchmal, als warte irgendwo ein besonderes Unheil, und als sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis es in Erscheinung tritt. Geschnitten wurde dafür aber nichts! ;) 81% für Alt, 77 für Neu!


Meine Wertung: 81%
Cover: ...und die flüsternde Mumie (10) ...und die flüsternde Mumie
Erschienen: 1980
Dauer: 49:53

Alfred Hitchcock und seine Freunde, die drei jungen Detektive Justus, Peter und Bob (Firmenzeichen ???), sind davon überzeugt: Eine Dreitausendjährige Mumie kann nicht flüstern. Aber die Mumie, die im Besitz des berühmten Ägyptologen Professor Yarborough ist, flüstert dennoch, und zwar in einem altägyptischen Dialekt, den niemand verstehen kann. Die drei ??? sind entschlossen, das Geheimnis zu lösen, auch wenn der Fluch der Mumie sie treffen sollte. Ein grosser und ein kleiner Libyer, eine abessinische Katze zuviel und Diebe aus Beruf und Leidenschaft legen ihnen dabei allerhand Schwierigkeiten in den Weg. Ob dieser Fall nicht doch zu kompliziert für die drei ??? ist?

Mein Kommentar: Ich mag dieses Hörspiel sehr gern. Es gibt zwar einige Kleinigkeiten, die bei genauerer Betrachtung etwas komisch erscheinen (Warum weiss der Professor nach Jahren der Expertise, und vorallem als Spezialist, immer noch nicht das Alter der Mumie? Wieso all der Familien-Reinlege-Zauber von Freeman, wenn er die Mumie sowieso stehlen lässt?), dennoch bietet die flüsternde Mumie alles, was man von den drei ??? möchte: Action, Spannung, Ermittlungen, Recherchen...

Ich kann hier, bis auf die schon erwähnten Kleinigkeiten eigentlich nichts großartig Negatives an dieser Folge finden. Mit Ausnahme des Alexander Körting, der so furchtbar abgelesen seine Sätze vorträgt; mich erinnert er immer an meine Schulzeit, wenn jemand aus der Klasse eine Geschichte vorlesen sollte. Dafür entschädigt Karl-Walter Diess wieder einiges! Seine Interpretation von Professor Yarborough finde ich hervorragend gelungen. Herrn Diess sollte Europa sich sowieso wieder öfter ins Studio holen - mal so als Anregung für Frau Körting, wenn sie für die nächsten Hörspiele Rollen zu besetzen versucht! :)

Ganz toll sind auch die Sounds und Musiken dieser Folge! Sowohl Alt als auch Neu (übrigens: ungekürzt!) vermitteln sofort ein "Ägypten-Feeling", sind nicht zu düster oder zu fröhlich - es passt genau richtig. 89% für beide Auflagen - ganz einfach! :) Hätte noch mehr sein können, aber Alexander Körting und diese kleinen Logiklöcher haben nun mal auch ein gewisses Gewicht...


Meine Wertung: 89%
Cover: ...und das Gespensterschloß (11) ...und das Gespensterschloß
Erschienen: 1980
Dauer: 46:15

Alfred Hitchcock hat zur Klärung unwahrscheinlicher Ereignisse Helfer bekommen: Die drei ???, hinter denen sich die jungen Detektive Justus, Peter und Bob verbergen. Wer könnte ein Interesse daran haben, den Spuk im Schloss zu veranstalten? Wer möchte unbedingt Besucher vom Schloss fernhalten? Zusammen mit seinen Freunden versucht Justus dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Werden sie es schaffen, sich als jüngste Detektei ihre Sporen zu verdienen? Wird es ihnen gelingen, das Geheimnis des Gespensterschlosses aufzuklären?

Mein Kommentar: Mit dem Gespensterschloss fing es alles an! :) Zumindest als Buch - Europa änderte ja damals die Reihenfolge der ersten Geschichten nach eigenem Gusto. Hier wird erklärt, wieso Die drei ??? Alfred Hitchcock kennen, warum Morton ihr Chauffeur ist, und noch so einiges mehr... Leider wird nicht erklärt, wie Terril durch seine Wellensittich-Zucht ein Schloß unterhalten kann - SO einträglich ist das ja nun auch wieder nicht, oder wieso er als Jonathan Rex weder lispelt noch eine hohe Fistelstimme hat, obwohl Terril und er doch ein und derselbe sind. Zwar wird zumindest dieser letzte, sehr wichtige Aspekt im Buch geklärt, doch für das Hörspiel darf ich das ja nicht unbedingt als Maßstab nehmen. Schliesslich erwarte ich als Hörer, dass keine Fragen offen bleiben - und diese hier geht mir schon ein wenig auf den Zeiger. :)

Dennoch: hätte man das im Hörspiel etwas anders gelöst - oder einfach (wie im Buch) erklärt! -, würde es die eigentlich Atomsphäre nicht großartig ändern. Denn sieht man über das Lispel-Problem hinweg, und auch darüber, dass Wellensittiche nun mal keine Goldesel sind, ist diese Folge klasse. Spannend (Musik und Soundeffekte!), für Kinder sogar ein kleiner Touch von Grusel, und massig Recherchen... Da gibt's nichts dran zu rütteln - zu recht ein Klassiker.

Trotzdem will ich fair sein, und werde daher für die veränderte Reihenfolge (bei keiner anderen Folge fällt das so schwer ins Gewicht!), die Hitchcock-/Morton-Einführungs-Rationalisierung, und die kleinen Verständnislücken, 15% der Traumwertung abziehen; was im Endergebnis 85% für die Alt- und die ungeschnittene Neuauflage macht.


Meine Wertung: 85%
Cover: ...und der seltsame Wecker (12) ...und der seltsame Wecker
Erschienen: 1980
Dauer: 43:19

Es gibt Wecker, die klingeln, Wecker, die schnarren, Wecker, die Musik ertönen lassen oder einen mit Glöckchengeläut aus dem Schlaf holen. Einen Wecker aber, der einen furchterregend schrillen Schrei ausstösst, haben Justus, Bob und Peter noch nie erlebt. Und ein solches Unding haben sie soeben auf dem Schrottplatz aufgestöbert! Kein Wunder, dass diese seltsame Konstruktion die Neugier und die Phantasie der drei Detektive anstachelt: Wer hat einen solchen Wecker gebaut und warum? Als sie das herauszufinden versuchen, geraten sie unversehens auf die Spur eines raffinierten Kunstraubes. Doch ehe sie ihn aufklären können, gibt es manche harte Rätselnuss zu knacken...

Mein Kommentar: Beim "Wecker" ist der englisch-sprachige Ursprung, und die damit verbundene Übersetzung ins Deutsche, wohl am offensichtlichsten. Denn sonst wäre es wohl nicht zu erklären, wieso man in Amerika so gut über Frankfurt, den Rhein, den Main, Nimmroth, und dergleichen mehr bescheid wüsste! :) Aber ok, war wohl auch nicht anders zu machen, sonst hätte man ohne die Übersetzungen nur schwerlich die Rätsel auch selbst lösen können. Für die Atmosphäre anmerken muss ich das aber dennoch, denn alles in allem bleibt es halt auch eine Spur unglaubwürdig.

Schade auch, dass zwei große Rätselabschsnitte erst gar nicht erläutert werden, und dass beim ersten Rätsel eine Passage in der Zentrale vorkommt, in welcher Justus, Peter und Bob in nur wenigen Minuten und ohne Fehlversuche die Lösung zusammensetzen. Andererseits sind all diese Dinge nun mal fast schon zwingend nötig: die Übersetzung ins Deutsche und die Kürzung für das Hörspiel (damals waren Laufzeiten von 40-45 sehr üblich, damit die Hörspiele auch auf Vinyl passten!). Daher ist es eigentlich nicht so ganz fair, all diese Punkte zu dieser Kritik heranzuziehen, oder doch?

Doch! Ich finde, bei allem Spaß, den das Hörspiel macht, dass es sich nun mal nicht abstreiten lässt, dass all das etwas merkwürdig anmutet und diese "Wir sind in Amerika-Hörspielwelt" beeinträchtigen - wenigstens die beiden Rätsel hätte man vielleicht einbauen und ein Hörspiel mit 2 Tonträgern daraus machen sollen.

ABER dafür ist die Produktion selbst sehr gut, und auch die Sprecher/innen sind es (obwohl Frau Pichler mir eine Spur ZU freakig wirkt). Ansonsten aber bietet der schreinde Wecker alles, was man von den drei ??? erwartet: Abenteuerstimmung, merkwürdige Rätsel, Recherchen, Knobeleien, Recherchen und nochmals Recherchen...

Die Neuauflage dieses Hörspiels gefällt mir soweit gut, ist aber stellenweise ein Tüpfelchen zu düster und modern: Der tolle Flair der Geschichten und die noch sehr jungen Stimmen der drei Protagonisten passen einfach nicht so wirklich dazu. Ich verbleibe somit bei 75% für die Erstauflage und bei 72% für die Neuauflage.


Meine Wertung: 75%
Cover: ...und der lachende Schatten (13) ...und der lachende Schatten
Erschienen: 1980
Dauer: 41:55

Schatten pflegen normalerweise zu schweigen. Hier aber lacht ein Schatten - schrill und furchterregend! Doch nicht nur dieser höchst ungewöhnliche Schatten bereitet Justus, Bob und Peter Kopfzerbrechen. Auf dem Landsitz der alten Miss Sanchez scheinen auch sonst recht merkwürdige Dinge vorzugehen. Was hat es zum Beispiel mit dem Gerücht auf sich, dass ganz in der Nähe ein wertvoller Indianerschatz vergraben sein soll - "an einem Ort, wo kein Mann ihn finden kann"? Ehe die drei Jungen sich versehen, sind sie in einen ebenso gefährlichen, wie mysteriösen Fall verwickelt, denn der Indianerschatz existiert wirklich! Ein skrupelloser Gangster versucht ihn zu erbeuten und setzt dabei nicht nur das Leben von vier Indianerjungen aufs Spiel. Doch dank Justus Scharfsinn und Mut und mit Hilfe der Polizei wird dem Mann das Handwerk gelegt. Am Ende gibt es zwar keinen lachenden Schatten mehr, dafür aber drei lachende Detektive, die wieder einmal einen Fall heil überstanden haben!

Mein Kommentar: Ich weiss nicht. Ich kann mich einfach nicht so wirklich auf den lachenden Schatten einlassen (was aber einfach an der Story liegt). Die Produktion ist gut, es gibt keine besonderen Auffälligkeiten, welche die Logik oder die Lösung des Falles betreffen, aber dennoch finde ich diese Folge einfach nicht sonderlich gut. Ich höre sie nebenbei mal ganz gern, aber mehr auch nicht.

Jo, das war's im Grunde auch schon. Die Sprecher-Cast ist super, geschnitten wurde in der Neuauflage offenbar nichts, und die neuen Musiken sind auch in Ordnung. 69% für beide Abmischungen! :)


Meine Wertung: 69%
Cover: ...und das Bergmonster (14) ...und das Bergmonster
Erschienen: 1980
Dauer: 40:08

Das neue Abenteuer, das Justus, Bob und Peter zu bestehen haben, fängt ganz harmlos an: mit der Suche nach einem Schlüssel. Doch bald schon häufen sich verdächtige Vorgänge. Warum hat Kathleen Hammond, die angeblich so geschäftstüchtig ist, solche Hemmungen, wenn sie eine Unterschrift leisten soll? Wozu baut ihr Mann hinter dem kleinen Gasthof für die wenigen Gäste ein so grosses Schwimmbecken? Auf dem Berg hinter dem Haus entdecken die drei ??? geheimnisvolle Spuren von einem übergrossen Fussabdruck. Dann kommen sie dahinter, dass ein Gast des Hauses es anscheinend auf Kathleens Geld abgesehen hat. Aber trotz vieler Anhaltspunkte wollen die Ermittlungen diesmal nicht recht vorangehen. Buchstäblich in letzter Minute erst lösen sie das seltsame Geheimnis, das Kathleen bedroht, und decken hinter den düsteren Legenden um ein Bergmonster die Wahrheit auf.

Mein Kommentar: "Das Bergmonster" ist ja die einzige ???-Story, die nicht aufgeklärt wird - also im tradionellen Sinne, meine ich. Andererseits ist es, wenn man bedenkt, wie alt diese Folge ist!, eine nette Idee, auch mal einen Fall nicht bis ins letzte Detail aufzudröseln und alle Geheimnisse zu enthüllen (ist auch im Buch so!). Von daher ist es für mich sogar ein kleiner Vorteil, dass das Bergmonster offenbar ein tatsächlich lebendes Wesen ist...

Das Urlaub-in-den-Bergen-Feeling kommt super rüber, und alle Indizien sind so gelegt, dass man beim Hören selbst entscheiden kann, ob ein Sachverhalt nun wirklich ein Indiz ist, oder nur ein beiläufiger Teil der Story - gefällt mir gut. Leider stehen Mr. Jensen und Mr. Smathers etwas zu sehr im Hintergrund, so dass die Relevanz für den Storyverlauf (als mögliche Übeltäter) kaum wahrgenommen wird.

Das allerdings liegt am Verfasser des Hörspiel-Skripts (denn im Buch haben die beiden eine etwas größere Rolle), und keineswegs an ihren Sprechern. Josef Dahmen und Wolf Rathjen spielen ihre Rollen hervorragend, und Lutz Mackensy, Wolfgang Kubach sowie Volker Brandt ebenso. Leider gefallen mir Brigitte Alexis und Hanni Vanhaiden nicht ganz so, sie klingen ein wenig zu distanziert zu ihren Rollen (bei so erfahrenen Stimmgeberinnen sehr schade!). Alles in allem finde ich das Bergmnonster-Hörspiel aber gelungen, und ich höre es immer wieder gern.

Auch in der Neuauflage kommt das Urlaub-Machen-Setting toll rüber; was ich für ein schwieriges Unterfangen halte. Denn hier mussten nicht nur die passenden Melodien gefunden werden, sondern auch die passenden Bohn-Ersatzstücke. Natürlich klingt das Hörspiel dadurch etwas moderner, aber es hat nichts von seinem Charme eingebüßt - beide Fassungen erhalten von mir solide 78%!

Oh, hätte ich fast vergessen: Geschnitten wurden an 3 Stellen nur Nebensätze; doch das fällt wirklich nur dann auf, wenn man die Erstauflage aus dem Effeff beherrscht. Unverständlich sind mir die Kürzungen aber dennoch, denn gerade bei den Hitchcock-Monologen, die der Hörerschaft auf die Sprüngen helfen sollen, bieten diese ein tolle Atmosphäre; Insbesondere die zwei Sätze "Justus ist aufgeschmissen. Geht es meinen Hörern auch so?" fügten dem Ganzen eine direkte Anrede hinzu, durch die man sich involviert fühlte...


Meine Wertung: 78%
Cover: ...und der rasende Löwe (15) ...und der rasende Löwe
Erschienen: 1980
Dauer: 38:42

Zur Zeit langweilen sich Justus, Bob und Peter ziemlich. Doch im richtigen Moment verhilft ihnen Alfred Hitchcock zu einem interessanten Fall: Der sonst so sanfte Löwe George - Attraktion in Jim Halls "Dschungelland", einem Tierpark für Touristen - ist in letzter Zeit so unruhig. Besonders nachts... Und nicht nur George, sondern auch ein Gorilla und sogar ein schwarzer Panther streifen hier plötzlich frei herum. Da kann einem schon etwas mulmig werden. Wer könnte Interesse daran haben, wilde Tiere aus ihren Käfigen zu lassen? Und warum sind Eisenstäbe aus der Trödelhandlung von Justus Onkel auf einmal so gefragt? Was haben Diamanten mit der ganzen Geschichte zu tun? Ausserdem müssen Justus, Bob und Peter noch so seltsame Typen wie Hank Murphy, Dobbsie und Olsen auf die Schliche kommen, und dabei geraten sie prompt in Lebensgefahr. Denn mit wilden Tieren und Diamantenschmugglern ist nicht zu spassen...

Mein Kommentar: Beim "Löwen" habe ich recht ambivalente Ansichten. Warum wird hier einer der Halls als Bösewicht geschildert? Im Grunde wollte er sich nur einen kleinen Spaß machen, wusste aber nichts von der Verletzung des Löwen, so dass dieser aggressiv handeln würde. Andererseits: Wer andere Menschen zum Spaß vor einen freien Löwen stellt, egal, ob dieser eigentlich friedfertig wäre, setzt sie großem Stress und einer Menge Angst aus... ...nicht gerade die feine, englische Art (höflich formuliert!). Auch stört mich, dass Doc Dawson durch einen ganz dummen Zufall entlarvt wird - und das mal wieder (wenn man aktuelle Folgen als Vergleich hinzuzieht), weil Peter rein zufällig irgendetwas Stimmiges sagt oder tut - und Justus plötzlich einen Geistesblitz hat.

Ansonsten ist diese Folge eigentlich ganz gut geworden, aber der Fall zündet bei mir einfach nicht. Nicht mal der Tierkäfige-für-6000-Dollar-Gag mit Onkel Titus. Der ist zwar echt lustig, aber reisst die Folge nicht aus dem ansonsten seichten Gewässer. Ob mir einfach alle Charaktere unsympatisch sind? Oder die Rahmenhandlung? Oder ist einfach das Setting mies? Keine Ahnung, wirklich. Der Fall ist nachvollziehbar und logisch, die Sprecher/innen sind erste Sahne - u.a. Reinhilt Schneider, Karl-Walter Diess, Karl-Ulrich Mewes, Harald Pages, Andreas von der Meden, Horst Stark - und ihre abgelieferte Performance ebenfalls. Ja, sogar das Covermotiv von Aiga Rasch ist toll.

Was soll ich groß schwafeln? Obwohl es an der Folge nicht wirklich etwas zu bemängeln gibt, gefällt sie mir einfach nicht - ich kann es nicht erklären! :) Dafür erkläre ich aber noch, dass, nach meinem Gehör, nur ein einziger Satz in der Neuauflage geschnitten wurde (Dawsons neckischer Satz, dass der kleine Freundschaftsdienst auf die nächste Rechnung käme), und die neuen Musiken gut gewählt sind - sogar eine sehr seltene Sequenz ist dabei...

Unerklärliche 72% für Alt und Neu! ;)


Meine Wertung: 72%
Cover: ...und der Zauberspiegel (16) ...und der Zauberspiegel
Erschienen: 1980
Dauer: 41:21

Justus, Bob und Peter sind ja glücklicherweise schon allerlei gewöhnt. Wenn also jemand erzählt, in einem riesigen, spanischen Spiegel, der Mrs. Darnley gehört, spuke es, und wenn dann nachts in Mrs. Darnleys Haus seltsame Geräusche zu hören sind, - dann kriegt zumindest Justus weniger eine Gänsehaut, als vielmehr Lust, der Sache auf den Grund zu gehen. Kaum beginnen die drei ??? zu ermitteln, stossen sie auch schon auf jede Menge Verdächtiges: Ein Spanier, der sich für den Spiegel interessiert, wird zusammengeschlagen; der Präsident des Staates Ruffino weiss Geheimnisvolles vom Spiegel und warnt vor einem gewissen Juan Gomez; politische Intrigen scheinen sich am Spiegel zu entzünden, - schliesslich wird sogar ein Junge entführt! Und das alles wegen eines alten Spiegels? Sehr merkwürdig! Doch unsere drei cleveren Detektive werden die Wahrheit herausfinden - wetten!

Mein Kommentar: Was mir damals schon auffiel, als ich dieses Hörspiel das allererste Mal hörte, war die unentwegt falsche Aussprache vieler Namen! Aus Gomez wird soetwas wie Gomée, aus Santora wird Santorra und aus Garcia wird Gattschjia - Aua, Europa, Aua! Das ist übelste Regiefahrlässigkeit!

Gott sei Dank sind dies aber verschmerzbare Patzer bei diesem ???-Klassiker par excellence. Spannung, interessante Charaktere, ein leichter Hauch von Grusel, und die drei ??? recherchieren fleissig. Die Story ist flott und kurzweilig erzählt, aber nicht hektisch, und allen voran Gisela Trowe und Jürgen Thormann liefern Traumleistungen ab! Dann noch der abwechslungsreiche Part mit dem Brotverkäufer - top! Ein Must-Buy!

Geschnitten wurde für die Neuauflage gar nichts, und die Musiken sind passend düster gewählt. 88% für Alt- und Neuauflage! ...etwas nerven tun die Regiefehler trotzdem, darum bleibt der Himmel in den 90er-Prozente-Olymp verwehrt!


Meine Wertung: 88%
Cover: ...und die gefährliche Erbschaft (17) ...und die gefährliche Erbschaft
Erschienen: 1980
Dauer: 40:14

Der geheimnisvolle Einsiedler Marcus Towne, genannt Dingo, hinterlässt ein mysteriöses Testament. Es ist in Form einer mehrteiligen Rätselaufgabe abgefasst - das Vermögen soll demjenigen zufallen, der das Rätsel um diesen seltsamen "letzten Willen" löst. Warum setzte Dingo so ein verrücktes Testament auf? Wollte er damit eventuellen Erbschleichern einen Stein in den Weg legen? Die rechtmässigen Erben wenden sich zusammen mit dem Rechtsanwalt an die drei ??? und bitten um Hilfe beim Rätsellösen. Rätsel für Rätsel beginnen nun die drei ??? zu entwirren. Sie stellen bald fest, dass man leicht in die Irre geht, wenn ein Rätsel- und Ränkeschmied zur Nachwelt spricht. Aber nicht nur das bereitet ihnen Kopfzerbrechen. Seit sie den Fall übernommen haben, sind sie von lauernden Gefahren und ungeahnten Bedrohungen umgeben. Doch nichts kann die drei ??? erschüttern. Sie besitzen genug Wagemut, dem Rätsel dieser geheimnisvollen Erbschaft auf den Grund zu kommen!

Mein Kommentar: Von vielen als _die_ ???-Folge überhaupt angesehen. Ich persönlich mag die Erbschaft ja auch ganz gern, aber so hyper-super-geil find ich sie auch wieder nicht. Die Story ist klasse (Action, Abenteuer, die Wasserfall-Szene, Rätseleinlagen, ...), die Sprecher/innen auch (u.a. Gottfried Kramer, Lothar Grützner, Hans Irle) - und die Produktion ist typisch für Europa in den 80ern: spitzenmäßig. Aber es wurde einfach viel zu viel von der Buchvorlage zusammengefasst und gekürzt; teilweise fehlen manche Szenen sogar völlig.

Schade ist auch, dass die Rätsel mal wieder einfach so im Schnellverfahren gelöst werden, und so die Hörerschaft kaum folgen kann, bzw. Zeit hat, sich eigene Gedanken zu machen. Eine Möglichkeit: Das Rätsel "Zähl und lies bis Zehn, stoppe bei T." könnte auch heissen, dass man bei der Zahl Acht stoppen soll, weil dies die erste Zahl ist, die ein T im Wort hat. Insofern finde ich es merkwürdig, wieso Justus doch sehr schörkellos auf die Lösung kommt - so, als sei diese die einzige Alternative. Aber ok, vielleicht spricht da auch nur der gekränkte Stolz aus mir! ;)

Die Erbschaft ist ohne Zweifel ein Klassiker, keine Frage, aber das Buch lässt mehr Raum zum Mitraten und es fühlt sich auch nicht so ruckzuck an, wie im Hörspiel; wieder ein hervorragendes Beispiel, wie eine verkürzte Laufzeit eine hervorragende Vorlage zu einem nur gutklassigen Hörspiel macht. Tja, war eben die Zeit des Vinyls, und eine Doppel-LP hätte vermutlich den Kaufpreis zu sehr erhöht. Trotzdem bleibt die gefährliche Erbschaft ein Muss für alle, die die ??? mögen! ;) Kaufen! 81% für Alt und Neu!

In der Neuauflage gekürzt wurde meinem Gehör nach nur der Satz "Das ist Betrug" von Peter; gegen Ende des Falls. Die Non-Bohn-Musiken gefallen mir sehr gut. Nicht nur von der Komposition selbst, sondern auch von der Stimmung.


Meine Wertung: 81%
Cover: ...und die Geisterinsel (18) ...und die Geisterinsel
Erschienen: 1980
Dauer: 41:33

Ein Flug quer über den amerikanischen Kontinent - das ist eine nicht zu verachtende Abwechslung für die drei jungen Detektive Justus, Bob und Peter. Wenn ausserdem ein Auftrag dabei herausspringt, um so besser: Sie sollen nämlich klären, wer hinter den Diebstählen und Sabotageakten steckt, die einer Filmgesellschaft auf Skeleton Island zu schaffen machen. Auch sonst gibt es einige merkwürdige Dinge auf dieser Insel. Die Einheimischen sind von einer alten Geistergeschichte beunruhigt, munkeln von einem verschollenen Piratenschatz, der im Meer versenkt worden sein soll, und beargwöhnen misstrauisch den jungen Griechen Chris mit seinem kranken Vater. Sollten vielleicht diese "Fremden" für die Diebstähle bei der Filmgesellschaft verantwortlich sein? Die drei ??? wissen es bald besser - und dieses Wissen bringt sie prompt in Gefahr. Doch jetzt zahlt sich ihr Vertrauen in Chris aus: Er hilft ihnen nicht nur mutig aus der Klemme, sondern trägt auch entscheidend zur Entlarvung der gesuchten Diebe bei, denen in letzter Minute auch der sagenhafte Piratenschatz entrissen wird...

Mein Kommentar: Die Geisterinsel! Als Buch durchaus einer der besseren Fälle, als Hörspiel aber nicht ganz so prall. Denn es wurde einfach zu viel rationalisiert.

Das Hörspiel ist im Großen und Ganzen zwar immer noch nachvollziehbar, doch gibt es einige Ungereimtheiten, die nur durch das Buch verständlich werden - hier die drei herbsten Patzer: (1) Warum sollten die Ballingers die drei ??? auf der Insel aussetzen? Das ergibt eigentlich keinerlei Sinn, oder? Nun ja, es ging darum, die drei Jungen einzuschüchtern, weil sie ja ebenfalls mitbekamen, dass sie Detektive sind. Sie wollten also, dass die ??? sich heraushalten. (2) Chris wird beschuldigt, die Objektive gestohlen zu haben. Doch Bob erklärt, dass Chris ja den Schatz habe und daher den Diebstahl nicht nötig habe. Nur leider hatte er den Schatz erst hinterher, nicht vorher. Also kommt er durchaus für die Tat in Frage. Im Buch weisst Nostington sogar darauf hin, nur im Hörspiel fehlt der Einwand des Kommissars - und schon wird die Sache brüchig! (3) Die sehr spannende Hatz durch die Höhlen, mitsamt ihrer Entdeckung, fehlt praktisch völlig (oder sind diese paar Sätze am Rande etwa das, was spannend sein soll?)... Das wäre eine 1A Spannungs-Szene gewesen.

Nur durch die Produktion und die Sprecher (unter anderem: Gottfried Kramer, Harald Pages, Günther Flesch, Karl-Heinz Gerdesmann, Volker Brandt) selbst wird das Hörspiel so sehr nach oben gehievt, denn das Skript ist einfach zu stark gekürzt worden. Wenigstens verzichtete man bei der Neuauflage darauf, noch zusätzlich etwas zu wegzukürzen. Auch die Non-Bohn-Melodien gefallen mir gut: nicht zu modern und die Stimmung wird ebenfalls toll eingefangen.

Gerade noch 76% für beide Europa-Hörspiel-Auflagen...


Meine Wertung: 76%
Cover: ...und der Teufelsberg (19) ...und der Teufelsberg
Erschienen: 1980
Dauer: 42:47

Auch wenn man nicht an Gespenster glaubt, bei einem abendlichen Spaziergang durchs Tal der Wehklagen können einem schon die Haare zu Berge stehen. Klar, dass unsere drei Detektive dem schauerlichen Heulen, dem das Tal seinen Namen verdankt, nachgehen müssen. Das jeden Abend einsetzende Stöhnen scheint aus einer Höhle im Teufelsberg zu kommen, doch sobald man sie betritt, herrscht Ruhe. Sollte an den Gerüchten, dass El Diablo, ein offiziell totgesagter Bandit, dort umgeht, doch etwas dransein? Professor Walsh, der wie Justus, Bob und Peter auf der Mendozza-Ranch weilt, ist genauso wenig abergläubisch wie die Jungen. Die Landarbeiter aber lassen sich mehr und mehr nervös machen. Wer nur versucht mit allen Mitteln, Eindringlinge vom Teufelsberg fernzuhalten - und warum? Selbst Justus tappt im Dunkeln. Bis er ein winziges Steinchen in der Höhle findet, das alles andere ist als ein gewöhnlicher Stein...

Mein Kommentar: Eine sehr gute Folge, zu der eigentlich auch nicht viel zu schreiben ist. Zwar wurde wieder einiges herausgekürzt, aber das ist beinahe nicht der Rede wert. Das "Heulen" des Berges ist schön unheimlich, zig Mysterien und Gefahren in und um den Berg herum - gut ins Szene gesetzt, und die Logik bleibt, anderes, als bei den vorherigen Folgen, auch nicht auf der Strecke... Kann man ohne Bedenken kaufen! ...also kauft sie auch...! ;)

Gekürzt in der Neuauflage wurde meinen Ohren zufolge gar nichts, und denselben Ohren gefällt ausserdem die neue musikalische Gesamtkulisse ganz gut - nur ist sie stellenweise einen Tick zu modern und manchmal etwas zu düster.

Solide 87% für die Erst- und 84% für die Neuauflage...


Meine Wertung: 87%
Cover: ...und die flammende Spur (20) ...und die flammende Spur
Erschienen: 1980
Dauer: 42:05

Nur selten verlässt der alte Töpfer, genannt "der Potter", sein Haus in Rocky Beach. Doch nicht nur sein Eremitendasein macht die Einwohner misstrauisch, auch sein Aussehen: Er hat langes weisses Haar, einen schön gekämmten Vollbart, ein wallend weisses Gewand, und er geht immer barfuss. Ausserdem trägt er um den Hals ein Medaillon aus Keramik, das einen scharlachroten Adler mit zwei Köpfen zeigt - ist das nicht höchst sonderbar? Plötzlich aber verschwindet er, obwohl er seine Tochter, Mrs. Dobson, und seinen Enkel Tom zu Besuch erwartet. Ist eine zufällige, kurze Begegnung mit den zwei etwas undurchsichtigen fremden Männern der Grund? Ein weiterer verdächtiger Mann, angeblich ein Sportfischer, hat offenbar ebenfalls die Finger in dieser geheimnisvollen Sache. Alle sind sie hinter dem Symbol eines zweiköpfigen Adlers her - so einem Adler, wie "der Potter" um den Hals hängen hat. Flammende Fusspuren und das Geräusch fliessenden Wassers in der Leitung im Potterschen Haus bringen Mrs. Dobson an den Rand der Hysterie. Mit gewohtem Forscherdrang und üblicher Tatkraft versuchen die drei ???, hinter das Geheimnis zu kommen: Sollte "der Potter" etwa ein Edelmann aus Europa, der doppelköpfige Adler sein Emblem, sein wallendes Gewand eine wehmütige Erinnerung an einen fürstlichen Umhang sein? - Das Inkognito wahren - so heisst es oft bei Hoheiten, wenn sie unerkannt bleiben wollen...

Mein Kommentar: Wusstet Ihr, dass Bob Deutsch sprechen kann!? Ja, kann er - zumindest wird es im Buch der flammenden Spur erwähnt, als er, Bob, Eftimin und Radulescu belauscht. Zugegeben, es ist kein wirklich wichtiges Detail, aber während der Europa-Reise in späteren ???-Hörspielen, wäre das gewiss praktisch gewesen. Was mir ebenfalls nicht einleuchten will (aber hier kann es sein, dass man den Potter nur besonders schrullig darstellen wollte), ist die Haustür vom Potter: Von aussen ist sie einfach so zu öffnen, von innen benötigt man dafür aber einen Schlüssel? Wie sinnvoll ist das denn bitte!? ;)

Das Hörspiel, oder vielmehr seine Vorlage ebenfalls, ist leider nicht so der Brüller. Zwar sehr solide, aber nicht wirklich toll, wenn man nach ???-Standards misst. Gehoben wird das Hörspiel daher vorallem durch Europas Stimmgeber: Karin Lieneweg, Andreas von der Meden, Volker Brandt, Günther Flesch, Karl-Heinz Gerdesmann, Marianne Kehlau und Gottfried Kramer - mmmmmmmhhh, klasse! :)

Die Neufauflage gefällt mir weder besser noch schlechter, als die Ur-Fassung mit Bohn-Sound. Mag vielleicht daran liegen, dass ich die flammende Spur sowieso nicht so dolle leiden kann, wie einige andere ???-Hörspiele. Auf die Neuauflagen-Schnitte habe ich natürlich dennoch geachtet, konnte aber nur zwei feststellen. Einmal Tom Dobsons Gemaule, dass ja wohl schliesslich jeder einen Großvater habe, und zum anderen die Zwischenbemerkung von Hitchcock als Erzähler, dass Justus so tue, als lasse er sich von der Drohung mit der Waffe nicht beeindrucken.

71%.


Meine Wertung: 71%
Cover: ...und der tanzende Teufel (21) ...und der tanzende Teufel
Erschienen: 1980
Dauer: 40:59

Eine Serie Diebstähle in Rocky Beach - und jedesmal fehlt einer jener verbeiteten schwarzen Bordkoffer. Die drei ??? nehmen sich dieses ominösen Falls an. Und immer dann, wenn sie gerade eine neue Spur verfolgen, taucht die unheimlich reale Gestalt eines "Tanzenden Teufels", eines Dämons aus einer fremden Kultur mit schrecklichen Drohungen und Feuer und Rauch auf...

Mein Kommentar: Hach, Europa, wieso übertreibt Ihr immer so, wenn Ihr Asiaten mit Akzent in Euren Hörspielen habt? "Wohl ist dell tann zel del Teu fel" - grausig! Muss sowas sein? VORALLEM, wenn man im Buch erfährt, dass diese Person eigentlich ein akzentfreies Englisch spricht!?

Und, wenn ich gerade meckere, merke ich noch an, dass ständig "Ha Peh Clay" gesagt wird, statt "Äitsch Pieh Clay", wie es richtig wäre - denn alle anderen Namen werden ja auch englisch artikuliert. Ist nichts Wildes, zugegeben, aber erwähnen wollte ich es trotzdem. :)

Die Sprecher/innen sind wie üblich sehr gut, doch stört mich, dass Tina Dalton sehr, sehr künstlich klingt; wie eine Frau, die ihre Stimme künstlich auf "kleines Mädchen" trimmt. Gut nur, dass Tinas Sprachanteil kaum der Rede wert ist. OBWOHL es interessant zu wissen ist, dass das heutige Model Heidi Klum eben jene Tina Dalton spricht - jawohl!

Sounds und Musik sind (in Erst- und Neuauflage) ebenfalls gut, die Story eigentlich schön durchdacht, und Justus hat am Ende auch wieder ein Detail bedacht, das die Lösung des Falles voranbringt - sehr gut. Ich weiss, dass viele Fans den tanzenden Teufel sehr mögen, aber mich haut er nicht um: zu sehr versuchte man, es unheimlich und gruselig sein zu lassen, und zu sehr geht mir der Chinese Chiang auf den Keks.

Geschnitten wurde, so, wie ich das in der Neuauflage gehört habe, offenbar nichts. Ich weiss, so manche Fans werden an meinem Verstand zweifeln, aber mehr als 69% kann ich einfach nicht geben!


Meine Wertung: 69%
Cover: ...und der verschwundene Schatz (22) ...und der verschwundene Schatz
Erschienen: 1981
Dauer: 43:37

Gerade als Justus, Bob und Peter eine Austellung japanischer Kunstschätze besuchen, wird dort ein besonders wertvoller juwelenbesetzter Gürtel gestohlen. Zu dumm, dass der japanische Sicherheitsbeamte die drei jungen Detektive nicht bei der Aufklärung des dreisten Diebstahls helfen lassen will! Aber dafür hat Alfred Hitchcock einen neuen, ziemlich mysteriösen Fall für sie: Eine alte Dame wird angeblich Tag und Nacht von kleinen "Gnomen" belästigt. Versteht sich, dass die drei ??? nicht an Gnome glauben - aber was sind es dann für merkwürdige kleine Gestalten, die sie mit eigenen Augen beobachten? Während sie noch rätseln, sitzen sie plötzlich in der Falle und werden ohnmächtige Zeugen eines raffinierten Bankraubes. Führt eine Spur vom Bankraub zum Gürteldiebstahl? Justus kombiniert schneller als die Gauner - mit Köpfchen und polizeilicher Hilfe wird auch dieser knifflige Doppelfall gelöst...

Mein Kommentar: Ich mag die Folge! Zwar ist die Auflösung mit den Gnomen, die NIEMAND als kleinwüchsige Menschen erkennt, sondern für Kinder hält, nicht so GANZ ohne Makel, aber darüber sehe ich gern hinweg. Eben weil man sich das noch eventuell zurechtdenken kann, und die Folge ansonsten sehr gut ist.

Die Liste der Sprecher und Sprecherinnen ist verhältnismäßig lang und bietet so manche Hörspiel- und Synchron-Urgesteine: Horst Stark, Siegfried Wald, Reiner und Stefan Brönneke, Wolfgang Kubach, Karin Lieneweg, Ursula Vogel, Joachim Wolff (im Inlany als Erich Büttner eingetragen) und F.J. Steffens (als Hans Meinhardt verewigt). Allesamt große Namen und große Leistungen.

Musikalisch ebenfalls gelungen - wenngleich die Neuauflage an 2-3 Stellen zu modern klingt; denn immerhin ist ja dauernd von Gnomen und Elfen die Rede, insofern passt das nicht so ganz, stört aber auch nicht wirklich, wenn man es einige Male gehört hat.

77% für die Version von 1981, diejenige von 2005 erhält gute 75%.


Meine Wertung: 77%
Cover: ...und das Aztekenschwert (23) ...und das Aztekenschwert
Erschienen: 1981
Dauer: 40:32

Die Brüder Pico und Diego Alvaro verlieren durch ein Feuer ihren ganzen Besitz. Eine wahrhaft unrealistische, aber von den drei ??? - befeuert durch Justus Eigen- und Spürsinn - gehegte Hoffnung könnte die Lage zum Guten wenden: wenn sich nämlich das juwelenbesetzte sogenannte "Aztekenschwert" finden liesse, das ein Alavaro-Ahn seinerzeit von Cortez persönlich geschenkt bekam. Mühselige und teilweise lebensgefährliche Ermittlungen - und immer verfolgt von undurchsichtigen Fremden - bringen die drei ??? und Diego auf eine heisse Spur. Wird es den vier Jungen gelingen, noch vor ihren Verfolgern das legendäre Cortez-Schwert zu finden?

Mein Kommentar: Eine gute Story, insbesondere als Buch! Francis hat zwar einiges gekürzt, aber dennoch ist es gelungen, die Geschichte spannend und interessant zu gestalten. Leider muss ich aber sagen, dass mir Kommissar Zufall im Zusammenhang mit dem verlorenen Schlüssel, sowie der Situation, in der Peter das Versteck auftut, etwas an der Freude nagt; solche großen Zufälle gibt es eigentlich - im ???-Universum - nicht; oder zumindest nur sehr, sehr selten. Aber auf alle Fälle nicht zweimal in einer Folge, und dann noch von so großer Wichtigkeit. Der einzige Grund für mich, warum das Aztekekenschwert für mich etwas schwankt, wo es doch sonst eine tolle ???-Geschichte ist.

Die Erstauflage klingt super, nicht unbedingt nur wegen Bohn selbst, sondern vorallem, weil die musikalische Stimmung sehr angenehm ist. Aber stören, und ich meine wirklich stören!, tut mich in der Neuauflage, dass es ab der zweiten Hälfte viel zu düster, unheilsschwanger, bedrohlich, böse und sogar leicht gruselig tönt; ja, manchmal hört man sogar leicht treibende Klänge. Nein, hier hat Europa vollkommen übertrieben.

Als Erstauflage ein typischer ???-Fall (von den beiden Zufällen einmal abgesehen) und zu empfehlen, doch die Neuauflage will mir einfach nicht gefallen - wären die Musikstücke selbst nicht hervorragend, würde ich der Neufassung des Aztekenschwerts fast schon Kakophonie attestieren - total daneben. Spannung ja, Mystik ja, aber bitte nicht andauernd Schock-Sounds und gefahrverkündende Akustik. Zumal das Aztekenschwert eigentlich ja gar nicht sonderlich gefährlich oder düster ist.

Die "Bohn-Version" erhält von mir gute 73%, die Neuabmischung so gerade noch schlechte 65%. ...ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig die passende Musikkulisse für ein Hörspiel ist.


Meine Wertung: 73%
Cover: ...und die silberne Spinne (24) ...und die silberne Spinne
Erschienen: 1981
Dauer: 40:39

Verschwörung in Magnusstad: Der junge Lars Holmqvist soll um sein Erbe gebracht werden. Seine Freunde, Justus, Bob und Peter wollen ihm helfen, geraten dabei aber selbst in eine gefährliche Lage: plötzlich ist die legendäre silberne Spinne, die für Lars und ganz Magnusstad eine besondere Bedeutung hat, in ihrem Zimmer. Die Feinde von Lars möchten den drei ??? offensichtlich einen Raub in die Schuhe schieben. Eine abenteuerliche Verfolgungsjagd beginnt. Schaffen es die drei Freunde auch diesmal wieder?

Mein Kommentar: "Was ist eigentlich ein Haschemitenfürst!?" Diese Fragen haben wir uns wohl alle schon sehr oft gestellt!? ;) Bob, der ja an kurzzeitigem Gedächtnisverlust leidet, obwohl ich finde, dass das in der Story sehr konstruiert wirkt, beschuldigt einen Haschemitenfürsten, daran Schuld zu sein. Im Buch stand davon nichts, das heisst, H.G. Francis hatte ihn damals als kleinen Gag am Rande eingeflochten. In einem Interview äusserte er sich dazu, und erklärte, dass das in seiner Familie damals ein Spaß war, wenn man etwas tat, was die anderen dann nicht so super fanden.

Aber kommen wir endlich zur Folge selbst. Ich finde das Hörspiel leider allenfalls mittelmäßig. Denn die Story erstreckt sich im Grunde nur auf das Abhören über die Spezialkamera, Bobs Gedächtnisverlust, dem Ausbrechen aus dem "Kerker", und dem Läuten der Glocke am Ende. In anderen Worten: das Hörspiel wirkt auf mich einfach zu hektisch runtererzählt.

Auch das sonstige Drumherum ist irgendwie unglaubwürdig: Ein Kleinstaat, der sich durch einen Großindustriellen selbst finanziert, usw... Dann der Köhler, der (angeblich?) in die Zukunft sehen kann... Weiss nicht, das wirkt einfach etwas utopisch (wenn auch Idee dahinter ganz nett ist). Umso mehr verwundert es mich, dass ausgerechnet die silberne Spinne eines der Werke war, die noch von Robert Arthur selbst stammten.

Die Produktion selbst ist typisch für Europa: super Sprecher/innen, das Skript von Francis hat das Wichtige und Notwendige herausgeholt, gute Musiken, tolle Geräusche... ...aber dennoch ist einfach die Buchvorlage so gar nicht mein Fall. Der Vergleich zwischen alter und neuer Hörspielfassung lässt keine Version hervorstechen: es wurde nichts geschnitten, und mir gefällt die Musik gleichermaßen gut.


Meine Wertung: 64%
Cover: ...und die singende Schlange (25) ...und die singende Schlange
Erschienen: 1981
Dauer: 44:14

Zugegeben, Mrs. Patricia Osborne ist eine etwas seltsame Dame. Nicht genug damit, dass sie rote Samtkleider als Schutzschild gegen die Gefahren des Lebens betrachtet und Spinnweben für hervorragende Heilmittel hält - sie glaubt auch felsenfest, dass ein mit dem Messer allabendlich ums Bett gezogener Kreis sie vor nächtlichem Unheil schützt! Als sie aber auch noch einen finsteren Mann namens Asmodi zu geheimen Zusammenkünften einlädt, bei denen ein grässlicher Singsang aus dem verschlossenen Zimmer dringt, da reicht es ihrer Nichte Allie. Das Mädchen schaltet kurzentschlossen die drei ??? ein. Vermutet sie zu recht, dass jemand die Leichtgläubigkeit ihrer Tante verbrecherisch ausnutzen will? Zusammen mit Justus, Bob und Peter folgt sie Asmodi, der in einem abgelegenen Haus merkwürdige "Kultabende" abhält. Sie schleichen sich ein - und beobachten entsetzt, wie sich zwischen schwarz vermummten Gestalten im Kerzengeflacker einer fremdartigen Zeremonie plötzlich eine riesige Schlange zu winden scheint! Und diese Schlange lässt einen grausigen Gesang ertönen... Werden die drei ??? ihr Geheimnis enthüllen?

Mein Kommentar: "Ich will in den Zwölferkreis treten!"! ;) Das verbinden wir wohl alle sofort mit dieser Folge. Etwas schaurig, ein Touch Grusel, die durchgeknallte Mrs. Osborne, die zickige Allie, Asmodi, Dr. Shaitan... Wirlkich witzige Mischung - und sie funktioniert ziemlich gut. Zurecht ein Hörspiel, dass von den Fans zu den typischen ???-Klassikern gezählt wird.

Vorallem die Sprecher und Sprecherinnen sind exquisite Ohrenkost: Lutz Mackensy, F.J. Steffens, Andreas von der Meden, Rüdiger Schulzki, Christian Rode (wenn auch nur sehr selten hörbar), Karl-Heinz Gerdesmann, Susanne Wulkow, Wolfgang Kaven und Katrin Fröhlich, Andreas Fröhlichs Schwester. Was für eine Cast!

Was ich aber bemängeln muss, sind zwei Dinge: Tante Mathilda erklärt, dass Pferde nicht beissen, sondern auskeilen würden, doch zum Ende der Folge hin wird Dr. Shaitan von Allies Pferd gebissen - ja, was denn nun!? :) Ausserdem, also, ich weiss nicht, der Gesang, der durch die Kunst des Bauchredens erzeugt wird. Kann man SOLCH klare Sanges-Geräusche machen, ohne auch nur leicht mit den Lippen zu beben? Ich bezweifle das doch sehr stark. Vielleicht hatte ja Mrs. Cavey seinerzeit einen anderen Singsang im Kopf, als sie den Fall zu Buche brachte, doch Europas Tonversion klingt mir sehr unglaubwürdig.

Tja, was soll ich noch groß rumsülzen!? ;) Das mit dem Bauchredner-Gesang ist zwar irritierend, aber irgendwie macht die Folge total viel Spaß, tolle Stimmung, tolle Stimmen, tolle Musiken - auch in der Neuauflage! - und geschnitten wurde (in der Neuauflage) auch nichts. Wohlverdiente 81%!


Meine Wertung: 81%
Cover: ...und die Silbermine (26) ...und die Silbermine
Erschienen: 1981
Dauer: 42:21

Allie Jamison kann die drei ??? schon manchmal aufregen, starrköpfig und voreingenommen, wie sie ist! Oder sollte sie etwa recht haben mit ihrer Vermutung, bei Wesley Thurgood, dem neuen Nachbarn ihres Onkels, stimme etwas nicht? Eigentlich wollten die drei ??? während der Sommerferien nur Allies Onkel beim Bäumeschneiden helfen. Aber je mehr merkwürdige Dinge geschehen, desto spannender - und gefährlicher wird es auch für unsere Freunde. Ist es nicht seltsam, dass der steinreiche Thurgood ausgerechnet die alte, verlassene Silbermine gekauft hat, die berüchtigte "Todesfalle"? Und warum wird er gleich so zornig, als Allie versucht, das Bergwerk zu erforschen? Ahnt er vielleicht etwas von dem schaurigen Fund, den die drei ??? und Allie dort machen werden? Aber hier ist Vorsicht am Platze! Denn Thurgood ist nicht der Einzige, der den drei ??? mysteriös vorkommt... Schliesslich gibt es in den nahen Bergen noch manch alte Stadt, die heute völlig menschenleer ist. Und gar nicht weit davon beginnt schon die Wüste. Könnte da nicht jemand, der eine nicht ganz reine Weste hat, auf dumme Gedanken kommen?

Mein Kommentar: Ich habe mich damals immer gefragt, ob es sooo realistisch ist, dass Allie Jamisson gleich zwei Mal hintereinander Auftraggeberin für die drei ??? ist. Erst später stellte sich heraus, dass ja damals die Reihenfolge der Hörspiele von denen der Bücher abweicht. Denn dort tauchte Allie nämlich erst mehrere Fälle später wieder auf.

Naja, ich find die Folge trotzdem ganz gut. Schon allein deshalb, weil hier einer meiner ???-Lieblingssätze auftaucht: "Es ist zweifellos ein echter Kieselstein" - ich kann darüber jedes Mal grinsen. ;) Trotzdem tauchen bei mir ständig zwei Fragen auf, die einfach nicht eindeutig geklärt werden! (1) Hatte Mrs. Macomber nun etwas mit dem Bankraub zu tun, oder nicht? (2) Welche Querverbindung zwischen Thurgood und Twin Lakes gibt es? Nun, das ist für mich sehr frustrierend. Bei "einem Krimi" darf es keine offen Fragen geben, die mittelbar oder unmittelbar mit der Beweisführung zu tun haben, finde ich. Sicherlich, man könnte das Buch lesen, aber damit ich das nicht muss, höre ich ja das Hörspiel. Dass gekürzt wird, ist in Ordnung, aber dann sollten wenigstens auch keine Fragen offenbleiben. Oh, und wo ich gerade am Rummäkeln bin: Die Regie hätte etwas darauf achten können, dass man nicht ständig zwischen "Sssörgutt" und "Thurgood" wechselt.

Ansonsten ist das Hörspiel in Ordnung. Netter Plot, wenngleich etwas vorhersehbar, Allie nervt auf unglaubliche Weise, und die Musik ist auch toll. Ja, auch in der Neuauflage mit den moderneren Klängen. Ich muss sogar gestehen, dass ich die Neuauflage musikalisch stimmiger finde. Ach, apropos: Neuauflage. Einerseits schön, dass man hier in der Mine einen Halleffekt eingefügt hat, andererseits merkwürdig, dass es auch in Thurgoods Holzhütte hallt! ;) Ich vergebe 79% - Ende im Gelände!


Meine Wertung: 79%
Cover: ...und der magische Kreis (27) ...und der magische Kreis
Erschienen: 1981
Dauer: 47:50

In Santa Monica geschehen an einem Abend gleich zwei folgenschwere Ereignisse auf einmal: Ein Verlag geht in Flammen auf - und im benachbarten Filmlabor werden sämtliche Filme der bekannten Schauspielerin Madeline Bainbridge gestohlen. Als dann auch noch das Manuskript der Memoiren Madeline Bainbridges verschwindet, ist den drei ???, Justus, Peter und Bob, klar, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Nachforschungen, die sie anstellen, führen die drei Detektive in das unheimliche Reich der Magie. Alles erscheint undurchschaubar. Was bedeutet der magische Kreis, in dem die Zahl 13 eine so grosse Rolle spielt? Was verbirgt sich hinter Madeline Bainbridges rätselhafter Vergangenheit und was ist wahr an der Behauptung, sie sei eine Hexe? Gibt es den Mord durch Magie? Diese Frage gilt es für die drei zu lösen. Bei ihren Ermittlungsarbeiten sind die unheimlichsten Situationen zu überstehen und Peter kommt nach einer entscheidenden Entdeckung in grosse Gefahr...

Mein Kommentar: Der "Kreis" ist eine der Folgen, die "beiläufige Mysterien" ins ???-Universum brachten. Beim "Kreis" ist das die Frage nach dem Lied, das für mehrere Sekunden in Beefys Wohnung im Hintergrund zu hören ist. Nun, ich lüfte es mal für diejenigen, die es über all die Jahre noch nicht lüften konnten! :) Das Lied heisst "Der rote Bill", einige nennen es auch "Der rote Pirat", und wurde ursprünglich auf Hitparaden-Compilations von Europa-LPs veröffentlicht... ...aber gut, kommen wir jetzt zum Hörspiel.

Nun, ich finde es in Ordnung. Doch auch hier bleiben, wie in der Silbermine, wieder zwei Fragen unbeantwortet: (1) Warum tut Marvin Gray immer wieder so, als kenne er Justus, bzw. die drei ???, nicht, aber bereits beim zweiten Male müsste er Justus doch wiedererkennen. Entweder ist das ein Regiefehler, oder er bezewckt etwas mit diesem Verhalten. Und wenn ja, warum tut er es? (2) Peter empfiehlt, Justus solle Beefy begleiten, weil er gut darin sei, Leute so zu bequatschen, dass sie sich nicht mehr an ihre eigenen Worte erinnern könnten. Justus begleitet also Beefy, doch ist dann beim Gespräch selbst gar nicht dabei. Wollte er also einfach nur ins Haus kommen, um sich umzusehen? Oh, korrgieren möchte ich noch Bobs Ausprache des Wortes "Drudenfuß", denn er nennt ihn Druidenfuß"... ;)

Ansonsten ist der Fall selbst einer von den schwächeren ???-Aufträgen. Musikalisch alles im grünen Bereich (auch in der Neuauflage), die Kürzungen des Buches selbst gehen auch klar, und die Sprecher/innen sind sowieso über jeden Zweifel erhaben (auch, wenn Manuel Hümpel eigentlich Rüdiger Schulzki heisst), und obwohl es seit einiger Zeit die (unbeschnittene) Neuauflage gibt, und mir hier auch noch die Musik besser gefällt, als in der 1981er-Version, kann ich mich einfach nicht so recht für den "Kreis" begeistern. Vielleicht liegt es an der Rolle der Madeleine Bainebridge, die so merkwürdig aufgesetzt spricht. Das soll natürlich so sein, aber trotzdem stört es mich jedes Mal wieder.

Somit vergebe ich 66% - kann man haben, muss man aber nicht.


Meine Wertung: 66%
Cover: ...und der Doppelgänger (28) ...und der Doppelgänger
Erschienen: 1982
Dauer: 44:50

Sollte es ihn wahrhaftig geben, einen zweiten... Justus Jonas? Jan, der sich aus Angst vor hinterhältigen Gaunern auf dem Schrottplatz einquartiert hat, weiss nicht, dass er dadurch die drei ???, und vor allem sein Ebenbild Justus, in grosse Schwierigkeiten bringt. Gefahr und Chaos lauern auf Schritt und Tritt. Justus wird an Jans Stelle von den Männern geschnappt und eingesperrt. Rätselhafte Botschaften! Politische Intrigen über Länder und Kontinente! Lebensgefährliche Irrtümer! Ein Gegner, der sich beinahe in der abgeschirmten Zentrale der Nachwuchsdetektive einnistet! Aber Bob und Peter beweisen, dass sie auch ohne ihren Chef richtig und überlegt handeln können. Eine wilde Verfolgungsjagd beginnt, denn es geht um Minuten!

Mein Kommentar: Früher oder später musste sie ja kommen: Die obligatorische Doppelgänger-Folge. Es gibt praktisch keine Serie, ganz gleich, welches Medium, die ohne "Doppelgänger für den/die Protagonisten/in"-Folge auskommt. So also werden auch die ??? mit einem solchen Fall bedacht. Und der ist als Hörspiel leider nicht so gelungen! Wird im Buch wie wild ermittelt, fehlen im Hörspiel sehr, sehr viele "Schlüssel-Szenen". Somit wirkt der Fall nach dem Fund von Justus irgendwie belanglos, obwohl der Hintergrund eigentlich von großer, politischer Tragweite ist. Auch fehlen viele nebensächliche Zusammenhänge, so dass der Fall relativ glatt wirkt, was er im Buch aber gar nicht sein soll.

Die Produktion selbst ist klasse, die Musik (egal oder Erst- oder Neuauflage) auch - und die Sprecher/innen sowieso. Auch zwei meiner persönlichen Lieblinge machen mit: Sascha Draeger und Karl-Walter Diess (alias Heinrich Baum). Allerdings hat die Regie am Ende stark gepatzt! Justus spricht OHNE Akzent, als die beiden Ganoven ihn und Ian bedrohen, und den echten Ian entlarven wollen. Ian aber spricht (natürlich) MIT Akzent. Wieso also sollten die beiden Entführer demnach ein Problem damit haben, Justus von Ian zu unterscheiden? Das ergibt einfach keinen Sinn, und macht viel kaputt! Schliesslich kann man nicht in's Wasser springen, und trotzdem trocken bleiben.

Bleiben summasumarum 70%, schade, hier wurde viel verschenkt!


Meine Wertung: 70%
Cover: "Die Originalmusik" (29) "Die Originalmusik"
Erschienen: 1981
Dauer: ??:??

Hier findet Ihr die schönsten Melodien aus der beliebten EUROPA-Jugend-Serie! Vollständig und ungekürzt! So könnt Ihr sie z.B. auch als Background-Musik für Eure eigenen Hörspiele verwenden. Und nun viel Spass mit Bob, Justus, Peter und der Musik aus der EUROPA-Jugend-Serie "Die drei ???".

Meine Wertung: 75%
Cover: ...und das Riff der Haie (30) ...und das Riff der Haie
Erschienen: 1982
Dauer: 40:39

Demonstranten blockieren die Arbeiten an der Öl-Bohrinsel vor der Küste von Santa Barbara. Die drei Detektive fahren hinaus, um sich die Demonstration anzusehen. Sie werden in rätselhafte Vorgänge verwickelt. Etwas Unheimliches geschieht mit dem Boot von Mr. Crowe, und als ein gewaltiger Sturm aufzieht, gibt das Meer eines seiner Geheimnisse preis. Was schiebt sich da aus den Wellen? Ein Meeres-Ungeheuer...?

Mein Kommentar: Das Gefühl, an Boot eines Schiffes zu sein und mal auf offenem Gewässer einen Fall zu lösen, gefällt mir unheimlich gut. Es ist Europa wunderbar gelungen, genau diese Szenerie zu transportieren.

Leider nur ergeben sich einige Probleme, wenn man einmal genau darüber nachdenkt: Gleich in den ersten 5 Minuten bekommt man ein gutes Dutzend Namen vorgestellt und man hat somit Schwierigkeiten, erst einmal in Ruhe zu sortieren, wer jetzt eigentlich wer ist, denn die Story selbst schreitet ja auch voran, und da will man ebenfalls alles mitbekommen. Auch die Nebenstory mit den Connor-Brüdern ergibt mehr oder weniger keinen Sinn, da sie einfach keine eindeutigen Szenen haben, in denen man ihnen die Ganovenrolle abnehmen würde. Und die U-Bootsache wird auch nur schnell runtergeleiert... Dies alles wird im Buch aufgegriffen und wirkt dort auch weit weniger verwirrend. Ebenso ergibt der Cover-Hai im Buch einen Sinn, im Hörspiel überhaupt gar keinen...

Für die Neuauflage wurde nichts geschnitten, wenngleich aber neue Musiken verwendet wurden. Diese sind zwar absolut in Ordnung, doch hätte ich mir Stücke gewünscht, die etwas mehr nach Abenteuer und Erlebnis schmecken, und nicht welche, die eher düster und gemessen wirken; das zerstört in der Neuabmischung etwas von der schönen Auf-dem-Wasser-Stimmung.

Darum gibt's für die 1982er-Ausgabe sehr ordentliche 72% und für die 2005er-Fassung noch gute 70%.


Meine Wertung: 72%
Cover: ...und das Narbengesicht (31) ...und das Narbengesicht
Erschienen: 1983
Dauer: 48:42

Ist das Narbengesicht wirklich blind? Zweifel erscheinen angebracht, nachdem ziemlich sicher ist, dass dieser seltsame Mann bei einem Banküberfall "Schmiere" gestanden hat. Offene und ungeklärte Fragen haben die drei ??? schon immer interessiert. Eine verlorene Brieftasche verhilft ihnen zum Einstieg in einen Kriminalfall, bei dem es um weit mehr als nur einen Banküberfall geht.

Mein Kommentar: Diese Folge ist in gewisser Weise ein weiterer Meilenstein in der ???-Historie. Denn es wird Mr. Hitfield eingeführt, der sozusagen Alfred Hitchcock ablösen sollte; zumindest in den Hörspielen aber war das praktisch nicht zu spüren, da Peter Pasetti zwar damals den Hitchcock sprach, aber schon sehr bald nur noch "ein normaler Erzähler" war. Erwähnenswert ist es trotzdem! :) Erwähnenswert ist auch, dass erwähnter Mr. Hitfield selbstverständlich von Manfred Steffen und nicht von Christian Riege gesprochen wird - und auch Hoang Van Dong klingt eher nach Stimm-Ikone Volker Brandt. ;) Doch kommen wir nun zum Hörspiel.

Also: Spannung und Ermittlungen en masse, und gerade die erste Szene mit Bob an der Bushaltestelle rockt tierisch - auf den Punkt gebracht: Ein ???-Klassiker. Doch gibt es hier etwas, das für die Hörerschaft schwer verständlich ist: Wieso weiss Justus so plötzlich durch die Aussage "Nach eurer Rechtssprechung ist ein Mann so lange unschuldig, bis man ihm seine Schuld nachgewiesen hat.", dass es sich dabei um Alejandro handeln muss!?!? Mir kam die Erleuchtung erst durch Lesen des Buches: Der Unterschied zwischen "eurer(!) Rechtssprechung" und "unserer(!) Rechtssprechung", denn ein amerikanischer Bürger hätte gewiss "unserer" gesagt...

Ansonsten, wie schon erwähnt, eine gute Folge, die auch in der Neuauflage (mit neuer Musik, und dafür aber unbeschnitten!) genauso zu gefallen weiss, wie die Erstauflage von 1983. Macht 82%!


Meine Wertung: 82%
Cover: ...und der Ameisenmensch (32) ...und der Ameisenmensch
Erschienen: 1983
Dauer: 43:08

Eine Vogelscheuche erwacht plötzlich zum Leben und stürzt sich auf alles, was ihr in die Quere kommt. Letitia Radford beginnt zu verzweifeln. In ihrer Todesangst beauftragt sie die drei Detektive, das Rätsel der wandelnden Vogelscheuche zu lösen. Justus, Bob und Peter nehmen den Auftrag an, und geraten unversehens selbst in Lebensgefahr.

Mein Kommentar: Bitte versteht mich richtig: Ich mag Marianne Kehlau! Ihre Stimme, ihr Schauspiel, wie sie Rollen interpretiert... Diverse Hörspiele wurden manchmal schon allein deshalb aufgewertet, weil sie mitgesprochen hat. Lange Rede, kurzer Sinn: Sie ist großartig!

Aber ihre Rolle "Letitia Radford" geht mir wirklich auf den Geist! Natürlich ist es das Buch, das von ihr verlangt, andauernd zu jammern und zu schreien. Ihre Rolle macht dies einfach erforderlich. Aber es vergehen praktisch keine 5 Minuten, ohne, dass wieder ein fast-hysterischer Hilfeschrei ertönt. Ich habe großen Respekt vor einer Insektenphobie, keine Frage, aber hier, in diesem Hörspiel, ist es einfach zuviel des Guten! Was deshalb als Buch sehr gut funktioniert, wird im Hörspiel zwangsläufig zum akustischen Spießrutenlauf für Ohren.

Auch stört mich, dass der Titel "Ameisenmensch" irgendwie unpassend ist, denn er suggeriert ja eigentlich, dass es um ein Wesen geht, das halb Mensch, halb Ameise zu sein scheint. Stattdessen geht es um einen Wissenschafter, der lediglich, wenngleich hingebungsvoll, Ameisen studiert. Viel wichtiger ist aber eigentlich, dass Mr. Woolley eigentlich eine eher untergeordnete Rolle für den Fall spielt, weshalb es komisch ist, dass er sozusagen Namensgeber für den (deutschen) Titel wurde.

Es ist paradox: Ich mag die Geschichte, also das Buch, und das Hörspiel ist großartig umgesetzt worden. Es sind auch soweit alle typischen ???-Trademarks vorhanden. Aber Letitia Radford geht mir in diesem Hörspiel wirklich auf den Keks. Ich weiss, dass mit der Interpretation von Frau Kehlau alles stimmt, und dass die Rolle eigentlich auch nur so funktionieren kann, aber das andauernde Geschreie ist einfach zu viel für meine Ohren...

Bleibt mir abschliessend nur noch zu erklären, dass der "Ameisenmensch" in der neuen Auflage unbeschnitten vorliegt, und dass die neuen Melodien eigentlich auch sehr gut gewählt sind.

66% für ein eigentlich verdammt gutes Hörspiel, das praktisch nichts falsch macht; obschon genau dies (also in Form der hörbaren Madame Radford) auch gleichzeitig dessen Problem darstellt.


Meine Wertung: 66%
Cover: ...und die bedrohte Ranch (33) ...und die bedrohte Ranch
Erschienen: 1983
Dauer: 40:31

Der Zufall vermittelt Justus, Bob und Peter die Bekanntschaft mit dem exzentrischen Ehepaar Barron, und unerwartet finden sie sich auf Rancho Valverde eingeschlossen, ohne Kontakt zur Umwelt! Geht der Kampf nun gegen ausserirdische Wesen oder gegen kriminelle Betrüger und Diebe? Unsere drei klugen Detektive werden die Wahrheit herausfinden - wetten?

Mein Kommentar: Ich finde den Plot dieser Folge genial! Schade nur, dass er - der Plot - so stark gekürzt wurde, denn das Buch gibt soviel mehr her, als das Hörspiel zeigt... Umso mehr spricht es für Europa (und H.G. Francis), dass solch ein gutklassiges Hörspiel daraus wurde.

Da das Hörspiel zweifelsfrei sehr gut ist, und einfach in jede gutsortierte ???-Sammlung gehört, bleibt nur noch zu entscheiden, ob man die Erst- oder die Neuauflage haben sollte. Denn hier wurde nicht nur der übliche Austausch der Bohnmusiken vorgenommen, sondern weit mehr! Zwei Rollen wurden neueingesprochen - Onkel Titus (vorher Peter Kirchberger, jetzt Andreas Beuermann) und Elsie Spratt (vorher Barbara Focke, jetzt Hansi Jochmann) -, und der "Hail to the Chief"-Fehler wurde korrigiert (In der Erstauflage wird behauptet, dass HTTC gespielt werden würde, obwohl es nicht(!) HTTC ist! Jetzt ist es tatsächlich HTTC!). Ferner natürlich ein (sehr gewichtiger) Schnitt: Mr. Barrons Schimpfesrede "Kommunisten! Anarchisten! Pack!" wurde verkürzt auf "Kommunisten! Anarchisten!", und natürlich wurden alle Musiken ausgetauscht.

Lässt man die beiden neuen Sprecher aussen vor, denn ich finde, sie passen perfekt in die Neuabmischung, ist die neue Musik nicht immer perfekt gewählt. Manchmal ist sie mir zu düster und bedrohlich, hier hätte man auf jeden Fall etwas feiner zu Werke gehen können. Das "Pack!" fehlt eigentlich nur, wenn man die Erstauflage aus dem Effeff kennt. Natürlich kann man darüber diskutieren, wie schwer das Fehlen dieses Wortes wiegt, aber so oder so bleibt es mir unverständlich, wieso es überhaupt fehlt...

Nichtsdestotrotz wohlverdiente 78%. Sollte man haben! ...schon wegen Pinkas Braun in der Rolle von Charles Barron!


Meine Wertung: 78%
Cover: ...und der rote Pirat (34) ...und der rote Pirat
Erschienen: 1984
Dauer: 42:31

Wer verbirgt sich hinter der Maske des "roten Piraten" - und warum bedroht er Justus, Bob und Peter? Was steckt hinter den Tonbandinterviews von Major Karnes - und wonach gräbt dieser heimlich in der Piratenbucht? Trotz aller Gefahren lassen die drei ??? nicht locker, bis sie das Rätsel um den legendären Piratenschatz gelöst haben - einen Schatz, der allerhand Geheimnisse birgt!

Mein Kommentar: Hmmm.... Schwierig, schwierig! Ich mag die Atmosphäre dieses Hörspiels sehr, auch musikalisch geht sie absolut in Ordnung; ebenso sind hier haufenweise namenhafte Sprecher zu hören, die ihre Sache sehr, sehr gut machen... Aber schon als Buch gefällt mir "Der rote Pirat" nicht, und als Hörspiel, wo alles gekürzt und gerafft wurde, noch weniger.

Darüber hinaus hat diese Folge massig Logik- und Regiefehler, dass ich gar nicht weiss, welche ich hier als Beispiele nennen sollte. Eigentlich wäre das ja egal, denn wenn der Gesamteindruck stimmt, stört man sich in Regel nicht an kleinen Patzern, aber hier kommt eben auch zum Tragen, dass "Der rote Pirat" einfach nicht viel hermacht.

Und zu allem Überfluss wurde Peters berühmtberüchtiges "Dreck? Wieso sind Zombiefilme Dreck? Äh, es gibt auch Gute dieser Sorte..." in der Neuauflage geschnitten. Etwas, was diese Folge, ob dieses Sidegags, immer etwas hervorstechen liess, wurde ihr genommen. Dafür ist die neue Abmischung ansonsten ungekürzt, doch selbstverständlich auch mit neuen Musiken versehen worden. Mehr als 60 kann ich einfach nicht vergeben - so schön ich auch die Atmosphäre finden mag...


Meine Wertung: 60%
Cover: ...und der Höhlenmensch (35) ...und der Höhlenmensch
Erschienen: 1984
Dauer: 49:55

Das Skelett eines Urzeitmenschen lockt Justus, Bob und Peter in den kleinen Ort Citrus Grove. Kaum sind sie dort, als es auch schon zu rätselhaften Zwischenfällen kommt. Erwacht der Urmensch zu geheimnisvollem Leben? Und wieso legen sich plötzlich alle Bewohner von Citrus Grove zum Schlafen in den Park...?

Mein Kommentar: Was für ein Glück, dass weder Morton noch Skinny hier mitmachen, denn sonst hätte es arge Verwirrung gegeben. Schliesslich spricht Andreas von der Meden den Charakter Di Stephano - und das macht er wirklich gut. Insofern schade, dass seine Auftritte als Morton oder Skinny etwas rar sind, denn als regelmäßiger Gegenspieler etwaiger Fälle (wie etwa bei Helmut Ahner), würde man Herrn von der Meden viel öfters zu hören bekommen. Aber gut, sei's drum, freuen uns darüber... ...nicht zu vergessen natürlich, seine Minirolle als Mr. Wolf zu Anfang des Hörspiels... ;)

Was ich auch sehr, sehr schade finde, ist, dass die absolut spitzenmäßige Musik, die ständig in der Erstauflage zu hören ist, in der Neufassung nicht mehr vorhanden ist - nicht den kleinsten Schnippsel hat Europa belassen... Schade! Trotzdem finde ich die neuen Musiken ebenfalls sehr schön und besonders stimmungsfördernd. Was mir aber immer etwas sauer aufstößt, ist die Art, wie Edgar Bessen die Rolle des Zigeuner-John interpretiert; seine Stimme klingt so unnatürlich und aufgesetzt asthmatisch, dass ich, jedes Mal, wenn er zu hören ist, aus meiner Hörspielwelt-Blubberblase herausgerissen werde.

Alles in allem ist der Höhlenmensch aber wirklich ein sehr, sehr gelungenes Hörspiel: Spannend, undurchsichtig, etwas unheimlich... Solide 76% für die Erstauflage mit dem grandiosen Soundtrack, 74% für die Neuauflage!


Meine Wertung: 76%
Cover: ...und der Super-Wal (36) ...und der Super-Wal
Erschienen: 1985
Dauer: 45:13

Justus, Bob und Peter retten einen Wal, der bei Ebbe ins allzu flache Wasser geraten ist. Damit beginnt eine Reihe von gefährlichen Abenteuern. Der Wal wird dressiert und soll für Bergungsarbeiten eingesetzt werden. Doch damit ist irgend jemand gar nicht einverstanden! Was liegt da Geheimnisvolles auf dem Meeresgrund? Justus muss sich gewaltig anstrengen, um schliesslich das Geheimnis lüften zu können...

Mein Kommentar: Leider ist das Hörspiel voller Konfusitäten. Kleine Konfusitäten zwar, die nicht soooo sehr stören, aber alles in allem summieren sie sich ganz ordentlich. 1) Der Name des Wals lautet "Flukey" (ausgesprochen in etwa "Flu-kie"), aber andauernd wird "Flackäi" gesagt. 2) Wie schaffen die drei ??? es, mal eben ein Loch für einen Wal auszuheben, und um 9 Uhr morgens bereits damit fertig zu sein? 3) Wie bitte kann Justus einen Wal - zum Überleben ausreichend - mit Wasser benetzen - ohne Schlauch, Eimer, oder ähnliches? 4) Wie kann ein Wal auch nur länger als 4-5 Stunden an Land überleben, ohne, dass es für ihn zumindest kritisch wird? Wale sind Meeressäugetiere! 5) Wieso soll ein Wal trainiert und dressiert werden, um etwas zu bergen, was sehr, sehr tief und für Menschen - angeblich! - nicht zu bewältigen ist, aber dann findet Flukey das Gesuchte, und Constance taucht hinab und holt es? 6) Das Cover ist eines der wenigen misslungenen Aiga-Rasch-Motive...

Aber ich mag diese Folge. Ganz besonders, weil sie so ein angenehmes Meeresfeeling versprüht, und weil der Fall ansonsten wirklich gut ist. Darüber hinaus famose Sprecher/innen wie Heidi Schaffrath, Helmut Ahner, Jürgen Thormann, Peter Lakenmacher (ungenannt!), F.J. Steffens (ungenannt!), Christian Rode (ungenannt!) und Horst Frank. Musikalisch ist auch alles im Lot; egal, welche Auflage, und die Neuauflage ist unbeschnitten!

Ich vergebe 81% für den Super-Wal... Schade, da wären eigentlich locker 90% machbar gewesen.


Meine Wertung: 81%
Cover: ...und der heimliche Hehler (37) ...und der heimliche Hehler
Erschienen: 1985
Dauer: 49:57

Ein fünfjähriger Junge verschwindet. Wurde er entführt? Ist er weggelaufen? Die drei Detektive machen sich daran, die Frage zu klären. Und sie kommen weiteren Geheimnissen auf die Spur. Was verbirgt sich in dem alten Hotel? Warum maskiert sich Mr. Burton? Die drei ??? kommen zu einer überraschenden Lösung des Falles...

Mein Kommentar: Süüüünde! Europa hat in der Neuauflage die ge-ni-al-en "In the middle of the night" und "That's why I love you" mehr oder weniger kastriert! Wie konnten sie nur!? Buuuhh! ;) ...aber um gleich bei der Neuauflage zu bleiben: Neben der veränderten Musik wurde bis auf das Entfernen das Hichcock-Satzes "Für die Bemerkungen, die sie - Peter und Bob - dabei machten, hätte Justus ihnen den Hals umdrehen können." jedoch nichts weiter verändert.

Ebenfalls etwas schade ist, dass diverse Sprecher nicht im Inlay genannt werden, obwohl es sich hier um hochkarätige Vokalisten handelt: Joachim Richert, Günter Dockerill und Wolfgang Draeger. Ansonsten eigentlich ein schönes Hörspiel, das man locker einfach mal nur so nebenbei hören kann - was aber leider auch durch die Titelgebung schon viel zu viel vorwegnimmt.

Wirklich schwer werden es aber die ???-Hardcorefans haben, denn es ist schon eine Umstellung von der alten auf die neue musikalischen Stimmung. Kann man sich davon loslösen, empfindet man die neue Klangkulisse als sehr passend und angenehm... ...73% von mir!


Meine Wertung: 73%
Cover: ...und der unsichtbare Gegner (38) ...und der unsichtbare Gegner
Erschienen: 1986
Dauer: 42:20

Ben Peck, Peters Grossvater, hat eine Reihe von Erfindungen gemacht und jetzt will er eine davon in New York verkaufen. Aber er hat ständig Angst, dass man ihm sein geistiges Eigentum stiehlt. Da ist vor allem Ed Snabel. Was hat dieser Mann vor? Warum verfolgt er Ben Peck? Die drei Detektive erleben eine atemberaubende Jagd quer durch Amerika...

Mein Kommentar: Ich liebe dieses Hörspiel. Der schrullige Opa Peck und die Reise-Atmosphäre kommen hervorragend durch die Lautsprecher. Darüber hinaus ist auch noch die Musik klasse - und die Sprecher/innen sowieso: Wolfgang Völz, Horst Naumann, Lutz Mackensy, Marianne Kehlau... Da läuft einem das Wasser in den Ohren zusammen! ;)

Dafür ist aber die leider die Story nicht sonderlich dicht und auch etwas unlogisch. Mr. Snabel will ja die Kamera wiederhaben, und Mr. Peck sagt, Snabel hätte ja einfach kommen und den versehentlichen Austausch erklären können. Doch hier hakt es meiner Meinung nach gewaltig! Peck hat in einer Tour auf Snabel geschimpft und sobald er zu sehen war, ihn sofort angeraunzt, was er wolle und er solle sich schnell wieder verdrücken.

Selbst WENN Snabel es mit ein paar Worten hätte aufklären wollen, Peck hätte ihn doch eh nur wieder vollgemeckert; doch für Justus ist das nicht-direkte Ansprechen der Kamera-Problematik ein klares Indiz dafür, dass Snabel offenbar Dreck am Stecken hat. Zugegeben, es gäbe noch andere Gründe, diesen Schluss zu ziehen, doch wirklich eindeutig ist dieses Indiz nicht. Vielleicht wäre es eleganter gewesen, wenn Bob einfach mal so zum Spaß die bisher gemachten Fotos auf dem Film gegen Licht gehalten hätte, oder sowas...

Naja, verzeihen wir dieses kleine Problemchen, denn auch mir fiel das erst nach vielen, vielen Malen des Anhörens auf, also scheint es nicht soooo offensichtlich und schwerwiegend zu sein! ;) ABER ich muss unbedingt bemängeln, dass der Hörspieltitel keinen Zusammenhang zum Inhalt macht, ebenso wenig wie das Covermotiv...

In der Neuauflage gefällt mir die Folge sogar noch einen Tick besser, weil die neuen Sounds das Ambiente gekonnter unterstreichen, als die alten. Darum empfehle ich auch, die Neuauflage zu kaufen, und nicht auf Flohmäkten oder im Internet auf die Erstauflage zu hoffen. OK, es wurden insgesamt zwei Sätze herausgeschnitten, aber das fällt überhaupt nicht auf und die neuen Musiken machen das Gesamtpaket eh hörenswerter. 84% für die neue und 81% für die alte Fassung!


Meine Wertung: 84%
Cover: ...und die Perlenvögel (39) ...und die Perlenvögel
Erschienen: 1986
Dauer: 47:40

Die drei Detektive "finden" eine vergessene Brieftaube und damit beginnt ein geheimnisvolles Abenteuer, bei dem es um wertvolle Perlen und ermordete Vögel geht. Die drei ??? stehen vor vielen Rätseln, aber sie geben nicht auf. - Doch dann richtet sich der Lauf einer Pistole auf sie...

Mein Kommentar: Ich erinnere mich ganz genau daran, wie ich "die Perlenvögel" das erste Mal gehört habe und dachte: "Warum hat Gisela Trowe eigentlich immer die Rollen von schrägen Damen im forgeschrittenem Alter?". Miss Melody "spricht" den Text des Liedes "Glory, glory Halleluja", statt ihn, wie das Buch es will, zu singen... Denn ihr Garten ist voller Vögel, und, wie sie im Buch erklärt, ist es am besten, man singe, was man sagen will, damit man sich überhaupt unterhalten könne...

Leider gibt es aber noch weitere Merkwürdigkeiten: Warum will Justus, dass "God bless America" gesungen wird, wenn was gefunden wird? Einfach zu rufen soll unauffälliger sein, als laut zu singen? Und wie albern Peter und Bob dann noch den Verstakt suchen... als wenn es dann noch darauf ankäme... Darüber hinaus sind die Vögel im (Hörspiel-)Hintergrund gar nicht soooo laut... Und die Luftballon-Action auf offener Straße ist auch irgendwie merkwürdig.

Trotzdem sind die "Perlenvögel" gut gemacht, denn dass das Buch nicht immer 100%ig übernommen werden kann, und dass vielleicht mal Flüchtigkeitsfehler übersehen werden, kann ja mal passieren, und sooo sehr stören die genannten Punkte auch wieder nicht. Dafür sorgt vorallem auch die Cast: Günter König, Gisela Trowe, Hans Peatsch und Michael Grimm (der Luftballonzerplatzer). Dazu die tollen Soundeffekte und die spitzenmäßigen Musiken...

Gute 81% für ein sehr solides Hörspiel, dessen Neuauflage unbeschnitten ist. Schade ist nur, dass all die ganzen Kleinigkeiten ein bisschen die logischen Zusammenhänge stören, sonst wären mehr Prozent drin gewesen! Für Fans ein Muss, für alle anderen ein "Kann man haben".


Meine Wertung: 81%
Cover: ...und der Automarder (40) ...und der Automarder
Erschienen: 1986
Dauer: 44:58

In Rocky Beach klirren die Autoscheiben, die ein geheimnisvoller Automarder serienweise zertrümmert. Und nicht nur das: Ein "Adler" verschwindet. Ein Fall, der selbst für die drei Detektive unlösbar zu sein scheint. Doch dann geht dem Ersten Detektiv ein Licht auf!

Mein Kommentar: Ich mag dieses Hörspiel sehr gern... ...obwohl es andererseits zwei Dinge gibt, die mir merkwürdig und teilweise - ja! - unlogisch vorkommen. William Margon wird von Sarah Temple über Funk gewarnt, obwohl diese zwei sich ja gar nicht kennen. Wieso weiss dann Sarah, dass William den CB-Funk abhört? Und wieso weiss sie, dass ER der Marder ist, den sie zu warnen hat? Und wenn sie es nicht weiss, wieso plappert sie dann auf den Äther die Polizeiwarnungen? Uuuund: Das müssten doch auch viele andere mitbekommen, schliesslich war das CB besonders damals verdammt beliebt.

Auch ergibt das Ende - bzw. die Auflösung - des Falles nicht wirklich viel Sinn. Peter und Bob sehen in der Margon Glass Company ein Rennrad mit Ausrüstung und sind sich absolut sicher, jetzt den perfekten Beweis dafür zu haben, dass sie hier den Täter ermitteltet hätten. Ferner geht dann kurz darauf William Margon an dieses Rennrad und die beiden sind sich wieder vollkommen sicher, dass ER der Marder sein muss, weil er offenbar ein Rennrad fährt. Das ist allenfalls ein schweres Indiz, aber doch bitte kein Beweis. Daraufhin wird Margon von Peter und Bob mehr oder weniger angegriffen und der Taten beschuldigt - und Margon hätte einfach abstreiten können, was man ihm anlastet; schliesslich fährt er ja sehr oft und gern Rad, was liegt da ferner, auch mal in der Mittagspause mit dem Rad zu fahren? Erst später im Gespräch gibt er von selbst zu, der Marder zu sein, aber es klingt nicht so, als hätte er sich verplappert.

Auffallen tut mir noch, dass Justus am Ende ja den Münzdiebstahl aufdenken will, indem er in der Werkstatt eine Falle stellt. Doch ist das ja, wie oft erklärt wurde und noch oft erklärt werden wird, eine Freiluftwerkstatt - wieso ist dann dort ein Hallen zu hören, wenn man sich dort unterhällt?! ;)

Naja, das liest sich natürlich jetzt sehr schwerwiegend, weil es relativ viel Text ist, doch trotzdem mag ich diese Folge sehr gern, und das hat mehrere Gründe. Die Cast ist hervorragend besetzt und hat einige DER Europakandidaten überhaupt zu bieten. Es gibt hier nicht einen Namen in der Liste, der auch nur ansatzweise Anlass zu Kritik böte. Ausserdem die wunderbare mukalische Untermalung, die in der Neuauflage nur an wenigen Stellen geändert wurde (und trotzdem sehr passend gewählt ist!). Abgesehen davon finde ich, dass dieser Fall unterhaltsam und spannend ist; leider nur krankt dann halt das Ende ein wenig, wobei man eigentlich nur 4-5 Sätze extra hätte einbinden müssen, um alles völlig durchsichtig zu machen! :) Apropos Ende: Die allerletzten 3 Sätze sowie der Abschlusslacher wurden in der Neuauflage entfernt, sonst ist alles erhalten geblieben.

Macht nach meiner Rechnung eine gute 84%-Wertung für beide Fassungen.


Meine Wertung: 84%
Cover: ...und das Volk der Winde (41) ...und das Volk der Winde
Erschienen: 1987
Dauer: 51:33

Der Wissenschaftler Arnold Brewster ruft die drei Detektive zu Hilfe, denn durch eine Intrige ist er in ein Altersheim abgeschoben worden. Justus, Bob und Peter versuchen, ihm zu helfen. Sie kommen dabei einem geheimnisvollen Geschehen auf die Spur, bei dem es um Indianer, Gold und einen rätselhaften "Tanzenden Saurier" geht. Tödliche Gefahren lauern auf die drei ???...

Mein Kommentar: Ich weiss nicht recht, ich weiss nicht recht... Es ist schön, mal eine ???-Folge zu hören, die "etwas anders" ist; zumindest, wenn man bedenkt, dass das hier erst Folge 41 ist. Die Folge wirkt irgendwie erwachsener als alle anderen davor. Brewster wird entmündigt, die Verantwortung für ein Indianervolk mehr oder weniger in den Händen der ??? und die Endszenen sind eigentlich auch interessant... ...aber hanebüchen!

Denn trotzdem wirkt das alles konstruiert und halbgar: Die drei ??? finden den Tanzenden Saurier, sind aber viel zu unvorsichtig mit diesem Schmuckstück und lassen es sich sogar stehlen.... Das Volk der Winde möchte nicht entdeckt werden, versteckt sich dann aber hinter einem popeligen Buschpfad...? Und dann auch noch in der Nähe eines auffälligen Vulkans, dessen möglicherweise bald bevorstehender Ausbruch keinem Wetterexperten oder Seismologen auffällt? Da rumort ein Vulkan, und sei es nur leicht, und niemandem fällt es auf?

Sicherlich, immer mal wieder gibt es Hörspiele, die diverse logische Fehler inne haben - teils auch relativ schwere Fehler. Aber welche eigentlich tragende Rollen hier Busch und Vulkan haben, und dann auch noch so offensichtlich... Nee, tut mir leid. Es gibt Dinge, da drücke ich gern mal ein Auge zu: Wenn das Gesamtwerk gefällt, ist man bei diversen Kleinigkeiten oftmals gnädig und lässt Fünfe gerade sein, doch bei "Das Volk der Winde" ist mir das einfach zu viel des Guten.

Ich vergebe 60% für beide Auflagen und merke noch an, dass in der Neuauflage die Freude über die Werdung der Ehrenmitglieder des Volkes der Winde und der Abschlusslacher fehlen (mitsamt der "Einstürzende Höhle"-Absatz-Korrektur nach der Brewster-Autkion, weil diese Szene eigentlich ja ganz ans Ende gehört). Hugh!


Meine Wertung: 60%
Cover: ...und der weinende Sarg (42) ...und der weinende Sarg
Erschienen: 1987
Dauer: 47:24

Die drei Detektive sind dem Geheimnis eines verborgenen Tresors auf der Spur. Der neugierige Michael ist es, der ihnen den ersten Tip gibt; drei Totenköpfe auf einem Sarg scheinen Wegweiser zu sein. Doch schnell wird es gefährlich, denn in der Nähe des Sargs ist es nicht geheuer - schon gar nicht, wenn mitten in der Nacht das Käuzchen ruft...

Mein Kommentar: Ich habe etwas überlegt, ob ich große Parallelen zum Buch ziehen soll, empfand das dann aber doch als notwendig, um besser erklären zu können, was mich an diesem Hörspiel stört. Also: Das Hörspiel basiert auf dem gleichnamigen Buch, welches widerum auf der amerikanischen Originalvorlage basiert. Welches allerdings kein typisches ???-Buch per se war, sondern eines aus der sogenannten "Find your fate"-Epoche. Das trifft soweit natürlich auch einige andere ???-Hörspiele zu - doch hier bemerkt man es ganz besonders.

Die FYF-Bücher liessen die Leser/innen selbst entscheiden, was jeweils als nächstes geschehen soll, und, wie erwähnt, beim Weinenden Sarg hört man diesen Ansatz ganz deutlich heraus. Man hört aus der Perspektive des Michael Cross einige Vorkommnisse, dann steht er praktisch ohne Weiteres in der Zentrale der ??? und erklärt den Detektiven einige Dinge, welche sofort, mir nichts, dir nichts, in die Villa Markels einbrechen - einfach so. Michael könnte theoretisch ja einfach nur ein Wichtigtuer sein, der auffällig paranoid wäre. Und bei den jeweiligen Wechseln bei allein diesen drei Szenen merkt man sehr gut das "Wie soll es weiter gehen?"-Konzept, welches hier aber natürlich ohne die Alternativen, sondern stattdessen geradeweg durcherzählt wird. Leider nur gab man sich nicht viel Mühe, dieses "Wie würdest Du entscheiden?" sauber übergleiten zu lassen.

Warum sonst brechen die drei ??? eigentlich ohne ersichtlichen Grund in eine Villa ein? Warum kann Michael in die Zentrale der drei ??? eindringen, woher kennt er den gewählten Geheimgang, und warum zum Kuckuck stört es Justus nicht die Bohne, dass wildfremde Leute die Geheimgänge kennen? Es mag ja für all das gewisse Gründe geben (allen voran, dass die Leser/innen entscheiden, was passieren soll), doch wieso klatscht man einfach so Alternative an Alternative? Und das ohne wesentliche Zusammenhänge? Darüber hinaus brechen sie noch diverse weitere Male dort ein... Wie bitte kann man andauernd in eine Villa einbrechen, ohne dass Alarmanlagen losgehen oder vielleicht diversen Wächtern aus dem Wege gehen zu müssen?

Dass der Name "Michael" ständig deutsch und nicht amerikanisch artikuliert wird, ist dabei noch am verzeihlichsten! :) Wenn die Einbrüche besser begründet - einfache Neugier dürfte kein Grund sein, der vor Gericht ausreicht! - und "gefährlicher" inszeniert geworden wären, hätte ich ja nicht allzu viele Worte darüber verloren, weil ich den Rest der Geschichte ansonsten sehr unterhaltsam und spannend finde. Die klanghaften Stimmen von Marianne Kehlau, Gerd Baltus, Franz-Josef Steffens, Monika Gabriel, Karl Walter Diess und Jürgen Thormann sowie die Musiken und Soundeffekte tun ihr Übriges und lassen die von mir genannten Kritikpunkte stark verblassen (einfach eine geile Atmo!), - jedoch natürlich nicht verschwinden.

Ich vergebe nach einigem Hin und Her 75%, um zu zeigen, dass das Hörspiel in vielen Punkten echt gut ist, aber durch den sehr transparenten FYF-Hintergrund etwas schwächelt, und ich empfehle das Hörspiel daher besonders der Atmosphäre und der letzten beiden Drittel wegen. Kein Muss-Man-Haben, aber doch ein Sollte-Man-Mal-Gehört-Haben.

PS: Neuauflage unbeschnitten und unverändert!


Meine Wertung: 75%
Cover: ...und der höllische Werwolf (43) ...und der höllische Werwolf
Erschienen: 1988
Dauer: 49:35

Ein Werwolf macht Hollywood unsicher. Er verübt Überfall auf Überfall - und dabei geht es ihm nur um kleine Teddybären. Justus, Bob und Peter machen einen seltsamen Fund am Strand und kommen so auf die Spur des Verbrechers. Sie haben ihr vielleicht gefährlichstes Abenteuer zu bestehen...

Mein Kommentar: Der Werwolf ist eine der ???-Folgen, die bei ???-Fans recht verrufen ist - und das aus verschiedenen Gründen. Die Kritik ist zwar immer recht nachvollziehbar, aber manchmal auch etwas überzogen. Denn ich finde, dass die Handlung eigentlich recht realistisch und auf eine gewisse Weise sogar alltäglich ist: Ein Aufschneider verspricht jungen Menschen Ruhm und Geld, und diese jungen Menschen gehen dem Aufschneider natürlich auf den Leim. Sogar die Sache mit den Teddybär-Safes ist meiner Meinung nach in Ordnung...

Das Einzige, was man dem Plot vorwerfen kann, ist, dass der Werwolf so gar nicht passt, und gewiss ohne Weiteres durch etwas anderes hätte ersetzt werden können. Das gibt der ganzen Story, und vorallem dem Titel, so eine Art aufmerksamkeitsheischendes Feeling, vorallem, wenn man dann am Ende ist, und sich fragen muss, warum zum Henker man unbedingt einen Werwolf hat reindrücken müssen, wenn es die Story weniger glaubwürdig erscheinen lässt.

An den Sprecher/innen kann es zumindest nicht liegen, denn die liefern fast alle typische Europa-Qualität ab. Lediglich an wenigen Stellen klingen die Dialoge durch Tonfall oder Timbre etwas zusammengeschnitten, was beim Zuhören hier und dort ein wenig aus der Hörspielwelt reisst. Schade auch, dass sooo viele Leute gar nicht im Inlay erwähnt werden: Kollex, Vogel, Neugebauer, Nowotny... OK, das sind Rollen mit recht wenig Sprachanteil, aber der Vollständigkeit halber will ich das hier jetzt mal anprangern! ;)

Naja, wie ich anfangs schon habe durchklingen lassen, ich finde den höllischen Werwolf wirklich in Ordnung, und - vom Werwolf selbst abgesehen! - sehr glaubwürdig. Sonderlich spannend oder zum Mitraten ist die Geschichte zwar nicht, aber eine nette ???-Story allemal, und auch nicht so schlecht, wie sie von vielen manchmal gemacht wird. Geschnitten wurde in der Neuauflage nichts, und Musiken wurden nur an 2-3 Stellen ausgetauscht. Kann man mal gehört haben, aber nur als ???-Sammler ein Must-Buy - 68%.


Meine Wertung: 68%
Cover: ...und der gestohlene Preis (44) ...und der gestohlene Preis
Erschienen: 1988
Dauer: 48:39

Die Vergangenheit holt Justus wieder ein. Er hat als Kind in dem Film "Die kleinen Strolche" mitgespielt. Nun soll er noch einmal als "Baby Fatso" ins Licht der Öffentlichkeit treten. Das gefällt ihm überhaupt nicht, doch plötzlich entwickelt sich ein Fall für die drei Detektive daraus und ihr Interesse ist geweckt. Vor allem, als sie erfahren, dass es um 20.000 Dollar geht.

Mein Kommentar: Ich werde gewiss auf Unverständnis stoßen, aber ich mag den gestohlenen Preis sehr, sehr gern. Leider nur kann ich nicht mit dem Finger darauf deuten, was genau mir so gefällt, es ist irgendwie einfach das Gesamtpaket. Die Story ist nicht sonderlich spannend, der Plot zwar logisch, aber an manchen Stellen ein wenig abgedreht, und an einer Stelle will mir die Schärfe von Justus' Verstand nicht in den Sinn. Aber ich mag die Folge einfach! ;)

Aber ich komme erstmal auf die Sache mit Justus' Verstand. Wieso bitteschön verdächtigt er den netten Chauffeur Gordon? Nur, weil er sich in besonderem Maße für die kleinen Strolche interessiert? Also das ist doch nun wirklich nichts Außergewöhnliches, es gibt haufenweise ???-Fans, die im Schlaf so manche Folge auswendig mitsprechen, die Geburtstage der drei Hauptsprecher kennen, die Wohnung voller ???-Fanartikel haben, regelmäßig zu Fantreffen fahren, und so weiter... Sind das alles ehemalige ???-Mitarbeiter? Haben die etwas zu verbergen?

Ne, dieser Verdacht will mir einfach nicht einleuchten. Wenigstens stellt sich der Verdacht grundsätzlich zwar als richtig, aber unbedeutend heraus. Gordon möchte lediglich seinen Ruf wahren, hat ansonsten aber nichts mit dem Verschwinden der Preise zu tun.

Als netten Fakt am Rande möchte ich noch anbringen, dass hier alle vier TKKG-Stimmen zu hören sind. Tim-Tarzan (Sascha Draeger) in der Rolle des Bonehead, Gaby (Veronika Neugebauer) als Pretty Peggy, Karl (Niki Nowotny) als Footsie und Klößchen (Manou Lubowski) als Bloodhound. Niki und Manou sprechen zwar nur sehr, sehr wenig, aber dafür sind dann Sascha und Veronika in den weiteren Hauptrollen entsprechend häufiger zu vernehmen. Vielleicht wäre diese Folge also eine Möglichkeit, seine TKKG-Sammlung zu vergrößern.

Für die Neuflage wurde die Tante Mathilda ausgetauscht, für Frau Vogel kam Mathilda-Stammstimme Frau Lieneweg ans Mikro. Ansonsten vernahm ich keine weiteren Änderungen oder Schnitte, und verbleibe mit 88%.


Meine Wertung: 88%
Cover: ...und das Gold der Wikinger (45) ...und das Gold der Wikinger
Erschienen: 1989
Dauer: 47:15

Auf der Insel Ragnarson Rock geschehen geheimnisvolle Dinge! Fotos, die Bob gemacht hat, müssen der Schlüssel sein. Doch Justus, Bob und Peter - die drei Detektive - können zunächst nichts Besonderes darauf entdecken. Aber dann heult ein Wolf auf der Insel und Justus spitzt die Ohren. Kommt er dem Geheimnis auf die Spur?

Mein Kommentar: Dieser Folge mangelt es an zwei entscheidenden Stellen an Glaubwürdigkeit: Sam Ragnarsons Stimme ist unverkennbar, auch, wenn er in der Gestallt des Piraten versucht, die Stimme zu verstellen, und, das ist fast noch wichtiger, die Sache mit den Fotos: Warum ist Sam so versessen darauf, diese zu bekommen? Tja, das erfahren wir zwar am Ende, aber die drei ??? betrachten ja die Fotos genau, aber erst am Ende fällt ihnen etwas so Offensichtliches auf? Hmm, nee, das ergibt einfach keinen Sinn. Dass Sam hier derbe was am stecken hat, ist einfach zuuu klar erkennbar - und die Auflösung zwar logisch, aber im Hinblick auf 44 vorangegangene Hörspiele, unglaubwürdig.

Auch wurde die Entführung (und spätere Befreiung) von Justus gänzlich gestrichen. Was aber für das Hörspiel nicht wirklich ins Gewicht fällt. Dennoch ist es schade, denn gerade das ist eine der spannendsten Stellen im Buch, welche die Sam-Foto-Misere leicht hätte auswiegeln können, um so die Kurve in den 80%-Olymp zu kriegen. Denn so interessant, unterhaltsam und spannend "die Wikinger-Folge" ist, so sehr fehlt es einfach am Ende an, ja, Glaubwürdigkeit: Die drei ??? überhören eine Stimmengleichheit und übersehen ein nicht allzu schwer ersichtliches Detail auf einem (späteren) Beweisfoto? Nene, sorry, das wirkt mir kaschiert...

Dafür aber sind die beteiligten Sprecher und Sprecherinnen von Rang und Namen, und liefern eine wunderbare Vorstellung: Rolf "Colonel Borobot" Schenker, Utz "Mossman" Richter, Achim "Prime Evil" Schülke, Astrid "Schlumpfine" Kollex, Marco Kröger, Renate "Arkia aus dem Zauberland" Pichler, Günter "Macabros-Erzähler" König und Karin "Tante Mathilda" Lieneweg... Kein Anlass zur Kritik, ganz im Gegenteil... :)

So verbleibe ich mit dem Hinweis auf ein wirklich gutes Hörspiel, das aber am Ende irgendwie künstlich-überraschend wirkt. Geschnitten wurde bis auf Peters Satz "Wetten, dass es um Sam geht!?", nichts, und die Musiken sind fast unverändert belassen worden. 74% von mir.


Meine Wertung: 74%
Cover: ...und der schrullige Millionär (46) ...und der schrullige Millionär
Erschienen: 1989
Dauer: 45:51

Als bei der Verlobung seiner Tochter ein Teller zu Boden fällt, erleidet der geizige Millionär Pilcher einen Herzanfall. Er scheint dem Tode nahe, doch dann ist er plötzlich verschwunden. Wurde er entführt? Die drei Detektive versuchen, das Rätsel zu lösen, und Justus fordert seine "Kollegen" zum logischen Denken auf...

Mein Kommentar: Wieso nur kommt Justus immer auf die richtigen Passwörter, wenn er an einem Computer von anderen Personen sitzt, um dort irgendwelche Daten "zu knacken"? Statt wie ein richtiger Hacker wenigstens mal mit der Brute-Force-Methode rumzufummeln, wenn sonst nichts hilft, kommt uns Just immer der richtigen Kombination um die Ecke - allein durch seine Gedanken. Das ist wirklich schade, denn das sind Dinge, die mich bei den sonst so logischen "drei ???" sehr stören. Nicht alle Menschen sind so durchschaubar, dass sie vollkommen offensichtliche Zeichenfolgen als Passworte wählen, und dabei nicht mal Groß- und Kleinschreibung unterscheiden. Naja, ich will mal nicht zu sehr darauf herumreiten, aber es ist eben einfach Mist, wenn man an den immer selben Stellen durch pures Glück eine wichtige Spur aufnimmt, bzw. weiterverfolgen kann.

Unter anderem deshalb finde ich das Hörspiel als Gesamtpaket auch nur durchschnittlich, der andere Grund ist: Der Pilcher und seine Tochter sind so biestig, zickig und eigen in ihrem Verhalten, dass es einerseits natürlich sympathisch ist, dass nicht immer nur 100%ige Gutmenschen als ???-Klienten präsentiert werden, doch Marilyn lässt sich indirekt von Justus die Dienste der ??? aufschwatzen, statt selbst danach zu fragen, und selbst dann hat mir vorallem der etwas hitzköpfige Peter zu sehr die Ruhe im Blut, wenn Marilyn ständig rumzickt. Sogar der langjährig angestellte Ray sagt nur entschuldigend "Ich versuche ja nur, ihrem Vater zu helfen.", statt ihr mal kurz die Meinung zu geigen. Und ja: Das geht mir echt etwas auf den Sack, und nimmt mir den Spaß am Hörspiel.

Obwohl das (das Hörspiel) soweit eigentlich ganz gut ist. Die Sprecher/innen sind top - unter anderen: Gabi Libbach, Michael von Rospatt, Norbert Langer, Micaela Kreißler, Michael Quiatkowsky, Manfrd Liptow -, die Produktion gefällt mir auch, der Plot geht in Ordnung, und dass der Pilcher am Ende noch als nicht ganz korrekter Zeitgenosse entlarvt wird, find' ich auch schön - dafür aber scheint sich die Polizei offenbar nicht dafür zu interessieren, dass Pilcher in der Buch-des-Bischoffs-Sache nicht sauber dasteht.

An der Neuauflage wurde meinen Ohren nach nichts geschnibbelt, weshalb ich beiden Auflagen dieselbe Wertung von noch akzeptablen 60% gebe!


Meine Wertung: 60%
Cover: ...und der giftige Gockel (47) ...und der giftige Gockel
Erschienen: 1989
Dauer: 45:52

"Millionen werden sterben" flüstert das Unfallopfer. - Wer ist der Täter? Die drei Detektive schalten sich ein, und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt! Schon bald merken die drei Freunde, dass sie auf der richtigen Spur sind, denn ihr unbekannter Gegner schlägt zurück...

Mein Kommentar: Keine Frage, liebe Leute: Der Titel dieser Geschichte ist absolut blöde! :) Aber der Inhalt ist einfach spitzenmäßíg...! Sehr viele witzige Dialoge, ein wenig Situationskomik ("Ich muss aufrichtig bekennen, dass ich derartiges noch nicht gegessen habe!") und wunderbare Stimmen - allen voran natürlich Wolfgang Völz als Big Barney Crown. Der Fall ist durchaus sehr realitätsnah und auch heute noch absolut modern.

Nur irgendwie ist mir Don Dellasandro etwas zu schrullig: Er will Justus ein Bonbon geben, bevor er ihn erschiesst. Nur warum? Was in dem Bonbon drin ist, weiss er doch selbst!? Und warum antwortet er Justus noch auf seine Fragen, dafür, dass er das Bonbon isst? Das ergibt einfach keinen Sinn.

Ach, naja, da kann ich gern mal ein Auge zudrücken, denn das Hörspiel habe ich schon zigmal gehört, und ich find's immer wieder gut gemacht - für mich definitiv ein Must-Have und dicke 90% wert! Und für die Nostalgiefans unter uns sei noch gesagt, dass die Neuauflage für meine Ohren keinen Unterschied zur Erstauflage bietet; also hurtigen Schenkels dieses Hörspiel gekauft.


Meine Wertung: 90%
Cover: ...und die gefährlichen Fässer (48) ...und die gefährlichen Fässer
Erschienen: 1989
Dauer: 46:02

Die drei Detektive und Bobs Vater stürzen mit dem Flugzeug ab - mitten in ein Tal voller Geheimnisse und Gefahren. Merkwürdige, von Dämonen besessene Indianer tun rätselhafte Dinge, und dann stellt jemand den drei ??? eine tödliche Falle...

Mein Kommentar: Ich find' die Folge toll! :) Ich weiss, echte Fans stehen nicht so auf sie, aber ich find sie toll. Der Flugzeugabsturz, die Wildnis-Action, die Szenen beim Indianerstamm, und hier und dort sogar ein paar lustige Anleihen ("Bitte, Justus, ooohh, bitte!"). Richtig ermittelt wird zwar eigentlich nicht, sondern höchstens geschlussfolgert, aber wirklich, ich finde den Mix aus Abenteuer und Investigation sehr gut in Szene gesetzt und sowie flott als auch spannend erzählt.

Ich frage mich nur immer wieder ein und dieselbe Sache: Wieso bitte passt "Dem Dämon geben, was er will." auf Nancarrow, bzw. auf den Gürtel? Das erfährt man eigentlich nur im Buch, obwohl es im Hörspiel zwar auch funktioniert, aber man hat hier eben vergessen, die Brücke zu schlagen, und das mit wenigstens einem Nebensatz zu erklären.

Naja, gut, solche Dinge gibt's halt manchmal, und wirklich störend ist das mit dem Dämonenspruch ja auch nicht. Darum kauft Euch dieses Hörspiel, dem ich gute 75% vergebe, ruhigen Gewissens. :)


Meine Wertung: 75%
Cover: ...und die Comic-Diebe (49) ...und die Comic-Diebe
Erschienen: 1990
Dauer: 43:17

Auf der InterComiCon werden Comics von unersetzlichem Wert gestohlen, und die drei ??? stehen unmittelbar daneben. Sie versuchen, den Fall aufzuklären, doch es erscheint zunächst unmöglich den Dieb zu finden. Dann aber ergibt sich eine Spur! Sofort reagiert der Dieb, und Peter entgeht nur ganz knapp einem tödlichen Anschlag...

Mein Kommentar: Dieses Hörspiel flutscht sozusagen durch - oder vielmehr "in" - den Gehörgang! ;) Ich höre die Comic-Diebe immer wieder gern. Und das liegt an dieser irgendwie ungezwungenen, lockeren Art, wie dieser Fall voran geht, an der Comic-Convention-Atmosphäre, und an den verschiedenen Szenen, die dieses Hörspiel einfach rund machen: Da wäre zum Beispiel Peters Flug in den Swimmingpool, Justus' Gespräch mit Rainey, der freakig wirkende Dan DeMento (Peter Heinrich hat die perfekte Stimme für diese Rolle!) oder der total entnervte Steve Trash.

Sicherlich, es gibt klassischere ???-Fälle, logischere ???-Fälle, witzigere ???-Fälle, detektivlastigere ???-Fälle, tiefgründigere ???-Fälle... Aber "Die Comic-Diebe" trifft in fast allen Belangen die Mitte, finde ich, und bietet von jedem etwas, ohne dabei zu wirken, als wäre ausser der Featurefülle sonst nichts weiter vorhanden.

Einige mögen das vielleicht anders sehen, aber ich steh' sehr auf die Comic-Diebe-Folge, und verleihe ihr den 92%-Punkte-Orden.


Meine Wertung: 92%
Cover: ...und der verschwundene Filmstar (50) ...und der verschwundene Filmstar
Erschienen: 1991
Dauer: 57:17

Ein Filmstar verschwindet - Diller Rourke, Hauptdarsteller im Horrorstreifen "Atemlos II", erscheint nicht zu den Dreharbeiten auf dem Friedhof. Die Zentrale der drei ??? wird überfallen und verwüstet. Trotzdem heften sie sich an die Fersen von Erfolgsproduzent Marty Morningbaum, seinem Regisseur und dem mysteriösen Kristallkugel-Guru mit dem dritten Auge. Eine knallharte Betrugsgeschichte, live aus dem glitzernden Show-Geschäft.

Mein Kommentar: Wieder so eine Folge, die ich grundsätzlich nur im oberen Mittelfeld ansiedeln würde, welche mir aber trotzdem für's Hören zwischendurch immer mal wieder Spaß macht. Es gibt kleinere Logiklöcher, viel ermittelt wird auch nicht unbedingt, und sogar ein paar kleine Zufälle schleichen sich ein, die nicht hätten sein müssen. Dennoch mag ich das Hörspiel ganz gern. Was vielleicht auch daran liegt, dass einige wirklich unsäglich doofe Szenen aus dem Buch weggelassen worden sind, und man somit weitestgehend das Bild der "typischen drei ???" vermittelt bekommt.

Nur eines will mir partout nicht einleuchten: Peter zeigt das Foto von Diller Justus und Bob. Und Just weiss sofort, dass es nur gestellt sein kann, weil Dillers Arme extrem weit nach hinten gefesselt wurden, und er auf längere Sicht so einen Kreislaufkollaps erleiden würde. Das mag medizisch korrekt und detektivisch betrachtet absolut folgerichtig sein. Doch würden Verbrecher sowas bedenken, geschweigedenn wissen, die ihr Opfer, um ein Druckmittel zu zeigen, fotografieren? Erstens sind solcher Art Bilder doch immer nur temporär, um z.B. abzuschrecken oder um die Ernsthaftigkeit der Lage zu verdeutlichen, und selbst wenn Diller wirklich die ganze Zeit so sitzen würde, und man ihn einfach nur kurz ablichtete, würden das die wenigsten Entführer wissen, und somit den Kollaps eher "versehentlich" verschulden, was aber auf dem Foto nicht abzusehen war. Deshalb frage ich mich, wieso das zwangsläufig ein Indikator für eine gestellte Szene sein sollte; Justus hätte das von mir genannte durchaus berücksichtigen müssen, meine ich - weshalb es die Ermittlungsarbeit sicherlich berührt hätte.

Wie dem auch sei: Die Produktion ist gut gemacht, ich mag Effekte, Musiken und auch die Sprecher/innen. Ganz toll finde ich, dass gleich zu Anfang Peter mal ganz allein im Vordergrund steht und ein wenig brillieren darf. Zugegeben, es heisst zwar die DREI ???, und sie sollen sich ja auch gegenseitig ergänzen, aber ein interessanter Ansatz, dass die drei wirklich mal ganz allein einen Fall lösen, ist das allemal, den ich, wenn man es glaubwürdig darstellt, sehr spannend und interessant finden würde. Bleiben gut 70% für den verschwundenen Filmstar!


Meine Wertung: 70%
Cover: ...und der riskante Ritt (51) ...und der riskante Ritt
Erschienen: 1991
Dauer: 52:31

Caramba! Wie heiss brennt die Sonne in den Bergen der Sierra Madre! Wäre da nicht der Silberschatz aus den Zeiten der Revolution, kein Mensch würde hier auf störrischen Wildeseln zwischen Kakteen und Buschwerk herumreiten. Ein brummelnder Vulkan, der jeden Moment ausbrechen kann, macht die Sache auch nicht gemütlicher. Selten haben die drei ??? ein so gefährliches Abenteuer erlebt.

Mein Kommentar: "Der riskante Ritt"... Warum bitteschön heisst diese Folge so? Naja, ok, solche Dinge passiert ja immer mal wieder, egal, bei welchem Medium, darum reite ich mal nicht so sehr darauf herum, und schreibe lieber über den Inhalt dieses Hörspiels. Und dieser Inhalt ist spannend inszeniert. Der merkwürdige Dusty Rice, das noch merkwürdigere Tonband, das Justus erhält, und Ascencion, der sich auch nicht weniger merkwürdig verhält. Dazu das ganze Abenteuer-/Reisefeeling und die Action in den Bergen.

Ich frage mich nur immer, warum Dusty Rice quasi lügt, und sich verdächtig macht. Es ist doch bei einem Preisausschreiben üblich, dass man bei mehreren Gewinnern einfach per Zufall einen bestimmt. Da hätte er doch einfach erklären können, dass zwar noch andere gewonnen hätten, aber man habe halt Justus ermittelt. Und ein wenig zwiespältig ist, dass man Dusty Rice offenbar zu Tode lässt - zumindest wird dieser Eindruck stark vermittelt, und auch nicht ansatzweise das Gegenteil angedeutet. Nun gut, so ist das Leben, und sowas passiert ab und zu, und auf irgendeine Art und Weise mögen einige Menschen ihm das vielleicht auch gönnen, aber für eine ???-Folge eine absolute Seltenheit.

Dennoch, ich bin rundum zufrieden mit dem riskanten Ritt und resümiere mit sehr guten 87%.


Meine Wertung: 87%
Cover: ...und die Musikpiraten (52) ...und die Musikpiraten
Erschienen: 1991
Dauer: 53:44

Schlägerei auf dem Vergnügungsfest, Überfall auf Bob und eine nächtliche Verfolgungsjagd - es sieht ganz so aus, als sei der junge Detektiv zwischen zwei rivalisierende Gaunerbanden geraten. Die heisse Spur führt zur Plattenfirma Galactic Sound. Hier sind auf mysteriöse Weise Masterbänder verschwunden. Aber wie schmuggeln die Musikpiraten die Aufnahmen aus dem Haus?

Mein Kommentar: Eine meiner ???-Lieblingsfolgen: Musik ist das Hauptthema, und man erhält einen kleinen Einblick darin, wie ein Album produziert, bzw. hergestellt wird. Dazu kommt halt, dass ein wenig das Plattenlabelfeeling versprüht wird. Modern und realistisch ist das Ganze dann noch ausserdem. Wer hat nicht schon irgendwo, z.B. auf dem Flohmarkt, zu Spottpreisen das neue Album seiner Lieblingsband gesehen? Man wunderte sich zwar über das untypische Cover und vielleicht auch diverse Tippfehler, aber die Musik war meistens vollständig und in 1A-Qualität zu vernehmen?

Aber gut, zur Sache: Wie erwähnt, ich finde die Folge klasse. Einzig der etwas zu hohe Actionanteil geht mir etwas auf den Keks. Es wird irgendwie zu wenig ermittelt, sondern alles, was geschieht, geschieht einfach, und die ??? werden zufällig Zeugen, doch dafür gibt's hier am laufenden Band wunderbare Sprecher/innen zu vernehmen: Gerd Baltus, Gerlach Fiedler (unter dem Alias Andreas Mannkopf), Wolfgang Völz, Hildegard Krekel, Lutz Mackensy, Peter Heinrich, und noch einige mehr!

Da gibt es absolut nichts zu meckern - und das tu' ich auch nicht, sondern vergebe mit Freuden 86%. :)

Hmmm: Als Gegenstück sollte man jetzt vielleicht mal ein Thema finden, dass nicht nur Internet, MP3 und CD-Brenner, sondern auch 08/15-Castingstars, zu hohe Eintritts- und MC-/CD-Ladenpreise dazu führen, dass die Musikindustrie (angeblich?) solch hohe Verluste einfährt. Vielleicht habe ich da ja den ???-Schreiberlingen eine nette Grundidee für einen neuen Plot geliefert - ich verzichte nötigenfalls sehr gern auf die Urheberrechte. :)


Meine Wertung: 86%
Cover: ...und die Automafia (53) ...und die Automafia
Erschienen: 1991
Dauer: 52:30

Mit Autos kennt sich Justus Vetter Ty Cassey einfach phantastisch aus. Ein bischen zu gut, findet Kommissar Maxim vom Sonderdezernat Autodiebstähle und nimmt den verdächtigen jungen Mann vorläufig fest. Zugegeben, der geniale Mechaniker in den abgerissenen Klamotten, der die meiste Zeit durch die Gegend trampt, wirkt schon etwas ausgeflippt - aber ein Autodieb? Die drei ??? setzen alles dran, Tys Unschuld zu beweisen. Dabei bekommen sie es mit ausgekochten Profis zu tun, die vor nichts zurückschrecken.

Mein Kommentar: Hier hat man die volle Packung typisch amerikanischer ???-Jugend vollendet, und die klassischen drei ???-Elemente drastisch zurückgeschraubt. Sicher, das ist eine Entwicklung der letzten 20-30 Folgen gewesen, und kam nicht plötzlich von einer Folge zur anderen, doch wird das mit einem Mal sehr deutlich: Peter ist ein Autonarr, der obendrein auch noch ohne Probleme daran herumschrauben kann. Justus will unbedingt ein Auto, interessiert sich nebenbei für Diäten und Kalorien, ist manchmal etwas trottelig oder zumindest in diversen Alltagssituationen leicht unbeholfen, und Bob bekam die Rolle eine Beinahe-Sunnyboys...

Naja, aber kommen wir endlich zur Folge und deren Inhalt: Dieser ist ganz gut und ausserdem war ich persönlich war eh schon immer Fan der Ab-40er-Folgen-Ära. Das heisst, die vordergründige Mystery ist weniger bis kaum vorhanden, und Justus, Peter und Bob sind "moderne" Detektive, die nicht dauernd nur Rätsel lösen und geheime Schätze jagen, sondern lieber typische Kriminalfälle lösen. Das mag man ganz individuell gut oder schlecht finden, aber ich persönlich finde es dann gut, wenn der Fall selbst es hergibt.

Und hier gibt er es her. Die Idee mit den geklauten Autos ist mal was anderes, nicht allzu offensichtlich erzählt, und man kann auch etwas mitraten - die Mischung aus Action, Ermittlungen und Beschattungen ist gelungen. Einzig, dass den drei Protagonisten zuviel typische-amerikanische-Kids-Background beigemischt wurde, stört mich etwas. In den üblichen, "klassischen Rollen" fand ich es immer ganz ausreichend, und für Detektivgeschichten müssen sie deshalb auch nicht viel eigene Persönlichkeit von sich preisgeben.

Alles in allem eine solide Folge, die ich sehr gern höre. Beinharte ???-Fans aber tun sich hier natürlich schwer, weil gleich zig neue/andere Elemente im Vergleich zu den Klassikern auf sie einprasseln, deshalb sollten diese von meiner 81%-Wertung lieber 10-15% abziehen! ;)


Meine Wertung: 81%
Cover: Gefahr im Verzug (54) Gefahr im Verzug
Erschienen: 1992
Dauer: 49:25

Anonyme Drohungen, umstürzende Kulissen, herumliegende Rasierklingen, eine Explosion: Es ist offensichtlich, dass irgend jemand George Brandon nach dem Leben trachtet. Der Star des Musicals "Gefahr im Verzug" entgeht den mysteriösen Unfällen nur um Haaresbreite. Aber die Show läuft weiter und entwickelt sich sogar zum Kassenschlager. Um unauffällig ermitteln zu können, schleusen sich Justus, Peter und Kelly als Statisten getarnt in den Theaterbetrieb ein.

Mein Kommentar: Hübsche Fallidee hübsch verpackt. Mir gefällt, wie man durch Kombinationsgabe eine verdächtige Person nach der anderen ausschliesst, und wie am Ende nur noch eine Person übrig bleibt. Interessant ist auch, dass für die Hörerschaft mehr als genug Hinweise auf den Täter gegeben werden, so dass diese stets mitraten kann, wenn sie möchte.

Interessant sind aber zwei Nebenaspekte, die ich mal als "Regiefehler" abhaken möchte. Zunächst die Szene, in der Justus Jim Bernardi am Telefon imitiert. Mal ehrlich: Klingt Justus hier wie Jim? Immerhin gibt der Erzähler mächtig damit an, wie überzeugend Justus als Imitator sei... Naja, ok! ;) Das Zweite ist ein Sprecherwechsel. Justus kündigt an, was es vermutlich mit Buzz Newman auf sich hat. Doch als er den Namen ausspricht, wechselt für diesen einen Moment der Sprecher. Ich bin nicht ganz sicher, tippe aber mal sehr stark auf André Minninger.

Als Nerdwissen vermerken darf man sich als Fan noch, dass dieses hier das erste ???-Abenteuer ist, das nicht "Die drei ??? und der/die/das..." heisst (wenn man von (29) "Die Originalmusik" absieht). Apropos Nerd: Was bitte symbolisiert das Cover? Karate Kid?! ;)

Somit verbleibt für mich dann nur noch die Bewertung, die ich mit sehr soliden 70% beziffern möchte. :)


Meine Wertung: 70%
Cover: Gekaufte Spieler (55) Gekaufte Spieler
Erschienen: 1992
Dauer: 50:07

Kaum zu fassen! Trainer Duggan bietet Peter das begehrte Stipendium am Shoremont College an. Die einzige Bedingung: Er soll in der dortigen Basketball-Mannschaft mitspielen. Das ist die Chance für den begeisterten Sportler. Wenig später findet er einen dicken Briefumschlag mit Hundert-Dollar-Scheinen in seinem Auto. Wie sich herausstellt, ist Peter nicht der Einzige, der Bestechugsgelder erhält. Was steckt dahinter? Um den Skandal der gekauften Spieler aufzudecken, wird Justus sogar zum Papagei.

Mein Kommentar: Schmackofatz! Die erste Riege der Europasprecher/innen ist als Gaststars anwesend: Draeger, Harck (fälschlicherweise fehlt das "c" im Inlay), Welbat, Vaessen, König und Clarin. Mjam, mjam, das verheisst Gutes! Insbesondere Hans Clarin ist hier in Höchstform und spielt seine Rolle als John H. Powers erste Sahne.

Und der Fall wäre im Grunde perfekt, wenn man nicht genau wüsste, dass man nicht kurz vor Ende plötzlich 1-2 weitere finanzstarke Personen präsentiert, die hinter der ganzen Sache stecken könnten, weshalb nach etwa der Hälfte des Hörspiels absolut klar ist, wer er sein muss. Naja, dann ändert man eben seine Perspektive und verfolgt, auch wenn man den "Täter" kennt, wie man diesem auf die Schliche kommt.

Leider ist auch die Mikrofon-Abhör-Aktion, die Peter und Justus durchführen, recht misslungen: Die Hörer/innen dürfen das Gespräch durch den Lautsprecher mitverfolgen. Das ist zwar authentischer, doch hier sind die Stimmen sehr, sehr quäkig und schwer zu verstehen. Etwas weniger Verzerrung ist stark wünschenswert; alternativ hätte man das Gespräch auch direkt präsentieren können.

Sehr gefallen aber tut mir der Aspekt des Undercover-Feelings an der Universität, und auch das sonstige Drumherum. Sicherlich, das hier ist alles andere als ein klassischer ???-Fall, aber ich finde gerade diese lockere Atmosphäre, die im Hörspiel allerortens zu vernehmen ist, sehr, sehr gut. Deshalb gebe ich auch sehr gern 83% für die Gekauften Spieler. Interessanter Fall, mal was Neues, flüssig erzählt und eine wunderbare Sprecher/innen-Riege!


Meine Wertung: 83%
Cover: Angriff der Computer-Viren (56) Angriff der Computer-Viren
Erschienen: 1992
Dauer: 48:17

Kein Mensch kann von Computer-Viren angesteckt werden, aber ein viruskranker Computer kann tausende von Menschenleben gefährden! Das erkennen unsere drei Detektive, als ihr eigener Computer "abstürzt". Sie handeln sofort. Ihre Nachforschungen führen sie in die abenteuerliche Welt einer Werbefilmproduktion und... auf die Spur eines genialen Spinners, der leider auch ein gefährlicher Erpresser ist. Ein Fall für die drei ???, und ganz speziell für Justus, den Computer-Freak!

Mein Kommentar: Justus sagt man ja häufig nach, ein Computergenie zu sein. Umso mehr verwundert es mich also, was Justus tut, als er erkennt, dass der ???-PC einen Virus habe: Er steckt Bobs Diskette mit der Geschichtsarbeit in diesen PC und öffnet das Dokument von dieser Diskette - ist doch klar, dass Bobs Arbeit spätestens jetzt definitiv kaputt ist, falls sie vorher noch intakt gewesen sein sollte. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, legt Justus auch noch die Diskette mit der "Detaktivdatei" ein, um zu prüfen, ob diese noch in Ordnung ist, in den PC, und ruft auch diese ab... Aua, aua, aua! ;)

Das ist in etwa so, als ob man sein ganzes Geld in ein Lagerfeuer wirft und sich darüber ärgert, dass das Feuer das Geld vernichtet hat, für das man viele Wochen lang hart gearbeitet hat. Wieso hat Frau Stone, also die Autorin dieser Geschichte, denn nicht einfach behauptet, alle Dateien lägen auf einer gemeinsamen Festplatte? Dann hätte das Ganze wenigstens noch etwas(!) Sinn ergeben, wobei man den drei ??? dann höchstens den "Vorwurf" von nicht gemachten Backups hätte "vorwerfen" können. Komisch ist auch diese Sache mit den explodierenden Computermonitoren. Worauf ich hier aber nicht eingehe, schliesslich will ich hier keine Techniker-Ratgeberstunde abhalten, sondern ich will diese Folge rezensieren. :)

Sieht man also von Justus' äusserst leichtsinnigem Verhalten mit sensiblen Computerdaten und der Sache mit den Computermonitoren einmal ab, ist die Computer-Viren-Folge sehr solide und ohne Hänger erzählt. Ja, sie hat sogar ein paar tolle Schmunzler und Nerd-Randfakten zu bieten: (1) Justus hat hier zum ersten und letzten Mal ein eigenes Auto (er fährt damit am Anfang der Geschichte auf den Hof), was impliziert, dass auch er einen Führerschein haben muss. (2) Das Lied zum Werbespot mit dem Grünen Mahner wird gesungen von Jens Wawrczek. (3) Der Name Norton Rome könnte vielleicht vom Namen Peter Norton abgeleitet worden sein (könnt ja eventuell einfach im Internet danach suchen). (4) Sie ist die allerletzte als Europa-Hörspiel produzierte Folge, die aus einer (eigentlich ja) amerikanischen Buchvorlage stammt!

Nach Abwägen aller Fakten vergebe ich deshalb eine 79er-Prozentwertung.


Meine Wertung: 79%
Cover: Tatort Zirkus (57) Tatort Zirkus
Erschienen: 1994
Dauer: 41:20

Panik im Zirkus: Die junge Artistin Mary di Domenico stürzt während der Abendvorstellung vom Drahtseil. Für Justus, Bob und Peter steht fest: das war kein Unfall! Immerhin gilt Mary als Erbin der wertvollen Sammlung von dem berühmten Clown Jacky Knivel. Die drei Junior-Detektive sind bereit, den Fall zu übernehmen, und schon stehen sie vor einem Rätsel: Ist ihre Auftraggeberin wirklich so unschuldig, wie sie behauptet?

Mein Kommentar: Fun-Fact-Sammler/innen aufgepasst, hier gibt's wieder was, mit dem Ihr auf dem Schulhof auftrumpfen könnt! :) Es vergingen zwei Jahre, bis es mit Die drei ??? weiterging. Nachdem nämlich kein Nachschub mehr aus Amerika kam, sorgte Kosmos eben selbst für neue ???-Bücher, und somit natürlich auch für weitere ???-Hörspiele. Also verpflichtete man Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer, und diese macht sich gleich daran, die Fans weiter zu verköstigen.

Also, was fällt auf? Mystery? Keine! Spannung? Wortwitz? Keine! Ähm, keiner! Es ist irgendwie einfach nur ein schon hundertmal erzählter Kriminalfall, der allenfalls ganz nett ist. Ja, viel kann man da einfach nicht schreiben. Es gibt keine nennenswerten Höhen oder Tiefen, nichts, was man hervorheben könnte. Wer Fan und Sammler/in der ??? ist, wird die Folge eh kaufen, doch damit muss man es wirklich nicht eilig haben. Meine Wertung von 66% sollte das wohl verdeutlichen! :)


Meine Wertung: 66%
Cover: ...und der verrückte Maler (58) ...und der verrückte Maler
Erschienen: 1994
Dauer: 44:14

Tante Mathilda ist wütend! Wie kann Onkel Titus es nur wagen, dieses grauenhafte Gemälde einfach in ihr Wohnzimmer zu hängen! Noch in derselben Nacht versucht jemand den Ölschinken zu klauen. Grund genug für Justus, Bob und Peter sich einzuschalten. Drohanrufe, nächtliche Überfälle und eine verdächtige Safefirma führen die drei Junior-Detektive über das Meer zu einem einsam gelegenen Haus an der Küste. Dort erwartet sie eine gefährliche Überraschung.

Mein Kommentar: Ich kenne diese Folge natürlich schon seit längerer Zeit, und habe sie seit dem auch schon ein paar Mal gehört. Aber es hatte erst vor wenigen Jahren klick gemacht, um hinter dem Fall und alles zu blicken. Ich hörte dieses Hörspiel schon so häufig, und bekam immer mit, dass es da irgendwie um Safes und ein komisches, gelbes Gemälde geht, aber spätestens, wenn Justus mit Onkel Titus das getürkte Safe-Beratungsgespräch abhalten, liess ich mich ganz einfach ablenken. Die Folge lief zwar meistens trotzdem ganz durch, so dass ich auch immer mal raushörte, dass es da was mit einer Art Robin Hood auf sich hat, aber auch das verstand ich nie so wirklich, weil ich mich - genau! - dann auch sofort wieder ablenken liess.

Bei keiner anderen ???-Folge musste ich so oft von vorne anfangen, um auch ja von vorne bis hinten alles zusammengereimt zu bekommen. Waren das alles nur Zufälle oder ist die Folge so öde? Schwer zu sagen, aber ich denke schon, dass es an der Geschichte liegt. Der Gag mit Ashley und Hayles wirkt kein bisschen spannend, der Zwist zwischen Burt und William tangiert mich auch nicht, und wieso Stella auf einmal so nett zu Just, Peter und Bob ist - und dann seltsamerweise wieder verschwunden! -, ist mir hier völlig wurscht.

Der Fall selbst ist zwar stets nachvollziehbar, und alle Sprecher/innen machen ihre Sache im Grunde hervorragend, aber "Der verrückte Maler" plätschert sowas von seicht daher. Es wird nicht ermittelt, stattdessen folgt ein Zufall nach dem anderen. Und dann der Oberknaller par excellence: Der Erzähler beschreibt(!) in 4-5 kurzen Sätzen eine gesamte Szene, die eigentlich endlich mal Spannung und Action in den Fall gebracht hätte. Und gerade Spannung und Action fehlen hier über die Maßen. Sorry, aber diese Geschichte ist schlicht und ergreifend ganz, ganz doof! 49%.


Meine Wertung: 49%
Cover: Giftiges Wasser (59) Giftiges Wasser
Erschienen: 1994
Dauer: 42:20

Die Nachricht trifft Justus, Peter und Bob wie eine Bombe: Ein Unbekannter droht, das gesamte Trinkwasser des verschlafenen Touristenstädtchens Sedona zu vergiften. Sollte das geplante Rockfestival nicht abgesagt werden? Die Polizei ist ratlos. Die drei ??? übernehmen den Fall und geraten bald in brenzlige Situationen. Da meldet sich der Erpresser erneut - das Ultimatum läuft ab!

Mein Kommentar: Wieder BJHW als ???-Autorin, und wieder eine langweilige ???-Folge... Ich begrüße, dass Frau Henkel-Waidhofer sich bemüht, etwas mehr Umweltbewusstsein in das Universum der drei ??? einzuflechten; das gelingt ihr sogar ganz gut, denn es wirkt fast nie aufdringlich oder erhobener-Zeigefinger-mäßig. Aber ihre Fälle sind nun mal einfach nicht der wahre Jakob. Gerade in diesem Hörspiel wird das deutlich.

Es wird weniger ermittelt, als vielmehr durch den Zufall erkannt, wie sich gewisse Sachverhalte ins Bild einfügen. Das ist schade, denn gerade durch den Bürgermeister, der etwas ruppig gegenüber Ruth ist, hätte sich was Interessantes basteln lassen können. Doch stattdessen quatschen die drei ??? endlos mit diversen Personen, um dann am Schluss die Täter mit einer schlappen Beweislast-Unterstellung zu überführen.

Warum müssen die BJHW-Fälle auch noch so langwierig, kompliziert zu verstehen und langweilig sein? Naja, ich kann da beim besten Willen nicht mehr als 62% vergeben - sorry...


Meine Wertung: 62%
Cover: Dopingmixer (60) Dopingmixer
Erschienen: 1994
Dauer: 46:33

Sport lässt Justus normalerweise kalt. Besonders, wenn er an einem neuen Fall arbeitet. Aber was er da auf dem Sportplatz der Highschool von Rocky Beach erlebt, macht ihn stutzig. Einer der Jungs, die mit Peter für das Sportfest trainieren, läuft sensationell schnell! Und kaum versuchen die drei ??? der Sache auf den Grund zu gehen, taucht der Sprinter unter. Opfer gewinnsüchtiger Manager oder selbst ein gewiefter Dopingbetrüger? Wer hat da seine Finger im Spiel?

Mein Kommentar: Eigentlich eine sehr gute Folge, die ich immer wieder gern höre - ja, wirklich! :) ...und ich weiss auch, dass sie bei vielen Fans nicht sonderlich wohlgelitten ist. Was wohl hauptsächlich an den Dialogen liegt. Denn ???-untypisch wird immer wieder politisch korrekte Moral runtergeleiert. Wobei ich beim "Dopingmixer" allerdings finde, dass es sooooo schlimm auch wieder nicht ist. Gänzlich unglaubwürdig finde ich nur Bobs Ausraster. Erstens passt das überhaupt gar nicht zu ihm, und zweitens ergibt es keinen Sinn, dass er so ohne wenigstens mal hinzuhören, Justus und Peter ziemlich schroff über den Mund fährt, obwohl diese lediglich erklären, was sie beobachtet haben. Hier, Frau Henkel-Waidhofer, haben sie eindeutig zu sehr versucht, die Jungs jugendlich zu machen, indem sie eine absolut atypische Situation aus einer Lappalie haben entstehen lassen.

Doch sieht man davon einmal ab, denn schliesslich dauert das Ganze nur ca. 2-3 Minuten, mag ich diesen ???-Fall - ohne allerdings mit dem Finger auf bestimmte Umstände zeigen zu können, die das belegen würden, denn tatsächliche Stärken gibt es hier wirklich nicht. Jedoch auch nichts, was diese Folge wirklich schlecht machen würde. Vielleicht ist es einfach nur eine Art Hörspielfan-Anomalie meinerseits? :)

Na, wie dem auch sei, ich mag die Folge, kann und darf aber natürlich auch nicht die vielen kleinen und großen Kritikpunkte unter den Tisch fallen lassen. Darum denke ich, dass eine Wertung von 65% eine gute Balance darstellt.


Meine Wertung: 65%
Cover: ...und die Rache des Tigers (61) ...und die Rache des Tigers
Erschienen: 1995
Dauer: 57:22

Ein Sprengsatz explodiert während der Einweihungsfeier eines Vergnügungsparks im ehemaligen Zoo von Rocky Beach. Steckt tatsächlich die Bügerinitiative dahinter, die auf demselben Gelände eine Jugendfarm errichten möchte? Die drei Detektive Justus, Bob und Peter können nicht recht daran glauben und suchen die wahren Hintermänner des feigen Anschlags. Doch erst ein geheimnisvoller Brief setzt die drei ??? auf die richtige Spur und führt sie zum "Thron des Tigers". Dort erwartet sie eine gefährliche Überraschung.

Mein Kommentar: Irgendwie, also ich weiss nicht. Ein eigentlich beinharter Umweltaktivist und Fairnessfanatiker soll geldgeil sein? OK, nichts ist unmöglich, und vielleicht hat dieser Typ ja auch nur so getan, als ob. Aber etwas mehr Substanz, damit man dies als Hörer/in auch verstehen oder glauben könnte, wäre mir lieb gewesen. Und gerade Morton verstehe ich noch weniger.

Schön, dass man ihm menschliche Eigenheiten zuschustern wollte, aber durch und durch vorurteilsbehaftete Scheuklappen-Argumente abzulästern ist nun nicht gerade das, was man von Morton erwartet oder auch nur erahnt hätte. Zumal Morton sich selbst widerspricht: Er kann Leute nicht leiden, die in Sandalen herumlaufen und Müsli fressen(!) und glauben, sie würden die Welt retten, wenn sie ihre Stromrechnung um 20% drücken - aber er hält es für möglich, wenn es vll. ein paar Millionen mehr gäbe, die so handeln würden... Nenene, das ergibt keinen Sinn, und Mortons früheres und späteres Auftreten steht in argem Kontrast zu so einer Aussage.

Ja, jetzt habe ich schon ewig über Kleinigkeiten am Rande geschrieben, aber über die eigentliche Folge kaum ein Wort verloren. Nun, das liegt daran, dass der Fall allenfalls durchschnittlich ist. Zwar bringen Thomas Thomé, Wolfgang Völz und Janina Richter eine grandiose Performance, aber der Fall ist durchlöchert von merkwürdigen und unsinnigen Aussagen: Als die drei ??? z.B. in der Kühlkammer festsitzen, meint Justus, dass sie ja zum Glück keine Vegetarier seien. Weil sie nicht auf fleischliche Kost verzichten, ist der Anblick von Tierkadavern zwar ewtas ekelhaft, aber noch zu etragen!? Aha. Erst, wenn man also schon längst der Meinung sei, ein Tier sollte nicht des menschlichen Hungers wegen sterben, würde man sich in einer Kühlkammer mit dutzenden toten Tieren so richtig schön gruseln - oder darüber pikieren!? Man könnte ja z.B., gerade WEIL man jetzt in so einer Kammer ist, mal überlegen, sein Ernährungsverhalten zu ändern. MÖGLICH wäre das zumindest!

Sorry, aber ich kann diese Folge einfach nicht im geringsten genießen, weil hier am laufenden Band nur Schnellschuß-Unfug von sich gegeben wird. Setzen, sechs! Ähm: 20%, meinte ich!


Meine Wertung: 20%
Cover: Spuk im Hotel (62) Spuk im Hotel
Erschienen: 1995
Dauer: 58:04

Seltsame Dinge geschehen im Hotel der exzentrischen Amanda Black. Ein Unbekannter treibt seine Spielchen mit der ehemaligen Schauspielerin. Über Nacht verschwinden Erinnerungsstücke, die an denkbar merkwürdigen Stellen wieder auftauchen. Doch als schliesslich ein Nebengebäude in Flammen aufgeht, sind sich Justus, Peter und Bob einig: Das ist bitterer Ernst! Die drei ??? entschliessen sich, dem Täter eine Falle zu stellen.

Mein Kommentar: Schöne Folge. Ich höre sie gern. Spannender Fall, viele Schlussfolgerungen, viele Ermittlungen, Peter spielt einen Snob. Dazu das Hotelfeeling und die von Beate Hasenau großartig gespielte Rolle der Amanda Black. Ich habe hier echt nichts zu meckern!

Bis auf das Ende, denn die Auflösung ist einfach total unbefriedigend. Mr. Simpson war es also. Toll - und wer ist Mr. Simpson? Und wer sein Auftraggeber? Man hört zwar Namen und Motive, aber als Hörer/in kann man keinerlei Verbindung dazu aufbauen, weil die Namen einfach nur Namen bleiben, und die zugehörigen Personen sonst praktisch überhaupt nicht im übrigen Geschichtsverlauf vorkommen. Sicher, man kann das so und so sehen: Wer es war, ist nicht so wichtig, solange der Fall und Auflösung korrekt sind. Aber macht es nicht mehr Spaß, den Täter selbst auch ermittln zu können, weil man die Gelegenheit dazu bekam, selbst Fakten zu kombinieren?

Naja, ich will diese schöne Folge nicht unbedingt nieder machen, aber wenn sonst alles stimmt, stört man sich eben an den übrigen Dingen. Und das ist in diesem Fall die Täterentlarvung. Deshalb ziehe ich ein paar Punkte ab, und vergebe die restlichen 82% als meine Bewertung.


Meine Wertung: 82%
Cover: Fußball-Gangster (63) Fußball-Gangster
Erschienen: 1995
Dauer: 1:05:11

Welches Interesse könnte ein Lebensmittelkonzern daran haben, eine ganze Fussballmannschaft unter seine Kontrolle zu bringen? Jimboy, Justus Cousin, hat sich mächtig verändert, seit er Stümer in dieser Elf ist. Und zwar nicht zu seinem Vorteil. Die drei ??? merken bald den Zusammenhang zwischen Jimboys Schweigsamkeit und seinen Erlebnissen im streng bewachten Trainingslager. Aber kaum haben sie Erfolg bei ihren Erkundigungen, schaltet sich Inspektor Cotta ein. Justus, Peter und Bob sollen die Finger von dem brandheissen Fall lassen. Das sehen die drei ??? entschieden anders...

Mein Kommentar: Ist das zu fassen? Diese Folge ist sozusagen DER Bestseller der ???-Hörspiele! :) "Ausgerechnet die schlechteste Folge von allen!?", werden manche jetzt gewiss denken, aber der Grund dafür ist bestimmt das Thema "Fußball", das sofort auch beim Titel das Kaufinteresse wecken wird. Und auch auf der Rückseite wird im Kladdentext viel Spannung versprochen.

Aber jetzt kommt der Hammer, der Euch perplex bügelt: ICH mag diese Folge! :) Ja, wirklich! Natürlich hat sie viele Schwächen und Fußball interessiert mich nicht die Bohne, aber ich kann mich an all den Schwächen dieses ???-Falls einfach nicht stören, weil er mir insgesamt eben einfach irgendwie gefällt. Aber gehen wir das mal gemeinsam durch:

Die Idee für diesen Fall ist eigentlich gut und glaubhaft geschildert: Betrug beim Sport für höhere Werbeeinnahmen. Doch der Rest ist nicht ganz nachvollziehbar oder unglaubhaft: Ein Lebensmittelkonzern, der einen ganzen Verein hermetisch abriegelt und Besucher vorweg erstmal sehr wirsch anpöbelt - niemanden scheint das zu wundert oder zu stören. Justus, Peter und Bob gelingt es, in die große Anlage einzudringen - alles klar! Keine einzige Kamera hat sie erfasst! Und als sie doch fast erwischt werden, fragen sie nur nach den Toiletten und der Mann schöpft keinen Verdacht und pfeifft sie nicht mal an, dass sie in diesen Räumlichkeiten nichts zu suchen hätten. Zumindest sollte ihm auffallen, dass Justus ganz gewiss kein großes Sportass ist. wenn er wirkich so starkes Übergewicht hat, sollte man auf mangelnde Fitness schliessen lassen.

Aber es kommt noch dicker: Justus, Peter und Bob können das Gelände sogar wieder verlassen, ohne entdeckt zu werden. Dazu kommt ein ehemaliger Schiedsrichter, der ein paar Jungs seine Lebensgeschichte erzählt und ein Vorstand bei Earphone wundert sich auch nicht, dass Jugendliche als Geschäftspartner mit ihm über äusserst geheime Geheim-Geschäftspraktiken sprechen wollen. OK, wieso sollen drei Kids nicht was auf dem Kasten haben und wirklich Geschäftsleute sein, aber dass bei diesen drei Situationen niemand Schwierigkeiten macht oder zumindest eine geringe Überprüfung durchführen lässt? Naja, naja, naja...

Aber, wie schon geschrieben: Ich mag diesen Fall! Das Thema Fußball ist mir völlig egal und an einigen Stellen fehlt Glaubwürdigkeit, aber ich kann dieses Hörspiel einfach gut leiden. Vielleicht ist es die Zahl "63", oder sowas, keine Ahnung, aber ich höre den Fall ab und zu sehr gern, und schaffe es problemlos, die genannten Mängel einfach zu ignorieren. Trotzdem möchte natürlich ich eine möglichst faire Wertung vergeben, was ich mit noch annehmbaren 60% auch gern erledige.


Meine Wertung: 60%
Cover: Geisterstadt (64) Geisterstadt
Erschienen: 1995
Dauer: 1:05:25

Über Nacht wird aus harmlosen Skiferien in den Bergen eine gefährliche Suche im Kriminalfall Oames. Der Gastgeber der drei ???, der berühmte Spieleverleger Michael Julius Oames, ist entführt worden. Die Kidnapper fordern eine Million Dollar. Eine Menge Geld, finden Justus, Bob und Peter und beschliessen, der Polizei von Lake Tahoe unter die Arme zu greifen. Kann Oames Vergangenheit Licht in die Sache bringen? Da stossen sie auf eine heisse Spur. Sie führt direkt in eine Geisterstadt.

Mein Kommentar: Ich mag den Fall eigentlich, weil er so richtig schön verschachtelt ist und weil die Produktion das Winterfeeling klasse rüberbringt. Aber es bleiben einfach total viele Fragen offen, weil kaum etwas wirklich 100%ig aufgeklärt wird. Merkwürdig ist dabei nur, dass das Gerüst des Falls nachvollziehbar bleibt, aber nur die Detailfragen im Nachhinein für diverse Unklarheiten sorgen. Und auch das Buch hat mir kein Licht ins Dunkel gebracht.

Na klar, der Hintergrund ist soweit verständlich: Die Dame Street entführt Oames Sr., damit sie wenigstens so an ihre 2 Millionen kommt. Und obwohl dem Vater bald keine Gefahr mehr droht, tut er weiterhin so, als sei er entführt, um zu sehen, ob sein Sohn gezahlt hätte. Dann wittert die Frau des Sohnes eine Chance, an Geld zu kommen, indem über das Lösegeld was vom Firmenvermögen in die eigene Tasche abgezwackt wird.

Doch wenn die Lösegeldübergabe mit den Mülleimern tatsächlich abgewickelt werden würde, käme der Vater ja dann nicht frei, weil die Kohle nicht bei den Entführern landet - was dann? Wirklich den Vater opfern? Und wie nähme man 500.000 für sich an die Seite, ohne, dass die Polizei es merkt? Und was, wenn durch die Entführer herausgekommen wäre, dass die von 2,5 Mios gar nichts wussten?

Echt schade. Hätte Frau Henkel-Waidhofer allen verwirrenden Umständen nachvollziehbarere Fakten beigemischt, so dass man einige Dinge nicht einfach durch Mutmaßungen erschließen müsste, würde ich diese Folge brilliant finden. Doch so schrammelt sie haarscharf an dieser Bezeichnung vorbei, weil z.B. nicht mal herauskommt, ob der Sohn jetzt wirklich gezahlt hätte, oder nicht. Macht nach Adam Riese und Eva Zwerg noch gute 77%, weil man seinen Grips anstrengen muss und im Winterfeeling versinken kann.


Meine Wertung: 77%
Cover: Diamantenschmuggel (65) Diamantenschmuggel
Erschienen: 1995
Dauer: 57:42

Ihren ersten Trip nach Europa haben sich Justus, Peter und Bob anders vorgestellt: Statt der erwarteten Vergnügungstour durch London werden sie in einen Diamantenschmuggel verwickelt und sogar - natürlich unfreiwillig und zunächst völlig ahnungslos - als Kuriere der heissen Ware benutzt. Schnell wird ihnen klar, dass die Reisegesellschaft, mit der sie einen Ausflug nach Rotterdam unternehmen, nicht nur aus erlebnishungrigen Touristen besteht. Welche Rolle spielt zum Beispiel der tolpatschige Mr. Thomas? Steckt er hinter den anonymen Briefen? Doch von solchen Einschüchterungsversuchen lassen sich die drei ??? bestimmt nicht abschrecken!

Mein Kommentar: Was für ein Gedankenchaos! Mal glaubt man, man ist auf gutem Wege, diese Geschichte nachzuvollziehen und dann steht man plötzlich da und weiss gar nicht mehr, was eigentlich los ist. Und wieso verrät der Titel bereits das Ende und warum verdächtigt bereits der Kladdentext auf der Rückseite eine ganze Reihe an Personen? Überhaupt ist hier so einiges auch total unlogisch.

Amerikanische Touristen erkennt man in England an den T-Shirts und nicht etwa am Akzent? Wieso hat Onkel Titus offenbar nicht die Adresse seines Brieffreundes? Und die Szene, als Bob mit etwas Eiswasser das Schloss sprengen(!) will? Physikalisch mag alles richtig sein, aber das Mengen-/Größenverhältnis scheint nicht so ganz zu stimmen, meine ich. Sogar um zufällig die Schlosskontakte zu traktieren, dürfte das nicht ausreichen! MacGyver lässt grüßen!

Und urplötzlich sind die drei ??? frei, stehen sie vor Applebloome und Jenkins und leiern in wenigen Sekunden den ganzen Fall herunter, als wäre das alles ja total logisch. Und überhaupt kommt weder England- noch Hollandfeeling auf. Viel zu hektisch-chaotischer und viel zu unlogischer Fall! 43%.

PS: Und bei dem "Hoppsaaaaa" kurz vor Ende, also, das ist doch André Minninger, nicht wahr?


Meine Wertung: 43%
Cover: ...und die Schattenmänner (66) ...und die Schattenmänner
Erschienen: 1995
Dauer: 57:22

Aus einem harmlosen Ausflug nach Rom wird für die drei ??? ein ganz heisser Fall. Direkt vor ihren Augen ereignen sich dreiste Überfälle an sorglosen Spaziergängern. Die Geschwindigkeit und Routine der Diebstähle macht klar: Hier sind Profis am Werk. Keine Frage, dass Justus, Peter und Bob die Verfolgung aufnehmen. Als sie jedoch den wahren Drahtziehern auf die Spur kommen, wird die Situation für sie mehr als brenzlig...

Mein Kommentar: Braucht jemand einen Reiseführer für Rom? Hier, diese Folge eignet sich hervorragend - aber aufpassen, es droht Einschlafgefahr! Diese Folge ist einfach total belanglos und noch mehr unzusammenhängend. Ein paar vollkommen übliche Diebstähle, die einige hundert Mal pro Tag in Rom geschehen, als Hintergrund für eine organisierte Bande zu nehmen? Warum kommt die Bande eigentlich gar nicht vor? Und wieso gibt es keinerlei Probleme mit der Verständigung (Amerikanisch - Deutsch - Italienisch)?

Wieso kennen die drei ??? den Bergamelli so gut? Und wieso wird Justus entführt und wieso hilft "Die Spinne", ihn zu retten? Und warum, Frau H.-W. und Frau Körting, wird im Buch und im Hörspiel ein junges Mädchen als "Die Spinne" beschrieben und sogar noch so benannt? Sollen hier Kinder lernen, dass man andere Menschen wegen ihres Aussehens diskriminiert?

Das einzig Detektivische an diesem Hörspiel ist das Inlay, weil dort für "1. Italiener" und "2. Italiener" die Namen Marcello Grassi und Luigi Pane verwendet werden. Wer jetzt GANZ GENAU hinhört, erkennt das italienische Stimmengewirr als Oliver Rohrbeck, Jens Warczeck, Andreas Fröhlich und Michael Harck wieder - eventuell noch 1-2 weitere Personen, die ich nicht heraushören kann.

Dafür macht diese Folge etwas so dermaßen richtig, dass es unbedingt eine Erwähnung finden muss. Alexandra bekommt die Karte der drei Detektive und wie es bis jetzt immer war, lasen alle die Zeichenfolge "???" als "drei Fragezeichen", als wäre es das, was am naheliegendsten wäre. Nein, Alexandra liest es ausnahmsweise "richtig", nämlich voller Verwunderung als "Fragezeichen, Fragezeichen, Fragezeichen?" vor - na endlich mal!

Fade, unlogisch, langweilig. 35%!


Meine Wertung: 35%
Cover: ...und das Geheimnis der Särge (67) ...und das Geheimnis der Särge
Erschienen: 1996
Dauer: 1:01:33

Haarsträubende Dinge erzählt man sich von den berühmten Höhlenlabyrinthen auf der schwäbischen Alb, aber natürlich ist davon nur die Hälfte wahr. Doch Justus, Peter und Bob, die drei Junior-Detektive aus Rocky Beach, beginnen an Spukgeschichten zu glauben, als sie in der Geisterhöhle urplötzlich eine grausige Entdeckung machen...

Mein Kommentar: Ich erinnere mich genau daran, wie es war, als ich diese Folge damals mit meiner Freundin gehört hatte. Wir saßen auf dem Boden, taten nichts, als der Kassette zu lauschen. Und als die Folge vorbei war, hatten wir überlegt, ob wir zwischendurch eigentlich umgedreht hatten, oder ob wir wirklich gerade das Ende gehört hatten. Wir haben diese ???-Story einfach nicht verstanden.

Und das, was eigentlich detektivisch gewesen wäre, z.B. die Sache mit den gleichen Familiennamen, das kam so plötzlich und unerwartet, dass es kein bisschen überraschte oder gar nachvollziehbar war. Und diese ganze Sache mit dem Mönch? Und wieso wurde Babette Eberle so übertrieben schrullig dargestellt? Hätte es nicht gelangt, eine sehr maskuline Frau einfach nur als das, was sie ist, darzustellen? Musste man sie auch noch so seltsam in Szene setzen, dass man sogar im Inlay nur "M. Rospatt" statt "Michael von Rospatt" schrieb?

Oder das ganze Gespringe vom Deutschen ins Englische. Die ganze Szene im Wirtshaus wird total unglaubwürdig. Die drei ??? bestellen Speckbrote und Apfelsaft (Bob stottert dabei sogar so stoisch). Und dann bestellt die Wirtin "Zwei Speckbrote" in die Küche. Wie? Die sprechen alle Englisch? Oder alle Deutsch? Dasselbe gilt auch für die Szene mit den beiden Polizisten. Sicher, irgendwie muss man das in einem Hörspiel schon hinbekommen, aber dass man einfach alles, was gesprochen wird, in das Zuhörer-Deutsch übersetzt, ohne jeden Akzent...!?

Und was ist das mit dem Brokat ganz am Ende? Mylnár dürfte als Fachmann doch wohl wirklich wissen, wie sich was nach wie langer Zeit anfühlt. Ausserdem ist es möglich, dass er für die Besucher auch einfach nur etwas auf die Kacke haut (wie das ja so oft gemacht wird). Das ist auf jeden Fall kein echtes Indiz und ein Beweis schon gar nicht. Zumal nicht zu vergessen: Mylnár hätte das Diebesgut auch überall sonst verstecken können.

Alles wie ein Haufen durchschnittlich guter Ideen zusammengeklebt und am Ende so getan, als würde man die Leute jetzt mit einem genialen Tatbestand überraschen, obwohl man vorher nicht mal die leiseste Ahnung hatte, dass es überhaupt einen Tatbestand gegeben hätte, dem die drei ??? auf der Spur sind. Ganz davon zu schweigen, dass man nicht mal weiss, worum es überhaupt geht.

Es tut mir leid, aber dieser Fall von Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer wirft mehr Fragen auf, als dass er Antworten bringt. Nichts gegen einen Krimi, bei dem man völlig autark mitdenken muss/soll. Aber dann sollte man die Hörerschaft auch nicht mit seinen Antworten allein im Regen stehen lassen, sondern sicherstellen, dass deren Antworten bestätigt werden, wenn die Annahmen äusserst zweifelhaft sein könnten.

Ein total unverständlicher Plot, der als Hörspiel wenigstens ein paar richtig tolle Effekte und Atmosphären zu bieten hat. Darum nochmal so gerade eben eine 45%-Wertung. Unlogisch und zusammenhangslos wie sonst gar nichts.


Meine Wertung: 45%
Cover: ...und der Schatz im Bergsee (68) ...und der Schatz im Bergsee
Erschienen: 1996
Dauer: 58:46

Eine brenzlige Situation für Justus, Peter und Bob: Ihr Rundflug über die Schweizer Alpen endet jäh mit einer Bruchlandung. Der Pilot ist bewusstlos, das Funkgerät zerstört. Plötzlich landet ein Helikopter neben ihnen. Bewaffnete Männer fesseln und knebeln Bob, und die drei ??? müssen hilflos zusehen, wie die Gangster das Flugzeugwrack durchsuchen. Wenig später verschwinden sie wieder. Die drei Junior-Detektive können sich in Sicherheit bringen. Doch dann kommen die Gangster zurück...

Mein Kommentar: Lassen wir erstmal alles Unlogische aussen vor: Die Atmosphäre der Folge ist toll und Frau Körting und Herr Minninger haben offenbar alles getan, um diese (Hörspiel-)Folge so gut es geht zu retten. Bei mir kommt das Feeling für Abenteuer, Berge und See gut an.

Jetzt das Unlogische; wobei ich hervorheben muss, dass ich nur Schwer- und Stichpunkte nenne, da ich sonst morgen noch nicht fertig wäre! :) Die drei ??? stürzen (erneut!) mit dem Flugzeug ab und haben sich nicht mal eine Rippe geprellt. Wie kann Justus die Bergwacht anfunken, wenn das Funkgerät tot ist? Keine Elektrik, zerrissene Kabel sind ein nicht zu unterscheidender Faktor. Und wer bitte kauft gebrauchte und vorallem geschrottete Flugzeugteile? Und kann mir BITTE mal jemand sagen, wie ein U-Boot (EIN U-BOOT!!!) einen Berg rauf in einen See kommt? In der Schweiz wohlgemerkt!

Zwar kann Mariana schweigen, wie sie uns wissen lässt, aber ich glaube, hier wollte sich Frau Henkel-Waidhofer nur aus der Affäre ziehen. Nur dass es nicht lustig oder sonderlich effektiv wirkt. Zu allem Überfluss ist das U-Boot auch noch ferngesteuert und der See kristallklar - selbstverständlich hat noch niemand das U-Boot von oben gesehen! Darüber hinaus vermisst auch noch niemand das U-Boot oder einen Learjet, das voller Gold sein soll... Und was ist plötzlich mit dem ominösen Drohbrief, der irgendwie nicht mehr relevant zu sein scheint?

Jo, Kinners, wie schon bei den 3-4 Folgen zuvor ist das hier ein Haufen unzusammenhängender Indizien und "Beweise", der nur durch die wirklich gute Atmosphäre und die nachvollziehbare Rahmenhandlung gerettet wird.... Deshalb zücke ich eine Gerade-noch-60%-Wertung aus meinem U-Boot... ähm... meiner Tasche!


Meine Wertung: 60%
Cover: Späte Rache (69) Späte Rache
Erschienen: 1996
Dauer: 1:04:04

"Wir haben Peter! Er muss für alles bezahlen!" Ein anonymer Brief schreckt Justus und Bob auf. Eigene Nachforschungen nach dem Schicksal ihres Zweiten Detektivs bleiben ergebnislos, deshalb wenden sie sich hilfesuchend an die Polizei von Rocky Beach. Ihr Freund Inspektor Cotta schlägt vor, eine Polizeipsychologin hinzuzuziehen. Sie soll aus dem Bekennerschreiben Hinweise auf den Charakter des Täters herauslesen. Und tatsächlich kommt die Expertin zu einem überraschenden Schluss: Hinter der Entführung steckt ein lange zurückliegender Fall der drei Detektive. Justus und Bob durchforsten ihr umfangreiches Archiv. Denn die Zeit läuft...

Mein Kommentar: Kann mir bitte mal jemand sagen, wieso um Himmels Willen man keinen Fall als Grundlage nahm, der damals erschienen ist? Wieso bitte musste man einen Fall nehmen, der zwar offenbar wirklich passierte, aber den Hörern/Lesern gänzlich unbekannt ist? Welchen Grund soll es dafür denn geben? Frau Henkel-Waidhofer erklärte, dass Kosmos dies nicht wollte, weil Fortsetzungen nicht gestattet seien. Aber, wieso zum Kuckuck nimmt man dann diesen Fall überhaupt ins Portfolio? Es ist doch vollkommen egal, weil der Fall sowieso eine Fortsetzung ist, da ein vorangegangener Fall als Grundlange dient.

Da hätte man doch wenigstens einen Fall nehmen können, den die Fans bereits kennen, denn so hätte man sie mit Indizien und kleinen Hinweisen selbst an der Lösung teilhaben lassen können. Und wenn jemand den Fall noch nicht kennt, ist es sowieso gleichgültig, weil auf die Art, wie "Späte Rache hier vorliegt", sowieso niemand den genannten Fall kennt. Ganz zu schweigen von all den Abermillionen an Verweisen, Verknüpfungen, Bezügen im ???-Universum, die in den vorherigen und späteren Fällen auftauchten...

Und wer z.B. geht um 22h in eine Disco, nur um um Mitternacht bereits wieder im Bett zu liegen? Wieso brüllt Peter so laut, als er mit dem Entführer spricht - und was soll diese Gruselmusik? :) Dafür gefällt mir Frau Körting, die endlich mal eine etwas größere Rolle spielt und nicht nur eine winzigkleine Kaufhaus- oder Flughafendurchsage übernimmt. Sie macht eine wirklich gute Figur dabei; könnte ruhig öfters mal 'ne Rolle spielen. Apropos Rolle: Die schrullige Rolle von Erna Fiedler erinnert ganz an die alten ???-Tage; hat Kosmos da etwa nicht aufgepasst? ;)

Naja, davon ab ist dieser Fall aber wirklich in Ordnung. Es wird ermittelt und geschlussfolgert und es gibt keine hanebüchenen Zusammenhänge, weshalb ich "Späte Rache" durchaus ganz nett finde und das mit einer 64%-Wertung unterstreichen möchte.


Meine Wertung: 64%
Cover: Schüsse aus dem Dunkel (70) Schüsse aus dem Dunkel
Erschienen: 1996
Dauer: 1:02:46

Mit einer flotten Bühnenshow präsentiert die erfolgreiche Modedesignerin Sally Samson ihre neue Kollektion. Bei der Westernmode passiert es: Ein Model bricht, von einem Schuss getroffen, zusammen. Ein kaltblütiger Anschlag? Wem war die junge Frau im Weg? Oder war es ein Ablenkungsmanöver? Gibt es eine Verbindung zwischen dem Schuss und den geraubten Entwürfen aus Sally Samsons Tresor? Für Justus, Peter und Bob, die drei erfolgreichen Detektive aus Rocky Beach, gibt es nur eine Möglichkeit, dem Täter auf die Spur zu kommen: Sie müssen sich als Model bewerben.

Mein Kommentar: Eine der ???-Hörspielausnahmen, die ich aus der BJHW-Ära wirklich ganz gut finde. Nachvollziehbare Handlung, mal was Neues, nicht zu weit weg vom typischen ???-Stil, ermittelt und geschlussfolgert wird ebenfalls.

Ich finde zwar, dass die Szenen, die eigentlich ja lustig und unterhaltsam gemeint sind, eher stören (z.B. Justus gewinnt das Powackel-Casting), aber die sind nicht sooo schlimm, dass sie das Hörspiel vermiesen. Nur bei der Auflösung fing die gute Frau Henkel-Waidhofer an, alles zu verkomplizieren: Sperrminorität, eifersüchtige Schwester, Zwang zum Fallenlassen von Anteilen, "Wer liebt wen?", die Schwester wollte doch eh schon längst... usw... Das hätte nicht sein müssen und wirkt so konstruiert - zumal es die ganze Zeit vorher nicht zur Sprache kam und deshalb eigentlich irrelevant ist. Es hätte, finde ich, auch genügt, wenn man die Schwester durch die Entführung dazu zwingen wollte, ihre Anteile zu verkaufen - und fertig.

Gibt zwar noch ein paar Dinge, die "Schüsse aus dem Dunkel" auch sonst nicht ganz rund erscheinen lassen (z.B. verräterisch gekritzelte Dollarzeichen), aber in Anbetracht der größtenteils katatrophalen Mängel in den meisten BJHW-Folgen erlasse ich mir das Schreiben darüber und belasse es bei: Ich kann diese Folge echt gut leiden - 73%.


Meine Wertung: 73%
Cover: Die verschwundene Seglerin (71) Die verschwundene Seglerin
Erschienen: 1996
Dauer: 1:04:49

Was geschah mit Irma Bannister? Von einem Segelausflug mit Freunden kehrte die beliebte Antiquitätenhändlerin nicht mehr zurück. Doch die Trauer der Hinterbliebenen hält sich in Grenzen. Die drei Detektive aus Rocky Beach wittern einen brisanten Fall und nehmen die Fährte auf. Doch ihre Recherchen enden in einer Sackgasse, die Betroffenen schweigen. Was ist tatsächlich passiert?

Mein Kommentar: Mit BJHW-Maßstäben gemessen, ist das hier eine absolute Meisterleistung; zumindest, wenn man nach den sonst üblichen BJHW-Verwirrungen geht: Eine Handlung, der man folgen kann, ohne dass zig verschiedene Faktoren einwirken, die alles nur komplizierter und hanebüchener machen; dafür ist das Ende wieder so ein seltsames Missmasch-Ungetüm: Eine Fahrt zur Auktion, und plötzlich wirken wieder zig verschiedene Kleinigkeiten auf einen eigentlich total simplen Sachverhalt - muss denn sowas immer sein, Frau Henkel-Waidhofer?

Der Rest des Hörspiels ist eigentlich soweit in Ordnung, wenngleich auch eine Spur zu gerade und langweilig. Denn es ist ja wohl nach spätestens 15 Minuten jedem klar, dass Irma nicht wirklich tot ist, weshalb die Spur, der die ??? folgen, weder sonderlich spannend noch interessant ist, weil sie einfach nur von A nach B nach C tapern und jede Menge Leute befragen.

Wirklich gerettet wird dieses Hörspiel also nur dadurch, dass Europa sich viel Mühe gab; mit der Cast, der Musik und der allgemeinen Atmosphäre, weswegen ich eine gute, sehr solide 65%-Wertung zücke.


Meine Wertung: 65%
Cover: Dreckiger Deal (72) Dreckiger Deal
Erschienen: 1996
Dauer: 56:18

Kings Cafe ist für die Schülerinnen und Schüler der High School von Rocky Beach ein beliebter Treffpunkt: Der freundliche Besitzer Malcolm King hat immer ein offenes Ohr für sie und hilft, wo er kann. Deshalb ist es ein grosser Schock für sie, als King plötzlich verhaftet wird. Die Polizei hat in seinem Laden Rauschgift gefunden. Justus, Peter und Bob, die drei jungen Detektive, wollen King helfen. Aber sie wissen nicht, worauf sie sich da eingelassen haben.

Mein Kommentar: Meine Mutter - Deine Mutter? WAS bitte war daran nicht zu verstehen? DAS soll ein Rätsel sein? "Vielleicht sollten wir MEINE Mutter ganz wörtlich nehmen", wow, Peter... Du bist grandios! Sollte das an die ???-Klassiker anknüpfen und die Fans mal auf eine falsche Fährte locken? Naja...

Aber der Rest des Falls funktioniert genauso, nur andersrum... King hilft der guten Frau Dalton, die dummerweise mit den Drogendealern mal gemeinsame Sache gemacht hat... So, nur, jetzt sagt mir doch mal bitte folgendes: WAS SOLL DER KÄSE um die Pseudo-Entwirrung von Fakten?

Die Sache zwischen King und McLaughin war doch offenbar von langer Hand geplant und vermutlich (oder eher: vermeintlich) durchdacht. Wieso bitte hat King nicht seiner Mutter und seiner Angebeteten Frau Dalton vorher schon alles gesteckt? Mutter King und Frau Dalton wussten doch sowieso schon über fast alles bescheid - wie am Ende ja auch rauskommt. Dann hätten die drei ??? nicht ewig lange einbrechen und "rumrätseln" müssen, um zu erfahren, was gemeint war. Einfach sagen: "So, Hester, morgen geht alles los! Sprich mit den drei ???, erkläre ihnen, was wir besprochen haben, damit sie bescheid wissen!?".

Wirklich verstanden habe ich auch nicht, wieso die McLaughin sich so anstellt, als Justus, Peter und Bob bei ihr einkaufen. Sie ist ja sogar richtiggehend erschrocken, als sie die Tür zu ihren Laden aufstoßen. Als Schüler sollte es doch nicht verwundern, dass sie in der Pause irgendetwas kaufen wollen - und weil Kings Laden geschlossen ist, gehen sie eben bei ihr einkaufen!? OK, dass sie schnallt, dass die drei ??? ihre Fingerabdrücke wollen, verstehe ich, aber es wäre alles viel einfacher gewesen, wenn die drei ??? direkt von allem gewusst hätten, denn dann hätte die McLaughin ganz anders mit ihnen geredet...

Kurzum: Dieser Fall ergibt für die Hörer/innen ab dem Moment keinen Sinn mehr, wo man bemerkt, dass die Sache eh geplant war und es einfacher gewesen wäre, die drei ??? direkt über alles zu informieren. Wem das nicht auffällt, bekommt eine passable ???-Story; übrigens die letzte von Frau Henkel-Waidhofer... 61%!


Meine Wertung: 61%
Cover: Poltergeist (73) Poltergeist
Erschienen: 1997
Dauer: 1:04:32

Unheimliches geschieht im Haus von Mrs. Cartier: Klopfzeichen ertönen, Möbel bewegen sich, Tassen fliegen durch die Luft. Ein Fall ganz nach dem Geschmack von Justus, Peter und Bob! Die anfängliche Begeisterung der Detektive verwandelt sich aber bald in Angst und Entsetzen. Treibt da tatsächlich ein Poltergeist sein Unwesen? Eine natürliche Erklärung für diese Phänomene scheint es nicht zu geben...

Mein Kommentar: Wow, was für ein Comeback, was für ein Debut! André Marx liefert mit "Poltergeist" seine allererste ???-Geschichte ab und hievt die Serie wieder dorthin, wo sie einstmals war. Und nicht nur das, Marx brachte in gewisser Weise sogar ein Novum in die Serie, denn es wird nun viel häufiger und korrekter auf die Vergangenheit der drei ??? zugegriffen. War ein Fall wie (69) Späte Rache damals verbogen worden, weil man als Autor/rin nicht auf frühere Fälle zugreifen durfte, geschieht dies von nun an sogar regelmäßig - was obendrein der Serien-Kontinuität zugute kommt; mit Ausnahme dessen, dass nach wie vor niemand älter wird. Aber das stört überhaupt nicht.

Das Allerwichtigste aber ist, dass "Die drei ???" wie zu alter Frische und ihren eigentlichen Stärken zurückgefunden haben. Um denjenigen unter Euch, die diese Folge noch nicht kennen, nicht das Ende vorwegzunehmen, gehe ich mal nicht darauf ein, wieso diese Folge so gut ist, denn das geht nicht, ohne den Storyverlauf und das Ende zu erörtern. Aber lasst Euch versichern: Die Folge ist absolut klasse, und lässt sogar noch Luft nach oben.

Dazu die geniale Produktion, tolle Sprecher/innen, und eine tolle, unerwartete Wendung am Schluss. Lediglich einen klitzekleinen Schönheitsfehler hat die Folge: Eine Fehlbesetzung, die ich aber jetzt leider nicht näher erläutern sollte, um Euch eine Überraschung nicht zu verderben. ;) Ganz klar ein 91%-Hörspiel.


Meine Wertung: 91%
Cover: ...und das brennende Schwert (74) ...und das brennende Schwert
Erschienen: 1997
Dauer: 1:11:32

Onkel Titus hat allen Grund zur Freude: Er wird zu einer Testamentsvollstreckung eingeladen! Doch statt der erhofften Millionen erbt er einen wertlosen roten Kristall, den er an einen gewissen Beany weitergeben soll. Wer aber ist Beany? Die drei ??? nehmen die Ermittlung auf. Ein anonymer Anrufer bringt sie auf die Spur eines gefährlichen Geheimbundes. Und plötzlich geraten Justus, Peter und Bob in einen atemberaubenden Strudel aus Besessenheit, Wahnsinn und Aberglaube.

Mein Kommentar: Und noch einmal Herr Marx - mit noch einmal einer sehr guten Folge. Stilistisch geht es genauso weiter, wie bei bei (73) Poltergeist : Spannend, etwas undurchsichtig, investigativ...

Schade ist, dass bei dem Schritt vom Buch zum Hörspielskript zweimal gepatzt worden ist, wie ich finde: Die Szene, in welcher Peter sich im Haus der Sekte befindet, fehlt praktisch völlig - und das ist deshalb schade, weil es quasi die spannendste Szene im Buch ist; und das Ende ist mir etwas zu komprimiert, da es fast nur aus Nacherzählungen besteht. Zwar stört das kaum und es ist gut gemacht, aber es wäre mehr Lebendigkeit drin gewesen, dessen bin ich mir sicher.

Gute Produktion, gute Atmosphäre, gute Sprecher/innen, guter Fall - nur beim Skript war noch Spielraum für Optimierungen. 86%.


Meine Wertung: 86%
Cover: Die Spur des Raben (75) Die Spur des Raben
Erschienen: 1997
Dauer: 54:51

Peter traut seinen Augen nicht: Am frühen Abend klettert ein schwarzer Schatten auf dem Dach des Hotels herum. Instinktiv reisst Peter die Kamera hoch und drückt ab. Was er wenig später in den Händen hält ist eine Sensation: die erste Aufnahme des "Raben", des dreisten Juwelendiebes von Los Angeles. Doch mit der Veröffentlichung der Fotos wird der unheimliche Balancekünstler auf die drei Jungs aus Rocky Beach aufmerksam. Er führt sie in die Irre. Ein mörderischer Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Mein Kommentar: André Marx hat in den 1990ern gezeigt, wie's gemacht wird. Nämlich so! Stringent, spannend, zum miträtseln, alte Stärken aufgreifend, ohne kopierend oder altbacken zu wirken. Da brauch' ich gar nicht lange rumsülzen. Diese Folge ist super, und die geneigten Fans wissen natürlich, dass das hier noch nicht mal die ???-Meisterleistung von Marx war!

Einfach kaufen - super Story von vorne bis hinten; und die wunderbare Körting'sche Produktion tut ihr Übriges. 83%, so einfach ist das!


Meine Wertung: 83%
Cover: Stimmen aus dem Nichts (76) Stimmen aus dem Nichts
Erschienen: 1997
Dauer: 1:08:31

"Meine Schwester will mich in den Tod treiben!" Die alte Dame, die neben Justus im Wartezimmer sitzt, ist am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Der erste Detektiv wittert einen neuen Fall für die drei ??? und bietet seine Hilfe an. Doch was er dann erfährt, lässt ihn erbleichen. Mrs. Holligan wird von ihrer Schwester bedroht, verfolgt, in den Wahnsinn getrieben. Doch ihre Schwester wurde vor drei Monaten beerdigt. Justus, Peter und Bob müssen sich bei der Aufklärung des Falles beeilen. Mrs. Holligan ist schwer herzkrank, jede neue Attacke kann ihrem Leben ein Ende setzen. Doch wer steckt wirklich hinter den mysteriösen Stimmen aus dem Jenseits?

Mein Kommentar: Eine von André Minningers 1A-So-muss-das-sein-???-Fällen! Leider nur hat diese Folge einen Patzer: Die Sache mit Bob und seiner Freundin. Ich habe rein gar nichts gegen Probleme, die den Liebeskummer betreffen, und ich sehe es als selbstverstänlich an, ganz normal über seine Gefühle sprechen zu können. Aber es passt einfach nicht zu "Die drei ???"; und wirkt bei dieser Folge seltsam reingequetscht. Andreas Fröhlich und Judy Winter haben diese Szene super gespielt - und Frau Körting hat alles äusserst stimmungsvoll vertont! -, und als probeweises Stilmittel, um's mal gemacht zu haben, ist das auch in Ordnung, doch wäre mir solch eine "intime Szene" in einem eh-nicht-so-guten Fall lieber gewesen.

Etwas seltsam mutet auch der Gastauftritt von Fettes Brot an. Eine telefonische Bandansage von drei jungen Herren mit kesser Lippe für ein "seriöses Büro"? Diese drei Jungs hätte man ganz bestimmt auch anders unterbringen können (was ja in einer späteren Folge auch getan wurde). Hier jedoch wirken sie eher deplatziert.

Aber dass Ihr mich richtig versteht: "Stimmen aus dem Nichts" ist eine der besten ???, die es gibt; gar keine Frage. Für mich trüben nur diese beiden eben genannten Faktoren etwas den Gesamteindruck, das ist alles. Nichtsdestotrotz solltet Ihr dieses Hörspiel natürlich Euer Eigen nennen. Das steht völlig ausser Frage. 83%


Meine Wertung: 83%
Cover: Pistenteufel (77) Pistenteufel
Erschienen: 1997
Dauer: 57:03

Karen Sulzenberger, Topstar der deutschen Skinationalmannschaft, hat Angst. Mysteriöse Drohbriefe machen ihr das Leben zur Hölle! Wer versucht die attraktive Läuferin aus ihrer Erfolgsspur zu stoßen? Auf Skiern und Snowboards nehmen die drei ??? in den Bergen des amerikanischen Weltcup-Ortes Vail die Ermittlungen auf. Doch das erste Attentat auf der Piste können auch die Detektive nicht verhindern. Mit 120 Sachen rast Karen auf ein tödliches Hinderniss zu...

Mein Kommentar: Echt 'ne nette ???-Folge. Klar, an die vorherigen und späteren Kaliber langt sie nicht wirklich ran, aber sie ist grundsolide und kein Fehlkauf. Doch bedenkt: Dieser Fall ist eher eine gute Folge, aber beileibe kein Krimi. Die Speed-Leute werden, noch bevor es losgeht, direkt auf dem Silbertablett serviert, und die Auflösung ist wahrlich sehr simpel... Dafür ist die Folge hübsch flott erzählt und bleibt immer nachvollziehbar.

Schade sind hier aber vorallem all die Regiefehler! Mal lautet des Inspektors Name "McMannoman" und mal "Mannoman", der Name von Karens Zimmerkollegin wechselt auch ab und zu, und woher weiss Bob, dass der Täter blond ist? Und WARUM ZUM HENKER erfährt man vom Täter bis zum Schluss kaum etwas? Wie soll man denn da mitraten oder Rückschlüsse ziehen? Justus zieht zwar in Betracht, was man als Hörer/in sofort vermuten würde, doch Karen beseitogt alle Zweifel - nur, damit man am Ende DOCH mit seiner eigentlichen Vermutung recht hatte.

Naja, Ben Nevis hat einen soliden Einstand in Die drei ??? abgeliefert, nicht mehr und nicht weniger. 71%!


Meine Wertung: 71%
Cover: Das leere Grab (78) Das leere Grab
Erschienen: 1998
Dauer: 55:46

Fassungslos starrt Justus auf das Foto, das ein Freund erst vor wenigen Tagen in Venezuela geschossen hat. Die Frau auf dem Bild ist Catherine Jonas, Justus´ Mutter. Doch wie ist das möglich? Seine Eltern sind seit über zehn Jahren tot! Ihr Flugzeug stürzte vor der Küste Südamerikas ins Meer. Gab es damals doch Überlebende des Flugzeugabsturzes? Aber warum haben sich seine Eltern dann nie bei ihm gemeldet? Der erste Detektiv reagiert kopflos. Ohne zu überlegen, bucht er einen Flug und landet in der gefährlichsten Stadt Venezuelas: der Diamantenstadt Suerte.

Mein Kommentar: Ich finde die Idee für diese Folge genial, und bin der Meinung, dass Marx daraus sogar einen Zwei- oder Dreiteiler hätte machen sollen, um den infragestellenden Momenten mehr Raum zu geben. Natürlich, klar, es MUSS ja so sein, dass es NICHT Justus' Eltern sind, sonst wäre die Kontinuität der Serie an einigen Stellen zweifelhaft, aber der Weg bis zur endgültigen Auflösung, und die Art, wie alles erzählt wird, ist absolute klasse!

Das Einzige, was ich nicht verstehe, ist folgendes: Titus erklärt, er hätte Justus eindeutig klar machen können, dass seine Eltern WIRKLICH tot seien. Aber wie will er das machen, wenn der Fall, wie Hitfield ihn schildert, doch sehr glaubhaft und gleichzeitig auch zum Zweifeln und Grübeln anregt. Aber um das zu erläutern, müsste ich weiter ausholen, und das würde Euch die Spannung nehmen.

Super Folge von vorne bis hinten. Sie könnte lediglich, bei gleicher Intensität, doppelt so lang sein! :) 89% von meiner Seite.


Meine Wertung: 89%
Cover: Im Bann des Voodoo (79) Im Bann des Voodoo
Erschienen: 1998
Dauer: 1:15:29

Eine Strohpuppe, deren Anblick Herzrasen und Atemnot auslöst, uralte Rituale und magische Kulte, und das mitten im sonnigen Kalifornien! Al Parker, der erfolgreiche Musikproduzent, kann darüber nur lachen. Doch dann gerät er selbst in den Bannkreis des Voodoo: die Untoten fordern seinen Tod. Justus, Peter und Bob, die drei Detektive aus Rocky Beach, tun ihr Bestes, aber sie kämpfen gegen einen mächtigen Gegner.

Mein Kommentar: Eine meiner Lieblingsfolgen, an der ich nur recht wenig zu bekritteln habe. Ich weiss, es gibt ein paar Sachen, an denen sich viele stören, wie z.B. die Sprachprothese, aber ICH finde das halb so schlimm. Mich stört dafür eigentlich vielmehr der hingebogene Umstand, dass Al Parker seine Tür auflässt, was es dem Übeltäter sehr einfach macht; hier wäre es mir lieber gewesen, der Bösewicht benutzt einen Dietrich, oder er hätte sich einen Nachschlüssel angefertigt, oder sowas... Doof auch, dass ich zufällig schon weiss, was Vishnu NICHT ist, sodass ich bei seiner Erwähnung sofort wusste, was los ist! :)

Aber das wäre es eigentlich schon mit meinem Gemecker. Gute Story, gute Produktion, originelle Idee... 85%!


Meine Wertung: 85%
Cover: Geheimakte Ufo (80) Geheimakte Ufo
Erschienen: 1998
Dauer: 58:11

Bob und Peter stockt der Atem. Durch die Bäume schimmert unwirklich grelles Licht - Ein Raumschiff ist in den Wäldern um Rocky Beach gelandet. Für Peter steht fest: Die Außerirdischen übernehmen die Macht auf der Erde! Justus, der Kopf des Detektivtrios, reagiert gelassen auf die Ufo-Berichte seiner Freunde. Doch dann taucht ein weiterer Augenzeuge auf und der Erste Detektiv wird stutzig. Nochmals untersuchen die drei ??? den Landeplatz des Raumschiffs, ohne zu ahnen, dass sie bereits erwartet werden...

Mein Kommentar: Tu' ich diesem Hörspiel unrecht, wenn ich es als knallhart kalkulierte "Mainstream-Folge" abstemple? Sicherlich nicht. Aber das ist eigentlich auch nicht schlimm, denn André Marx verstand es, ein Thema, dass es so noch nicht bei den ??? gab, aufzugreifen, und andererseits dieses Thema so zu verpacken, dass man ihm eigentlich nur gratulieren kann, und das Akte-X-Kopiefeeling großzügig zu übersehen.

An "Geheimakte Ufo" ist soweit echt nichts zu mosern, nur, dass die Auflösung fast schon zuuuu simpel und nachvollziehbar ist; dafür aber bricht Marx erneut mit dem bis vor kurzem ja noch geltenden Gesetz, bereits erschienene Fälle auszuklammern, und das gefällt mir. Nicht, weil er einen Charakter zurückholt, der so wahnsinnig wichtig oder interessant wäre, sondern, weil er somit mehr und mehr den Weg bereitet, in weiteren ???-Werken ganz klar Bezug auf alte Abenteuer und ihre Figuren zu nehmen; was dann ja auch immer mehr getan wurde.

Als Nerdfakt bleibt mir noch vorzuweisen, dass Marx die drei Detektive hier zum ersten Mal "Realität" schnuppern lässt, indem er augenzwinkernd durchschimmern lässt, dass es eine Rocky-Beach-Homepage im Internet gibt, obwohl der Ort selbst ja rein fiktiv ist... Ausserdem das seltsame Löwengebrüll (auf der CD bei Track 4 an Stelle 4:11), das irgendwie keinen Sinn ergibt.

Keine Superfolge, aber eine von den besseren G'schichten ist sie. 72%, wie ich finde, sind gerechtfertigt.


Meine Wertung: 72%
Cover: Verdeckte Fouls (81) Verdeckte Fouls
Erschienen: 1998
Dauer: 49:25

Erfolgreiche Wochen liegen hinter einem deutschen Fussball-Team. Nun wollen sich die Spieler unter der Sonne Kaliforniens auf die Rückrunde vorbereiten. Aber schon bald wird die Harmonie durch merkwürdige Vorgänge erschüttert: Ein Unbekannter treibt in den Mannschaftsräumen sein böses Spiel. Welches Ziel verfolgt er mit dem Zerschneiden von Trikots und dem Aufsprayen geheimnisvoller Symbole? Die drei ??? nehmen die Ermittlungen auf.

Mein Kommentar: Wow, 'ne Sekten-Folge. Etwa zwei Jahre nach der "1860-München"-Affäre (ich nenn' das jetzt mal so) erscheint bei den drei ??? eine Folge, die doch sehr an die Presseberichte von 1996 erinnert. Ben Nevis hat zwar alle Namen verdreht, doch lässt sich der Zusammenhang einfach nicht abstreiten, denn Nevis benutzte sogar einen (quasi-fiktiven) Verein aus Deutschland(!), und die Begebenheiten sind mehr als ähnlich.

Aber es sind auch viele Dinge am Rande, die mir dazu dann noch etwas auf den Keks gehen. DaElba trifft Peter am Strand und erzählt ihm mal eben sein ganzes Leben - und auch das seiner Eltern und seines Bruders -, obwohl Peter nur fragte, wieso er "DaElba" heisst. Vielleicht ist DaElba ja nur redselig, einverstanden, aber DaElba plaudert nicht einfach nur, sondern gibt auf eine einfache, simple Frage eine romanartige Antwort, die alles nur irgendwie Wichtige für Detektive enthält, und alles, was für Detektive nicht interessant ist, nicht enthält - und er überlegt nichtmal für eine einzige Sekunde, was er als nächstes sagen sollte. Fast so, als hätte jemand bei DaElba auf "Play" gedrückt. Für einen Nicht-Amerikaner, der ob seines radebrecherischen Akzentes auch noch alle Satzbausteine sehr merkwürdig betont, eine beachtlicht Leistung. Und nebenbei: Selbst mit Radebrecherei-Bonus klingt diese Szene furchtbar abgelesen.

Irgendwie stört mich auch Just's Beharrlichkeit wegen seines Zeitungsartikels, den ein gewisser Clayton ablehnt (im Buch heisst dieser Clayton übrigens nicht Clayton - wieso wurde hier der Name geändert, Herr Minninger?). Das wirkt so pseudo-aktivistisch für Politik und Theologie - und nicht einfach nur interessiert, wie bei Justus sonst der Fall -, und obendrein haut man der Hörerschaft fast schon TKKG-artig irgendwelche Gut-Mensch-Dogmen um die Ohren. Klar, es gibt Dinge, die sind nicht schön, und man sollte etwas unternehmen, aber bei den drei ??? wirkt das so reingedrückt, als würde hier BJHW es noch einmal versuchen wollen, obwohl Minninger und Marx die Serie während den letzten 8 Folgen wieder zu ihren alten Tugenden geführt haben. Kurz: Es passt einfach nicht so recht in den "Zeitrahmen", in dem die ??? sich gerade (sozusagen "wieder") befinden.

Nimmt man das alles mal beseite, ist das hier eine nette ???-Hörspielfolge, die man sich ab und zu ganz gut anhören kann, denn sie ist nicht wirklich schlecht. Es hapert nur an einigen Stellen, die dann schlicht nicht Fall-dienlich und ???-untypisch anmuten. Und das Thema Fussball wirkt mal wieder so richtig schön krampfhaft reingedrückt. Das hier ist Amerika, und die Amerikaner interessieren sich für Football, Baseball oder Basketball, und wieso will eine Sekte einen Verein, der nur mal eben in den USA zu Besuch ist, von den USA aus unterwandern? Würde es nicht mehr Sinn machen, wenn man für diesen Zweck wenigstens eine US-Mannschaft genommen hätte? Von den Leseleistungen für die DaElba-Brüder-Charaktere gar nicht erst zu reden! Ich gebe 57%.


Meine Wertung: 57%
Cover: Die Karten des Bösen (82) Die Karten des Bösen
Erschienen: 1998
Dauer: 1:08:35

Milva Summer glaubt an Schicksalsmächte. Bis die Karten eines Tages ihr nahes Ende prophezeien. In ihrer Todesangst wendet sie sich an Justus, Peter und Bob und bittet die jungen Detektive um Schutz vor dem drohenden Unglück. Können die drei ??? den Kräften des Tarot trotzen? Ist die Hollywood-Diva dem Tode geweiht?

Mein Kommentar: Wieder eine Folge, die so eigentlich keinen Sinn macht, wenn man nach dem Titel geht. "Karten des Bösen"? Karten haben eigentlich gar nichts mit diesem Fall zu tun, wenn man davon absieht, dass Milva Summer gern Tarotkarten legt. Viel eher wäre es hilfreich gewesen, wenn der Titel Bezug auf die mögliche Reanimation nimmt... Aber naja... "Karten des Bösen" klingt halt cooler! :)

Dafür ist der Inhalt des Hörspiels richtig gut gemacht, die Thematik ist glaubwürdig erzählt, und am Ende wird es spannend. Man rät nicht nur mit, was da wohl los ist und wer mit wem und soweiter, sondern auch, WIE das möglich sein soll. Schön.

Die Produktion gefällt mir auch, hat aber kleine Defizite in der Sprecherauswahl. Die Volkmann war die perfekte Besetzung - die ist klasse als Milva Summer. Und Hennig Schlüter gefällt mir auch gut. Aber Monty Arnold und Conny Littmann... ähemmm... ...also wirklich schlecht sind sie nicht, nur eben auch nicht gut. Menschlich vermutlich nette Leute, aber wieso kommen hier schon wieder C-Promis zum Einsatz?

Gott sei Dank haben die beiden zwar schon relativ wichtige, aber eben auch keine wirklich tragenden Rollen, sodass Ihr Sprachanteil recht gering ist und ich gute 76% vergebe. Keine Topfolge, aber eine von den guten auf jeden Fall.


Meine Wertung: 76%
Cover: Meuterei auf hoher See (83) Meuterei auf hoher See
Erschienen: 1999
Dauer: 57:59

Statt sich bei einem gemütlichen Segelturn im pazifischen Ozean die Sonne auf den Bauch brennen zu lassen, geraten Justus, Peter und Bob, die drei Detektive aus Rocky Beach, auf hoher See in eine Meuterei. Binnen Minuten gerät das Forschungsschiff "Wavedancer" in die Gewalt eines fanatischen Wissenschaftlers. Unter seinem Kommando steuert das Schiff in unbekannte Gewässer.

Mein Kommentar: Für mich persönlich büßt diese Folge viel Charme ein, weil nicht Karl-Walter Diess, sondern Franz-Josef Steffens die Rolle des Kapitän Jason spricht, denn Diess war es, der Jason damals schon in (30) ...und das Riff der Haie sprach. Nicht, dass Steffens einen schlechten Job machen würde, aber die Stimme ist nunmal nicht dieselbe, und das stört mich eben ein wenig.

Wirklich doof ist eigentlich nur, dass ich mich frage, was das eigentliche Ziel bringen sollte: Man infiziert andere mit voller Absicht mit einem Grippevirus, bedroht andere mit der Waffe, und zwingt sie, eine Forschung zu sabotieren (was zusätzlich viel Geld in den Wind schiesst!)... Und DANN glaubt dieser Typ, er bekomme jetzt eine Forschung finanziert? Selbst, wenn dieser Herr nun wirklich bedeutende Funde aufzuweisen hätte, wird man nur wegen seines Genies bestimmt nicht einfach darüber hinwegsehen, dass er sich mehrere massiv strafbare Tatbestände eingehandelt hat...

Deshalb würde ich ja eher sagen, dass der Kerl zunächst mal gepflegt ins Kittchen wandert, hm? Und in der Zwischenzeit wäre seine Arbeit dann sowieso von jemand anderem beendet worden? Welche Firma wartet denn bitte 5, 10 oder gar 15 Jahre auf Forschungsergebnisse? Kurz: Die Verzweiflung ist nachvollziehbar, aber auf jeden Fall bringt ihm seine Tat gar nichts, denn er verliert ja sowieso das, was er eigentlich erreichen wollte.

Schade, Herr Marx, es stimmt soviel an dieser Geschichte (und für den Sprecherwechsel können Sie ja nichts), aber die Unlogik, die gerade einem eher klugen Kopf überhaupt nichts einbringt, macht sehr viel kaputt. Er hätte gegen Ende zumindest sowas sagen können wie: "Das ist mir egal, mir ist nur wichtig, dass diese Dinge überhaupt ausreichend erforscht werden". Dann hätte er zwar leicht einen an der Waffel, aber zumindest hätte man ihm das noch abkaufen können, weil dieser Aspekt selbst erkannt und erklärt worden wäre. Doch so wirkt das mehr wie eine Lücke im Konzept.

Hinzu kommt, dass es hier keinerlei ???-Fall gibt, dass es nichts zu kombinieren oder mitzuraten gibt, und dass alles, was geschah, auch ohne die drei ??? an Bord passiert wäre. Sie waren eben einfach nur ebenfalls an Bord der Wavedancer und wir hören zu, bei allem, was geschieht.

Sieht man dieses Hörspiel auf diese Weise, und nicht als typischen ???-Fall, nimmt es jedoch wieder viel Fahrt auf und macht richtig Spaß, denn, wie erwähnt sind Produktion und Skript sind sehr atmosphärisch, und bringen das Gefühl, auf einem Schiff zu sein, klasse rüber: Wind pfeifft, Meeresrauschen, und die Besatzung ist sehr angespannt, was das Gesamtbild der Unzufriedenheit aller Beteiligten schön unterstreicht.

Und deshalb - und nur deshalb! - bin ich bereit, nochmal eine 70%-Wertung zu vergeben.


Meine Wertung: 70%
Cover: Musik des Teufels (84) Musik des Teufels
Erschienen: 1999
Dauer: 58:43

Was ist nur mit Bob los? Warum reagiert der sonst so ausgeglichene Detektiv plötzlich aggressiv und gereizt auf seine Freunde? Es scheint, als stünde er unter dem Einfluss einer fremden Macht. Justus und Peter beschatten ihren Freund und folgen ihm unfällig in den Konzertsaal eines Privathauses. Dort lauscht Bob gebannt der Musik eines virtuosen Geigenspielers. Und bevor sie wissen, wie ihnen geschieht, werden auch Justus und Peter von den Klängen gleichsam verhext. Können sie sich dem Bann des Teufelsgeigers entziehen, ehe es zu spät ist?

Mein Kommentar: Eine echt schöne Sache, dieses Hörspiel. Spannend, flott erzählt, super produziert, der Erzähler erzählt nur, was nötig ist, Jelena wird ins ???-Universum eingeführt, und Lutz Mackensy als Vanderhell ist brilliant. Eigentlich könnte ich es direkt dabei belassen, denn damit hätte ich auch schon alles relevante gesagt.

Aber dennoch verbleibt mir ein Aspekt im Verborgenen: Der Anfang, mit dem sehr gereizten Bob Andrews, ist wirklich mal was Neues und auch sehr gut in Szene gesetzt. Nur verstehe ich nicht, warum Bob so gereizt ist. Klar, ok, es hängt mit der Droge zusammen, aber alle anderen, die dieser Droge ausgesetzt waren, haben sich auch nicht so aufgeführt, wie Bob. Wenn es dafür noch einen anderen plausiblen Grund gibt, hätte man den unbedingt erwähnen müssen. Denn so klasse wie der Anfang mit Bob ist, so unverständlich wird es, wieso er dann doch urplötzlich wieder ganz der Alte ist. Und vorallem: Wieso hat offenbar aussschliesslich Bob angespannte Nerven? Man hört zwar Jelena, wie sie Justus und Peter sehr derbe anpflaumt, und sie sollten sich vom Acker machen, und so weiter, aber immerhin sind die beiden auch in ihr Haus eingedrungen - und es ist zudem Jelenas Art, immer etwas schnippisch zu sein.

Nun, also abgesehen von diesem Erklärungsschönheitsfehler, gehört Musik der Teufels auf jeden Fall in eine ordentliche Hörspielsammlung, was ich mit einer Wertung von 84% belegen möchte.


Meine Wertung: 84%
Cover: Feuerturm (85) Feuerturm
Erschienen: 1999
Dauer: 57:20

Wer ist Jonny? Und warum ist er verschwunden? Die drei Detektive aus Rocky Beach stehen vor einer schier unlösbaren Aufgabe. Sie sollen einen unbekannten Mann finden und ihm einen Brief übergeben, der zu einem geheimnisvollen Schatz führt. Die anonyme Botschaft lockt die drei ??? in die Wildnis des King´s National Parks. Plötzlich wird der Botendienst lebensgefährlich für Justus, Peter und Bob: Jemand versucht, ihren Auftrag zu vereiteln. Werden die drei Detektive Jonny helfen können, bevor die Falle zuschnappt? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Mein Kommentar: Hier habe ich immer so meine Probleme, wenn das Hörspiel gerade vorbei ist. Ich habe dann nämlich stets das Gefühl, ich hätte etwas nicht mitbekommen, oder sowas, und ich komme nicht dahinter, woran das liegen könnte.

Die Story ist schön mysteriös und leicht düster, viele Ortswechsel, gute Produktion, schöne Atmosphäre... ...und an den Sprechern und Sprecherinnen liegt es auch nicht, denn da finde ich nichts, was man bemeckern könnte. Es sind vielleicht einfach das Cover und der Titel. Feuerturm? Und was soll (auf dem Covermotiv) der Typ in dem Turmfenster und den Flammen im Hintergrund? Das Einzige, was dem nahe käme, ist doch die Szene, in der Justus und Bob sozusagen ein Feuer provozieren... Aber auch hier stimmt sovieles nicht, denn die beiden fallen nicht in das oberste Zimmer des Turms, sondern durch eine Falltür nach unten.

Ich habe einfach nichts, was ich wirklich bemängeln könnte, aber irgendwie auch nichts, was ich übermäßig loben könnte, die Story ist nachvollziehbar, nur eben das Ende etwas banal (Monica hätte, wenn dieser bestimmte Platz so wichtig in ihrem Leben ist, einfach mal dort vorbeifahren können, um zu gucken, ob Jonny diesen Ort meint), aber auch nicht unglaubwürdig - und dennoch fehlt mir jedes Mal ein Puzzelteil, wenn die Geschichte vorbei ist, ohne, dass ich das Gefühl hätte, dass etwas notwendiges nicht genannt wurde...

Einfach seltsam, oder? Vielleicht ist es schlicht das Empfinden, dass an dieser Geschichte auch nichts so wirklich hervorsticht, und dass Cover und Titel überhaupt gar keinen Sinn machen (im Buch übrigens auch nicht!). Ich vergebe nach langem Grübeln eine 74%-Note; die Folge ist nicht schlecht, sondern eher gut, aber am Ende fehlt mir einfach jedes Mal etwas...


Meine Wertung: 74%
Cover: Nacht in Angst (86) Nacht in Angst
Erschienen: 1999
Dauer: 56:16

Freitag abend, 20.25 Uhr, Steadman-Museum, Los Angeles: Mr. Peacock, der freundliche, aber schusselige Museums-Direktor, betritt mit Justus, Peter und Bob das Gebäude. In wenigen Minuten werden die drei Detektive exklusiv den wertvollsten Diamanten der Welt sehen: das berühmte "Feuer des Mondes". 20.28 Uhr: Im Museum gehen die Lichter aus. Stromausfall? Sabotage? 20.30 Uhr: Fünf Gangster dringen in das Museum ein. Kurze Zeit später befinden sich Mr. Peacock und die drei ??? in ihrer Gewalt. Die Verbrecher wollen den Diamanten und sie sind bereit, dafür über Leichen zu gehen.

Mein Kommentar: Bämm! Das hier ist das volle Brett. Spannend wie nichts, stringent wie nichts, und haufenweise geniale Stimmen, die man seit Jahren liebt: Brügger, Schülke, Ahner, Quiatkowski, Hartmann, von der Meden...

Hier brauche ich einfach nicht viel schreiben! Es gibt noch ein paar Kleinigkeiten, die hier und da ein klitzebisschen seltsam wirken (wie z.B. Peter, der den Lufschaft von innen(!) zuschraubt, oder Justus, der total cool kontert, obwohl ein äusserst ungemütlicher Verbrecher eine Pistole auf ihn richtet - und gegen Ende wird schon vor Justs Monolog klar, WER der eigentliche Drahtzieher ist), aber die man bei diesem Gesamtpaket gern übersieht und verzeiht, weil Stimmung, Atmosphäre und Sprecher hier allesamt die perfekte Performance abliefern; allen voran "Alpha", dessen Skrupellosigkeit und Intelligenz optimal vermittelt werden.

Das einzig wirklich Negative ist, dass die Folge, so geil sie auch ist, länger hätte sein können. Denn sie bringt es nur ganz knapp auf eine Stunde; schade, dass man hier nicht die 80-Minuten-Grenze für CDs (bei MCs sind ja eh noch mehr drin!) voll ausgereizt hat, um die vielen Actionszenen aus dem Buch zu übernehmen (z.B. die Jagd auf Peter). 90%, so einfach ist das. KAUFPFLICHT FÜR ALLE!


Meine Wertung: 90%
Cover: Wolfsgesicht (87) Wolfsgesicht
Erschienen: 1999
Dauer: 53:46

Der Mann lebt allein an der Küste, die Nachbarn kennen ihn kaum, das Haus verlässt er nur selten: ein einsamer Wolf - oder ist er in Wirklichkeit das "Wolfsgesicht", der gefürchtete Attentäter? Zweimal hat er bereits zugeschlagen, und jedesmal konnte er fliehen, ohne Spuren zu hinterlassen. Selbst Justus, das Computerhirn der "Drei ???", ist ratlos. Da erhält die Polizei Hinweise auf den nächsten Coup. Diesmal plant der Attentäter einen Anschlag auf den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Die Zeit drängt. Schon morgen wird der Präsident nach Rocky Beach kommen.

Mein Kommentar: Mal eine ganz nette Folge so für zwischendurch, die keine nennenswerten Tiefen hat, dafür aber auch nicht in nennenswerte Höhen ausbricht. Dass dieser Fall also in mittleren Gefilden heimisch ist, liegt an zwei Dingen.

Zum Einen gibt es diverse Faktoren, die auf mich einen seltsam konstruierten Eindruck machen. Warum hat Justus einen Baseballschläger in der Hand, als er den Laden betritt? Warum wird er sofort und ohne jedweden Beweis stumpf von den Cops angefallen und eines geplanten Verbrechens beschuldigt? Ist das nicht ein bisschen vorschnell, nur wegen eines Baseballschlägers? Wieso ist die Psychologin so merkwürdig abweisend und ablehnend gegenüber der drei ??? - ist sie einfach nur eine Erwachsene, die halt eben "keinen Bock auf Kinder" hat? Alles ungeklärte Fragen.

Zum Anderen ist es für mich irgendwie unglaubwürdig, wenn ein soweit intelligenter Kerl wie Rodder nicht einfach sein Verbrechen durchzieht und dann lieber mit Cotta Spielchen spielt, und dieser - mitsamt Kollegium! - zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise dahinter kommt, und immer stur dem Wortlaut folgt... Mir leuchtet schon ein, dass man einen "Rätselfall" irgendwie rechtfertigen muss, vorallem, wenn man sich nicht dauernd wiederholen will, aber Die drei ??? setzt nunmal seit jeher auf Realismus und stets erklärbare Phänomene, die lediglich Mummenschanz waren, und unter diesem Aspekt passt zwar die Grundidee wunderbar, ist aber irgendwie nicht optimal umgesetzt

Technisch ist dafür aber alles umso besser. Wie gewohnt eine sehr gute Produktion, und mit Ausnahme von Marcel Rinkenauer und Kathi Robens - die offenbar "nur" Fans sind - liefern alle Sprecher/innen Könner-Niveau ab.

Wer sich also auf den Fall einlässt und für seine Dauer die kleinen Schwächen verdrängt, kriegt sehr solide ???-Kost, die ich mit angemessenen 64% bewerte.


Meine Wertung: 64%
Cover: Vampir im Internet (88) Vampir im Internet
Erschienen: 1999
Dauer: 1:12:18

Mit voller Kraft rast der Vampir gegen die Scheibe. Glas splittert, Scherben fliegen durch die Luft. Das Fledermaus-Monster scheint die Wände seines Käfigs zu sprengen: Das brandneue Computerspiel zieht die drei Detektive aus Rocky Beach in seinen Bann. Begeistert tauchen sie ein in die virtuelle Welt der Drachen und Monster. Die Welt des Spiels scheint sich mit der Realität zu vermischen. Justus, Peter und Bob müssen höllisch aufpassen, um den Vampiren nicht zum Opfer zu fallen.

Mein Kommentar: Bei (87) Wolfsgesicht hatte ich ja noch den etwas unglaubwürdigen "Realismus" kritisiert, und müsste dies jetzt eigentlich bei "Vampir im Internet" erst recht tun, aber hier ist die Sachlage ein wenig anders. Denn obwohl André Minninger (Autor dieses Falls) es zu keinem Zeitpunkt direkt erwähnt, sagt die Rahmenhandlung ganz eindeutig, dass dies hier ein Phantasy-Fall ist, dessen realer Zusammenhang - nämlich Geldmangel und Erpressung - nur Mittel zum Zweck ist.

Und Minninger hat das recht clever gelöst, wie ich finde. Der Fall ist nämlich ein Computerspiel, in dem es um Ghoule, Vampire und ähnliches Gelichter geht. Lediglich den technischen Rahmen sollte man nicht allzu genau betrachten. Denn ich kann mir wirklich nur verdammt schwer vorstellen, dass Computer damals (im Jahre 1998/1999) SOLCHE Leistungen zu verbrigen vermochten, wie es hier genannt wird. Doch weil alles andere wirklich hübsch verpackt wurde, ist es nicht gerade unmöglich, so zu tun, als wäre das alles (also die Leistungsfähigkeit der damaligen PCs) ein kleinwenig übertrieben! ;)

Die Produktion ist dafür umso gelungener. Tolle Effekte, schöne Atmosphäre und die Sprecherliste im Inlay liest sich sehr gut: Draeger, Paetsch, Brauren, Kehlau, Kreißler, Hasenau, Quiatkowski... Mir jedenfalls gefällt das Gesamtresultat ganz gut, was ich mit 70% unterstreichen möchte.


Meine Wertung: 70%
Cover: Tödliche Spur (89) Tödliche Spur
Erschienen: 2000
Dauer: 58:41

Morton ist tot! Der Freund und Chauffeur der drei Detektive aus Rocky Beach ist mit seinem Wagen über die Klippen gestürzt. - Ein Unfall? Oder war es Mord? Justus, Peter und Bob sind ratlos. Was wissen sie eigentlich über Morton? Die drei ??? beginnen in der Vergangenheit ihres Freundes zu stöbern und entdecken dabei Hinweise, die sie lieber nicht gefunden hätten. Als plötzlich ein rätselhafter Geheimcode auftaucht, wird Justus' Kombinationsgabe auf eine harte Probe gestellt. Es bleibt nicht viel Zeit, denn die Schatten der Vergangenheit rücken unaufhaltsam näher...

Mein Kommentar: Was definitiv an diesem ???-Fall stört, ist, dass Morton sowieso nicht tot sein würde. Dass es da irgendeine Art von "Hintertürchen" geben wird, ist ja klar. Was eventuell einige stören wird, ist, dass das über die Jahre liebgewordene Bild von Morton etwas demontiert wird.

Aber es gibt ein sowas von großes Logikloch, dass ich mich frage, wie das funktioniert haben soll, ohne, dass sein Zusammenhang allzu konstruiert wäre: Mac Dunno sitzt 20 Jährchen im Kittchen, und spürt dann locker-flockig Mortons Schwester auf, die nicht mal in den USA lebt? Wie bitte geht das denn? Und dass Morton die Kohle einfach mehr oder weniger hortet, will mir auch nicht so recht in den Kopf...

Davon ab ist "Tödliche Spur" soweit gelungen und recht spannend, und hätte man an den kleinen Eckpfeilern etwas mehr geschliffen, wäre die Folge weitaus besser. Marx hat zwar den "Schock" durch Morton und nicht irgendeinem x-beliebigen Typen interessant ausgewählt, aber gerade DESHALB lässt diese Folge so einige Federn. Die einzig wirklich korrekte Konsequenz wäre also gewesen, Morton tatsächlich tot bleiben zu lassen, oder einfach jemand anderes zu wählen (statt Morton).

Der Rest ist typisch Körting und ein Stimmen-Ensemble, dass sich hören lassen kann. 66%.


Meine Wertung: 66%
Cover: Feuerteufel (90) Feuerteufel
Erschienen: 2000
Dauer: 57:19

Auf der Suche nach der passenden Maske für eine Halloween-Party trifft Peter auf Aaron Moore. Der Gruselautor wird von einem dämonischen Feuerteufel bedroht und bangt um sein Leben. Bereits drei unheimliche Vorzeichen haben sich erfüllt: Feuer, Luft und Erde haben sich gegen den Schriftsteller erhoben. Erfüllt sich auch das vierte Zeichen, bedeutet dies den Tod Moores. Können Justus, Peter und Bob, die drei erfolgreichen Detektive aus Rocky Beach, den Fluch Bannen? Sie kämpfen gegen Geister und Dämonen, gegen die vier Elemente und den Feuerteufel. Ein auswegloses Unterfangen?

Mein Kommentar: "Der Feuerteufel" ist ein gutes Beispiel dafür, dass man das Inlay manchmal lieber nicht beim ersten Anhören eines Hörspiels studieren sollte. Denn ausser dem Erzähler und den drei ??? gibt es nur ganze DREI weitere Charaktere, die im Inlay stehen. Moore, Roxanne und Black. Somit wird beim Hören leider allzu bald klar, dass diverse Vorkommisse auf einige Weisen (dem Hörer bislang noch unbekannte Gehilfen, oder jemand, der sich später noch als heimlicher Drahtzieher entpuppt) schon mal NICHT erklärt werden können, denn die Rollen dieser drei Charaktere sind äusserst klar definiert.

Und da bei den ??? ja immer alles logisch erläutert wird, das ist sozusagen das oberste ???-Gesetz, kann man sich relativ schnell zusammenbasteln, wie die Sache in etwa enden werden wird. Und das ist schade, denn ansonsten ist an diesem Hörspiel nichts zu meckern. Denn durch die gute Produktion ist alles sehr spannend, düster, leicht gruselig und obendrein sehr gut geschauspielert. Der einzige Fehler ist also, dass dem Ganzen ein Inlay beiliegt, was man dem Hörspiel aber eigentlich auch nicht wirklich ankreiden kann, weil dies nun mal die gängige Praxis bei Hörspielen ist. ;)

89% - jawohl!


Meine Wertung: 89%
Cover: Labyrinth der Götter (91) Labyrinth der Götter
Erschienen: 2000
Dauer: 58:05

Der Regisseur Edward Truman hat seinen skandalumwitterten Film kurz vor der Premiere zurückgezogen und an einem geheimen Ort versteckt. Der Hinweis einer alten Schauspielerin führt Justus, Peter und Bob, die drei Detektive aus Rocky Beach, zu Trumans Grundstück. Doch dieses ist umgeben von einem undurchdringlichen Heckenlabyrinth. Die Kombinationsfähigkeit der drei ??? wird auf eine harte Probe gestellt. Rätselhafte Götterstatuen scheinen den Weg durch den Irrgarten zu weisen. Doch irgendjemand legt falsche Spuren, so dass die Detektive die Orientierung verlieren. Wo ist der Ausgang aus dem Labyrinth der Götter?

Mein Kommentar: Einige Mutmaßungen von Justus, die immer mal wieder fallen, scheinen mir nicht so offensichtlich, wie sie für den ersten Detektiv zu sein scheinen. Beispielsweise das mit den Planeten: "Das macht nichts. Da sie die einzige Unbekannte ist, müssen wie sie nur einmal im Kreis drehen, sobald alle anderen Planeten richtig eingestellt sind. Irgendwann macht es dann sicherlich Klick". Oder seine Antwort zu Truman: "Glauben sie uns! Wir haben das Versteck des Films gleich gefunden." Wow, woher weiss er das nur wieder so ganz genau - er rät doch eigentlich nur!? Wird denn gar nicht mehr geschlussfolgert und ordentlich recherchiert, sondern nur noch durch übertriebene Selbsteinschätzung in Schwarze getroffen?

Naja, davon ab mag ich das "Labyrinth der Götter", weil es ein toller Rätselfall ist, der die möglichen Motive lange offen lässt, und weil auch die Musiken genial ausgesucht worden sind. Aber, wie ich vorhin schon schrieb, trägt das Ende nicht so wahnsinnig viel dazu bei, die Motive letztlich wirklich verständlich zu machen. Mord verjährt zwar nicht, aber niemand der vorkommenden Personen hatte auch nur im Geringsten etwas damit zu tun, und der Mord ist nunmal auch vor viiiiiiielen Jahren passiert. Und wenn der Film doch überhaupt gar keinen Beweis enthält, wieso ist er dann so wichtig und muss sogar vernichtet werden? Und warum behauptet die Jones, die Antwort würde von den Göttern erklärt werden, wenn es gar keine Antwort geben kann, da sie im Film nicht enthalten ist???

Die Shoemaker könnte in ihrer Zeitung schreiben, was sie wollte, beweisen könnte sie gar nichts. Und wer hätte einer offensichtlich verwirrten Seniorin schon geglaubt (die übrigens mal WIEDER von Gisela Trowe gesprochen wird)? Hätte man dann das Ende nicht ganz einfach so drehen können, dass der Mord wirklich auf Zelluloid gebannt wurde, und dass Truman einfach das Ansehen seines Vaters bewahren wollte? Das wäre doch sehr einfach gewesen.

Ein von vorne bis fast ganz hinten tolles Hörspiel. Nur das Ende hinterlässt bei mir immer mehrere Fragezeichen. Und das ist nunmal sehr unbefriedigend in einem Kriminalfall. 88%!


Meine Wertung: 88%
Cover: Todesflug (92) Todesflug
Erschienen: 2000
Dauer: 59:09

Justus, Peter und Bob sitzen fest: Mitten in der Wüste versagt ihr Auto und das Wasser geht zur Neige. Die Nerven der drei Jungs sind zum Zerreißen gespannt. Plötzlich durchbricht ein Dröhnen die Stille: Ein Tiefflieger zieht über ihre Köpfe hinweg und setzt zur Landung an. Die drei Detektive schöpfen Hoffnung. Das könnte die Rettung bedeuten. Doch unversehens geraten sie in eine tödliche Falle. Ein größenwahnsinniger Weltraumforscher bringt Bob in höchste Lebensgefahr. Wie können die drei cleveren Jungs verhindern, dass Bob ins Weltall geschossen wird?

Mein Kommentar: *hüstel* Die drei Fragezeichen haben zwar schon diverse schlechte Folgen erlebt, doch soweit, wie bei TKKG hier und dort, waren sie noch nie: Eine Story, die einfach nur total blöde ist, und nicht den geringsten Sinn ergibt. Doch JETZT haben wir so eine ???-Folge, und sie heisst "Todesflug" - und es ist mir eine Freude, sie endlich mit einem kleinen Textchen bedenken zu können.

Eigentlich fängt "Todesflug" ganz gut an. Die drei ??? sind in der Wüste, brauchen plötzlich Hilfe, suchen danach - und schon gehen die Probleme los. Im Ernst: Die ersten ca. 40 Minuten sind töfte und recht spannend gemacht. Aber dann wird's einfach zuviel des Guten. Da gibt es ein Videospiel namens "Master of the Universe", bei dem man also auf die Erde ballert. Man zerstört dabei vornehmlich Flugzeuge. Klingt nach einem interessanten Videospiel - eigentlich!

Denn es stellt sich am Ende leider raus, dass Dr. Gregstone - übrigens gemimt vom wunderbaren Wolf Rathjen -, eine geheime Raketenstartbasis besitzt, die er mehr oder weniger selbst in Schuss hält. Darüberhinaus schickte er bereits mehrfach eine Rakete ins All (die dann auch später wieder auf der Erde landete!), und hat sogar Kontrolle über einen Satelliten im All, von dem aus er auf die Erde ballern lässt, über die per Internet vernetzten PCs ganz normaler Bürger - ALLES KLAR!

Niemandem bei den Raumfahrt-Behörden in den USA oder in Russland fällt auf, dass immer mal wieder Raketen starten und landen? Niemand merkt, dass ein Satellit auf die Erde schiesst? Niemand untersucht die Wrackteile der abgeschossenen Vehikel und stellt dabei fest, von wo ungefähr vermutlich oder womit geschossen wurde? ...und dann düst sogar Bob Andrews himself ins Weltall, um den Satelliten zu reparieren? Mal im Ernst, lieber Dr. Gregstone, woher soll Bob denn wissen, was kaputt ist und wie man es wieder repariert? Und wieso landet die Rakete GENAU DORT, WO SIE STARTETE?

Nee, lieber Ben Nevis, diese Story ist einfach nur Kappes; wobei der Anfang echt nett ist... Tut mir leid, 35%!


Meine Wertung: 35%
Cover: Das Geisterschiff (93) Das Geisterschiff
Erschienen: 2000
Dauer: 58:26

Ein Geisterschiff kreuzt vor der Küste von Rocky Beach. Justus, Peter und Bob trauen ihren Augen nicht: Der Dreimast mit den zerfetzten Segeln gleitet durch die neblige See. Spuk oder Wirklichkeit? Die drei Jungs brauchen starke Nerven, denn Nachforschungen führen sie zu Piraten aus längst vergangenen Zeiten. Hat ein Fluch sie in die Gegenwart zurückgebracht? Um das Rätsel zu lösen, gibt es nur eine Möglichkeit: Die drei Detektive aus Rocky Beach müssen selbst an Bord gehen...

Mein Kommentar: Ein wirklich tolles Hörspiel. Die Produktion ist toll, die Sprecher/innen sind es auch, das Buch war super, und das Hörspiel-Skript ist soweit auch gelungen.

Es bleiben eigentlich nur ein paar kleine Ungereimtheiten am Wegesrand, die nicht wild sind, aber dennoch zum Nachdenken oder Wundern anregen. Wieso weiss Justus denn doch sehr plötzlich, dass es 150 Jahre alten Whiskey, in Holtfässern gereift, eigentlich nicht geben kann? Denn zuerst war er ja total Feuer und Flamme, einen echten Schatz gefunden zu haben. Und Deborah Snell behauptet, Mr. Qin noch niemals gesehen zu haben, sondern nur seine Automarke zu kennen - aber ist das nicht sehr unprofessionell geplant? Es wird ja wohl mehrere Leute in der Umgebung geben, die solch einen Wagen fahren. WIeso also hatte die Snell nicht ein Foto von Qin? OK, in dunkler Nacht, und von Scheinwerfern geblendet, ist es schwer, einen Autofahrer durch die Frontscheibe zu erkennen, aber dass sie angeblich nicht weiss, wie er aussehen soll, hätte die drei ??? ein wenig stutzig machen müssen, finde ich. Ein wenig, na sagen wir mal: "befremdlich", finde ich auch die Auflösung mit dem Geisterschiff. Ein Skelett winkt Peter zu - wie das wohl bewerkstelligt wurde, wenn alles nur Mummenschanz war?

Naja, ok, man könnte einfach meinen, dass Justus wie üblich einfach das große Geheimnis für sich behielt, dass man bei der Snell übersehen hat, stutzig zu werden, und dass Peter eben nur dachte, das Skelett hätte gewunken, obwohl es das vermutlich nicht tat, und schon passt das alles wieder. Dennoch ein Versäumnis, dies beim Verskripten nicht bedacht zu haben.

Deshalb vergebe ich gern eine gute 79%-Wertung...


Meine Wertung: 79%
Cover: Das schwarze Monster (94) Das schwarze Monster
Erschienen: 2000
Dauer: 54:02

Zirkus Trinket kommt mit einer unglaublichen Attraktion nach Rocky Beach: In der Manage tritt ein mörderisches Monster aus den Wäldern Alaskas auf. Doch dann entsteigt die Kreatur dem Käfig und verbreitet Angst und Schrecken. Die drei ??? nehmen die Spur des rätselhaften Wesens auf, denn natürlich glauben sie nicht an ein echtes Monster. Doch plötzlich steht es vor ihnen...

Mein Kommentar: Beim schwarzen Monster fühle ich mich gegen Ende immer etwas betrogen. Ich dachte schon beim ersten Anhören, dass das vermutlich ein gut dressierter Affe sei, oder ein Mann in einem Kostüm mit Tonband. Aber man tat alles, um genau diesen Eindruck zu verwischen, und um das Monster so echt und natürlich wie möglich aussehen zu lassen, sodass die Affe- und Mann-im-Kostüm-Theorie offenbar nicht zutrifft, nur, damit sie am Ende doch zutrifft - und das sogar DOPPELT. BEIDES trifft zu!

Das ist aber nichtmal das Doofe, sondern das Doofe ist, dass die Folge relativ konturlos ist. Keine Spannung, kaum Action; obwohl schon gut produziert, und sie gräbt während des Zirkus-Segments zu Beginn sogar die typisch-albernen Zirkus-Musiken aus, was sie in diesem Punkt etwas einmalig macht, denn gerade die Gurgel-Melodie wird man danach nie mehr vergessen! ;)

Naja, alles in allem denke ich, sind 60% fair bewertet...


Meine Wertung: 60%
Cover: Botschaft von Geisterhand (95) Botschaft von Geisterhand
Erschienen: 2001
Dauer: 59:44

Dr. Arroway, Archäologin und Spezialistin auf dem Gebiet der alten Maya-Indianer, erfährt durch Zufall, dass sie bestohlen werden soll: Ein geheimnisvoller Unbekannter hat es auf das heilige Buch der Maya abgesehen, das Popol Vuh. Warum ist dieses Buch so wichtig? Verbirgt sich darin eine geheime Botschaft? Wer hat Interesse daran, sie zu entschlüsseln? Die drei Detektive aus Rocky Beach nehmen sich des Falls an und versuchen das Rätsel zu lösen. Doch als das Popl Vuh gestohlen wird, drängt die Zeit - wer lüftet als Erster das Geheimnis des heiligen Buches?

Mein Kommentar: Wie schon bei (90) Feuerteufel muss ich sagen, dass das Inlay mit den Sprechernamen der Storyline ein wenig das Genick bricht. Es bleiben 4 Personen, die infrage kommen; wobei bei einem schon klar ist, dass er nur Mittelsmann ist, und Dr. Arroway wird es wohl kaum selbst sein. Bleiben nur noch zwei Leute übrig. Und das schränkt die Spannung und den Überraschungsmoment am Ende stark ein.

Zwar bemühte sich Minninger, die Hörerschaft zu überrumpeln, indem er die These ins Spiel bringt, Arroway selbst könnte es doch sein, aber das würde einfach keinen Sinn machen; jedenfalls fällt mir nichts ein, wie es ins Bild passen sollte, dass Arroway sich selbst andauernd ausbotet; höchstens, dass sie vielleicht die Versicherung betrügen will - aber macht das Sinn? Eher nicht. Darum schade, dass diese ansonsten gutklassige Geschichte durch das Hörspiel-Inlay mit der Namensliste stark leidet.

Wirklich mistig ist aber, dass man bei Janet andauernd denkt : "Du meine Güte, WER ist das denn? Wer klingt denn da so übertrieben künstlich?" Und dann guckt man nach: "Wie bitte? Ute Rohrbeck?" Ja, Ute Rohrbeck. Sorry, liebe Frau Rohrbeck, aber die Performance hier ist echt grausig.

Ansonsten ein Hörspiel, das in Ordnung geht. Nur der Titel passt nicht; und auch der Kladdentext übertreibt: "die Zeit drängt", "heiliges Buch", "geheime Botschaft"... Ich merke davon nirgends etwas... Und wie kommen Justus und Jelena am Ende aus dem Raum? Diese "Das verrate ich Euch nicht, gezeichnet der Autor"-Spielchen finde ich einfach unoriginell, weil sie eigentlich nur zeigen, dass man selbst keine Ahnung hatte, aber man die Szene für das Ende unbedingt zurechtbiegen musste.

Alles in allem kann das Hörspiel nichts für den Kladdentext und für das Inlay eigentlich auch nicht. Nur Ute Rohrbeck - auweia! Deshalb gebe ich gern eine 73%-Bewertung ab; aber lest um Himmels Willen nicht die Namensliste oder den Kladdentext, sondern hört einfach so das Hörspiel! ;)


Meine Wertung: 73%
Cover: ...und der rote Rächer (96) ...und der rote Rächer
Erschienen: 2001
Dauer: 52:55

Es brennt! - Ein anonymer Anrufer meldet Justus Jonas ein Feuer am Hafen von Rocky Beach. Doch als er als Helfer in der Not am Brandort eintreffen, wendet sich das Blatt: Die Visitenkarte der drei ??? Wurde am Tatort gefunden und bringt Justus, Peter und Bob plötzlich in den Verdacht der Brandstiftung. Eine brenzlige Situation! Nur die Überführung des wahren Täters kann die drei Detektive entlasten. Doch der Spur des Brandstifters zu folgen ist ein gefährliches Unterfangen. Die drei ??? müssen scharf kombinieren und vor allem einen kühlen Kopf bewahren.

Mein Kommentar: Gute Folge, wirklich gute Folge. Die Idee ist mal was Neues, die Hinweise sind gut verteilt. OK, es gibt es paar potenzielle Meckereimomente, weil hier und da einiges zu offensichtlich ist (z.B. als Tante Mathilda erzählt, dass es einen Verehrer gab, den sie nicht mochte), doch lassen die sich eigentlich ganz gut verschmerzen, weil der Rest stimmt.

Auch Helmut Gentsch, der den Rawling mimt, ist gut gecastet, seine Stimme klingt immer ähnlich, aber nie gleich, gefällt mir. Dazu gibt's als Bonus noch die Stimmen von Ann Montenbruck, Heikedine Körting herself, Douglas "Du weisst, ich bin ein Siegertyp!" Welbat, Marius Kreissler und Wolfgang Kaven - allesamt gut besetzt und liefern eine Spitzenperformance ab.

Viel zu Schimpfen habe ich nicht. Minninger hätte vielleicht noch mal 20 Minuten zusätzliche Spielzeit reinnehmen können, um das Buch besser und etwas spannender zu adaptieren, aber auch so ist alles in Ordnung. Kein Smashhit der Hörspielkunst, aber man tut nichts Falsches, wenn man es sich einverleibt! ;) 80%...


Meine Wertung: 80%
Cover: Insektenstachel (97) Insektenstachel
Erschienen: 2001
Dauer: 1:07:01

Regungslos sitzt das Insekt auf dem Lampenschirm. Es sieht aus wie eine Riesenwespe. Der Körper ist etwa dreißig Millimeter lang und am Hinterteil blitzt der Ansatz eines Stachels auf. Das Sonnenlicht spiegelt sich in den Facettenaugen. Mrs. Hazelwood schwinden die Sinne... Die alte Dame hat panische Angst vor Insekten. Als ihre Hausangestellte Opfer eines Hornissenangriffs wird, dreht sie durch. Die drei ??? leisten erste Hilfe und stoßen dabei auf einige merkwürdige Dinge...

Mein Kommentar: Ähnlich wie bei (32) ...und der Ameisenmensch verhält es sich hier. Tolle Story, gut erzählt, Topsprecher/innen, aber leider stört ein Detail: Marianne Kehlau, in der Rolle von Janet Hazelwood, jammert und kreischt mal wieder in einer Tour - aufgrund einer ausgeprägten Insektenphobie. Fast so, als hatte André Minninger beim Schreiben des Buches im Kopf: "Später, wenn das Hörspiel kommt, muss wieder die Kehlau ran, und wenn schon, dann soll sie auch wieder viel zu johlen haben."

OK, ja, so exzessiv wie in (32) ...und der Ameisenmensch ist es natürlich zwar nicht, aber es ist dennoch recht häufig - und das kann bisweilen etwas anstrengend für Ohren sein. ...und wäre das nicht genug, wird regelmäßig treibende Musik abgespielt, wenn Insekten in der Nähe sind.

Dennoch aber ist Insektenstachel ein wirklich gutes Hörspiel, das vorallem durch das großartige Damen-Trio Marianne Kehlau, Brigitte Böttrich und Regina Lemnitz abgerundet wird. Logikfehler, Regiefehler oder sonstige Holpersteine sind mir keine aufgefallen. Hätte man also die Insektenphobie eine kleine Spur weniger hörintensiv vertont, wäre das hier eine klare 90%-Wertung, aber so leid es mir tut; ich kann mir "Insektenstachel" einfach nicht oft anhören - das Gekreische nervt einfach... Trotzdem will ich fair sein und mit 84% verbleiben.


Das Zitat der Folge kommt von Laura Stryker: Ich? Möbel verrückt? Verrückt seid IHR! Und jetzt hör' mir mal zu, Du Wichtigpups!

Meine Wertung: 84%
Cover: Tal des Schreckens (98) Tal des Schreckens
Erschienen: 2001
Dauer: 1:02:32

Mitten in den Magic Mountains wacht eine Frau am Steuer ihres Autos auf: Sie hat keine Ahnung wo sie ist, ihr Kopf schmerzt. Das Einzige, an das sie sich erinnern kann, ist ein Indianer mit Adlerkopfmaske, der sie mitten in der Nacht aus dem Auto gezerrt hat. Die Polizei zweifelt an dem Verstand der Frau, doch die drei ??? glauben ihr. Sie versprechen, die mysteriöse Geschichte aufzuklären. Todesmutig machen sie sich auf in das Tal des Schreckens und erleben die Horrornacht ihres Lebens.

Mein Kommentar: Im Grunde ist "Tal des Schreckens" wunderbar geglückt. Spannend erzählt und schön undurchsichtig. Man könnte insgesamt höchstens kritisieren, dass die Auflösung mit dem Vergessenstrank ein wenig halbgar wäre; andererseits kenne ich mich mit indianischer Medizin nicht aus, und bin da dann lieber still, sondern benutze dieses Nicht-Wissen dahingehend, dass ich das einfach mal für möglich halte. :)

Aber machen wir uns nichts vor, die Grundidee dieses Hörspiels stammt vom Film "Rat Race", ganz klar. Aber das muss ja nichts Falsches sein, denn bis zum Ende fällt der Ideenklau sowieso nicht auf. Dafür aber ist der Titel Aufschneiderei hoch 10: "Tal des Schreckens"... Welcher Schrecken?

Prahlen will ich abschliessend dann noch mit meinem Gehör, das Niki Nowotny als Durchsage-Stimme ausmachen konnte ("Hier spricht die Polizei, fahren sie unverzüglich weiter..."), und vergebe sehr gern sehr solide 85% für ein Hörspiel, dass allerhöchstes ein paar Zweifel an dem Vergessenstrank aufkommen lassen könnte.


Meine Wertung: 85%
Cover: Rufmord (99) Rufmord
Erschienen: 2001
Dauer: 1:04:49

"On Air" - das rote Licht im Aufnahmestudio des Radiosenders von Rocky Beach leuchtet. Die drei ??? sind live auf Sendung. Und kein anderer als der Starmoderator Kevin Anderson führt mit witzigen Sprüchen durchs Programm. Justus, Peter und Bob berichten begeistert von ihrer Detektivarbeit - bis sich plötzlich ein anonymer Anrufer in die Sendung schaltet und mit verstellter Stimme eine unheilvolle Drohung ausspricht. Ein neuer Fall für die drei Detektive?

Mein Kommentar: Bob kann mal eben so in eine psychiatrische Klinik, um dort eine Person zu besuchen, die wegen Mordversuch, Missbrauch von Hypnosefähigkeiten und was weiss ich noch dort einsitzt, und dann bleibt Cotta über ein Handy (Handy! - wir sind in einer Klinik!) mit Justus verbunden, und obwohl Justus das Ding in seiner Tasche hat, war der Empfang für Cotta also glasklar? Überhaupt ist seltsam, dass Cotta bei dieser Art Kuhhandel mitmacht, statt die ??? mal zu fragen, ob sie noch alle hätten. Nicht zu vergessen, dass es für einen Krimi einleuchtend ist, dass Clarissa Franklin (bereits bekannt aus (76) Stimmen aus dem Nichts) nicht einfach aus Jux an der Freude reaktiviert wird, sondern, dass sie definitiv was mit dem Fall zu tun haben muss - was ja am Ende auch stimmt.

Doch sieht man DAVON einmal ab, ist die Geschichte soweit gelungen, doch wegen der Patzer, die ich eben aufführte, verbleibt "Rufmord" (Wieso heisst die Folge eigentlich so? Im Grunde ist der Rufmord doch eher nebensächlich!) im 80er-Wertungsbereich, denn es bleiben auf der Pro-Seite noch eine tolle Produktion, Buch gut gekürzt, klasse Sprecher/innen, wie Holger Mahlich, Judy Winter, Jürgen Thormann oder Eckart Dux! Dazu ist die Story flott erzählt, insich soweit logisch strukturiert und ist eigentlich auch spannend. Macht meiner Meinung nach passable 82%!


Das Zitat der Folge kommt von Mystery: 13-14-7-8, wieder ist ein Joke vollbracht!

Meine Wertung: 82%
Cover: Toteninsel (100) Toteninsel
Erschienen: 2001
Dauer: 2:46:31

Die drei ??? übernehmen ihren 100sten Fall! In drei spannenden Folgen sind die dem Geheimnis der Toteninsel auf der Spur. Eine große Herausforderung für die Detektive. Weswegen sie gut beraten sind, die Hilfe alter Wegbegleiter anzunehmen, um "Das Rätsel der Sphinx" (Teil 1) zu lösen. Doch plötzlich ist Peter verschwunden und auch "Das vergessene Volk" (Teil 2) kann Justus und Bob bei ihrer Suche nicht weiterhelfen. Erst "Der Fluch der Gräber" (Teil 3) führt die drei ??? auf eine heiße Spur.

Mein Kommentar: Ich habe mir mit diesem Hörspiel extrem viel Zeit gelassen. Ich hörte es seit seinem Erscheinen in 2001 schon viele, viele Male, und mir gefällt es jedes Mal auf's Neue. Auch die Buchvorlage las ich in der Zeit schon gut 5-6x komplett durch. Ich mag "Toteninsel" - aber ich habe mir Zeit gelassen mit dieser Bewertung, wie ich schon erwähnte. Weil ein Kollege neulich meinte, dass zum Ende hin alles total überzogen wäre, obwohl ihm die Teile A und B sehr gut gefielen. ...und hmm... tja, wenn ich schon mit meiner Rezension sozusagen "etwas in Zement gieße", dann soll das ordentlich sein, und ich habe mir die Kritik des Kollegen gut durch den Kopf gehen lassen - darum die Pause.

Jedenfalls: Ich finde nach wie vor eigentlich nichts wirklich Negatives am "Toteninsel"-Hörspiel. Zum Jubiläum eine fette Dreier-Folge mit über zweieinhalb Stunden Laufzeit, die von vorn bis hinten super, stimmig und atmosphärisch dicht produziert und optimal gecastet wurde; mir gefällt aber ganz besonders Oliver Böttcher als Juan, denn er kriegt diesen mexikanischen Dialekt wunderbar hin. ...und André Minninger hat sogar wirklich recht optimal gekürzt und nichts Wesentliches entfernt - vom Ende vielleicht abgesehen, aber dazu gleich mehr. Kurzum: Von Europas Seite her ist "Toteninsel" jedenfalls so ziemlich genial.

Und von Kosmos' Seite? Eigentlich auch, finde ich. André Marx hat sich viel, viel Mühe gegeben; schon allein die Kapitel tragen als Überschrift immer einen Titel einer alten ???-Folge ("Die singende Schlange", "Das Geheimnis der Särge", etc.). Es gibt keine Handlungslöcher, die Charaktere sind allesamt gut von einander zu unterscheiden, das Tempo ist schön flott und ohne Hänger und spannend ist es auch zu jeder Zeit.

Was also könnte man denn an dieser Folge kritisieren? Naja, sagen wir mal, in einem Punkt kann ich meinem Kollegen durchaus rechtgeben. Dieser Punkt betrifft Bobs Hypnose, die urplötzlich ins Spiel kommt. Zwar ist das Buch genauso, aber im Buch kann man sich zumindest was denken, weil das entsprechende Kapitel damit endet, dass Bob K.O. geschlagen wird, und das nächste Kapitel damit anfängt, dass Bob sich ganz normal verhält - dafür wird im dritten Buch noch ein rückblendendes Hypnosekapitel eingefügt. Aber dennoch ist das mit Bobs Hypnose vielleicht etwas zu hart an der Grenze, muss ich zugeben.

Bei allem anderen aber drücke ich gern ein Auge zu, kann meinen Kollegen aber zumindest nachvollziehen. Denn im Buch ist das Ende wesentlich spannender. Die Crew entdeckt die Grabanlage, inspiziert sie in aller Ruhe, und schon allein die Momente in der Särge-Höhle sind total geil geschrieben und lassen ein tolles Feeling aufkommen. Dann kippt die Handlung, das Militär soll gleich kommen, und im Hörspiel geht das alles ruckzuck. Im Buch wird ein Plan geschmiedet, alle bereiten sich vor, beziehen Posten, und so weiter, da kann man alles wesentlich besser nachvollziehen, weil man als Leser/in in alles involviert wird.

Dennoch bleibe ich dabei, dass es auch im Hörspiel recht gut hinhaut und man daher nicht davon sprechen könnte, dass "Toteninsel" in Schlag ins Wasser sei, denn sonderlich verkorkst finde ich das Ende im Hörspiel auch wieder nicht.

Zwei Fragen habe ich aber dennoch, die nicht - auch nicht im Buch - beantwortet werden. 1) Hat Marx sich ein wenig von dem Film "Contact" inspirieren lassen? Es gibt zwar nur minimale Handlungsparallelen, aber bei den Namen hat er voll zugeschlagen! ;) 2) Wieso gibt es kein behördliches Nachspiel? Denn zumindest Jelena ist bei der CIA, wegen der Telefonate betreffend der Montana, bekannt, denn ein CIA-Agent beobachtete sie ja. OK, Justus hat eine Festplatte als Druckmittel mitgehen lassen, aber die könnte man ihm vielleicht auch wegnehmen/stehlen lassen, oder im Zweifelsfalle die Presse dazu verdonnern, nichts verlauten zu lassen. So GANZ wasserdicht ist das mit der Festplatte also nicht, oder?

Alles in allem ist "Toteninsel" in meiner persönlichen Drei-???-Top-5 enthalten und das möchte ich mit 94% sehr gern quittieren.

PS: Schöne Grüße an Jens! ;)


Das Zitat der Folge kommt von Skinny Norris: Justus Baby Fatso Jonas und seine ihm nie von der Seite weichenden Schatten Peter Der Schisser Shaw und Mister Langweilig Bob Andrews.

Meine Wertung: 94%
Cover: ...und das Hexenhandy (101) ...und das Hexenhandy
Erschienen: 2001
Dauer: 1:10:17

Der neueste Hit in Rocky Beach: "Hexen-Handys"! Sie leuchten im Dunkeln giftgrün und statt zu klingeln, kichern sie gruslig. Doch dann legt sich ein düsterer Schatten auf das Küstenstädchen. Einige der stolzen Besitzer verschwinden auf unheimliche Weise. Zurück am Tatort bleiben nur die leuchtenden Mobiltelefone, auf deren Display die Teufelszahl 666 erscheint. Die drei Detektive Justus, Peter und Bob nehmen per Handy die Spur auf, ohne zu wissen, was sie am anderen Ende der Leitung erwartet...

Mein Kommentar: Hmmmm.... Schwierig, schwierig. Ich weiss nicht recht, ich weiss nicht recht. Wir befinden uns im Jahre 2001 - Handys boomen geradezu. Viele wollen eines, viele haben eines, alle wollen immer das neueste Modell - Handys überall, Handys liegen im Trend. Also macht sich André Minninger daran, dieses Thema ???-kompatibel zu machen. Und die Idee, auf die er dieses Abenteuer basieren lässt, ist auch gar nicht so übel.

Aber es hakelt an einigen wichtigen anderen Punkten. Vorallem Bastian Pastewka. Oh ja, er macht das hier alles super, ehrlich - Pastewka ist DIE Besetzung für diese Rolle. Allerdings erkennt man ihn dann später als Mister Cade auch sofort wieder, weil seine Stimme einfach viel zu charakteristisch ist. Nicht zu vergessen, er ist neben Mister Acer der einzige männliche (Erwachsene) in dieser Folge - wer also sollte wohl sonst die Hexe sein?

Dass Monique Carrera es nicht ist, ist ebenfalls klar, denn ihre Stimme käme niemals so hoch, wie die der Hexe es ist. Umso mehr möchte ich auch betonen, dass ich es äusserst schade finde, dass Minninger einerseits in die Bresche springt und die Thematik der unkonformen sexuellen Orientierung einbaut, wie es für ihn ja häufig charakteristisch in seinen Geschichten ist, und ich finde das auch gut - vorallem in Zusammenhang mit Mrs. Jones, gespielt von der wundervollen Marianne Kehlau, die so herrlich die ablehnende Haltung mimt -, doch andererseits wird der Charakter der Monique Carrera eher als Gimmick verkommen lassen. Denn dass sie früher mal ein Mann war und ansonsten ein ganz normaler Mensch ist, ist eine Sache, die man gern mal erwähnen kann, doch hier im Hörspiel wird es sehr bald schon so dargestellt, dass sie als Hexe nicht infrage kommt - also nicht mehr von großer Relevanz für den Fall ist - und obendrauf kommt natürlich der alberne Spaß der Marke: "Ups, Peter hat's nicht gerafft und wird nun verlegen"... War das nötig? Hätte Monique Carrera nicht einfach früher mal ein Mann gewesen sein können, und für den Fall zunächst verdächtig - und sonst gar nichts?

Ich komme mal zur Produktion: das "Es ist Nacht und wir sind im Wald"-Feeling kommt gut auf und die Jagden nach der Hexe bringen eine kleine Portion Rasanz mit ein. Zum ersten Mal akzeptiere ich auch Peters Gewinsel und Gejammer voll und ganz. Man muss sich mal vorstellen: Nacht, allein, eingesperrt, von einer "Hexe" traktiert und man muss vielleicht um sein Leben fürchten - da würde ich sicher auch nicht gerade den Helden spielen.

Allerdings plätschert diese Folge die meiste Zeit relativ unspannend und vorhersehbar vor sich hin ("die Schramme im Gesicht von der Carrera ist garantiert eine falsche Spur, etc."), wenngleich die Effekte und Musiken optimal ausgesucht worden sind und auch alle Sprecher/innen einen verdammt guten Job machen, und ich finde, dies liegt an den über 70 Minuten Gesamtspielzeit. Ohne gewisse Längen wäre diese Folge weit stringenter und etwas spannender.


Meine Wertung: 66%
Cover: Doppelte Täuschung (102) Doppelte Täuschung
Erschienen: 2002
Dauer: 59:00

Bob gerät in einen Banküberfall und kann für Bruchteile von Sekunden das Gesicht des Täters sehen. Kurz darauf stattet der Bankräuber ihnen einen Besuch in der Zentrale ab. Zunächst scheint geklärt, dass es sich bei ihrem neuen Auftraggeber um den Zwillingsbruder des Verdächtigen handelt. Doch schon bald wissen Justus, Bob und Peter nicht mehr genau, mit welchem der beiden sie es zu tun haben. Ein gefährliches Verwirrspiel beginnt.

Mein Kommentar: Wirklich bedauernswert finde ich nur, dass die Autoren/innen die drei ??? in vielen Folgen in eine wirkliche Bredouille bringen und sie sogar oft zu sterben drohen, und plötzlich kommt die Polizei, retten die drei, Justus fragt, wie das möglich war, und dann verraten Bob oder Peter, dass sie schon mal vorsorglich die Polizei informierten, oder mal schnell eine SMS abgesandt haben. Das ist eine Sache, auf die ich so langsam aber sicher keine Lust mehr habe. Zum Ersten wegen der Einfallslosigkeit, zum Zweiten wegen der Häufigkeit und zum Dritten wegen der krampfhaften Modernität an vielen Ecken.

Aber sonst? Tja, ich weiss nicht recht, was ich über "Doppelte Täuschung" schreiben soll. Ich mag dieses Hörspiel und die Auflösung ist echt mal was anderes, und vorallem gefällt mir irgendwie auch, dass der Titel mal nicht übertrieben reisserisch daherkommt und auch, dass das Covermotiv sehr schlicht gehalten ist. Nicht zu vergessen Wolfgang Condrus, dem es gelingt, den Kings ähnliche aber trotzdem andere Stimmen zu geben, ohne, dass es irgendwie bemüht oder imitiert klingt.

Eine gutklassige ???-Hörspiel-Folge, die unspektakulär und unkapriziös daherkommt, aber trotzdem nicht langweilt oder vorhersehbar ist - dazu die gewohnt gute Produktion und fertig ist die Laube.


Meine Wertung: 74%
Cover: Das Erbe des Meisterdiebes (103) Das Erbe des Meisterdiebes
Erschienen: 2002
Dauer: 1:02:10

Der berühmte Meisterdieb Victor Hugenay ist tot! In einem rätselhaften Testament hinterlässt er Hinweise auf das bisher unentdeckte Diebesgut: einige wertvolle Gemälde. Eine Herausforderung für Justus' Superhirn! Aber der Erste Detektiv lässt sich diesmal von seiner Arbeit ablenken. Was ist los mit dem Kopf der drei Detektive? Als ein geheimnisvoller Unbekannter ebenfalls hinter dem Bilderversteck her zu sein scheint, müssen Justus, Peter und Bob zeigen, was in ihnen steckt.

Mein Kommentar: Ich finde es einfach ein Bisschen unglaubwürdig, dass Justus einem Mädchen - bei aller Verliebtheit - einen solch großen Gefallen tut, zumal es eine Straftat ist, und Justus das auch ganz genau weiss...

Ich mag jetzt gar nicht mal darüber philosophieren, ob ein Jugendlicher, der ein Schlaukopf ist, etc. pp., der immer stets an der Logik festhielt, immer aufforderte, sachlich und reational zu handeln und denken, usw. usf., bei dieserlei Situation - zumal sie ja für ihn ganz neu ist - ein wenig die Fassung verliert und unbdeacht handelt - auch, doch im Falle von Justus finde ich es unglaubwürdig, oder sagen wir lieber: unpassend. Denn egal, ob realistisch oder nicht, Justus ist mir hier einfach zu untypisch, zu menschlich - ZU menschlich. Natürlich sollen die drei ??? keine emotionslosen Roboter sein, aber hier geht mir das irgendwie zu weit, weil ich der Meinung bin, dass das zur Serie "Die drei ???" nicht wirklich passt. Und so geil die Idee ist, dass man die drei austrickst und indirekt zu Handlangern macht, so abgenudelt ist sie über Jahre auch wieder geworden, weil es einfach viel zu häufig passierte.

André Marx' Idee ist, bei aller Liebe nicht der wahre Jakob. Für mich sind die drei ??? einfach drei jugendliche Detektive, die professionell ihre Fälle lösen; mit ein bisschen Zickerei, etwas Generve von den Eltern, bzw. Mathilda und Titus, und so, aber alles, was darüber hinausgeht, ist mir zu viel Gefummel an der Formel.

Und darum muss ich leider, leider keine allzu großzügige Wertung verwehren. Ich gestehe, lässt man mal die Grundidee aussen vor, dann ist die Folge eine spannende Jagd nach dem Erbe, mit tollen Einfällen und Winkelzügen, und Wilbur Graham als Unsympath ist auch eine super Idee! Darüberhinaus ist die Produktion top, alle Sprecher/innen machen einen wunderbaren Job und Minninger hat auch optimal das Buch zu einem Hörspielskript umgeschrieben, aber mir stößt die Grundidee von Marx einfach sauer auf - tut mir leid.

MIR hätte es genügt, die drei ??? fühlen sich durch Hugenays Brief zu einer Art sportlichem Wettkampf herausgefordert und wollen es ihm, wenn auch posthum, zeigen, und gegen Ende mischt sich jemand ein und will ihnen die Bilder stibitzen, oder sowas. Aber das ganze Tamtam um Brittany sorgt bei mir nur für Kopfschütteln. Dafür allerdings räume ich ein, dass Brittany für spätere Folgen dann eine tolle Widersacherin ist - wie ja auch dann etwa bei (125) Feuermond geschehen. Ich gebe, meiner Abneigung zur Grundidee zum Trotze, noch 70%, weil ansonsten einfach alles töfte umgesetzt wurde.


Meine Wertung: 70%
Cover: Gift per E-Mail (104) Gift per E-Mail
Erschienen: 2002
Dauer: 1:08:33

Achtung Feuerquallen! - Beim Tauchen vor der Küste von Rocky Beach kann Mrs Baker den giftigen Tieren in letzter Sekunde entkommen. Aber dann erscheinen die Quallen plötzlich per E-Mail auf Mrs Bakers. Computerbildschirm und bedrohen nicht nur ihre Dateien, sondern auch ihr Leben. Mit Hilfe von Tom Wood - einem Computerexperten - nehmen die drei ??? die Spur des anonymen Absenders auf. Wenn da nur nicht Dick Perry wäre, ein überheblicher Detektiv aus Santa Monica, der Justus, Peter und Bob die Ermittlung mehr als schwer macht?

Mein Kommentar: Dick Perry ist der optimale Gegenpart zu den drei ???. Der Typ ist so penetrant, opportunistisch und verleumderisch, dass sogar ich dem am liebsten durch die Lautsprecher einen Kommentar an die Rübe gepfeffert hätte - so muss das sein. Dazu die sehr gut passende Stimme von Ernst Hilbich... Wirklich gut gecastet, Frau Körting! :)

Leider nur war es das ansonsten mit den großen, positiven Aspekten dieses Hörspiels. Denn vom Buch ist nur wenig übrig geblieben: Die Verfolgung Perrys, Kelly als Hausmädchen, die Tauchszene, das Finale am Boot... Stattdessen wird viel zu viel geschwafelt und erst irgendwo im letzten Drittel geht die Action dann mal los. Ich habe weiss Gott nichts gegen "langsame" Hörspiele, aber hier ist es so, dass einiges sogar noch verwirrend ist; und wenn man weiss, was das Buch alles bietet, dann ist die Enttäuschung sogar noch größer - und dann kommt Just am Ende daher und löst die Chose so nebenbei auf, als wäre doch alles glasklar gewesen.

Bleibt im Kern eine nette Folge, die man durchaus hören kann - mehr allerdings nicht. Einzig erwähnenswert ist, dass Thomas Fritsch ab sofort den Erzählerpart übernimmt und Matthias Fuchs somit ablöste.


Meine Wertung: 69%
Cover: ...und der Nebelberg (105) ...und der Nebelberg
Erschienen: 2002
Dauer: 1:14:09

Eine Wandertour in den Rocky Mountains - Peter und Bob sind begeistert! Doch unterwegs hüllt auf einmal ein undurchdringlicher Nebel den Berggipfel ein und die Wandergruppe wird von einer geisterhaften Erscheinung überrascht. "Das Phantom ist zurückgekehrt", murmeln die Alten des nahe gelegenen Bergdorfes. Da fängt der Erste Detektiv Feuer, denn neben der körperlichen Anstrengung sind jetzt seine Gehirnzellen gefragt. Was steckt hinter der Spukerscheinung? Die drei ??? müssen diesmal besonders klug vorgehen, um die wortkargen Einsiedler zum Sprechen zu bringen.

Mein Kommentar: "Schön spukig und sehr, sehr klassisch!" Das ist das Erste, was mir einfiel, als ich überlegte, was ich in diesem Text hier über diese Folge schreiben könnte. Dazu kommt Bob, der hier quasi den Erzähler mimt, was ich durchaus als eine willkommen Idee und Abwechlung empfinde. Mich ärgert lediglich etwas, dass Bob nicht einfach sauber vorliest, sondern seine Tagebucheintragungen so intoniert, als lese er laut mit, was er in diesem Moment schreibt. Das mag man so oder so sehen - mich aber stört das ein wenig; andersherum hätte es mir besser gefallen.

Doch ansonsten ist "...und der Nebelberg" 'ne gute Folge. Sicherlich, es gibt wenig Orts- und Szenenwechsel und ab der zweiten Hälfte flaut der Spannungsbogen von Minuten zu Minute spürbar ab, aber auch dann ist es zum Ende hin noch gute Ohrenkost. Nur wird es ein wenig verwirrend, wenn es darumgeht, wer warum hinter alledem steckt und wer wie zu wem steht; doch wenn man aufpasst und vielleicht noch ein 2. oder 3. Mal die Folge hört, kriegt man das gut hin. Einzig das Ende, wo der piepende Wecker die Bösewichter - und auch noch im richtigen Moment! - ablenkt und sie dann überrumpelt werden können, das ist mir zuviel Zufall...

Aber davon ab: Ne gute, solide Neuzeitfolge im Stil der Klassiker. Gut gemacht!


Meine Wertung: 82%
Cover: Der Mann ohne Kopf (106) Der Mann ohne Kopf
Erschienen: 2002
Dauer: 1:10:31

"DJ Evil", von der Presse auch reißerisch "Satans-DJ" genannt, scheint wahrlich über teuflische Fähigkeiten zu verfügen. Der geheimnisvolle Discjockey ohne Kopf entlockt am Wochenende seinem Mischpult die unheimlichsten Beats, die die tanzenden Besucher in rasende Euphorie versetzen. Doch plötzlich gerät die Szenerie außer Kontrolle. Die drei ??? sind an diesem Abend zufällige Besucher in der Diskothek "Planet Evil" und werden Zeugen eines unheimlichen Phänomens, das Justus an die Grenzen seiner Logik katapultiert...

Mein Kommentar: Was ist diese Folge in der Schusslinie - auweia, auweia und nochmals auweia! Für viele steht "Der Mann ohne Kopf" auf einer Stufe mit (92) Todesflug. Und DAS will was heissen, nicht wahr? :) Die Folge sei zu trendig, zu trashig, der Minninger tauge nichts als Autor, die damals erfolgreiche Jugendband "Echt" sei eine Anbiederung an die Popkultur und ausserdem Hörspiel-unfähig, und wenn es noch mehr Folgen diese Art gäbe, ginge "Die drei ???" den Bach runter...

Harter Tobak, oder? Nun ja, ganz so schwarz sehe ich das alles zwar nicht, doch muss ich gestehen, dass "Der Mann ohne Kopf" keine Meisterleistung darstellt. Die drei Detektive handeln insgesamt zu untypisch in vielen Dingen und dass einfache Diskotheken-Musik wirklich derart extatisch auf Menschen wirken kann, glaube ich absolut nicht, denn dazu ist solch eine Musik viel zu treibend, kreischig und laut, und meditativ geht es in einer In-Disco ja auch nicht gerade zu, es sei denn, man wäre eventuell wirklich bis oben hin voll mit hartem Alkohol oder anderen Drogen.

Deshalb halte auch ich die Story dieser Folge für vollkommenen Humbug, da unglaubwürdig. Zudem muss auch ich leider sagen, dass "Echt", und Kim Frank in der Rolle von Jeffrey im Besonderen, nicht geeignet für Hörspiele sind.

Bei allem Anderen tu' ich gern kleine Mecker-Brötchen backen. Die Thematik "DJ, der was Böses tut" ist zwar zeitgemäß und trendy, doch hin und wieder ein aktuelles Thema stört mich keineswegs - solange es halt gut verpackt wurde; wurde es nur leider nicht, das ist alles. Und auch sonst würde ich nicht so weit gehen, dass die ganze Folge von vorne bis hinten totaler Bockmist wäre, denn sooo super-hundsmieserabel ist sie einfach nicht.

Bleibt unter'm Strich eine ???-Folge, die tatsächlich nicht unbedingt empfehlenswert ist, jedoch auch nicht der letzte Dreck, wie von vielen Fans beschrieben. Der Plot für sich ist nachvollziehbar und logisch strukturiert und allzu viele Endlosdialoge bleiben auch aus. Wirklich, wirklich ankreiden will ich aber, das mir seit Längerem zu häufig vorkommende Finale, in dem die ??? in einer Falle sitzen und zu sterben drohen, und schwupps kommt Inspector Cotta im letzten Moment, weil der irgendwie noch schnell per Handy informiert wurde, das was im Busch ist...


Meine Wertung: 43%
Cover: ...und der Schatz der Mönche (107) ...und der Schatz der Mönche
Erschienen: 2002
Dauer: 1:03:09

"Ich möchte Peter Shaw sprechen. Es ist dringend." "Worum geht es denn, Mister?" - "Um sein Leben." Eigentlich hatte Peter nur nach einem geeigneten Drehort für ein Filmprojekt an der Schule gesucht. Doch in der verlassenen Fabrikhalle findet er mehr als nur einen stimmuingsvollen Schauplatz für den geplanten Kriminalfilm: ein geheimnisvolles Kästchen, einen Zettel mit merkwürdigen Schriftzeichen - und einen messerwerfenden Asiaten, der sich sofort an seine Fersen heftet. Und das alles ist erst der Auftakt zu einem neuen Fall für die drei ???...

Meine Wertung: 86%
Cover: Die sieben Tore (108) Die sieben Tore
Erschienen: 2003
Dauer: 1:06:20

Wer ist der unheimliche Mr. Carter, der in einem düsteren alten Schloss lebt und aussieht wie ein abgemagerter Vogel? Auch sein Auftrag für die drei ??? Ist mehr als seltsam: "Findet das Versteck bei den sieben Toren". Was zunächst harmlos klingt, entpuppt sich als äußerst gefährliches Unterfangen. Justus, Peter und Bob müssen Räume betreten, deren Türen sie besser nicht geöffnet hätten, und entdecken dabei Unglaubliches...

Meine Wertung: 79%
Cover: Gefährliches Quiz (109) Gefährliches Quiz
Erschienen: 2003
Dauer: 1:06:46

Justus Jonas in höchster Anspannung: Erpresser haben die Tochter eines Quizmasters entführt und verlangen die Auflösung kniffliger Rätselfragen live im Fernsehen - und der erste Detektiv ist der Quizkandidat! Was steckt hinter den seltsamen Fragen? Die drei ??? müssen scharf kombinieren, um den raffinierten Plan der Gangster zu durchschauen...

Meine Wertung: 81%
Cover: Panik im Park (110) Panik im Park
Erschienen: 2003
Dauer: 54:52

Panik in Rocky Beach! Plötzlich werden im Stadtpark harmlose Hunde zu wilden Bestien, die sogar Menschen angreifen. Hat der seltsame schwarze Stein, den die drei ??? im Park entdecken, etwas mit dem gefährlichen Verhalten der Tiere zu tun? Wo kommt er her? Welches Geheimnis birgt er in sich? Justus, Peter und Bob machen sich mit Feuereifer auf die Suche. Unversehens geraten sie in ein neues atemberaubendes und gefährliches Abenteuer. Aber sind sie tatsächlich auf der richtigen Spur?

Meine Wertung: 67%
Cover: Die Höhle des Grauens (111) Die Höhle des Grauens
Erschienen: 2003
Dauer: 1:04:45

Totenkopfbecher, Übernachten im Sarg, eine geheimnisvolle Höhle: Die drei ??? freuen sich auf eine aufregende Woche in der "Geisterburg"- dem einsam gelegenen Erlebnishotel für wohliges Gruseln. Als sich jedoch seltsame Zwischenfälle häufen, wird schnell klar: Was als spannender, aber harmloser Aufenthalt geplant war, gerät zu einem gefährlichen Abenteuer für Justus, Peter und Bob. Liegt der Schlüssel zu allem in der Höhle des Grauens - und in dem Geheimnis, das dort verborgen ist?

Meine Wertung: 72%
Cover: Schlucht der Dämonen (112) Schlucht der Dämonen
Erschienen: 2003
Dauer: 58:25

Während einer Pferdeshow verschwindet "Lady", das 29 Jahre alte Pferd eines Teilnehmers. Wurde es entführt? Aber wer könnte Interesse an dem alten Tier haben, das eigentlich keine 100 Dollar mehr wert ist? Der Spürsinn der drei ??? ist geweckt. Schnell werden die Ermittlungen jedoch zu einem gefährlichen Unterfangen, als die drei Detektive aus Rocky Beach bedroht werden - schwarze Federn sind das Warnsignal, das die unbekannten Täter hinterlassen. Bald führt eine heiße Spur die drei Detektive in die "Schlucht der Dämonen", einen unheimlichen Ort mitten in der Wüste. Nur zu Pferd kann das unwegsame Gelände erkundet werden und Justus, Peter und Bob müssen fest im Sattel sitzen, um dieses gefährliche Abenteuer bestehen zu können.

Meine Wertung: 72%
Cover: Das Auge des Drachen (113) Das Auge des Drachen
Erschienen: 2003
Dauer: 59:46

Ein markerschütternder Hilfeschrei hallt durch den Wald. Als Justus, Peter und Bob sich alarmiert auf die Suche machen, finden sie ein kleines Mädchen, das zitternd in den Himmel zeigt: "Es... es war ein Drache! Ein Drache hat mich angegriffen!" Kurze Zeit später schwebt tatsächlich ein seltsames Tier hoch oben in den Wolken. Eine optische Täuschung? Oder gibt es doch Dinge zwischen Himmel und Erde, die rational nicht erklärbar sind? Die drei Detektive aus Rocky Beach müssen bei ihren Ermittlungen zu diesem Fall sehr genau hinsehen und machen die Erfahrung, dass man selbst den eigenen Augen nicht immer trauen kann...

Meine Wertung: 82%
Cover: Die Villa der Toten (114) Die Villa der Toten
Erschienen: 2004
Dauer: 1:07:47

Der Auftrag der Anruferin scheint reichlich merkwürdig, aber leicht zu erfüllen zu sein: Die drei ??? sollen beweisen, dass es in der Villa einer berühmten, verstorbenen Opernsängerin nicht spukt. Doch es kommt, wie es kommen muss. Bei dem halbherzigen Versuch, den nicht vorhandenen Geist während einer Séance zu rufen, antwortet dieser tatsächlich! Und die tote Sängerin erklärt, dass ihr Tod kein Unfall war, sondern dass sie ermordet wurde. Plötzlich ermitteln Justus, Peter und Bob im Auftrag eines spukenden Geistes und werden in ein gefährliches Intrigenspiel verwickelt. Hätten die drei Detektive diesen Fall doch besser an die Polizei abgeben sollen?

Meine Wertung: 82%
Cover: Auf tödlichem Kurs (115) Auf tödlichem Kurs
Erschienen: 2004
Dauer: 1:09:37

Die drei erfolgreichen Detektive aus Rocky Beach stehen vor einem Rätsel: Wer könnte Interesse an dem wertlosen Ölbild haben, das ihrem alten Freund, Kommissar Reynolds, entwendet wurde? Welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem Bild, auf dem die Segeljacht "Gwendolyn" zu sehen ist? Die Ermittlungen führen Justus, Peter und Bob unversehens in ein gefährliches Abenteuer.

Meine Wertung: 81%
Cover: Codename: Cobra (116) Codename: Cobra
Erschienen: 2004
Dauer: 1:01:42

Kann ein Toter E-Mails versenden? Die 10-jährige Julia hat eine verschlüsselte E-Mail erhalten - von ihrem toten Bruder Ted! Sie bittet die drei ??? um Hilfe. Dann verschwindet das Mädchen plötzlich. Zurück bleibt eine E-Mail auf ihrem PC, die das grässliche Bild einer drohenden Kobra zeigt. Welche Bedeutung hat die Schlange? Wer ist der Absender der Nachricht? Was ist mit dem Mädchen geschehen? Die drei erfolgreichen Detektive aus Rocky Beach müssen haarscharf kombinieren, um den Schlüssel zur Lösung in diesem gefährlichen Fall zu finden.

Meine Wertung: 79%
Cover: Der finstere Rivale (117) Der finstere Rivale
Erschienen: 2004
Dauer: 1:00:20

Mitten in der Nacht wird von einem Unbekannten ein geheimnisvoller Koffer über den Zaun des Schrottplatzes geworfen. Justus, Peter und Bob trauen ihren Augen kaum, als sie feststellen, was das Fundstück enthält. Wer hat den Koffer über den Zaun geworfen? Und warum? Für wen war er eigentlich bestimmt? Die drei ??? stürzen sich in die Ermittlungen. Doch erst als auf dem Schrottplatz ein Feuer ausbricht, realisieren die drei Detektive, dass sie in großer Gefahr schweben...

Meine Wertung: 82%
Cover: Das düstere Vermächtnis (118) Das düstere Vermächtnis
Erschienen: 2004
Dauer: 1:06:14

Unheimliche und gefährliche Dinge geschehen bei der Theatergruppe REALITY 5, seit der verstorbene Drehbuchautor Scott Carrara der Truppe sein letztes Werk - "Das düstere Vermächtnis" - zur Uraufführung hinterlassen hat. Der Spürsinn der Drei ??? ist geweckt: Welche Rolle spielt das Rätsel der Königin von Saba, das Carrara in seinem Theaterstück verarbeitet hat? Und was hat ein Steinzeitmensch im Wohnwagen verloren? Eigentlich wollten Peter und Bob nur ein Schulpraktikum bei REALITY 5 machen, aber ein Blick hinter die Kulissen beschert den drei Detektiven unversehens einen neuen Fall...

Meine Wertung: 79%
Cover: Der geheime Schlüssel (119) Der geheime Schlüssel
Erschienen: 2004
Dauer: 1:07:21

Justus ist irritiert. Gleich drei Kunden suchen auf dem Schrottplatz nach altem Blechspielzeug der Firma Kopperschmidt. Dann fällt dem Ersten Detektiv auch noch eine verschlüsselte Rätselbotschaft in die Hände. Sein Spürsinn ist geweckt! Als jedoch auf Peter ein Attentat verübt wird und der geniale Spielzeugmacher Felix Kopperschmidt spurlos verschwindet, ist schnell klar: Die drei ??? befinden sich mitten in einem neuen gefährlichen Abenteuer! Uns sie müssen all ihre detektivische Kombinationsfähigkeit aufbringen, um die verstreuten Puzzleteile dieses Falls richtig zusammenzusetzen.

Meine Wertung: 67%
Cover: Der schwarze Skorpion (120) Der schwarze Skorpion
Erschienen: 2005
Dauer: 58:28

Bei der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft in Rocky Beach wird ein Spieler der amerikanischen Mannschaft von einem riesigen Skorpion gestochen und schwebt in Lebensgefahr. Wie ist das giftige Spinnentier in den Sand des Spielfeldes geraten? Wurde hier ein Anschlag verübt? Die drei ??? nehmen die Ermittlungen auf und bekommen es mit weiteren unheimlichen Tieren zu tun...

Meine Wertung: 64%
Cover: Spur ins Nichts (121) Spur ins Nichts
Erschienen: 2008
Dauer: 1:02:33

Justus sitzt in der Falle! Orientierungslos und ohne Erinnerung erwacht er in einer dunklen, kalten, verschlossenen Kammer. Wurde der Erste Detektiv entführt und in ein geheimes Versteck gebracht? Und wer ist der junge Mann, der mit ihm eingeschlossen ist? Kann er sich tatsächlich auch an nichts erinnern? Oder weiß er mehr, als er Justus verraten will? Die Drei ??? werden in einen höchst mysteriösen Fall verwickelt, in dem sie scharf kombinieren müssen, um dem Gegner auf die Spur zu kommen. Und dieser schreckt vor nichts zurück...

Mein Kommentar: Laaange hat es gedauert - fast schon zu lange! Obwohl diese Folge schon fertig war, durfte sie nicht veröffentlicht werden. Naja, jetzt ist sie da - und sie ist echt gelungen. Die Rollen sind gut besetzt, die alte neue Musik, die bis Folge 120 verwendet wurde, ist ebenfalls wieder an Bord - und die vier Stammsprecher (Rohrbeck, Wawrczeck, Fröhlich, Fritsch) sind es auch. Die Story ist eine typische Marx-Leistung. Spannend, interessant, man ahnt schon etwas, ist aber unschlüssig, am Ende fühlt man sich etwas bestätigt und wurde auch ein wenig hinter's Licht geführt! Toll!

Es wird kombiniert, man tastet sich vor und kommt Schritt für Schritt dahinter. Einzig die Parts mit Bob und Jelena sind irgendwie überflüssig. Lieber hätte man Bob in dieselbe Situation wie Justus und Peter bringen sollen. Dann hätte man nicht ständig hin und her springen müssen und hätte dann noch etwas mehr Zeit die Aufklärung der merkwürdigen Situation gehabt. Wie schon erwähnt, sind die Rollen sehr gut besetzt und die Produktion ist Europa-Standard. Da gebe ich die verdienten 85% sehr gern! ;)


Meine Wertung: 82%
Cover: ...und der Geisterzug (122) ...und der Geisterzug
Erschienen: 2008
Dauer: 58:07

Die Fahrt mit dem Museumszug hatten sich die drei Detektive aus Rocky Beach eigentlich gemütlicher vorgestellt. Doch spätestens im Eisenbahntunnel durch den Black Mountain vergeht den Freunden die Ausflugslaune. Die Durchfahrt wird aufs Gruseligste boykottiert. Natürlich glauben die Drei ??? kein Wort von der Spukgeschichte, nach der verunglückte Arbeiter ihr geisterhaftes Unwesen im Tunnel treiben sollen. Doch um herauszufinden, wer tatsächlich hinter den üblen Machenschaften steckt, bleiben Justus, Peter und Bob nur wenige Stunden...

Mein Kommentar: Das Buch von Frau Vollenbruch ist soweit gut gemacht. Ist das Hörspiel von Europa es auch!? Die Kürzungen des Buches für das Hörspielskript sind Herrn Minninger gelungen. Insbesondere die Szene im Tunnel ist klasse umgesetzt. Kurzum: Die Produktion ist toll, die Musik immer stimmig gewählt... Nur leider ist es die Sprecherriege nicht in allen Belangen. Jörg Pleva ist dabei - super! Der Typ hat's drauf, ich höre ihn immer wieder gern! Aber der Sprecher Lou Wang, welcher für den Chinesen zuständig ist, ist total überzeichnet; zu klischeehaft, zu stereotypisch. Vorallem das übertrieben artikulierte L für jedes R ist sehr nervig.

Den herbsten Patzer leistete man sich aber bei der Besetzung von Nick Seidensticker für den Part von Fred Jenkins. Der gute Nick betont oft völlig falsch und manches Mal ist es mehr als nur offensichtlich, dass von einem Blatt Text vorgetragen wird. Normalerweise bin ich da nicht so pingelig - und Nachwuchs muss auch erst in diesen Beruf reinwachsen. Doch hier hemmt es den Genuss des Hörspiels, weil man ständig aus dem Kopfkino herausgerissen wird! Doch lasst Euch nicht zu sehr von mir verunsichern.

Der Chinesen-Schnitzer ist nicht soooo wild und bei Fred Jenkins kann man vll. auch noch mal alle Augen zudrücken... Dennoch stören sie einfach das Ambiente und wirken deplatziert, deshalb muss ich in der Wertung einfach runtergehen, so leid es mir tut; 76%!


Meine Wertung: 76%
Cover: Fußballfieber (123) Fußballfieber
Erschienen: 2008
Dauer: 1:01:17

Peter, der Zweite Detektiv, trainiert begeistert für die kalifornischen Schulfußballmeisterschaften. Zur gleichen Zeit erscheint ein Junge auf dem Schrottplatz und bittet die drei ??? um Hilfe: Im Haus seiner Großeltern geschehen unheimliche Dinge und die beiden alten Leute sind überzeugt, dass sie es mit den schrecklichen Vorzeichen des Todes zu tun haben. Als Justus, Peter und Bob die Ermittlungen aufnehmen, ahnen sie nicht, welche Gefahren noch auf sie zukommen werden...

Mein Kommentar: Hmmm, an den ???-Geschichten von Marco Sonnleitner scheiden sich ja oft die Geister. Und ich muss zugeben, dass ich mir hier auch nicht sicher bin, was ich davon halten soll. Die Idee, rund um den Glauben an übernatürliche Dinge und Prophezeihungen eine Manipulation auszunutzen, ist eigentlich nicht schlecht; ich hatte die ganze Zeit keine Idee, was die "Täter" beabsichtigen könnten, obwohl der Titel der Folge verrät, dass es was mit Fußball zu tun haben muss.

Es hapert, finde ich, aber irgendwie am Aufbau. Es kommt zunächst die typische Einleitung und die ??? bekommen ihren Fall. Dann passieren am laufenden Band merkwürdige Dinge, ohne, dass man den Lesern/Höhern Anreize nennt, was los sein könnte, oder wozu der Budenzauber veranstaltet wird. Am Ende ist das selbstverständlich wirklich schlüssig, und alles wird klar. Aber es ist unbefriedigend, die ganze Zeit über nicht mitraten, sondern nur zuhören zu können. Dafür ist die Produktion typisch Europa: akustisch gut in Szene, die Sprecher sind allesamt toll gewählt. Hin und wieder aber wurden einige Dialoge unnötig in die Länge gezogen; hier hätte Herr Minninger etwas gekonnter zu Werke gehen können.

Hinweisen möchte ich aber noch auf Tobias Schmidt in der Rolle Emiliano. Stellenweise klingt er zu affektiert und isoliert, und man hört die "künstliche" Umgebung mit Mikrofon im Studio förmlich heraus. Dafür sind unter anderem noch zwei sehr bekannte Spitzenkräfte im Billing: Ben Hecker, Ingeborg Christiansen und Michael Harck (im Inlay ungenannt und auch nur ganz kurz am Ende). Alles in allem bin ich mit Fußballfieber zufrieden, und glaube, dass 70% eine faire Wertung darstellen.


Meine Wertung: 70%
Cover: Geister-Canyon (124) Geister-Canyon
Erschienen: 2008
Dauer: 1:06:30

Als die Drei ??? versprechen, bei einer Lösegeldübergabe zu helfen, ahnen sie noch nicht, was auf sie zukommt. Unversehens befinden sie sich auf einer nervenaufreibenden Irrfahrt durch den wilden Westen Amerikas. Welchen hinterhältigen Plan verfolgt der Erpresser? Wozu lockt er sie in die tiefsten und gefährlichsten Canyons? Und dann geschieht, was nie hätte geschehen dürfen...

Mein Kommentar: Das Hörspiel will einfach nicht so recht zünden. Wohingegen das Buch sehr spannend ist - für mich eine von Nevis' besten ???-Arbeiten! -, fällt die Europa-Vertonung leider stark ab. Die erste Viertelstunde wird nur gelabert (überhaupt wird während des gesamten Hörspiels auch der Erzähler viel zu sehr beansprucht!), Eckart Dux' "Doppelrolle" ist sofort durchschaubar (was aber nicht unbedingt seine Schuld ist - vielleicht bin ich auch nur zu sehr Synchro-Fan und kann seine Stimme auseinander halten!?), und die schön gruseligen Canyon-Momente wurden praktisch entfernt. Ausserdem nervt mich die Aussprache des Wortes "Zion". Da sprechen die das doch wirklich "Zieh-on" aus - man, wir sind in Amerika, Frau Körting! ;)

Tja, da hat Herr Minninger wirklich sehr daneben gegriffen. Das Hörspiel per se ist guter Durchschnitt, aber es wäre sooooo viel mehr machbar gewesen, wirklich sehr schade - sehr, sehr schade! Dafür gefällt mir die Sprechercast (auch, wenn es nicht eine einzige weibliche Rolle gibt): Eckart Dux, Volker Bogdan, Ernst Hilbich... ...himmlisch! Auch die beiden "Nebenrollen" mitsamt der drei Protagonisten und Herrn Fritsch als Erzähler machen einen Super-Job! Wirklich, kann man nicht anders sagen.

Musikalisch mag ich den Geister-Canyon ebenfalls gut leiden, schön dunkel, abenteuerlich, und ein kleiner Touch Grusel - wenn auch nicht genug Grusel! Allerdings retten weder die tollen Sprecherleistungen noch die gute Sounduntermalung die mittelmäßige Verskriptung! Mehr als 65% kann ich beim besten Willen nicht geben.


Meine Wertung: 65%
Cover: Feuermond (125) Feuermond
Erschienen: 2008
Dauer: 3:13:17

Rätselhafte Briefe eines verstorbenen Malers bringen Die drei ??? auf die Spur eines verschollenes Gemäldes... Und der Gegenspieler der Detektive aus Rocky Beach ist kein geringerer als der französische Meisterdieb Victor Hugenay! Wird es den drei ??? gelingen, das Rätsel um Feuermond zu lüften?

Mein Kommentar: Hier ist es nun endlich! Nach laaaaaangen Monaten, ja, sogar Jahren, des Wartens, ist endlich der von André Marx hochgelobte Feuermond-Band als Europa-Hörspiel vertont worden.

Das Hörspielskript ist André Minninger durchaus geglückt, doch hat er den Buchinhalt etwas zu sehr komprimiert. Auf Disc #1 geht mir die Verkettung der Ereignisse etwas zu nahtlos und glatt ineinander, auf Disc #2 fängt Minninger an, immer mehr Szenen zu kürzen oder auszulassen, und auf Disc #3 hat er sehr, sehr, sehr viel umgeschrieben und umstrukturiert. Doch was mir am meisten missfällt, ist, dass Minninger die persönliche Ebene zwischen Justus, Brittany und Hugenay zur Gänze entfernte. Leider nur kann ich bei all meinen Kritikpunkten am Hörspielslript nicht allzu deutlich werden, da ich sonst Gefahr laufe, denjenigen, die diese Folge noch nicht kennen, zu sehr mit Vorab-Infos den Spaß zu rauben. :)

Die Sprecher und Sprecherinnen lassen keinen Anlass zur Kritik; sehr gut gemacht - nur hätte ich mir für diese Jubiläumsfolge mehr altbekannte Hörspielstars gewünscht. Douglas Welbat ist zwar mit dabei, aber dennoch hätte ich mir statt Nick Heidfeld oder Dirk Bach z.B. lieber andere Kaliber gewünscht! :) Und ich weiss auch nicht so recht, was Nick Heidfeld in diesem Hörspiel sucht, obwohl er eine sehr passable Leistung abliefert - zumal seine Rolle sowieso sehr gering ist -, aber ich finde, dass Europa es manchmal damit übertreibt, A-, B-, C- oder D-Promis sprechen zu lassen, die von dieser Materie keine Ahnung haben - das erzeugt häufig einen merkwürdigen Beigeschmack. Dann bitte lieber fähige und in der Hörspielszene bekannte Stimmen.

Kommen wir zum Rest der Produktion: Europa hat eine vollkommen neue Titelmelodie eingefügt, und auch der sonstige Hörspiel-Soundtrack ist, bis auf 1-2 Ausnahmen, völlig anders, als gewohnt. Die gesamte Grundstimmung ist eher jazzig gehalten, und zunächst sehr ungewohnt. Doch nach zweimaligem Anhören gefiel mir der neue Soundtrack wirklich sehr gut. Bemängeln muss ich aber die Regie, die ein paar komische Dinge zugelassen hat. Andreas Fröhlich, in der Rolle von Bob, erwähnt, er könne ja gar nicht so gut Französisch, kann dann aber eine Grabesinschrift fehlerlos und in normalem Tempo vorlesen. Weiterhin ist es sehr irritierend, wenn andauernd Orts- und Personennamen merkwürdig ausgesprochen werden (Oxnard wird zu "Oxnahr", und soweiter).

Ich kann abschliessend also nur festhalten, dass man als ???-Fan gewiss nicht enttäuscht sein wird; Feuermond ist ein durchaus gutes Hörspiel. Herr Minninger und Frau Körting haben ihr Handwerk nicht verlernt. Doch beim Skript muss ich einige Punkte abziehen, weil ich absolut sicher bin, dass man sehr viel buchnaher hätte verskripten können. Die neuen Musiken sind voll ok, fügen sich toll ein, und die Sprecher sind, bis auf Nick Heidfeld, gut gecastet.

Dieses Hörspiel ist definitiv eines der besseren ???-Hörspiele und zweifelsfrei das beste ???-Hörspiel, das seit dem Rechtsstreit veröffentlicht wurde. Leider aber genügt das nicht, dass sich bei mir ein Freudentaumel breit macht. Trotzdem vergebe ich gerne eine sehr solide 84%-Wertung für Europas Feuermond-Version.


Meine Wertung: 84%
Cover: Schrecken aus dem Moor (126) Schrecken aus dem Moor
Erschienen: 2008
Dauer: 1:06:32

Glücklicherweise ruht der tote Körper aus der vorgeschichtlichen Eisenzeit als Ausstellungsstück in einem Glaskasten im Steadman Museum. Doch ausgerechnet während Peters Schicht als Nachtwächter scheint die gruselige Moorleiche zu erwachen und ihr Unwesen in den verlassenen Gängen des Museums zu treiben. An die plötzliche Auferstehung einer Jahrtausendealten Leiche können Justus, Peter und Bob natürlich nicht glauben - auch wenn alle Indizien genau darauf hinweisen...

Mein Kommentar: Wow, ich bin beeindruckt, wie schön die Buchatmosphäre im Hörspiel rüberkommt. Der Plot ist soweit logisch, doch stellt sich die Frage, inwiefern der Aufbau im Steadman Museum, das ja alle Exponante nur als Leihgabe hat, mit dem übereinstimmt, wie der einst Verstorbene es wollte. Denn dieser wusste ja nicht, dass die Exponate eines Tages mal verliehen werden. Insofern ist es also ein seeeehr großer Zufall, dass man das Rätsel auch im Steadman Museum lösen kann, weil der Raum gewiss nicht exakt gleich groß ist...

Ansonsten bin ich aber mit dem Hörspiel sehr, sehr zufrieden. So kann das zukünftig weitergehen, Europa. Mehr kann ich da wirklich nicht schreiben: Das Buch wurde passend umgesetzt, nichts Wesentliches wurde unterschlagen, Rohrbeck, Warczeck und Fröhlich liefern eine Spitzenperformance ab, und der Rest der Sprechercast kann sich auch mehr als hören lassen. Rundum eine feine Sache. Gute Arbeit, bitte mehr davon... Sehr, sehr solide 85%! Kann man bedenkenlos kaufen... ...und hören! ;)


Meine Wertung: 85%
Cover: Schwarze Madonna (127) Schwarze Madonna
Erschienen: 2008
Dauer: 1:13:05

Als Peter einen verletzten jungen Mann aus dem Meer rettet, ahnt er noch nicht, dass er damit auch einen neuen Fall für die drei ??? an Land zieht. Doch schon kurze Zeit später befinden sich die drei Detektive aus Rocky Beach mitten in einem spannenden Abenteuer, in dem eine verschwundene Marienstatue die Hauptrolle spielt. Wie viele Gegner gibt es bei dieser gefährlichen Jagd? Wie weit werden sie gehen, um die begehrte Schwarze Madonna zu bekommen? Justus, Peter und Bob stoßen an ihre Grenzen. Dieser Fall ist gefährlich, sehr gefährlich. Er bedroht sogar die Existenz ihres Detektivunternehmens...

Mein Kommentar: Was ich bei André Minninger beim 125er-Hörspiel "Feuermond" kritisierte, hat er bei der Schwarzen Madonna endlich wieder richtig hinbekommen: Er kürzte und veränderte einige Dinge, damit die Story von Astrid Vollenbruch auch in die 73 Minuten passt, ABER er tat es NICHT so, dass alles mögliche total verfälscht und verdreht wird, und man sich so zwangsläufig nur noch im Groben in Buchnähe befindet - es wurde sogar eine Schwäche des Buches geschickt entfernt: Im Buch kommt Justus irgendwann auf die Lösung des Falles, doch lässt man die Leserschaft durch mangelnde Hinweise im Dunkeln, so dass man nicht mitraten kann. Herr Minninger aber gewichtete den Schwerpunkt des Falles etwas anderes, und schon passte alles wieder! Wirklich sehr, sehr gut gemacht, Herr Minninger!

Loben muss ich auch, dass Christian "Beastman" Rode nach langer Europa-Abstinenz mal wieder etwas ausgiebiger zu hören ist. Und als wäre das nicht schon super genug, sind alle anderen Stimmgeber/innen - hörbar! - ebenfalls voll bei der Sache; keine A-bis-E-Promis, keine Blindgänger, kein Ablesen, keine Kompromisse; exzellent!

Etwas habe ich aber doch noch zu bemängeln: Im Inlay wird ja erklärt, dass dieser Fall die Existenz des ???-Detektivunternehmens bedrohe. Nun gut, eingebrochen sind die drei ??? bereits in unzähligen Abenteuern, das ist hier demnach kein Novum, wieso wird das dann hier so an die große Glocke gehängt? Schön ist im Gegenzug dann jedoch, dass sie tatsächlich mal dabei erwischt werden und den Kopf gewaschen bekommen - als moralische Instanz sozusagen. Aber wo bitte wird jemandes Existenz bedroht? Im Buch kommt genannte Bedrohung aus einer anderen Ecke und hier wirkt die Konsequenz um einiges schärfer, doch im Hörspiel ergibt das irgendwie keinen Sinn. Was in Ordnung wäre, wenn man nicht im Inlay so darauf herumreiten würde.

Am Rande merkwürdig ist vielleicht noch, dass ausgerechnet Bob(!) nicht zu wissen scheint, dass man Exponate nicht berühren soll, ja oftmals sogar nicht berühren darf - wegen Hautfett, Schweiss und natürlich Alarmanlagen!? Naja...! ;)

Langer Rede kurzer Sinn: Klasse Hörspiel... ...wenn man von dieser komisch inszenierten Existenzbedrohung absieht! Das ist das Einzige, das das Gesamtbild stört, und somit leider Punktabzug bedeutet. Bleiben leider "nur noch" 86% übrig! ;)


Meine Wertung: 86%
Cover: Schatten über Hollywood (128) Schatten über Hollywood
Erschienen: 2009
Dauer: 1:13:32

Geister gibt es nicht - davon sind Justus, Peter und Bob überzeugt. Bis eines Nachts eine unheimliche weiße Gestalt vom berühmten Hollywood-Schriftzug in die Tiefe stürzt und spurlos verschwindet. Haben es die drei ??? mit dem Geist der verstorbenen Schauspielerin Casey Wye zu tun? Fragmente eines seltsamen Briefes weisen darauf hin. Als dann auch noch verschiedene Menschen in hinterhältige Fallen geraten, ist klar: Justus, Peter und Bob müssen schwer auf der Hut sein, wenn sie dieses Geheimnis lüften und dabei mit heiler Haut davonkommen wollen...

Mein Kommentar: Zweimal Astrid Vollenbruch am Stück - zweimal Hörgenuss am Stück? Naja, jain, würde ich sagen. Fand ich die Schwarze Madonna als Hörspiel echt gut, weil Minninger es verstand, das leicht tadelnswerte Buch optimal zu stutzen, gelang ihm das beim nur durchschnittlichen "Schatten über Hollywood"-Buch nicht so recht.

Schon das Buch war mir zu abgespaced, denn die Justus-Entführung und die anschliessende Wüsten-Action mit der kauzigen Casey Wye fand ich wirklich merkwürdig und nicht flüssig zu lesen. Alles viel zu krumpelig und nicht-sinn-ergebend. Im Hörspiel sind Entführung und Wüstenszene zwar enthalten, jedoch nur marginal - eher beiläufig erwähnt. Und ich weiss nicht, wem ich das Hörspiel ankreiden soll: Vollenbruch wegen der Vorlage oder Minninger wegen der Umgestaltung. Denn die (Hörspiel-)Geschichte spielt sich ungefähr so ab: Zuviel Geschwafel, es passiert lange Zeit gar nichts, plötzlich überschlagen sich die Ereignisse, dann eine Rückblende und plötzlich durchsucht man ein Hotel, das eine schrullige, alte Dame in eine lebensgefährliche Falle ungemodelt hat (als wenn nicht jede x-beliebige Person durch Zufall auch in dieses Hotel gehen könnte!) - nur warum eigentlich? -, und schon ist die Folge wieder vorbei.

Das Ganze ist zwar so irgendwie gerade noch nachvollziehbar, weil alles Nötige immer schön nebenbei erläutert wird, doch habe ich ständig den Eindruck, als hätte Inspektor Hanebüchen seine Hände im Spiel. Vielleicht so vergleichbar: Man geht nur auf Toilette, um sich die Hände zu waschen, plötzlich sieht man in der Kachel eine geheimnissvolle Kerbe und 5 Minuten später sitzt man mit der Spitzhacke im Phantasialand auf der Achterbahn, weil die Tochter des Nachbarn entführt wurde, um eine Million Dollar beim Pokern mit dem Erfinder des Kartenspiels "UNO" zu verzocken... Zwar alles irgendwie durchaus möglich, aber auch an den Haaren herbeigezogen und viel zu konstruiert, und vorallem das Motiv will einfach keinen Sinn ergeben.

Nene, sorry, die Story haut mich zwar um, aber leider nicht vor Begeisterung, auch die gute Produktion und die guten Sprecher/innen reissen das nicht nach oben; auch, wenn es echt schön war, mit Renate Pichler und Gisela Trowe ein Wiederhören zu feiern! ;) Tut mir furchtbar traurig, aber mehr als 60% kann ich echt nicht erübrigen!


Meine Wertung: 60%
Cover: SMS aus dem Grab (129) SMS aus dem Grab
Erschienen: 2009
Dauer: 1:18:54

Als Rubbish-George, der schrullige Tramp aus Rocky Beach, von einem auf den anderen Tag verschwindet, ahnen Justus, Peter und Bob sofort, das hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Zwischen den wenigen Habseligkeiten des wunderlichen Mannes finden die drei Detektive einen rätselhaften Brief. Die Spur führt zu den Pyramiden in Ägypten! Welches Geheimnis aber will Rubbish-George dort lüften? Die drei ??? begeben sich in das dunkle Reich der Sphinx - und geraten dabei in eine Falle!

Mein Kommentar: Das Cover und Titel dieses Hörspiels versprechen viel mehr Mystery und Gefahr, als vorhanden. Es wird zwar eine SMS aus einem Grab verschickt, aber leider nicht von einer Mumie, oder sowas. Schade auch, dass sich diese SMS eigentlich nur auf einen sehr kurzen Abschnitt bezieht, und die Lösung des Falles auch nicht unbedingt voran bringt. In diesem Sinne: Wann hören endlich diese merkwürdig reisserischen ???-Titelzeilen auf, und wann findet Ihr stattdessen etwas, was den Fall als solchen umschreibt, liebes Kosmos-Team?

OK, das wollte ich jetzt unbedingt mal loswerden; OBWOHL das hier ja ein Hörspiel von Europa und nicht das Buch von Kosmos ist! :) Da Europa also für den Titel und das Cover nichts können, kann man ihnen das nicht anlasten. Ebenfalls können sie nichts für den Fall an sich, sondern sie müssen das Beste aus dem machen, was sie als (Buch-)Vorlagen erhalten. Und hier bin ich nicht wirklich enttäuscht, weil das Hörspiel schlecht wäre, sondern weil der (Buch-)Fall selbst es schon ist. Es wird von einer Szene zur anderen gehetzt, und von einem Ort zum nächsten Ort. Ständig, andauernd.

Mag zwar sein, dass es in einigen afrikanischen Städten nun mal einen anderen Lifestyle gibt, als hier in den meisten mitteleuropäischen Städten, aber als ???-Fall verpackt finde ich das wirklich öde. Es ist eine einzige Hetzjagd von A nach B nach C nach D, das ist monoton und auch leider nicht spannend, sondern irgendwie sogar verwirrend und etwas vorhersehbar.

Also nee, tut mir leid. Dieses Hörspiel ist genauso trist, oder viel mehr hektisch, wie seine Buchvorlage. Irgendwie passiert eigentlich auch gar nicht mal so viel, aber es ist das dauernde Gefahre von X nach Y, was viel Langeweile und unterschwellige Eile vermittelt. Nur für Sammel-Komplettisten interessant; 60% dafür, dass die Sprecher/innen und die Produktion sehr gut sind.


Meine Wertung: 60%
Cover: Der Fluch des Drachen (130) Der Fluch des Drachen
Erschienen: 2009
Dauer: 1:08:32

Justus Jonas von den drei Detektiven aus Rocky Beach ist schockiert: durch seine Schuld ist die wertvolle Vase, die ein Kunde auf dem Schrottplatz deponiert hatte, in tausend Scherben zersprungen. Die drei ??? haben 24 Stunden Zeit, um für Ersatz zu sorgen. Schnell zeigt sich, dass nicht nur Justus, Peter und Bob großes Interesse an einer dunkelblauen Vase mit weißem Drachenmotiv haben. Und die Gegner schrecken vor nichts zurück. Ein gefährliches Abenteuer nimmt seinen Lauf...

Mein Kommentar: Na aaaaaalso! Eine ???-Neu-Folge, die für mich in 10-15 Jahren eine Klassikerfolge genannt werden kann. Zugegeben, nicht alles ist perfekt, und das Buch gefällt mir noch etwas besser, doch trotzdem ist das Hörspiel wirklich super gelungen. Eine 1A-Sprecher/innen-Cast, ein interessanter Plot, gute, passende Musiken, tolles Hintergrundambiente... Mit einem Wort: Super!

Doch so einfach lasse ich Europa natürlich nicht vom Haken, denn einige Kleinigkeiten gilt es trotzdem zu bemängeln. Zunächst mal ist der Name Leung sowas von total falsch artikuliert, dass es wirklich schmerzt, liebe Regie! :) Auch erinnere ich mich daran, dass das Buch sehr viel mehr Spannung bot; und auch, wenn das Hörspiel durchaus spannend ist, hätte man sich ruhig mehr beim Buch bedienen können; z.B. bei der Szene, in der Justus Skinnys Appartment durchsucht. Auch ist es merkwürdig zusammengestutzt, warum der Vasenrepliken-Hersteller sich einfach so "eben beeilt hat". Da wäre mir lieber gewesen, man hätte behauptet, er hätte noch eine auf Lager gehabt, und Peter und Bob hätten sie gleich mitgenommen. Auch klingt Andreas von der Meden irgendwie nicht "dreckig" genug; da hätte Frau Körting etwas mehr Mistkerl-Performance aus ihm herauskitzeln können.

Aber, in Ordnung, das mag Erbsenzählerei sein. Doch wenn dann endlich eine neue ???-Folge kommt, die mir von vorne bis hinten sehr gut gefällt, bemerkt man die geringen Kleinigkeiten, die in der jüngsten Vergangenheit immer besonders gestört haben, jetzt umso mehr. :) Deshalb meine Gratulation an André Marx für ein geniales Buch, und an Frau Körting und André Minninger für ein fast genauso geniales Hörspiel... 90%! UNBEDINGT KAUFEN!


Meine Wertung: 90%
Cover: Haus des Schreckens (131) Haus des Schreckens
Erschienen: 2009
Dauer: 1:10:42

Was geht im Marriott House, dem gruseligen alten Gebäude draußen auf einer einsamen Insel, vor sich? Spukt es dort tatsächlich? Als eine Person entführt wird und unheimliche Spuren Böses ahnen lassen, ist schnell klar: Dies ist ein Fall für Die drei ???! Wer oder was hat den berühmten Musikproduzenten Lloyd Scavenger in seiner Gewalt? Justus, Peter und Bob, die drei erfolgreichen Detektive aus Rocky Beach, nehmen die Spur auf - und geraten in ein Labyrinth, in dem hinter jeder Ecke ein neues Rätsel wartet...

Mein Kommentar: Vorweg muss ich eine Sache loswerden: Herr Sonnleitner, abgesehen von den letzten ca. 15 Seiten, finde ich dieses Buch großartig! Das Buch, das als Vorlage für dieses Hörspiel diente.

Ich weiss nicht recht, es ist schwer mit diesem Hörspiel. Es wird vieles richtig gemacht: Eine stimmige, ausführliche Einführung, worum es geht, was uns erwartet, die Erkenntnis, dass etwas Ausserplanmäßiges passiert ist, und dass man jetzt zusammenhalten und einen der Teilnehmer retten muss, und soweiter...

Aber diese geile Atmosphäre des Buches will einfach nicht aufkommen. Die leicht gruselig-beklemmenden Beschreibungen der Zimmer, der Treppen, Gänge und Wände fehlen. Das Feeling, eine ganze Nacht in einem Haus gefangen zu sein, ohne Kommunikationsmöglichkeit nach aussen, ein Haus, das dutzende Geheimgänge, Verstecke und soweiter bietet, und in dem die ganze Zeit etwas Unheimliches passiert... dieses Feeling kommt einfach nicht auf.

Und es ist merkwürdig: Obwohl die Einführung super ist, und das Ende auch toll aufgelöst wird, bleiben von den insgesamt 70 Minuten nicht mehr viel für den Mittelteil über, so dass das Ganze etwas schnell abgehandelt ist. Und das ist sehr, sehr schade, weil im Buch "während der Nacht" eigentlich so einiges passiert, und insbesondere die Stimmung wunderbar rüber kommt.

Betrachte ich also nur das Hörspiel für sich und lasse das Buch als Vorlage aussen vor, ist es ganz gut gemacht, dennoch wirkt der Mittelteil verhältnismäßig kurz, obwohl doch gerade der Mittelteil es ist, der die Geschichte eigentlich ausmacht: Eine Nacht im Haus des Schreckens verbringen. Dass man ein Hörspiel nicht auf eine ganze Nacht ausdehnen kann, leuchtet mir ein, aber man muss solch eine Nacht auch nicht so zusammenquetschen, dass von ihr eigentlich nicht mehr wirklich was übrig bleibt - dann doch lieber die, auch, wenn sie klasse gemacht ist, Einleitung kürzen!

Deshalb bin ich hin und hergerissen: Es wurde sehr, sehr viel richtig gemacht und sehr viel wurde toll umgesetzt. Doch die Vorkommnisse im Haus des Schreckens hätten zahlreicher sein können. Aber wenn man nur maximal 74, bzw. 80 Minuten, zur Verfügung hat, muss man halt Prioritäten setzen. Herr Minninger hat sie anders gesetzt, als ich sie vielleicht gesetzt hätte, und er hat einen guten Job gemacht. Doch den Anfang hätte er um ca. 7-9 Minuten kürzen können: Zugunsten der Action und des "Es war eine verdammt lange Nacht"-Gefühls. 80%!

PS: Schön, Europa, dass Ihr Jörg Gillner für das Hörspiel gewinnen konntet! :)


Meine Wertung: 80%
Cover: Spuk im Netz (132) Spuk im Netz
Erschienen: 2009
Dauer: 1:03:19

Miss Bennett, die Leiterin der Bücherei in Rocky Beach, ist verschwunden! Eine überstürzt verlassene Wohnung, gelöschte Dateien und ein Zettel mit einer Reihe merkwürdiger Zahlen weisen auf einen äußerst mysteriösen Fall hin. Die drei ??? machen sich auf die Suche. Bald schon wissen sie: die Bibliothekarin ist den geheimnisvollen Zeichen einer geisterhaften Erscheinung im Internet gefolgt. Wohin soll sie gelockt werden? Welche Botschaft hat sie erhalten? (Justus, Peter und Bob müssen scharf kombinieren, um das Rätsel, das hinter Miss Bennetts Verschwinden steckt, zu lösen.) Die Antwort steht in den Sternen! Werden die Drei erfolgreichen Detektive aus Rocky Beach sie lesen können?

Mein Kommentar: Ich weiss noch, als ich damals das Buch gerade fertig gelesen hatte und ich es wirklich seltsam fand, wie umständlich dieser ganze Webpagekram in diesem Fall gemacht wurde. Ich meine, es ist sehr selten, dass man mal eben schnell eine Website macht, die seriös wirkt, so dass man Vertrauen fasst, wenn man dort Informationen liest, die zu schön sind, um wahr zu sein. Ausserdem frage ich mich, wieviel Glück dazugehört, bis eine gerade erst hochgeladene Webpage von Suchmaschinen erfasst wurde. Dazwischen können ein paar Tage, aber auch mehrere Wochen liegen.

Was mir aber am meisten auf den Keks geht, ist, dass alle irgendwie Beteiligten so auf wahnsinnig geheimnisvoll tun und auch noch dauernd Begriffe der Astronomie und der Astrologie verwenden. Auf mich wirkt das alles so, als wolle man unbedingt einen mystischen und verzweigten ???-Fall verfassen, ohne darauf zu achten, dass weniger manchmal mehr ist. Zuviele Zufälle (Passwort, Morton am Ende,...), zuviel komische Erklärungen für den Hauptgrund und ständig antwortet irgendjemand: "Das ist nicht wichtig!" oder beendet einfach das Gespräch, obwohl das Ganze irgendwie kein bisschen spektakulär ist.

Wie dem auch sei: Die technische Seite des Hörspiels ist tadellos, und lässt man mal die Unlogik oder zumindest die Glaubwürdigkeiten zweifelhaft erscheinenden Fakten ausser Acht, dann ist das Hörspiel sogar ganz gut. Doch, nunja, der Webpage-Hintergrund ist auch im Hörspiel noch vorhanden, und es passiert auch sehr, sehr viel, und es passiert in rasender Geschwindigkeit - sogar im Buch! Mehr als 65% sind für mich einfach nicht drin - tut mir leid, Frau Vollenbruch (Buchautorin), aber dieser Fall ist einfach nicht durchdacht. Ich möchte sogar fast schon sagen, dass vieles an den Haaren herbei gezogen ist.

Und wenn Justuts jetzt noch einziges Mal ohne Weiteres ein Passwort für irgendwas einfach durch Glück herausbekommt, dann... also dann... grrrrr!


Meine Wertung: 65%
Cover: Fels der Dämonen (133) Fels der Dämonen
Erschienen: 2009
Dauer: 57:53

Ein toller Sandstrand in einer einsamen Bucht, perfektes Surf-Wetter, ein schattiges Plätzchen für das Zelt: Die drei ??? freuen sich auf ein paar stressfreie Ferientage am Meer. Doch dann taucht ein völlig verängstigter Junge auf und berichtet von einem gruseligen schwarzen Zwerg, der ihn verfolgt. Als der Zweite Detektiv kurze Zeit darauf beim Wellenreiten eine mehr als unheimliche Begegnung im Wasser hat, ist klar: hier bahnt sich ein neuer Fall für die drei Detektive an! Wer oder was treibt sein Unwesen in der abgelegenen Bucht? Werden Justus, Peter und Bob das Geheimnis um den "Fels der Dämonen" lüften?

Mein Kommentar: Ich will wirklich nicht wirken, als ob ich bei allen neuen ???-Hörspiele immer nur was zu Meckern habe, aber es ist wirklich so, dass mir auch bei dieser Folge erneut so einiges sauer aufstößt, was keinen positiven Gesamteindruck entstehen lassen will.

Das fängt schon bei der Produktion an, denn die drei Protagonisten werden manchmal zu überzeichnet portraitiert (z.B. die Holperszene im Auto oder die Strandszene mit Peter im Wasser): Overacting par excellence. Man sieht die Herren Rohrbeck, Wawrczek und Fröhlich förmlich vor den Mikrofonen auf ihren Stühlen rumhampeln und Frau Körting, die hinter einer Glasscheibe, sitzend an einer Magnetbandspule herumtendelt. Und die Versuche, die drei ??? hip und trendy zu machen, indem man ihnen schuljungenhaftes Verhalten und pseudo-coole Catchphrases unterjubelt, lieber Herr Sonnleitner, also sowas funktioniert einfach nicht! Auch das trägt bei diesem Hörspiel dazu bei, dass viel Spannung verloren geht.

Der Rest des Falls ist mir größtenteils zu hektisch. Zwar ist viel Potenzial für Spannung geboten, sehr viel sogar, und die eingespielten Musiken gefallen mir hervorragend, aber es kommt nur wenig Spannungsmoment auf, denn man sollte spannende Momente nicht dauernd vom Erzähler zusammenfassen oder in Hetzjagden ausarten lassen. Spannung lässt sich auch ohne Brutalität (als Bob im Wasser um sein Leben bangen muss) oder Zeitdruck erzeugen.

Ich zumindest fasse dieses Hörspiel für mich mit einer 63%-Wertung zusammen. Wirklich gut gelöst finde ich nur den 15-Minuten-Zusammenschnitt der Endkapitel des Buches, als die drei ??? zusammen mit dem Polizisten das Ende des Falles erläutern und letztlich auflösen.


Meine Wertung: 63%
Cover: Der tote Mönch (134) Der tote Mönch
Erschienen: 2009
Dauer: 1:07:09

Ein böser Geist will Christine Harkinson von ihrem Anwesen vertreiben! Davon ist zumindestihr Gärtner überzeugt. Lo Wang bangt um das Leben seiner Arbeitgeberin. Justus, Peter undBob, die drei erfolgreichen Detektive aus Rocky Beach, machen sich auf die Suche nach demominösen Geist. Wer oder was steckt hinter der gruseligen Kapuzengestalt, die nachts ihr Unwesen im Garten treibt? Als die drei ??? ein offenes altes Grab entdecken, ist sich Peter ganz sicher: Ein toter Mönch verfolgt Christine! Doch worauf hat er es abgesehen...?

Mein Kommentar: Hmmm.... hmmm... hmmmm... Dass es kein echter Mönch und auch kein Toter sein würde, war ja eigentlich direkt klar und wird auch sehr bald aufgeklärt. Bleibt also nur herauszufinden, wer was warum tut oder getan hat. Die Sache mit dem armen, verzweifelten Lo war ganz gut gemacht, mir allerdings etwas zu sachlich-nüchtern geschildert. Dass an dem Spuk irgendwas Wahres dran sein könnte, hätte man ruhig ein wenig deutlicher darstellen können. Somit kommt eigentlich keinerlei Mysteryfeeling und kaum Spannung auf.

Dennoch ist "Der tote Mönch" eine gute Folge. Die Schwäche des Buches, die Leserschaft nicht mitraten zu lassen, wurde so gut umgestrickt, dass man beim Hörspiel durchaus viele Hinweise bekommt, um selbst auf die Lösung oder zumindest auf einen Teil der Lösung zu kommen.

Lobenswert ist auch wieder die Produktion, die mir an allen Ecken und Kanten gefällt: Sprecher/innen, Musiken, Buchverskriptung... Einen durchschnittlich guten Buchfall mit einigen Schwächen hat Europa so hinbekommen, dass daraus ein überdurchschnittlich guter Hörspielfall wurde.

Das bedeutet, dies hier ist kein Klassiker oder sowas, aber immerhin eine lohnende Taschengeldinvestition. :) Ich signiere diese meine Wertung mit einer 82%-Note!


Meine Wertung: 82%
Cover: Fluch des Piraten (135) Fluch des Piraten
Erschienen: 2009
Dauer: 1:11:11

Eine Reihe rätselhafter Fotos weckt die Neugier der drei erfolgreichen Detektive aus Rocky Beach. Alles deutet darauf hin, dass ein kostbarer Goldschatz auf einer einsamen Insel verborgen ist. Doch vor Ort wird schnell klar, dass nicht nur Justus, Peter und Bob dem Schatz auf der Spur sind. Es beginnt eine Jagd mit ungewissem Ausgang.

Mein Kommentar: Hmhmhmhmhmmmmmm.... Wer - oder was!? - bitte ist Ray Liolotta? ;) Ja, schon gut, das haben garantiert schon eine Million anderer Leute moniert, aber wundern muss ich mich trotzdem. Im Buch steht eindeutig "Ray Liotta", so, wie der bekannte Schauspieler Ray Liotta eben. Doch machen wohl nicht die Sprecher einen Fehler, sondern sie lesen wohl nur, was im Skript steht, denn auch im Inlay des Hörspiels steht "Ray Liolotta". Das Obskure ist nur leider, dass die Aussprache von "Ray Liolotta" immer so seltsam genuschelt und deshalb so unfreiwillig und unglaublich komisch klingt. Ich kann mir diese Passagen nicht anhören, ohne zu grinsen oder mich zu fragen, was der Grund dafür sein könnte, den richtigen Namen nicht zu verwenden.

Etwas kurios finde ich auch, dass Steffi Kirchberger damals in Folge (111) Die Höhle des Grauens die Rolle von Corona sprach, nicht die von Althena; aber gut, da könnten auch Terminschwierigkeiten mit reinspielen; andererseits hätte man dann im Hörspiel vielleicht auch behaupten können, dass Corona verfolgt wird, und nicht Althena; immerhin hatte Minninger schon weitaus bedeutendere Hörspielpassagen komplett umgedichtet...

Aber gut, kommen wir nun endlich mal zum Hörspiel selbst! ;) Und da hilft mir auch die Erwähnung Minningers und seiner Schnitte. Denn im Buch ging mir das andauernde und nicht endende Gerede der Floskel "So what" so dermaßen auf den Zeiger, dass ich das nicht in Worte fassen kann. Deshalb zunächst ein dickes, fettes Danke dafür, dass im Hörspiel kein einziges "So what" vorkommt!

Und um auch noch mal die Kurve zu Althena zu kriegen: Was macht sie bei den drei ??? in Rocky Beach? Sie ist doch ansässig in San Francisco?! Wieso bittet sie ausgerechnet die drei ??? um Hilfe und nicht jemanden, der aus San Francisco stammt? Und wo ist Corona? Wäre es nicht sinnvoll gewesen, die Nummer vom Detektivbüro "Calidae" herauszufinden und nachzuforschen, was Sache ist, was genau mit Althena und Corona los ist? Wieso stürzen sich die drei ??? auf die Fotos und verfolgen deren Spur, statt Althena und Corona abzuchecken? Hätte Justus nicht geradezu darauf insistieren müssen, zu prüfen, in welcher Sache die beiden Mädels von Calidae drinstecken? Und auch am Ende, als sie Althena befreit hatten, werden diese Fragen nicht mal ansatzweise geklärt. Zumindest im Buch werden einige Teilaspekte dieser Fragen geklärt; das sei der Vollständigkeit halber erwähnt.

Doch wie dem auch sei, finde ich dieses Hörspiel durchaus gut. Es ist zwar auch nicht wirklich spektakulär, weil die spannendsten Buchszenen relativ kurz und seicht geskriptet wurden, dafür allerdings wurden die relativ unwichtigen Szenen nicht gedehnt oder in den Vordergrund gerückt. Wirklich negativ wirken sich nur die Fragen bezüglich Althena aus, weil mir einfach nicht einleuchten will, was Althena mit der Sache wirklich zu tun hat, und wieso die drei ??? nicht versuchten, Corona ausfindig zu machen, um zu klären, was Sache ist; schliesslich müssten sie doch annehmen, dass Corona weitere Informationen hätte. Und, tja, jedes Mal, wenn "Liolotta" durch meine Lautsprecher tönt, kann ich einfach nicht aufhören zu grinsen.

Die Produktion ist sehr gut, die Musiken gefallen mir auch, und die Stimmen sind allesamt namenhaften Sprechern und Sprecherinnen abstämmig; hier hat Europa sich wirklich, wirklich viel Mühe gegeben. Für die Schwächen des Buches kann Minninger zwar nichts (Althena/Corona, etc.), doch hin und wieder hätte er ruhig noch mehr aus den Worten von Ben Nevis (Autor des Buches) herausholen können. Macht nach meinem Empfinden eine gute 76%-Wertung.


Meine Wertung: 76%
Cover: ...und das versunkene Dorf (136) ...und das versunkene Dorf
Erschienen: 2010
Dauer: 1:08:17

In einem kleinen Bergdorf scheint ein Geist sein Unwesen am nahe gelegenen See zu treiben! Welch dunkles Geheimnis verbirgt sich in den Tiefen des Gewässers? Wer oder was steckt hinter der gespenstischen Erscheinung am Ufer? Die drei ??? gehen auf Tauchstation, um das Geheimnis zu lüften. Und dann entdecken sie das Unvorstellbare...

Mein Kommentar: Wow, ich bin wirklich beeindruckt, ganz ehrlich beeindruckt. Dieses Hörspiel ist wunderbar geglückt. Absolut super-gute Produktion, die jeden Aspekt betrifft: Guter Einsatz des Erzählers, Szenen des Buches gut "vertont", die richtigen Stellen belassen und gestrichen, praktisch kein Overacting, tolle Atmosphäre, toll ausgewählte Musiken und Sprecher/innen (unter anderen Christine Pappert, Frank Felicetti, Rolf Schenker, Elke Reissert!)...

Ich kann hier wirklich nur wenig kritisieren. Einzig, dass das Buch natürlich noch besser zur Geltung kommt, weil dort selbstverständlich nichts gekürzt oder durch einen Erzähler erklärt werden musste. Als Auch-TKKG-Hörer kann ich aber nicht anders, und muss die Idee mit dem Kirchturm und dem "Schatz in den Unterwasser-Ruinen" erwähnen. Das erinnert im Kern durchaus ein wenig an TKKG-Folge #7: "Rätsel um die alte Villa". Marx hat seinen ???-Fall zwar gänzlich anders geschrieben und die Schwerpunkte nicht so gewichtet, wie Stefan Wolf es damals tat, doch die Grundidee mit dem Stausee, etc., das kriege ich einfach nicht aus meinem Kopf, wenn ich "das versunkene Dorf" höre; beim Lesen des Buches kam mir dieser Vergleich damals jedenfalls nicht in den Sinn. Na, vielleicht liegt es an Medium (also Hörspiel), oder am Label (Europa)... Andererseits hat Marx sich öfters mal inspirieren lassen und hat daraus auch nie einen Hehl gemacht. Und so wichtig ist das auch gar nicht; ich wollt's nur erwähnt gehabt haben.

90% - Kaufen, kaufen, kaufen!


Meine Wertung: 90%
Cover: Pfad der Angst (137) Pfad der Angst
Erschienen: 2010
Dauer: 1:17:11

Ein neuer Fall bahnt sich an, ganz nach dem Geschmack der drei erfolgreichen Detektive aus Rocky Beach: Ein verschrobener Wissenschaftler bittet die drei ??? um Hilfe bei der Wiederbeschaffung einer Erfindung, die ihm gestohlen wurde. Doch dann häufen sich merkwürdige Geschehnisse und behindern die Recherchen. Natürlich lassen sich Justus, Peter und Bob zunächst nicht beeindrucken - bis sie um ihr Leben bangen müssen...

Mein Kommentar: Uwe Friedrichsen und Christian Rode! Wie geil ist das denn? Europa scheint sich wirklich zu bemühen, dem Verjüngungswahn, der jetzt sogar im Synchron- und Hörspielgeschäft angekommen ist, etwas entgegenzuwirken. Rollen für ältere Semester sind recht wenig gefragt, weil "alt" bei den Kids heute nicht gefragt ist. Aber Europas Veröffentlichungen der letzten Monate sind für mich erfreulich: Endlich ein paar Altmeister, die nicht einfach nur bekannt, sondern auch fähig sind, und DESHALB genommen wurden, und nicht, weil sie momentan in aller Munde sind! :)

Gut, jetzt hab ich Frau Körting und Herrn Minninger genug die Füße geküsst. Kommen wir zur Folge. Auch hier gibt's recht wenig zu meckern, solides Skript, solide Buchvorlage. Nichts herausragend geniales, aber auch nichts, was man wirklich kritisieren müsste. Herr Fritsch "erzählert" nur das, was nötig ist, die Szenen wurden, finde ich, korrekt ausgesucht und gut gestaucht. Tolle Produktion, die Körting zeigt, wie's geht! Einzig eben die Story selbst ist oberes Drittel des Mittelmaßes, sodass man Minninger nur schwer vorwerfen kann, kein gutes Skript geschrieben zu haben, denn er hat, wie ich meine, das Beste aus dem okayen Vollenbruch-Buch geholt.

Einen Fauxpas muss sich aber die Covergestaltung auf die Fahnen schreiben, da die Rollenangaben von Herrn Rode und Herrn Friedrichsen vertauscht wurden. Aber das ist eine Lapalilie, denn sowas kann ja schliesslich mal passieren. Aber, was zum Klabautermann soll bitte dieser wirklich beknackte Titel? "Pfad der Angst" - das sagt so gut wie gar nichts aus (auch nicht, wenn man das Hörspiel dann gehört hat). Überhaupt gibt es mir in letzter Zeit viel zu viel Angst, Horror, Grauen, Tod, Schrecken, Flüche und Dämonen in den Titeln, was sich später aber einfach nur als reisserische Klausel, denn als kurzer, aussagekräftiger Umriss des Inhalts herausstellt. Kosmos-Leute: DAS MUSS ANDERS WERDEN. Davon ab: 73%-Hörspiel.


Meine Wertung: 73%
Cover: Die geheime Treppe (138) Die geheime Treppe
Erschienen: 2010
Dauer: 1:07:05

Warum wurde der junge Wissenschaftler Davy Swann entführt? Und warum nannten ihn die vermummten Täter immer Philippe? Justus, Peter und Bob nehmen die Spur auf. Diese führt in das labyrinthische Gebäude der Universität mit geheimen Treppen und einer düsteren Bibliothek. Hier stoßen die drei ??? auf ein merkwürdiges Buch und seltsame Verse. Natürlich knacken die drei erfolgreichen Detektive aus Rocky Beach das Rätsel. Doch dann fangen die Schwierigkeiten erst an...

Mein Kommentar: Sehr nett, dass der Kladdentext praktisch das gesamte Hörspiel mal eben zusammenfasst und nur die letzten 10 Minuten offen lässt... Wer braucht schon Spannung, nicht wahr? ;) Naja, die Idee für diese Geschichte ist jedenfalls originell und mal was anderes im ???-Universum.

Aber das Konzept ist halbherzig umgesetzt, denn die Story macht im letzten Drittel den bis dahin soweit guten Eindruck total zunichte, und man fragt sich nach der Abschlussmusik, was das alles überhaupt sollte. Zu allem Überfluss ist alles, was dem Löwenritter am Ende einfällt ein: "OK, dann bauen wir uns eben einen neuen Geheimgang...!"

Tja, das geht schnell mit dieser Rezension! (1) Ein nicht optimal besetzter Thorsten Sense (Davy wirkt auf mich z.B. nicht wie jemand, der unter starkem psychischem Stress steht, während er mit einer doch sehr großen Portion Ruhe mit Peter darüber quasselt, in welch misslicher Lage er ist), (2) es wird nicht wirklich aufgeklärt, wieso Davy eigentlich entführt wurde (das muss man sich selbst zusammendenken), und (3) der Bund der Löwenritter scheint völlig sinnfrei zu sein! Er wirkt eher wie ein geheimes Diskussionsforum für gesellschaftlich unbequeme Themen und Ansichten, das Prominenten und Politikern vorbehalten ist. Und DAFÜR braucht es einen seit Jahrhunderten gepflegten Geheimbund mit einer Geheimschrift, bei welcher auch noch jedes Symbol einem Buchstaben zugeordnet ist, und die auch schon die Illuminaten nutzten? Auweia, auweia und nochmals auweia!

Nene, mehr als 62% mag ich einfach nicht geben. Aber nur, weil Rohrbeck, Wawrczek und Fröhlich hier eine echt perfekte Performance abliefern: Null overacting, null Mittelmaß, nur super!

PS: Die Stimme von Thomas Fritsch klingt dumpf und verzerrt! Das liegt nicht an ihm, sondern an der Produktion. Europa hat, nach einigen anfangs eher unglücklichen Aussagen gegenüber Kunden zu dieser Beschwerde, mittlerweile doch angeboten, die mangelhaften Versionen dieses Hörspiels zurückzunehmen, eine korrigierte Versionen zu retournieren, und auch das das Porto in Form von Briefmarken zu erstatten... Da also dieser Mangel bald beseitigt sein wird, vernachlässige ich bewusst den Dumpfer-Erzähler-Fauxpas und weise lediglich darauf hin, dass es ihn in der ersten Charge gibt!


Meine Wertung: 62%
Cover: Das Geheimnis der Diva (139) Das Geheimnis der Diva
Erschienen: 2010
Dauer: 1:04:02

Seltsame Vorkommnisse überschatten die Proben der Laienspielgruppe - Die Masken - im alten Stadttheater von Rocky Beach: Kulissen verschwinden und eine Schauspielerin wird hinter der Bühne von einem grässlichen Phantom angegriffen. Wer oder was treibt sein Unwesen in dem verwinkelten Theatergebäude? Hängen die Ereignisse mit der international bekannten Schauspielerin Helena Darraz zusammen, die in wenigen Tagen nach Rocky Beach kommen will? Sofort nehmen die drei ??? die Ermittlungen auf. Und es wird gefährlich...

Mein Kommentar: Zwar ist es im Grunde egal, was das Geheimnis ist, doch bestimmt das Endergebnis nunmal die Auflösung des Falls. Und eben jene Auflösung ist mir zu uninteressant. Die Veruntreuung von Kriegsbeute ist eine große Sache, keine Frage, aber das Ganze am Ende in 2 Minuten Nacherzählung herunterzuleiern wirkt nicht sonderlich bombastisch oder kriminell - obwohl es das ja eigentlich ist.

Hinzu kommt, dass das Drumherum im Theater nicht so recht spannend ist, sondern das ständige Gezeter des Ensembles untereinander erweckt immer den Anschein, als wäre dies einfach nur das Standardklischee des Theaters: Getratsche, Missgunst und Neid. Doch fehlt mir der tatsächliche Bezug zu Gefahr (diese ist zwar theoretisch vorhanden, doch wird sie mir zu keiner Zeit wirklich bewusst) und Diva (die kommt eigentlich erst ganz am Ende für die besagte 2-Minuten-Nacherzählung zu Wort), und ein paar mehr Ortswechsel hätte es schon geben können. Denn obwohl man mal in diesem Saal oder mal in jenem Raum ist, hat man das Gefühl, dass es keinerlei Bewegung gibt - es fehlt etwas an Action.

Die Produktion selbst kann sich allerdings mehr als hören lassen. Die Cast im Inlay umfasst Namen wie beispielsweise Tilman Madaus, Simona Pahl, Sascha Rotermund, Celine Fontanges, Sabine Hahn oder Gustav Artz - und sie alle machen einen echt guten Job. Diese Leute hier spielen so gekonnt, dass man gerade in den Szenen über die Proben des Ensembles merkt, dass die (gespielte) Truppe Laien sind, die ihr Theater nur als Hobby haben. Dazu die üblich-gute Körtingproduktion und ein gut aufbereitetes Hörspielskript von André Minninger - Mjam!

Nur der Fall selbst hat kleinere Schwächen, die verschmerzbar sind. Gute Folge, 71%.


Meine Wertung: 71%
Cover: Stadt der Vampire (140) Stadt der Vampire
Erschienen: 2010
Dauer: 1:17:38

Eine riesige Fledermaus versetzt die Kleinstadt Yonderwood in Angst und Schrecken. Der Großteil der Einwohner hat bereits das Weite gesucht, nachdem einige Menschen mit Bissspuren und einer Menge Blut in ihren Betten erwacht sind. Justus, Peter und Bob haben noch nie an Vampire geglaubt. In diesem neuen Fall jedoch scheint es, als müssten die drei berühmten Detektive aus Rocky Beach ihre Meinung ändern...

Mein Kommentar: Hmmm, tjaaaaa... Ich weiss nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht erst mit den positiven Aspekten, denke ich. Die Folge ist gut produziert, und man hat einige schöne altbekannte Könner im Repertoire: Dittmann, Dux, Artz, Baltus. *fingerleck* Ausserdem ist die "übrige Besetzung" ebenfalls verdammt gut: Rotermund, Kirchberger, Draeger! Aber beim Namen Draeger sei angemerkt, dass hier Lili Draeger gemeint ist, Tochter von Kerstin Draeger.

Lustigerweise hörte ich die Folge, und mir kam die Stimme von Josy so seltsam vertraut vor... Als ich es nicht mehr aushielt, guckte ich ins Inlay. Lili kannte ich zwar aus ihren Anfangstagen als Kind, aber jetzt, mit reiferer Stimme, hörte ich sie noch nicht. Aber trotzdem hat sie viele Ähnlichkeiten zu ihrer Mutter - und zwar bei Stimme und Talent! -, als diese etwa im Alter war, wie Lili jetzt - was wohl dieses "Diese Stimme kenne ich doch irgendwoher" bei mir auslöste. Kein Scherz, als "Locke" könnte ich sie mir ernsthaft vorstellen!

Kurz: Die rein "technische Seite" gefällt mir gut. Aber es gibt so einige Kleinigkeiten und Großigkeiten, die hauen insgesamt einfach rein, finde ich. Es ist völlig offensichtlich, schon beim Lesen der Inhaltsangabe, dass hier nur jemand die Leute vertreiben will; also rechnet man zu keiner Zeit damit, dass hier ausnahmsweise ja vielleicht doch mal ein außergewöhnliches Phänomen zutreffen könnte - also keine Spannung. Obwohl Europa sich alle Mühe gab mit den Effekten und Musiken, aber nicht konsequent genug ist. Mal moderne Tracks, dann wieder die alten Klassiker, die man z.B. aus den "Masters of the Universe" kennt - und dieses Wechselspielchen geht mir persönlich schon auf den Keks, wenn es darum geht, ein uriges Gefühl aufkommen zu lassen.

Problematisch ist ebenfalls der Verlauf und die Auflösung des Ganzen. Nicht nur Kommissar Zufall ist mit von der Partie, nein, er bringt auch seine Kollegen Inspektor Vorhersehbar und Wachtmeister Offensichtlich mit. Dafür kann Europa zwar nichts, aber immerhin ist die Story in einem Hörspiel ja weit mehr als nur die halbe Miete, weshalb der Autor Marco Sonnleitner hier eine große Teilschuld trägt, denn letzten Endes zählt das Resultat, welches ich hier zu bewerten versuche.

Allerdings kann Europa wieder einges für die restlichen Patzer und Schnitzerchen. Wieso wird Mary Stamper immer wieder Mary Otis genannt? Otis ist der VORname von Mr. Stamper; also ein mehrfacher Regiefehler! Herr Dux, als Sprecher von "Jonathan Black", heisst Eckhart, nicht Eckehart. Und Oliver Rohrbeck hat eine Erkältung oder Schnupfen. Das ist keineswegs schlimm, im Gegenteil, es verleiht dem Ganzen irgendwie eine Menge alltäglichen Realismus, aber mich stört quasi, dass Herrn Rohrbecks verstopftes Näschen, trotz des Versuchs, dies nicht durchklingen zu lassen, recht gut hörbar ist. Minninger schreibselt so oft irgendwas wesentlich relevanteres ohne erkennbaren Grund um, wieso ausnahmsweise nicht mal das? Der Schnupfen ist völlig ok für mich, und Oliver Rohrbeck macht wieder mal einen klasse Job, aber wieso um Himmels Willen erwähnte man nicht beiläufig, Justus habe einen Schnupfen?

Nach Adam Riese und Eva Zwerg bleibt eine durchschnittliche Folge, die man ruhig kaufen kann. Sie ist keineswegs schlecht. Nur leider eben auch nicht gut. 64%!


Meine Wertung: 64%
Cover: ...und die Fußball-Falle (141) ...und die Fußball-Falle
Erschienen: 2010
Dauer: 59:05

Der Fußballstar Jeffrey Seaman und seine Mannschaft bereiten sich in Rocky Beach auf ein Mehrländerturnier vor. Doch merkwürdige Zwischenfälle stören das Training und versetzen die Spieler in Angst und Schrecken. Als auch noch der ägyptische Totengott Anubis in den Katakomben unter dem Fußballstadion auftaucht und sein Unwesen treibt, ist klar: Die drei ??? müssen all ihren detektivischen Spürsinn aufbieten, um diesen Fall zu lösen!

Mein Kommentar: Seltsamer Fall... Und er erscheint mir im Zusammenhang mit Fussball sehr sinnlos. Fussball kommt kein Stück vor, höchstens eine Fussballmannschaft, aber auch hier hätte es genauso gut eine Gruppe gut gelaunter Wanderfreunde oder eine Familie aus Sonstwoher sein können. Und WO ist die Falle? Kurz: Kosmos macht sich bei der Namensgebung der ???-Geschichten wirklich langsam lächerlich. Doch es geht auch beim Kladden-Text noch weiter. "Die drei ??? müssen all ihren detektivischen Spürsinn aufbieten, um diesen Fall zu lösen!"... Spürsinn aufbieten? Sie stolpern doch letztlich nur von Vorkommnis zu Vorkommnis, dessen sie stets rein zufällig Zeuge werden.

Komisch ist ebenfalls, dass der Grund, damit der Fall überhaupt irgendwie Sinn ergeben kann, von zwei Menschen handelt, die mehr als nur verschroben sind. Seaman gibt mal eben das über 100fache des eigentlichen Preises für ein Bild aus, einfach, weil er nunmal nicht verlieren kann, und Brewster hat so einen starren Blick für die Kunst, die er so sehr liebt, dass er sogar resigniert. Solche Menschen gibt es zwar gewiss, aber alle beide im selben Hörspiel, und alle beide so stereotpyisch charakterisiert? Hmmm, naja... Davon könnte ich absehen, wäre der Rest des Story nicht sowieso schon nur Zufall an Zufall an Zufall an Zufall...

Die Produktion der Folge 141 ist gut gemacht, und Europa hat erneut viele namen- und stimmhafte Leute bekommen - z.B. Jörg Gillner, Olaf Kreuzenbeck, Achim Schülke oder Tobias Meister - , und wartet sogar mit Douglas Welbats Sohn Daniel Welbat auf, der seinem Vater in Stimme, Rhetorik und Sprachrhytmus mehr als nur ähnelt, was somit natürlich bedeutet, dass Daniel Welbat es verdammt gut drauf hat! Kurz: Europa hat sich viel Mühe gegeben, und dass die Geschichte nichts hergibt, ist nicht deren Schuld.

Dieses Hörspiel kann man so ab und zu mal nebenbei laufen lassen, dafür langt es, aber ein Muss ist das hier keineswegs. Mit Ach und Krach, und weil mich besonders Daniel Welbat sehr erfreut, gebe ich nochmal 62% - aber nur deshalb!


Meine Wertung: 62%
Cover: Tödliches Eis (142) Tödliches Eis
Erschienen: 2010
Dauer: 57:17

Schnee und Eis, Wölfe und arktische Stürme - das Nordic Wilderness Race ist eines der härtesten Schlittenhunderennen der Welt. Als die drei ??? von der Journalistin Carol Ford gefragt werden, ob sie bei der Reportage über das Rennen helfen wollen, sagen die Jungen begeistert zu. Doch damit lassen sie sich auf ein gefährliches Abenteuer ein. Als es zu einem ernsthaften Zwischenfall mit skrupellosen Verbrechern kommt, ist klar: Die drei Detektive müssen schnell handeln, damit dies nicht ihr letzter Fall wird!

Mein Kommentar: Mir eine Geschichte zu vermiesen, die in tiefstem Winter bei Schnee und Eis spielt, ist wirklich verdammt schwer; ja eigentlich sogar fast unmöglich... Aber es ist vollbracht. Herr Minninger hat gekürzt, als gelte es, einen Preis dafür zu bekommen, und Frau Körting hat wohl keine Lust mehr auf authentische Geräusche und eine korrekte Aussprache.

Wo zum Teufel pfeifft der Wind? Wo sind die Menschenmassen, die johlen und Teilnehmer/innen anfeuern? Wir sind in Alaska bei einem Hundeschlittenrennen - und es scheint dort, in Alaska, keinen zu interessieren und auch gerade nicht wirklich kalt zu sein; stattdessen hören wir ein Weihnachtsjingle, als würden nicht Huskies, sondern Rentiere losdüsen. Und die Masse an Aussprachefehlern, die ich kaum zu zählen vermag; vorallem der Name "Duane" wird dermaßen falsch pronounciert, dass es einem kalt dem Rücken runterläuft: "Duh-Änn"; args! Daneben wird dann gern mal "Trail" zu "Trial", und soweiter... Meine Herrn...

Nicht zu vergessen: Schon wieder ein "Tonfehler" innerhalb so kurzer Zeit (erst bei (125) Feuermond und dann bei (138) Die geheime Treppe) zu hören ist, also das stimmt mich schon wunderlich... Denn bei CD-Track 8 wird Thomas Fritsch sehr unfein einfach in die Musik eingefaded, was dazu führt, dass man den Satzanfang gar nicht mitbekommt. Gibt's denn niemanden dort, der AUFMERKSAM eine neue Produktion abnimmt?

Und wieso wurde soooo viel Gutes aus dem Kari-Erlhoff-Buch entfernt? Es wird nur gelabert, in einer Tour, und die besten Szenen aus dem Buch fehlen völlig... Sorry, aber "Tödliches Eis" will mir als Hörspiel einfach nicht gefallen, und so gut die zum Hörspiel veränderte Geschichte des Buches ja vielleicht auch sein mag, es dringt nicht zu mir durch, weil mir all diese Mängel "die Freude" vermiesen, bevor es überhaupt dazu kommen könnte, dem Ganzen eventuell doch was Positives abzugewinnen.

Mehr als 58% kann ich mit meinem Gewissen einfach nicht vereinbaren.


Meine Wertung: 58%
Cover: ...und die Poker-Hölle (143) ...und die Poker-Hölle
Erschienen: 2010
Dauer: 1:00:21

Als Justus, Peter und Bob einem Mann helfen wollen, dem in einer Postfiliale Geld gestohlen wurde, geraten sie in die gefährliche Unterwelt von China Town. Zufällig kommen sie einer illegalen Pokerspielhölle auf die Spur. Dabei müssen die drei erfolgreichen Detektive aus Rocky Beach die Erfahrung machen, dass die Beteiligten sehr unangenehm werden, wenn man ihnen in die Karten sieht! Und dann geschieht, was nie hätte geschehen dürfen...

Mein Kommentar: Wieder 'ne Trendfolge - Poker ist es dieses Mal. Und wie so üblich hat Poker eigentlich wenig mit dem Fall zu tun. Man befindet sich zwar in einem illegalen Poker-Etablissement, und da spielt man auch tatsächlich aktiv Poker mit, doch so irgendwie... also ich weiss nicht... Nicht mal 5 Minuten von den über 60 Minuten gehen für's Pokern drauf, und überhaupt ist das Ganze dann auch noch irgendwie unglaubwürdig.

Justus mag ein guter Schauspieler und Improvisateur sein, aber ein noch nicht Erwachsener, der offenbar sehr gut Karten spielt, ist in der Szene nicht bekannt? Zumal Justus ja nun wirklich kaum verwegen ausschaut, um als so cool zu gelten, wie er sich gibt. Daneben wundert mich, wie gut die Kommunikation zwischen Justus und Richie funktioniert, obwohl Justus doch eher zufällig entdeckt wurde - also es keine Absprache gegeben haben kann. Wie also kann Richie dauernd wissen, was genau Justus ihm durch mehr oder weniger spontan improvisierte Gesten mitteilen möchte? Und woher weiss Justus, was Richie meint? Und fällt denn keinem auf, dass Justus sich dauernd ins Gesicht fasst, oder irgendwie mit den Händen fuchtelt, und dabei immer in eine bestimmte Ecke des Raumes guckt? Oder bemerkt niemand, dass irgendwo noch 3 Jungs stehen? Hier wäre Aufklärung für die Hörerschaft sehr, sehr gut gewesen.

Schal ist auch der Beigeschmack des Oberfieslings Jackie Jin, der von Robert Missler interpretiert wird. Missler macht das Beste aus der Rolle und kriegt sogar den Akzent toll hin, aber was man der Rolle zumutet, ist albern. Jackie ist offenbar einer DER Obermotze in der Unterwelt und hat sogar Leibeigene, aber am Ende ist er mal wieder der Volldepp, der durch einen kleinen Trick einfach so überlistet wurde, und eigentlich nicht mehr tut, als zu drohen. Und wie er dann noch tönt: "Ich kann Karate!" - sorry, aber da konnte ich nur noch lachen. Wieso kickt er Bob nicht einfach um, und fertig ist die Laube? Und wo ist die ziemlich spannende Schlussszene des Buches hin, oben, am Rande des Abgrunds eines Daches? Wo ist der Hubschrauber? ...wo ist die Spannung, wo die Action, die zu so einer Szenerie gehört?

Minninger hat Marco Sonnleitners okaye Story so ungemodelt, dass die paar Vorzüge des Buches gestrichen und durch Pseudorätseljagden im Höllentempo und viel Geschwafel ersetzt wurden. Und WENN dann doch mal etwas passiert, wird das mittendrin erklärt und umständlich bereits Gehörtes nacherzählt, und man fragt sich dann: "Wieso haben die soviel Zeit, soviel zu quatschen, wenn sie eigentlich ein Problem haben?" Und wo im Buch wenigstens noch nachvollziehbar ist, wie die Rätsel gelöst werden konnten, wird es im Hörspiel so dargestellt, als habe Justus einfach nur einen genialen Blitzeinfall nach dem anderen.

Tut mir leid, aber wie bei (142) Tödliches Eis ist das alles eher halbgar und ich bin wirklich enttäuscht, dass bei zwei Folgen dieselben Fehler gemacht wurden, und dass deshalb zwei potenziell eigentlich ganz nette Folgen so degradiert wurden. Weil gerade die Sonne scheint, gebe ich mal noch 65%...


Das Zitat der Folge kommt von Jin: Ich kann Karate!

Meine Wertung: 65%
Cover: Zwillinge der Finsternis (144) Zwillinge der Finsternis
Erschienen: 2011
Dauer: 1:11:46

Es schneit bei 20° Celsius, ein riesiger Erdspalt tut sich über Nacht auf, seltsame Nebel wabern, und ein Mann lässt Flammen aus seiner Hand wachsen: Rocky Beach hat es mit dem Teufel zu tun! Das jedenfalls nimmt Peter an, als er und seine beiden Detektivkollegen in den Fall "Zwillinge der Finsternis" geraten. Zwei in Leder gebundene Bücher sollen satanische Zauberformeln enthalten. Wer sie besitzt, hat teuflische Macht. Und es gibt einige Menschen, die hinter den beiden Büchern her sind. Ein Exemplar wurde bereits gestohlen! Die drei ??? müssen ihren Widersachern schnellstens zuvorkommen, um das Schlimmste zu verhindern...

Mein Kommentar: Ich weiss noch, wie enttäuscht ich war, als ich damals das Buch fertig gelesen hatte. Die Auflösung, wie der ganze Spuk funktionierte, war mir zu simpel und unglaubwürdig. Jetzt kenne ich auch das Hörspiel, und bin einerseits erleichtert, dass Herr Minninger die Auflösung umschrieb (statt eines Lasers also z.B. ein präparierter Handschuh), was grundsätzlich auch ganz gut funktioniert, aber andererseits enttäuscht, dass gerade Justus die Erklärungen einfach so hinnimmt. Nebel, der ohne groß ausser Form zu geraten eine Art Folgespur wird? Niemand bemerkt eine Erdbebenspalte, die täglich größer wird? Und wieviel Schnee bitte lag denn da auf der Straße, dass es für einige Dutzend Schneebälle ausreicht? In der Nacht hätte man das ja irgendwie drehen können - aber dann wäre der Schnee gegen Morgen/Mittag längst weggeschmolzen. Und tagsüber hätte man gesehen, wie jemand kiloweise Schnee auf die Straße schaufelt... Wie also soll das von sich gegangen sein? Hätte man das ein wenig nachvollziehbar erklärt, wäre das alles kein Problem, aber so bleiben da leider ein paar Fragen offen. ...ganz davon zu schweigen, dass Bob an der Wurzel eines Baumes zerrt und sofort sind die Leute wieder frei... *ähem*

Dafür aber trumpft die Folge wieder mit was Besonderem auf. Zum einen Eberhard Haar, und zum anderen Joachim Pukaß; Europa holte sich große Synchronprominenz ins Studio, die nicht durch die Klatschpresse in aller Munde ist, sondern die es einfach verdammt nochmal draufhat - und das hört man deutlich. Wem der Namen Joachim Pukaß nichts sagt, denke z.B. an Benjamin Blümchen: Hans-Heinrich (Folge 9) oder an Dr. "Macht nichts, macht nichts!" Schwindelmeier (Folge 10). Oder an Bibi Blocksberg, Folge 5: "Jetzt rauf mit dem Koffer auf die Waage, hoppsassaaa..." Kurz: Klasse.

Ja, ich weiss, Martin Semmelrogge ist auch dabei, und der ist auch eigentlich ein sehr guter Schauspieler, aber entweder wurden seine Aufnahmen geixt, oder er hat seinen Job verlernt. Denn seine Rolle klingt irgendwie affektiert und nicht immer so, als befände er sich in einem Dialog. Darum geht die Präsenz von Herrn Semmelrogge hier leider etwas unter.

Davon abgesehen ist diese Folge jedoch ganz gut geworden, was die Produktion, das Skript etc. anbelangt, soviel kann ich, bevor ich abschliesse, schon mal verraten. Ich vergebe deshalb 62%.

Aber was Europa hier wieder in Sachen "Produktkontrolle" leistet, ist wirklich sehr peinlich. Die Szene etwa, in der Sinclair Justus an seinem GPS-Navi etwas zeigt, ist sehr, sehr unsauber zusammengeschnitten. Und sowohl zwischendurch an 1-2 Stellen als auch besonders am Ende, klingt es seltsam dumpf und verlangsamt. Und praktisch der gesamte CD-Track 13 hört sich an, als laufe das Hörspiel nicht mit der normalen Geschwindigkeit ab. Und ich meine nicht den Mummenschanz, den Justus, Peter und Bob für Sinclair veranstalten, und sie dabei ihre Stimmen verstellen, sondern den Rest drumherum, z.B. Inspector Cotta und soweiter. Gerade die Abspannmusik klingt etwas leiernd und läuft deutlich hörbar im nicht sonst üblichen Tempo. Europa: Das ist mittlerweile keine Ausnahme mehr, da solltet Ihr wirklich besser aufpassen, denn so macht Hörspielen keinen Spaß!


Das Zitat der Folge kommt von Jeremy Witherspoon: Tja! Was soll ich dazu sagen?

Meine Wertung: 62%
Cover: Die Rache der Samurai (145) Die Rache der Samurai
Erschienen: 2011
Dauer: 1:01:58

Auf dem Internat Shadow Stone geht es nicht mit rechten Dingen zu. Ein Schüler ist spurlos verschwunden, und die Mitglieder der Samurai-AG, die mit alten japanischen Schwertern kämpfen, verhalten sich mehr als merkwürdig. Um den Fall zu klären, schleusen sich Die drei ??? in die Schule ein. Doch schnell bekommen sie zu spüren, dass sie hier unerwünscht sind. Und dann durchschneidet mit gefährlichem Schwung ein Schwert die Luft! - Warum bloß hatten die drei Detektive diesen Auftrag angenommen? Warum bloß?

Mein Kommentar: Ich weiss, schon das Buch ist nicht super-ober-perfekt, aber insgesamt war es doch sehr ordentlich. Denn für das Hörspiel wurde sooooo viel Potenzial verschenkt, um die relativ schwache Story durch viel, viel Atmosphäre und Spannung aufzuwerten.

Es beginnt mit ca. 15 Minuten Geschwafel, das über 2-3 Szenen gestreckt wird aber immer nur das Eine wiederkaut: Justus, Peter und Bob sollen in das Samurai-Internat und quasi undercover tätig sein. Aber dann, wenn es losgeht und die drei ??? endlich im Internat sind, ist die Atmo soweit echt toll. Doof nur, dass das höchstens 5-6 Minuten anhält, denn statt dass man als Hörer/in mitbekommt, wie die drei Detektive versuchen, sich anzubiedern und Informationen zu sammeln, wird das in diesen wenigen Minuten kurz angerissen und plötzlich ändert sich das ablehnende Verhalten von Zeno ohne jeden Grund und er wird plötzlich kooperativ. Dann wird ein geheimes Treffen belauscht, es gibt 1-2 kleine Actionszenen, und das war's eigentlich auch schon fast, bis dann das Ende abgespult wird.

Irgendwie seltsam. Minninger übernimmt teilweise ganze Passagen 1:1 aus dem Buch, obwohl sie relativ entbehrlich wären, und dann streicht oder schrumpft er spannende, actionreiche oder interessante Szenen so sehr, dass es, meiner Meinung nach, dem Hörspiel schadet. Wieso ist ein Hörspiel heutzutage oft über 60 Minuten lang und oftmals ist dann der Gesamteindruck aber unter jeden Folgen anzusiedeln, die damals nur 40 oder 45 Minuten dauerten...!? Das könnte z.B. daran liegen, dass, wie hier der Fall, schon zu Beginn 15 Minuten lang erstmal ewig geschwafelt wird, und wenn dann Peters Bett voller Maden ist, wird das nur kurz erwähnt, wo doch so schön klargemacht wurde, dass Just und Peter dort nicht gern gesehen werden und dass man ihnen das Leben schwer machen will...

Tjaaaa, wie ich schon zu Beginn schrieb: Es gab sooo viele Dinge, die man mit wenig Aufwand hätte tun können, um die dünne Story durch viel Internat und Recherche-Probleme gegenüber den sich ablehnend verhaltenden Samurai-Schülern zu retten - aber man hat eben das nicht hinbekommen, obwohl das Buch genug solcher Szenen bot. Weniger Anfangsgelaber, etwas mehr Nachvollziehbarkeit, viel mehr "Internat", und im Zweifelsfalle die Spielzeit auf 70 Minuten schrauben, wenn es denn sein muss - und das hier hätte echt richtig nett sein können, aber es langt leider nur für "halbwegs akzeptabel"...


Meine Wertung: 56%
Cover: Der Biss der Bestie (146) Der Biss der Bestie
Erschienen: 2011
Dauer: 56:54

Kann eine tote Bestie beißen? Das Skelett des Säbelzahntigers im Naturkundemuseum von Rocky Beach sieht zwar sehr bedrohlich aus, doch dass es den Leiter Dr. Wadleigh attackiert haben soll, kommt den drei ??? äußerst merkwürdig vor. Aber wer oder was treibt dann nachts sein Unwesen im Museum?Justus, Peter und Bob gehen den Spuren nach. Und entdecken das Unfassbare...

Mein Kommentar: Ich bin etwas hin- und hergerissen. Die Geschichte ist gar nicht übel, ist nachvolliehbar und löst sich erst am Ende wirklich sinnvoll auf. Blöd ist allerdings, dass Frau Erlhoff eine wichtige Sache nicht aus dem Wege räumen kann. Es ist doch so: Bei den drei ???-Geschichten passiert NIEMALS irgendwas, was einfach so passiert.

Alles passiert immer in irgendeinem Zusammenhang mit dem aktuellen Fall. Alles, was man sagt, alles, was man tut - letztlich dient es Justus immer als Indiz oder Beweisgrundlage. Aus diesem Grunde bin ich immer hellhörig bei Dingen, die scheinbar nur so nebenbei gelabert werden und nicht per se mit dem Fall in Verbindung zu stehen scheinen. Denn einfach nur so nebenbei gelabert wird ja nie! ;) Jedenfalls: Als eines der Kinder im Zusammenhang mit "Tiger" das Wort "Hügene" sagte, klingelte es sofort bei mir, denn der Tick mit dem "Säbelzähnetiger"-Versprecher sollte ja nur verwirren, damit andere Dinge nicht so auffallen! ;)

Und wenn man das in diesem Kontext betrachtet, verpulvert "Der Biss der Bestie" in den ersten paar Minuten sofort sein Geheimnis; mir jedenfalls konnte Frau Erlhoff nicht weismachen, es handele sich um Hygiene! ;) Wie dem auch sei, ich mag diese Folge eigentlich - sie verrät sich nur selbst viel zu schnell.


Das Zitat der Folge kommt von Bob: Peter, Du Vollidiot. Das ist Hundefutter!

Meine Wertung: 72%
Cover: Grusel auf Campbell Castle (147) Grusel auf Campbell Castle
Erschienen: 2011
Dauer: 1:02:32

Adam Campbell hat ein schweres Erbe angetreten: er muss das imposante Schloss seines verstorbenen Vaters in Schuss halten. Bei einer spiritistischen Sitzung meldet sich dessen Geist und spricht von einem sonderbaren Vermächtnis. Natürlich nehmen Die Drei ??? die 4 Ermittlungen auf. Mit einem Gespenst, davon sind sie überzeugt, haben sie es nicht zu tun! Bis Peter von einer gruseligen schwarzen Hand ins Meer gezogen wird. Erst in letzter Sekunde kann er gerettet werden. Der Zweite Detektiv ahnt Unheilvolles: Wurde er von einem Wassergeist attackiert?

Mein Kommentar: Grusel? Wecher Grusel? Ein kleines Bisschen Okkultismus kommt zwar durch, aber im Titel von Grusel zu schreiben, ist doch ein wenig stark. Gruselig wäre allenfalls das Folgende. Wenn man mal nachrechnet, von wegen Tod des Vaters und Adoption und soweiter, dann müsste, wenn der Brand 15 Jahre zurückliegt, der gute Herr Spongebob (Santiago Ziesmer) doch ungefähr genauso alt sein, wie die drei ??? selbst es sind...?

Ebenfalls etwas gezwungen klingen mir auch mehr und mehr die Rätselverse. Wieso zum Teufel sollte ich meinem Sohn eines Tages etwas mit einem völlig verkappten Chiffre-Text vererben, was der niemals im Leben lösen könnte; schliesslich sind einige Dinge auch mannigfaltig zu lösen. Und wenn ich erst einen Justus Jonas benötige, läuft da doch einiges falsch.

Nicht zu vergessen: Wenn ein Justus Jonas das lösen kann, kann das auch noch jemand Zweites und jemand Drittes, der ein wenig pfiffig ist. Deshalb ist all das verschlüsselte Zeug eigentlich unnötig, denn man will doch sicherstellen, dass nur diese eine bestimmte Person das Rätsel knacken kann. Doch wenn die selbst es nicht kann und die sich einen von den vielen Profis besorgen muss, könnte auch ein Gauner das Rätsel sich irgendwem knacken lassen.

Irgendwie erheiternd ist dann noch, dass im Finale plötzlich alle möglichen Leute ins Hörspiel stoßen. Und zwar nacheinander, häppchenweise. Aber diese Leute haben mit dem Hörspiel vorher gar nichts zu tun gehabt. Sogar Skinny Norris ist darunter, obwohl man den genauso gut einfach "Max Meyers", "Ronald Jones" oder sonstwie hätte nennen können. Nein, man hätte es sogar so tun müssen, denn Skinny ist nicht mehr Skinny. Herr von der Meden ist mittlerweile einfach zu alt für diesen jungen, rotzfrechen Knaben.

Doof gelaufen ist auch, dass eigentlich spannende Szenen häufig zerredet werden. Loben muss ich allerdings die Produktion, denn die Effekte und all das sind absolut erste Sahne; ebenfalls die Idee von Minninger mit der Flöte (auch, wenn er die sich von den Simpsons abgeguckt hat) gefällt mir gut, denn der Einfall ist toll.


Meine Wertung: 65%
Cover: ...und die feurige Flut (148) ...und die feurige Flut
Erschienen: 2011
Dauer: 1:06:33

Ein schwerer Fluch lastet auf Allie Jamison, einer alten Bekannten der drei ???. Jedenfalls ist sie davon überzeugt. Schon in der nächsten Vollmondnacht soll etwas Schlimmes geschehen. Es gibt nur einen Ausweg: Justus, Peter und Bob müssen ein alchemistisches Rätsel lösen - in nur 24 Stunden.

Mein Kommentar: Als ich diese Folge die ersten beiden Male hörte, fand ich sie eigentlich gar nicht so übel und hätte vermutlich so um die 70-75% vergeben. Doch beim 3. und 4. Mal fielen mir viele Dinge auf, die mir doch echt auf den Wecker gehen. Zuerst war das vorallem der Einbau von Allie Jamison. Die Fans wollten immer eine weitere Allie-Folge und alle Autoren riefen stets unisono, dass sie an der Figur nichts Tolles fänden, aber wenn sich das mal anböte und Sinn macht, dann käme Allie auch zurück. Und? Macht es hier Sinn? Naja, nur so halb. Die einzige Verbindung zu Allie sehe ich in dem Okkulten, das man drumherum verbaut hat, denn Allies Tante ist ja sehr okkult/esoterisch gestrickt, wobei das mit Allie allerdings rein gar nichts zu tun hat. Ansonsten hätte die Auftraggeberin in diesem Fall jeden x-beliebigen Namen tragen können. Löblich aber, dass man zumindest wieder Katrin Fröhlich als Allie verpflichten könnte - die jedoch nach so vielen Jahren, ohne, dass man sie konstant als Allie hören konnte, irgendwie fremd klingt.

Dann gibt es am Ende gleich drei Knaller, die auf einmal kommen: Justus tauscht natürlich von allen unbemerkt schnell was aus, dann kommt natürlich mal wieder per Notfall-SMS Cotta zum Showdown und rettet die Chose - und wie zu erwarten, hat Justus auch gleich schon wieder einen Peilsender angebracht, was ebenfalls keinem auffiel. Wo bitte bleiben denn die Überraschungen? Ich meine, es ist mittlerweile in jeder 2. bis 3. Folge so, dass die drei ??? auf irgendeine Weise in einer verdammt verzwickten Klemme stecken und sie sogar zu sterben drohen, aber urplötzlich ist dann Cotta da, der erzählt, man hätte ihn im letzten Moment ja noch schnell per Handy informiert. Ebenso Justus, der andauernd irgendwie irgendwas von allen Unbemerktes tut. Das wirkt keineswegs spannend - im Gegenteil: mittlerweile erwarte ich das neuerdings in jeder dieser Situationen und muss dauernd feststellen, dass meine Erwartungen "nicht enttäuscht" wurden. ...nicht zu vergessen, dass man es bei alledem natürlich auch noch mit Zwillingen zu tun hatte. Bin ich bei all den direkten Andeutungen aber auch eh sehr bald von allein drauf gekommen, die Indizien hierfür fliegen einem von Beginn an ja nur so um die Ohren: Gesichtserkennungsschwäche, innerhalb von 24 Stunden MUSS der Ring gefunden werden, Erbrechts-Geschichte...

Was aber wirklich den Vogel abschoss, war Allie selbst, die angeblich echt nicht sonderlich gesund zu seien schien und mal locker-flockig den Rat der drei ???, dass sie lieber mal zum Arzt gehen sollte, wegwischte. Da hat sie es möglicherweise mit gefährlichen Personen zu tun, die sie möglicherweise binnen 24 Stunden umbringen werden, und sie hat auf einen Arzt einfach keinen Bock. Ja, Allie nennt nicht mal eine plausible Erklärung für diese Bocklosigkeit...? Allie vermutet ja selbst noch, dass das alles ganz sicher von Medikamenten herrühren würde - warum also mal nicht einen Arzt fragen, Blut abnehmen lassen, vielleicht auch ein paar Gegen-Medikamente...? Haaaaaaalloooooooooooooooooo! Liebe Autorin, ist da jemand zuhause?

Dazu kommt mal wieder der strunzdoofe Titel: "...und die feurige Flut". Welche Flut? Die Szene im Keller, in der Justus eine Öllache auf dem Wasser - ungewollt - entzündet, kann man zwar so deuten, aber das sind vielleicht 10-15 Sekunden, dann ist das wieder gegessen - und als Bob zur Rettung eilt, ist das Feuer eh schon aus gewesen - und warum eigentlich!? Aber egal, jedenfalls: Es geht die ganze Zeit um einen Ring, Chemie und eine 24-Stunden-Frist - und der Titel suggeriert wie üblich etwas ganz anderes. Hinzu kommt, dass auch das Covermotiv mir unpassend scheint, denn es zeigt meinen Augen nach eine Art hochdeckiges Gewolbe, wobei die Flammen eindeutig weit hinter der gefährdeten Person sind. In der Geschichte aber ist Justus in einem Keller des WG-Hauses von den Flammen umringt - und später wird er von Bob mit Leichtigkeit nach oben hin hinaufgezogen. Alles klar!

Um mal langsam zum Ende zu kommen: Die Produktion ist soweit wirklich, wirklich gut, der Erzähler wurde optimal eingesetzt, grundsätzlich viele Verdächtige und über mehrere, kleine Strecken gefällt mir auch der Fall an sich. Aber es gibt so viele Schnitzer, von welchen ich einige weitere hier jetzt mal nur anreiße: Allie keucht mir zu viel, Emerald klingt mir nicht fertig genug. Allie ist bei weitem nicht kratzbürstig genug. Woher weiss Justus(!) vom Kreditproblem?

Fazit: Sehr gut Idee, sehr guter Ansatz, aber bei vielem mangelt es einfach an Konsequenz, Stringenz und bei einigen Stellen vorallem an Logik und Überraschungsmomenten. Gerade noch eine knappe Wertung im 50er-Bereich.


Meine Wertung: 53%
Cover: Der namenlose Gegner (149) Der namenlose Gegner
Erschienen: 2011
Dauer: 1:01:41

In dem sonst so idyllischen Ort Seven Pines droht ein Nachbarschaftskrieg auszubrechen. Die aufgebrachten Anwohner bitten die drei ??? um Hilfe. Doch Bob wird bei einer nächtlichen Beschattungsaktion verletzt und verliert das Bewusstsein. Als er wieder zu sich kommt, weiß er nicht mehr, wer er ist! Das nutzt ein alter Feind der drei ??? gnadenlos aus. Während der dritte Detektiv nun auf unerwartete Abwege gerät, bekommen Justus und Peter es mit einem gefährlichen Gegner zu tun. Schnell wird aus einem scheinbar harmlosen Routinefall eine harte Probe für das berühmte Trio aus Rocky Beach - womöglich die härteste, die es für sie gegeben hat...

Mein Kommentar: Als ich damals in der Ankündigung nur den Titel las, erinnerte mich das seltsamerweise sehr, sehr stark an (117) Der finstere Rivale und ich dachte sofort daran, dass bestimmt Skinny Norris hier mitmischen würde. So kam also Kari Erlhoff auf die Idee, dass Bob, wie einst ähnlich in (24) ...und die silberne Spinne, einem Gedächtnisverlust erliegt, sich nicht mehr daran erinnern kann, wer er ist und wer seine Freunde sind. Ohne zu sehr auf Details einzugehen, verweise ich hier nur kurz darauf, dass Skinny, wie schon gemutmaßt, auch wieder mit dabei ist - und dann kriegt man vermutlich schon eine vage Vorstellung, wohin diese Folge schippert. :)

Aber falsch gedacht! Ja, Bob lässt sich mit Skinny ein, weil er ihn nicht (er)kennt, doch statt aus dieser großartigen, großartigen Grundidee etwas Spannendes und Interessantes zu machen, unterhalten sich Bob und Skinny nur stundenlang und man hört ihnen dabei zu. Nun sollte man annehmen, dass Skinny Bob vielleicht ausnutzt, bzw. benutzt, aber das ist hier eigentlich gar nicht Fall. Er füttert ihn zwar mit teils unwahren Informationen, doch wirklich gravierend ist dabei nur, dass er seine Kollegen Peter und Bob als Bösewichte hinstellt, die eine Tracht Prügel verdienen würden.

Drumherum gesponnen wird eine ziemlich alberne Story zwischen zwei Streitparteien, die ähnlich simpel und nichtig gestrickt ist, wie die Sache mit dem Pflanzenausreißen aus (60) Dopingmixer. Doch das wäre mir sogar fast egal, denn irgendwie muss so eine Sache ja beginnen und enden, aber der restliche Inhalt selbst ist einfach zu dünn. Dabei wäre soviel möglich gewesen. Etwa ein fieses Ränkespiel, z.B., dass Bob die Detektei "Die drei ???" ausspielt, sie sabotiert, oder so tut, als wäre er der gute, alte Bob, der aber insgeheim für Skinny arbeitet. Doch nichts von alledem. Bob klatscht einmal böse mit dem Rad auf den Boden, verliert sein Gedächtnis, schwafelt ewig lange mit Skinny rum, prügelt sich dann einmal kurz mit Peter, wobei Bob gegen einen Baum knallt und sich dann wieder an alles erinnern kann. Nicht zu vergessen, dass am Ende diese alberne und ???-untypische Moral der Sorte "Auch Skinny sucht eigentlich nur Freunde für's Leben", kurz vor dem Abschlusslacher eingebracht wird.

Daneben stört mich, dass Andreas Fröhlich (alias Bob Andrews) eine Spur zu affektiert und ZU sehr geistig verwirrt spielt. Es ist wie mit der Rolle eines Betrunkenen; wenn man nicht genau den Punkt trifft, wirkt es zu wenig oder zu viel - und deshalb nicht glaubhaft. Und Herr Fröhlich legte, finde ich, etwas zu viel in seine Rolle. Zudem klingt Andreas von der Meden mittlerweile viel zu alt. Die meiste Zeit trifft er den "alten Drecksack Skinny Norris" recht gut, doch hört man nicht selten auch, dass seine Stimme nicht mehr die eines 30jährigen ist. Von der Meden beherrscht sein Fach auch heute noch tadellos, das hört man mit jedem Wort, aber seine Stimme will nicht mehr so ganz zu Skinny Norris passen. ICH persönlich höre zwar lieber weiterhin Andreas von der Meden als jemand anderes, aber dass einige sich daran reiben könnten, will ich dennoch erwähnt haben.

Und allmählich richtig auf den Wecker gehen mir diese andauernden Meta-Botschaften und Fananbiederungen, mit denen ständig versucht wird, Anspielungen zu altbekannten und bei Fans beliebten - aber im Grunde völlig irrelevanten - Personen vergangener Fälle, Insider-Gags und besonderes Fan-Wissen eingebracht wird, oder in denen man sich bemüht, vermeintlich subtil die "vierte Wand" zu durchbrechen. Liebe Autoren und Autorinnen, Kosmos, Europa: Das nervt gewaltig, ist nicht lustig und ist auch nicht hip, in und auch wirkich nicht mehr originell. Hin und wieder bei einem Live-Auftritt - ja meinetwegen, wenn's denn unbedingt sein muss -, oder in einer Sonderfolge, aber so langsam kann ich echt nicht mehr darauf!

Vom technischen Standpunkt ist hier aber eigentlich alles töffte. Verdammte gute und stimmige Musiken, hervorragende Hintergrundbemalung und der Erzähler (Thomas Fritsch) wird genau richtig eingesetzt. Macht unter'm Strich noch eine Gnadenwertung, weil die Produktion super ist, Altmeister wie Von der Meden, König und Lunow mitmachen, und weil die restliche Stimmen-Crew darauf verzichtet, unnatürlich sanft und weich zu sprechen. Aber inhaltlich wirklich nicht der Burner, obwohl man das Potenzial förmlich riechen kann.


Meine Wertung: 54%
Cover: Geisterbucht (150) Geisterbucht
Erschienen: 2011
Dauer: 3:17:42

Die drei ??? übernehmen und lösen (hoffentlich!) ihren 150sten Fall! In drei atemberaubenden Folgen sind sie dem Rätsel der Geisterbucht auf der Spur! Welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem Testament, dass der exzentrische Harry Shreber kurz vor seinem Tod verfasst hat? Führen die verschlüsselten Verse tatsächlich zu Rashuras Schatz? (Teil A) Den drei Detektiven wird nichts anderes übrig bleiben: Sie müssen in Flammendes Wasser (Teil B) hinab tauchen; denn nur in der Tiefe des Meeres kann geklärt werden, warum Der brennende Kristall (Teil C) so viel Unglück über eine große Anzahl Menschen bringen konnte...

Mein Kommentar: Die "Geisterbucht" ist nicht nur eine weitere ???-Folge, sondern auch eine Jubiläums- und eine Dreier-Folge mit über drei Stunden Laufzeit. Bei (100) Toteninsel war nicht nur das Dreier-Buch von André Marx total gelungen, sondern auch das Dreier-Hörspiel von Europa. Bei (125) Feuermond war's leider anders: schweinegeniale Buchvorlage, aber ein nur gutes Hörspiel. Und bedenkt man jetzt, dass die letzten ca. 30 ???-Hörspiele zumeist sowieso nur ok waren, könnte man meinen, dass Europa mit "Geisterbucht" eine Bauchlandung hinlegt - trotz des sehr guten Dreier-Buches von Astrid Vollenbruch.

Nix da! Das Europa-Team zeigt, dass es richtig klotzen kann. So hat André Minninger, dem ich ja häufiger vorwarf, nicht immer die richtigen Stellen aus dem Buch auf richtige Weise zu übernehmen, sogar einige Schwächen des Buches ausgemerzt, und das, was er dennoch über Bord warf, war nichts von Wichtigkeit, sodass man sagen kann, dass allein schon durch Minningers Skript, das Vollenbruch-Buch sehr gut zur Geltung kommt.

Doch es hört nicht beim Skript auf. Die Effekte sind hervorragend, die Musiken (von denen einige vollkommen neue Titel sind!) sind klasse - diese düstere Pfeiffmelodien-Atmo, die immer mal wieder eingespielt wird, gefällt mir besonders gut -, und auch alle Sprecher/innen sind, trotz "Starpower", sehr gut gecastet. Gerade das mit der Starpower ist mir besonders wichtig zu erwähnen, denn in der jüngsten Vergangenheit wurden öfters mal Promis genommen, die dann aber gern mal enttäuschten; nicht so hier. Namen wie Olli Dittrich, Oliver Kalkofe, Bernhard Hoecker, Sky du Mont oder Dirk Bach finden sich im Inlay wieder - und niemand von ihnen haut daneben, alle "Stars" liefern sehr gute Arbeit ab!

Ebenso, wie diejenigen, die wir schon lange kennen und häufiger hörten: Holger Mahlich, Traudel Sperber, Andreas von der Meden, Henry König, Konstanze Ullmer, Harald Dietl, Wolfgang Condrus oder Gaby Libbach. Wun-der-bar! Nicht verschwiegen werden soll auch die Leistung von Sprechern und Sprecherinnen, die relativ selten oder relativ neu in der Hörspielszene sind: auch hier habe ich nichts zu beanstanden!

Das Einzige, was nahtlos alle falsch machen, ist den zentralen Namen dieser Folge vollkommen falsch auszusprechen: "Harry Shreber". Immer wieder wird unisono "Herri Schriiba" gesagt, statt "Herri Schrebba" - das stört natürlich diejenigen, die das Buch nicht kennen, überhaupt nicht, doch da ich leider das Buch schon kenne, nervt es mich schon etwas, dauernd diese Falschprononcierung zu hören; doch das schwindet mit jedem Hören mehr und mehr. Dennoch erneut ein Regiefehler, den ich leider ankreiden muss.

Am Buch missfallen hat mir immer ein wenig, dass einige Szenen etwas zu schnell vorbei waren, denn die drei ??? sind andauernd in irgendeiner Lebensgefahr, aus der sie nur ganz knapp entkommen, und keine 5 Seiten später waren sie wieder ganz normal am Fall dran. Einige dieser Szenen gibt es auch im Hörspiel noch, es gelang ziemlich gut, zu kaschieren, dass die Detektive diese äußerst brenzligen Situationen mal eben so wegstecken, weil es hier nicht sooo viele dieser Szenen gibt und weil Vertonung weniger schnelllebig passiert, als das Lesen im Buch. Ebenso missfiel mir immer, dass das Ende, wenn man mit Lesen fertig war, dann doch recht offensichtlich und wenig überraschend war - auch das wirkt im Hörspiel etwas weniger plausibel.

Fehlen tut mir im Hörspiel: Onkel Titus, Tante Mathilda und die Figur des Jim, der im Buch quasi Patrick und Kenneth auf dem Schrottplatz ersetzt (aber am Ende wieder aus dem ???-Universum verschwindet). Kann man auf Titus und Mathilda verzichten, ist es um Jim durchaus schade. Nicht, dass er eine wirklich tragende Rolle im Fall hätte, aber er hat ein wenig von "Dick Perry", dem detektivischen Gegenspieler der drei ???, und das lockerte den Fall ein wenig auf.

Letztlich verbleibt mit Geisterbucht ein spannendes, flott erzähltes Hörspiel, das nur gegen Mitte des letzten Drittels ein wenig an Fahrt verliert, was allerdings nach dann beinahe 3 Stunden Spielzeit in Ordnung ist und man so als Hörer/in auch die Möglichkeit bekommt, über einige Dinge des Falls nachzudenken. umso plötzlicher kommt mir allerdings das Ende. Nach über drei Stunden ist ein kleiner Dialog mit sofortigem Einsetzen der Endmusik etwas mager...


Meine Wertung: 89%
Cover: Schwarze Sonne (151) Schwarze Sonne
Erschienen: 2012
Dauer: 1:05:43

Bei einem Malkurs lernt Bob den sympathischen und begabten Denzel Hopkins kennen. Der Mann wird plötzlich beschuldigt, ein wertvolles Gemälde gestohlen zu haben. Denzel beteuert, das Bild noch nie gesehen zu haben und unschuldig zu sein. Wie konnte er dann bereits in der Vergangenheit immer wieder ein zentrales Motiv aus diesem Bild malen - die schwarze Sonne? Die drei ??? müssen ihren gesamten detektivischen Spürsinn aufbieten, um diesen Fall zu lösen.

Mein Kommentar: Was mich an dieser Folge arg wundert, ist der äußerst konträre Titel; "Schwarze Sonne". Ohne allzu viel vom Ende verraten zu wollen, aber nur ein paar Sekunden im Lexikon brachten zu Tage, wofür unter anderem der Begriff der schwarzen Sonne steht, bzw. stand. Und dass dann ausgerechnet ein dunkelhäutiger Mensch ein Symbol diesen Namens als seine Signatur wählt, wo ja noch sogar die aktive Bekämpfung von Rassendiskriminierung im Hintergrund mit der Auflösung steht, ist sehr suspekt, oder?

Nunja, was mich aber wirklich etwas stört, ist, dass dieser Fall sich quasi von Kapitel zu Kapitel erzählt, und nicht als eine Geschichte, die einfach aufgegliedert wurde. Ebenso gibt es einen ganzen Haufen Dinge, die so schon mal passiert sind. Wie etwa der Maler, der für seine Familie nie Zeit hatte, weil er zu sehr in die Kunst verliebt war - und dann stellt sich nach einer Ewigkeit raus, dass er die Familie ja doch total geliebt hat, blabla und dann sogar ein entsprechendes Bild gemalt hat. Warum ist es Künstlern im ???-Univerum nicht möglich, seinen Verwandten schon zu Lebzeiten ein wenig Liebe und Zeit zu widmen?

Oder der Verbrecher, der am Ende nicht durch einen klugen Plan oder eine raffinierte Finte, oder sonst einen tollen Gedanken am Ende noch überrumpelt wird, sondern mal wieder sitzt man in der Patsche, es gibt keinen Ausweg, alles ist verloren und dann gelingt das Happy End mal wieder durch einen Zufall, der in lahmer Erpressung gipfelt. Als Randnotiz sei noch ein kleiner Regiefehler zu vermerken, denn z.B. Justus sagt ein paar Mal "Goldi" (deutsch ausgesprochen) statt "Goldie" (englisch ausgesprochen); nicht wirklich wild, aber ein solcher Profi wie Herr Rohrbeck... Tzetzetze... ;)

Aufgefallen sind mir noch drei Dinge, bei denen ich nicht sicher bin, ob sie als Anspielung gemeint waren, oder ob es sich während Planung und Produktion einfach zufällig so ergab. Zum Einen spricht die - wundervolle! - Regina Lemnitz mit. Die Person, die sie mimt, hat eine Katze, die Rosie genannt wird (Regina Lemnitz synchronisiert unter anderem die Schauspielerin Roseanne Barr, und hat natürlich auch in der TV-Serie "Roseanne" eben jene gesprochen!). Zum Anderen empfanden meine Ohren das Quietschgeräusch von Dorothys Spielzeug ähnlich dem Lachen des Schattens aus (13) ...und der lachende Schatten. Und zum Letzten die diversen Musiken, die aus alten Serien ihren Weg in dieses Hörspiel fanden; ob das Absicht war oder nur eben die "passende Musik für eine Szene" wissen nur die Europas! ;)

Der Fall per se ist ok. Der Erzählerstrang ist nachvollziehbar und bietet diverse Fragen, die sich nach und nach beantworten. Hier machte Marco Sonnleitner (Autor) also nichts falsch, dennoch mangelt es an echten Überraschungen oder neuen Dingen; wie ich ja oben erwähnte. Deshalb bleibt eine durch und durch geniale Wertung verwehrt. Es fehlt dieses gewisse Etwas, etwas Pepp. Dennoch empfinde ich eine 70%-Wertung als völlig ausreichend, um zu unterstreichen, dass dieses Hörspiel ruhig gekauft werden darf.


Meine Wertung: 70%
Cover: Rocky Beach Radio Show Rocky Beach Radio Show
Erschienen: 1999
Dauer: ??:??

Was hat es mit der alten Holzkiste auf sich, die Justus auf dem Schrottplatz findet? Welche Rolle spielt das alte Rundfunkgerät? Und seit wann gibt es überhaupt "Rocky Beach Radio"? Wird Blacky bei den ??? - Songs die Nerven behalten können? Und was hat Sascha Gutzeit mit dem Fall zu tun?
Cover: Master of Chess, LIVE & UNPLUGGED Master of Chess, LIVE & UNPLUGGED
Erschienen: 2002
Dauer: 1:38:43

Eine Autopanne im strömenden Regen zwingt die Drei ??? - Justus, Peter und Bob - dazu, Zuflucht auf Schloss Blackstone zu suchen. Ein Blitz trifft die Stromleitung und hüllt das Schloss in Dunkelheit. Das alte Gemäuer macht einen gespenstischen Eindruck. Das bestätigt auch Graf Gallagher, der Schlossherr, der den Drei ??? erzählt, dass es in seinem Schloss spukt: Die Figuren auf einem Jahrhunderte alten, marmornen Schachtisch bewegen sich jede Nacht wie von Geisterhand geführt. Doch immer nur um einen Zug - einen genialen durchdachten Schachzug. Der Graf wird offensichtlich zum Spiel herausgefordert. Doch warum und von wem? Die drei Detektive ahnen schnell, dass es hier um viel mehr als nur eine Partie Schach geht...

Mein Kommentar: Joooo, gar nicht so übel! Etwa 1 Stunde und 40 Minuten dauert dieses Hörspiel. Vorallem fällt auf, dass die ??? sich an vielen Stellen über ihre eigenen Klischeees lustig machen. Sei es das obligatorische Kartevorlegen, dass Peter ständig Muffensausen hat oder das Justus hin und wieder MacGyver-artig diverse Probleme löst: So fixiert er z.B. mit seinem Haar eine Tür.

Allerdings ist es der Autorin und der Crew gelungen, dies alles eher zur Auflockerung der LIVE-Performance einzubringen, und zwar so, dass es nicht störend oder albern wirkt. Im Gegenteil, durch solcherlei Gags beziehen sie das Publikum ein, und dieses nimmt dankend an.

Natürlich gibt es kaum eine LIVE-Performance, ohne dass irgendwas "schief geht". An einigen Stellen passiert es z.B. Justus (also Oliver Rohrbeck), dass dieser einen Lachflash bekommt und für die nächste Minute nicht in der Lage ist, seinen Text weiterzusprechen. Der Inhalt als solcher ist ???-typisch. Mysteriös und zunächst unlogisch, so dass Justus, darin einen spez... Naja, Fans werden's wissen! Festhalten möchte ich allerdings, dass dies hier NICHT einer der besten ???-Fälle ist (obwohl er schon gut ist). Glücklicherweise ist das für dieses Hörspiel auch nicht unbedingt vorrängig, denn es geht ja nicht unbedingt um die Story, sondern um die Performance als solche...

Ich vergebe jedenfalls eine gute 84%. Anmerken möchte in noch, dass ich die 30-Minuten-Bonus-Outtakes der Versprecher und Lacher so gut wie gar nicht lustig finde. Also, wenn DAS das Beste sein soll... Naja, an zwei Stellen ist es wirklich lustig gewesen, der Rest überflüssig. Bestimmt gab es "bessere" Pannen...


Meine Wertung: 84%
Cover: ...und der Super-Papagei 2004 ...und der Super-Papagei 2004
Erschienen: 2004
Dauer: 1:29:59

Der neueste Auftrag an die drei Detektive hört sich recht harmlos an: sie sollen einen entflogenen Papagei suchen. Doch kaum beginnen sie mit ihren Nachforschungen, da scheinen sich plötzlich noch einige andere Leute sehr für diesen Papagei zu interessieren. Vielleicht deshalb, weil er lateinische Sprüche zitieren kann? Aber bald geht es nicht mehr nur um einen, sondern um sieben Papageien - und alle sieben führen höchst seltsame Reden. Ob da nicht eine geheime Botschaft hintersteckt? Jedenfalls sind auch ein jähzorniger Kunsthändler und ein berüchtigter Meisterdieb hinter den Vögeln her. Die drei ??? müssen sich ganz schön die hellen Köpfe zerbrechen, ehe sie auch diesen abenteuerlichen Fall aufklären und eine wohl verdiente Belohnung einheimsen...

Mein Kommentar: Dies hier zeigt sehr, sehr deutlich, dass wirklich sehr oft die eigentlichen ???-Geschichten dafür sorgen, dass die aktuellen Hörspiele neuerdings so selten wirklich gut ankommen. Andererseits fällt aber auch auf, dass diese Folge eher ruhig und getragen produziert daher kommt; keine Hektik, keine schnellen Schnitte, keinerlei Verunglimpfungen der Buchvorlage, die man - ich ja auch - Minninger heute so oft anlastet. Denn genau DAS war ja auch die Maxime bei dieser Folge: Den ersten Hörspiel-Fall noch einmal neuauflegen, und noch dazu nur so minimal gekürzt, dass man hier praktisch das Buch vorgespielt bekommt.

Diese 90 Hörspiel-Minuten sind für mich einfach phantastisch gelöst worden, und man hört deutlich, wie sehr man sich Mühe gab, dass bei diesem Hörspiel auch wirklich niemand irgendwas zu Meckern haben sollte; was auch absolut geglückt ist. Eine gute, warme Produktion, und - logisch! - keine ätzenden Kürzungen. Der Fall selbst ist ebenfalls wunderbar, hier und dort gibt es ein paar verklausulierte Goodies für Altfans, und obendrein konnten sogar einige Sprecher der Original-Folge (1) ...und der Super-Papagei erneut verpflichtet werden: Andreas von der Meden, Gerlach Fiedler und Stefan Brönneke. Herr von der Meden übrigens spricht nicht nur Morton, sondern auch Skinny Norris - das mal so am Rande! ;)

Tja, ich finde die Idee, ein Buch, das das auch hergibt, 1:1 als Hörspiel umzusetzen, grandios, und Europa sollte sich überlegen, ob das nicht abseits der normalen Veröffentlichungen, ein nettes Zubrot wäre, alte Folgen auf diese liebevolle Weise vollständig neu zu produzieren. Mir würde das sehr gut gefallen, wenn das Ergebnis genauso ausfallen würde, wie bei diesem Hörspiel. Als Bonus, weil eben auf MC2/CD2 noch massig Platz war, packte man hier noch 36 Hörspiel-Aufnahmen-Outtakes mit drauf und garnierte dies mit zwei zusätzlichen Musiken von Jens-Peter Morgenstern: "Half Moon Bay", das auf seiner ???-Volume-2-Soundtrack enthalten ist, und "Blue Note Rhapsody", das so ansonsten noch nicht veröffentlich wurde. Nettes Gimmick. Und ich vergebe 86% - bitte mehr davon, Europa!


Meine Wertung: 86%
Cover: ...und der Karpartenhund - Collector's Edition - Oliver Rohrbecks Nummer 1 ...und der Karpartenhund - Collector's Edition - Oliver Rohrbecks Nummer 1
Erschienen: 2006
Dauer: 58:45

"Bei mir spukt es!" Mit diesem verzweifelten Ausruf von Mr. Prentice beginnt ein neues Abenteuer für die drei ???. Ein Abenteuer, das immer verwickelter wird und bei dem sogar der sonst so superschlaue Erste Detektiv, Justus Jonas, eine Zeitlang völlig im Dunkeln tappt. - Welche unheimliche Gestalt geht in der Wohnung von Mr. Prentice ein und aus und versetzt diesen in immer größere Ängste und Schrecken? Was ist die Quelle jener gespenstischen Lichtblitze in seinem Arbeitszimmer, sechs Meter über der Straße? Wer hat die wertvolle gläserne Skulptur des Karpatenhundes verschwinden lassen, und wer versucht, allen Mietern den Aufenthalt in dem großen Appartementhaus unmöglich zu machen? Die wenigen Spuren weisen in verschiedene Richtungen, und für unser Detektivtrio gilt es wieder einmal, eine harte Nuss zu knacken. Werden sie Licht in das Dunkel bringen?
Cover: Stimmen aus dem Nichts - Collector's Edition - Jens Wawrczecks Nummer 1 Stimmen aus dem Nichts - Collector's Edition - Jens Wawrczecks Nummer 1
Erschienen: 2006
Dauer: 1:18:31

"Meine Schwester will mich in den Tod treiben!" Die alte Dame, die neben Justus im Wartezimmer sitzt, ist am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Der erste Detektiv wittert einen neuen Fall für die drei ??? und bietet seine Hilfe an. Doch was er dann erfährt, lässt ihn erbleichen. Mrs. Holligan wird von ihrer Schwester bedroht, verfolgt, in den Wahnsinn getrieben. Doch ihre Schwester wurde vor drei Monaten beerdigt. Justus, Peter und Bob müssen sich bei der Aufklärung des Falles beeilen. Mrs. Holligan ist schwer herzkrank, jede neue Attacke kann ihrem Leben ein Ende setzen. Doch wer steckt wirklich hinter den mysteriösen Stimmen aus dem Jenseits?
Cover: Nacht in Angst - Collector's Edition - Andreas Fröhlichs Nummer 1 Nacht in Angst - Collector's Edition - Andreas Fröhlichs Nummer 1
Erschienen: 2006
Dauer: 1:10:18

Freitag Abend, 20.25 Uhr, Steadman Museum, Los Angeles: Mr. Peacock, der freundliche, aber schusselige Museums-Direktor, betritt mit Justus, Peter und Bob das Gebäude. In wenigen Minuten werden die drei Detektive exklusiv den wertvollsten Diamanten der Welt sehen: das berühmte "Feuer des Mondes". 20.28 Uhr: im Museum gehen die Lichter aus. Stromausfall? Sabotage? 20.30 Uhr: Fünf Gangster dringen in das Museum ein. Kurze Zeit später befinden sich Mr. Peacock und die drei ??? in ihrer Gewalt. Die Verbrecher wollen den Diamanten und sie sind bereit, dafür über Leichen zu gehen.
Cover: ...und das Museum [DVD] ...und das Museum [DVD]
Erschienen: 2002
Dauer: 2:25:00

Das hätten sich Justus, Peter und Bob wohl auch nicht träumen lassen, dasss sich einmal ein virtuelles Museum ihrer Detektivkarriere widmet! "Die drei ??? und das Museum" ist ein nostalgischer Rundgang durch fast ein viertel Jahrhundert (!) Hörspielgeschichte mit Ausschnitten aus allen Folgen. Bei diesem interaktiven, computer-animierten Film, der übrigends von einem Drei ???-Fan erstellt wurde, bestimmst du selbst, wie die Tour durch das Drei ???-Museum abläuft. Auf drei Stockwerken verteilt findest du die inzwischen über 100 Fälle der Drei ??? Und kannst noch einmal die spannendsten und witzigsten Höhepunkte aus den Hörspielen miterleben. In der Museumsbibliothek, wo alle Drei ???-Bücher ausgestellt sind, triffst du außerdem auf einen guten Freund der Drei ???... Hinzu kommen viele Extras wie ein Drei ???-Kalender, Audiokommentare, Interviews, e-cards und Lesungen aus Drei ???-Büchern. Über eine Stunde Videoerlebnis mit den drei Detektiven! Mit einem DVD-Player am Fernseher oder am PC.

Meine Wertung: 60%
Cover: ...und der Super-Papagei LIVE [DVD] ...und der Super-Papagei LIVE [DVD]
Erschienen: 2006
Dauer: 2:22:00

Der Super-Papagei vor großem Publikum in der ausverkauften Color Line Arena in Hamburg! Über 12.000 Fans fiebern gemeinsam mit den drei Original-Sprechern der Lösung der rätselhaften Papageiensuch entgegen, unterstützt von bekannten Gastsprechern und atmosphärisch untermalt von einem Geräuschemacher und einer Live-Band. Ergeben die seltsamen Sprüche von "Sherlock Holmes" und "Schneewittchen" einen Sinn? Sind der dubiose Kunsthändler oder der berüchtigte Meisterdieb gefährlich? Und aus welchem Grund taucht urplötzlich Skinny Norris auf, obwohl der damals, im Original-Hörspiel vor 2-Jahren, nicht dabei war? Die DVD lässt die aufregende Stimmung des Abends wieder aufleben: Näher war man den drei berühmten Detektiven nie auf den Fersen!

Mein Kommentar: Kurz vor dem öffentlich werdenden ???-Rechtsstreit-Hickhack brachte man Ende 2006 noch mal flugs die DVD des 2004er Live-Auftritts zu "...und der Super-Papagei" auf den Markt , und legte dieser auch ein Infozettelchen bei, das relativ nichtssagende Aussagen darüber traf, wie es denn jetzt mal mit neuen Hörspielen zu "Die drei ???" aussah, erklärte aber dafür, dass der Markenname "Die drei ???" offenbar nicht mehr benutzt werden würde. Unter dieser Prämisse sah ich also seinerzeit Anno 2006 diese DVD noch am Erscheinungstag mit einem Freund zusammen, und schon wegen der ganzen "Rechtsstreitsproblematik" fühlte sich diese DVD sehr merkwürdig an. Wie ein Schlusspunkt, so irgendwie.

Heute - mittlerweile geht es seit 20 neuen Folgen mit "Die drei ???" weiter, und Europa und Kosmos haben sich wohl geeinigt - wirkt die DVD dafür umso anders. Nämlich letztlich wie eine ungekürzte 1:1-Umsetzung des Original-Buches als Hörspielskript, das auf der Bühne vorgetragen wird - was das Ganze ja auch im Grunde sein will und soll.

Als eine Art besonderes Extra konnte man sogar Stefan Brönneke (Carlos) und Andreas von der Meden (Morton und Skinny Norris) für das Stück gewinnen, denn sie beide sprachen damals auch im Hörspiel aus den 70ern mit. Und zusammen mit Brigitte Böttrich, Detlef Bierstedt und Ben Hecker liefern sie eine tolle Leistung. Ebenfalls mit dabei, und vielen wohl mittlerweile wohl auch durch "Master of Chess, LIVE & UNPLUGGED [DVD]" und "...und der seltsame Wecker 2009, LIVE [DVD]" (bzw. die Live-Touren selbst) längst bekannt, ist Peter Klinkenberg, der für die Geräusche zuständig ist. Und auch er macht einen wunderbaren Job.

Neben dem Bühnenstück, das etwa 102 Minuten dauert, gibt es noch recht verschmerzbaren Bonusinhalt: Bekannte Gesichter wie z.B. Till Demtröder, Daniel Brühl, Lotto King Karl oder Wir sind Helden gratulieren den ??? zu ihrem 25jährigen Bestehen und bekunden auch ihr Lieblingsfragezeichen. Nett, aber im Grunde nur Lobhudelei, auch, wenn sie gewiss ernst gemeint ist. Dann gibt es noch ein paar Fotos, die mit der Stimme von Oliver Rohrbeck unterlegt wurden, einen kleinen Blick hinter die Kulissen und nochmals ca. 10 Minuten, die dort anknüpfen, wo der Live-Auftritt endet, denn Ulli Feldhahn von Sony/Europa tritt nun auf die Bühne und gratuliert Frau Körting und ihrem Kollegium zu dem großen Erfolg der "Die drei ???"-Hörspiele und zeichnet diese mit Preisen aus; wie bescheiden... ;)

Somit ist die DVD natürlich vorallem wegen des Live-Auftritts selbst interessant, doch wer sich ein paar ???-Insiderinfos erhofft, bekommt vom Bonusinhalt (insgesamt grob 40 Minuten) recht wenig geboten. Dies sei aber nur der Vollständigkeit halber erwähnt, denn die DVD selbst ist günstig zu haben, weshalb man den Bonusinhalt auch wirklich als (zusätzlichen) BONUSinhalt verstehen sollte, weil wohl noch etwas Platz auf der Disc war.


Meine Wertung: 80%
Cover: Master of Chess, LIVE & UNPLUGGED [DVD] Master of Chess, LIVE & UNPLUGGED [DVD]
Erschienen: 2008
Dauer: 3:23:00

Eine Autopanne im strömenden Regen zwingt die drei ??? - Justus, Peter und Bob - dazu, Zuflucht auf Schloss Blackstone zu suchen. Ein Blitz trifft die Stromleitung und hüllt das Schloss in Dunkelheit. Das alte Gemäuer macht einen gespenstischen Eindruck. Das bestätigt auch Graf Gallagher, der Schlossherr, der den drei ??? erzählt, dass es in seinem Schloss spukt: Die Figuren auf einem Jahrhunderte alten, marmornen Schachtisch bewegen sich jede Nacht wie von Geisterhand geführt. Doch immer nur um einen Zug - einen genial durchdachten Schachzug. Der Graf wird offensichtlich zum Spiel herausgefordert. Doch warum und von wem? Die drei Detektive ahnen schnell, dass es hier um viel mehr als nur eine Partie Schach geht... Im Herbst des Jahres 2002 standen die Sprecher der drei ??? - Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich - das erste Mal in ihren Rollen als die drei Juniordetektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews aus Rocky Beach auf der Bühne. Unterstützt wurden sie dabei von zwei Schauspielern, einem Erzähler, einem Musiker und einem Geräuschemacher. "Master of Chess" war das erste Live-Hörspiel, das es in dieser Form gegeben hat und die Tournee, die bis zum Sommer 2003 in mehr als 50 Städten Deutschlands Station machte, war ein riesiger Erfolg. Die am 2. Mai 2003 in Münster aufgezeichnete Show zeigt eindrucksvoll, wie ein Hörspiel aus der kleinen Welt eines Tonstudios heraus auf einer großen Bühne gebracht werden kann.

Mein Kommentar: Über den MOC-Fall selbst muss ich vermutlich eh nicht viele Worte verlieren: Viele von uns waren damals live dabei oder haben zumindest die Doppel-CD gehört. Und wer noch Eindrücke sammeln möchte, kann sich ja meine Rezension zur MOC-CD durchlesen. Bleibt mir an dieser Stelle eigentlich nur, das DVD-Paket per se zu bewerten, und ich kann nur sagen: Recht hübsch, was Europa da geschnürt hat!

Der MOC-Fall selbst wird von Anfang bis Ende gezeigt und dauert etwas über 2 Stunden. Das Bonus-Material der SINGLE-DISC-VERSION ist auch in Ordnung. Gut 10 Interviews, welche je zwischen 5-10 Minuten dauern. Ganz interessant, aber sicherlich nichts Unverzichtbares. Sehr gute 81%, jawohl!

Darum empfehle ich, sich die SPECIAL-EDITION-VERSION der MOC-DVD-Ausgabe zuzulegen! Hier gibt es, neben dem gesamten Inhalt der Single-Disc-Version noch eine zweite DVD, die einen 3 stündigen Behind-The-Scenes-Bonusfilm und mehrere Interviews mit Fans beinhaltet!! DAS nenne ich Bonus! Es gibt nicht nur haufenweise kleine Touranekdoten, sondern auch noch massig verpatzte Szenen und Versprecher obendrauf. Zuzüglich eines tollen Tour-Tagebuches mit vielen Bildern! Für dieses Package gibt's satte 88%!


Meine Wertung: 81%
Cover: ...und der seltsame Wecker 2009, LIVE [DVD] ...und der seltsame Wecker 2009, LIVE [DVD]
Erschienen: 2010
Dauer: 7:25:00

Ein Wecker, der einen furchterregenden schrillen Schrei ausstößt? Den gibt es tatsächlich und die drei Detektive, Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews müssen versuchen, das Geheimnis dieses seltsamen Fundstücks zu enträtseln. Im Laufe ihrer Ermittlungen folgen sie zunächst der Fährte des exzentrischen Hörspielsprechers Bert Clock, bevor sie einem raffinierten Kunstraub auf die Schliche kommen... Fast dreißig Jahre nachdem sich die Drei ??? zum ersten Mal mit dem seltsamen Wecker beschäftigt haben, lösen sie den Fall erneut - und zwar live, auf der Bühne in einem einzigartigen Live-Hörspiel-Spektakel. So habt ihr die Geschichte um den schreienden Wecker noch nie erlebt - neu erzählt, mit modernster Technik umgesetzt, Live Musik, Geräuschemacher und natürlich den Originalsprechern der drei ???.

Mein Kommentar: Nach "Master of Chess" und dem "Super-Papagei"-Auftritt war eigentlich klar, dass die Fans in Zukunft mit weiteren ???-Auftritten bedacht werden würden; schliesslich war die Tour für die Veranstalter sehr erfolgreich verlaufen und die Fans besuchten die Auftritte sehr zahlreich.

Wie das so ist, will man sich ja ständig in allem verbessern. Und bei der Wecker-DVD wird das schon in den ersten 10-20 Minuten des Liveauftritts deutlich: Es wurden viele Theater-typische Elemente eingebaut und sogar Leinwände und Lichteffekte verwendet - wie ich finde, sehr gut gemacht, die Show wirkt etwas dynamischer als die bei den beiden vorherigen, und irgendwie empfinde ich die Wecker-Show noch einen Ticken professioneller präsentiert.

Kurzum: Die Performance und die Produktion selbst: 1A, wunderbar, sehr gut. Europa waren für mich schon immer die Vorreiter in Sachen guter, atmosphärischer Hörspiele gewesen, und sie liessen sich nicht lumpen, auch bei Live-Hörspielen zu zeigen, dass sie wissen, wie und nicht anders man sowas auf die Beine stellt.

Einzig mit der Story selbst bin ich nicht 100%ig per Du. Jajajajaja, ich weiss, auf der Bühne muss man das anders machen, damitdieLeutenichteinschlafenundsoweiterundsofort, ist schon klar, ist schon klar... Aber manchmal war's mir einfach zu klamaukig. Und diese nicht wirklich rar gesähten halb-frivolen Sex-Schenkelklopfer-Kalauer... Nein, ich bin NICHT prüde und ich sorge mich auch NICHT um die armen Kinder im Publikum! Ich find's nur schlicht und ergreifend klamaukig. Gerade(!) bei Kindern mögen solche vagen Anzüglichkeiten ja Begeisterungsstürme auslösen, aber mehr als 2 solcher Gags wären echt nicht nötig gewesen.

Bei Master of Chess, LIVE & UNPLUGGED, Master of Chess, LIVE & UNPLUGGED [DVD] und ...und der Super-Papagei LIVE [DVD] hat's mit dem Humor doch auch ganz gut geklappt. Zugegeben, dort waren die Gags dafür manchmal etwas zu konstruiert und auf Nummer sicher, doch gerade deshalb ist es beim Wecker umso unverständlicher für mich, wieso man soviel erlangtes Hörspiel-Tour-Wissen so überspitzt weiterspinnt. Wie z.B. Justus' psychiadelischer Trip, oder Jokes der Marke "Bob kriegt Eierschaum-Vinaigret-Spritzer ins Auge" oder die allzu offensichtlichen Anleihen an (22) ...und der verschwundene Schatz. Fand ich nicht witzig, sondern fühlte mich manchmal halb dazu genötigt, hier doch jetzt bitte kräftig mitzulachen, weil man sich schon beim Schreiben des Witzes voll beölt hat.

Das heisst natürlich nicht, dass mir die Show nicht gefiel; ganz im Gegenteil!!! Ich habe sie mit Freuden geguckt und habe desöfteren lobende Worte gemurmelt. Aber bei diesem wirklich sehr, sehr positiven Gesamtbild stören mich diejenigen Dinge, die vorher egtl. besser funktionierten, umso mehr. Gut fand ich z.B. die Gesangs-Einlage von Peter und Bob, die war witzig und originell - und bot auf der leicht subtilen Metaebene so manchen Fan-Insider. Gut gefiel mir auch das (natürlich absichtlich) übertriebene Indiana-Jones-Finale. Verdammt gut inszeniert - gerade durch seine Übertreibung wirkte es unerwartet - vorallem, weil es nicht krampfhaft lustig sein wollte, sondern unterhaltend und spannend!. Dieser Art Mut hätte ich mehr erwartet, nicht diese kandidelten Scherzartikelgags. Ach ja: Unbedingt lobend erwähnen möchte ich Sascha Rotermund. Das Ensemble war durchweg absolut stark, doch für mich stach Sascha Rotermund immer ein wenig heraus. Europa, beim nächsten Mal heuert Ihr den bitte wieder an! ;)

Der Bonus der Discs ist reichlich. Und ich meine WIRKLICH reichlich. Über eine Stunde Interviews, und ausnahmsweise mal nicht mit dem Ensemble, sondern vielmehr mit den Leuten hinter den Kulissen. Vermisst habe ich zuerst ein Corinna-Wodrich-Interview, stellte dann aber erfreut beim zusätzlichen Audiokommentar zur Show fest (das allein sind also schon 2x 144 Minuten!), dass sie sich stattdessen hierher - mit Kai Schwind und Andreas Fröhlich - verkrümelt hat und dann lieber auf diese Weise ein paar Nähkästchen-Infos vom Stapel lässt. Schön auch, dass man mal nicht Oliver Rohrbeck verpflichtete, so sehr ich ihn mag, sondern "auch mal jemand anderes" zu Worte bittet.

Interesssant ist der Audiokommentar übrigens nicht nur, weil man spontane Erinnungen zur Tour erzählt bekommt, sondern weil auch haufenweise Randfakten, Anekdoten und, wenn man GANZ genau hinhört, sogar vereinzeltes Synchronsprecher-Nerdwissen vermittelt wird. SUPER! Obendrauf gibt es dann noch 47 Minuten Auf-der-Bühne-Outtakes, 15 Minuten Mäuschenspielen bei den Proben, 16 Minuten Backstage- und 17 Minuten-On-the-Road-Impressionen.

Dieses Doppel-DVD-Set gibt's übrigens auch in der Blu-ray-Fassung zu erstehen, deren Inhalt derselbe ist, wie auf den DVDs. Abschliessend empfehle ich, in den Auswahlmenüs der Discs mal nach versteckten Goodies Ausschau zu halten. Bislang habe ich zwei entdeckt - könnte sein, dass es noch mehr gibt.

Nach dem Abwägen aller Fakten überwiegt doch das Positive sehr stark. Die Show war zwar stellenweise nicht mein Fall, überzeugt im Gesamten aber doch. Und dazu noch haufenweise Bonüsse (seht Ihr, ich kann solche Gags auch, höhö)... 86%. Eine bessere Note hätte es gegeben, wenn die Show selbst phasenweise nicht so übertrieben komödiantisch hätte sein wollen.


Meine Wertung: 86%
Cover: ...und der dreiTag ...und der dreiTag
Erschienen: 2010
Dauer: 3:36:55

Kann ein und derselbe Tag dreimal völlig unterschiedlich verlaufen? Kann ein unscheinbares Detail wie ein Colaglas darüber entscheiden, wie sich alle weiteren Geschehnisse entwickeln? Erlebe, wie Justus, Peter und Bob auf den unheimlichen Fluch der Sheldon Street, den bedrohlichen Fremden Freund und die mysteriösen Zeichen der Ritter stoßen - und zwar zeitgleich am selben Tag! Drei Geschichten von drei Autoren führen dich dreimal durch einen Tag, wie er unterschiedlicher nicht verlaufen könnte. Die drei ??? x 3!

Mein Kommentar: Ich habe dieser Veröffentlichung sehr, sehr entgegengefiebert. Das zugrundeliegende Konzept, das Europa bereits lange vorher durchsickern liess, war sehr vielversprechend. Und dass man drei ehemalige "DiE DR3i"-Autoren dafür in die Pflicht nahm, machte die Sache ebenfalls spannend: Waren diese Fälle nur der Versuch, alte "DiE DR3i"-Überbleibsel unbeholfen zusammenzumixen, um sie unter dem Banner "Die drei ???" noch veröffentlichen zu können?

Nun habe ich diese Dreier-Folge mehrere Male gehört, und bin sehr überrascht, dass ich verdammt zufrieden damit bin. Das beginnt schon damit, dass der dreiTag voller - und ich meine voller! - Anspielungen zu alten ???-Folgen ist, und auch zu mehreren anderen Europa-Hörspielserien; wenn man sich auskennt, gibt es echt viel zu entdecken. Sascha Draeger und Rhea Harder spielen quasi stark überzogene TKKG-Versionen von Tim (macht einen auf "Ich leg mit Karate alle auf die Matte"-Großmaul) und Gaby (beschwichtigt "Tim" sozusagen). Maud Ackermann spielt eine frappierend ähnliche "Fünf-Freunde"-Person namens Georgina. Peter bringt einen F-Spruch in bester "Funk-Füchse"-Manier (was geschickt verquickt wurde mit einem Schreibmaschinenfehler eines anderen dreiTag-Zeitstrangs). Der Meadow-Fresh-Eiswagen (kennen wir aus (16) ...und der Zauberspiegel) taucht in jedem Zeitstrang auf, Dick Perry mischt mit (kennen wir seit (104) Gift per E-Mail), Dr. Helprin (aus (83) Meuterei auf hoher See bekannt) wird erwähnt, dass die drei ??? schon lange nicht mehr wirklich ihre "?"-Malkreide benutzten, kann man auch heraushören. - und das waren nur die offensichtlichsten Nennungen. Würde ich mehr nennen, spränge dies den Rahmen dieser Rezension - ausserdem sollt Ihr ja auch was zu entdecken haben! :)

Aber es gibt auch ein paar Dinge, die man vielleicht gar nicht so wirklich wahrnimmt, und um Euch nicht die Freude der Entdeckung zu nehmen, auch hier nur einige wenige Beispiele. 1) Die Farbcodes der CDs sind vertauscht: Justus hat weiss, Peter hat blau und Bob hat rot. Und das ist weder ein Versehen oder ein Presswerkfehler, sondern Absicht, denn eigentlich hat Bob wirklich das zweite Fragezeichen und Peter eigentlich das dritte. Dass das kein Versehen ist, wird auch deutlich, dass in einem dreiTag-Zeitstrang Bob mit seiner Kreide malt, die rot ist (und nicht blau!). Wieso das so ist, werden Hardcore-Fans sicherlich genau wissen (es hängt mit dem USA-Ursprung und dem deutschen Markenzeichen "Die drei ???" zusammen)... 2) Eine Frau, die im dreiTag vorkommt, heisst "Chloe Smathers" (einen Mr Smathers kennen wir aus (14) ...und das Bergmonster). Das könnte natürlich nur einfach irgendein Name sein, aber da diese Dreier-Folge so vollgepackt ist mit Anspielungen, glaube ich einfach nicht daran!

Weitere Entdeckungen der angenehmen Art erlebt man, wenn man die Sprecher/innen hört, bzw. wenn man die Inlays studiert und sich die Namenslisten anguckt - im wahrsten Sinne des Wortes ein O-h-rgasmus! Beispiele gefällig? Henry König, Jürgen Thormann, Douglas Welbat, Rolf Schenker, Jörg Gillner, Tobias Meister, Regina Lemnitz, und noch many, many more! Der absolute Wahnsinn! Vorallem, weil es nicht einen einzigen Patzer gibt. Die Leistungen aller Stimmgeber/innen sind allesamt erste Hörspielsahne!

Aber genug geschwärmt. Es muss doch auch etwas zu Maulen geben. Ja, das gibt es - bei den eigentlichen Stories als solche nämlich. Doch auch hier will ich vorab klarstellen, damit ich nicht missverstanden werde: Alle drei Zeitstränge sind gut miteinander verzahnt. Denn in jedem Zeitstrang wird durch Kleinigkeiten irgendwie der Bezug zu den anderen Zeitsträngen genommen. Sehr schön, auch, dass, obwohl der "dreiTag" vollgepackt ist mit Stimmbrillianz, Anspielungen und Verzahnungen, keiner der Fälle seinen Faden verliert, und dass es auch niemals so wirkt, als mute man den Hörern/innen zuviel zu. Im Gegenteil: All die "versteckten Fanfreunden" sind so eingewickelt, dass man jeden Zeitstrang auch völlig für sich ganz allein hören kann, ohne, dass am Ende irgendwas fehlen würden, oder man glaubt, nicht mitgekommen zu sein. Allein DAS zu bewerkstelligen, muss für die Autoren, die Projektleitung und die Regie unglaublich viel Arbeit gewesen sein. Und dass das so geglückt ist: Ich ziehe meinen Hut!

Aber nun gut, ich meckere jetzt endlich auch ein wenig!

Beim (J)-Fall wirkt mir der seltsam aufgezwungene Pager von Mr Dawson viel zu konstruiert (er bekam mehrfach eine klare Abfuhr, lässt aber einfach nicht locker und bietet seinen Pager an...). Schon bei dieser Szene wusste ich, dass der Pager am Ende des (J)-Falls in einer Notlage hilfreich sein sollen wird - und ich hatte leider recht. Hier hätte ich mich sehr gefreut, wenn man mich auf's Glatteis geführt hätte - schade, dass der Pager der Hörerschaft allzu offensichtlich aufgedrängt wird. ...aber ok, so schlimm ist das nicht, und der (J)-Fall ist ansonsten wirklich gut. Ausserdem ist Justus mal nicht derjenige, der zum Schluss im Alleingang die gesamte Lösung erdacht hat und nun runterleiert. Blöd darum, dass Gabbin sich selbst ans Messer liefert, ohne einen wirklichen Grund dafür gehabt zu haben. Fazit: (Fast) alles richtig gemacht! Guter Fall, 73%.

"Offensichtlich" bringt mich zum (P)-Fall. Der könnte sehr, sehr spannend sein, doch bereits das "Kuchen-Gespräch" zwischen Peter und seiner Mutter lässt stark aufhorchen - und es gibt nicht genug Verdächtige, die der Autor ins Spiel bringt. Um dann jedweden Zweifel bei der Hörerschaft zu beseitigen, wird in der 34. Hörspielminute vollends glasklar, was eigentlich los ist. Es wirkt immerwährend, als laufe Peter die ganze Zeit durch einen Wald, und bestehe stoisch darauf, hier keine Bäume zu finden; das wirkt mehr als nur naiv, um nicht zu sagen: total bescheuert. Kein Bisschen spannend - könnte es aber eigentlich sein! -, doch durch den sauber pointierten Humor in den Dialogen sehr unterhaltend. Was aber von dem ???-Casting zu halten sein soll...? Fazit: Gute Idee, schlapp umgesetzt - noch ausreichend befriedigender Fall, 60%

Als Drittes noch der (B)-Fall. Hier habe ich eigentlich nichts zu bekritteln, ehrlich gesagt. Zwar kein Super-Duper-Oberknaller, aber eine von den besseren ???-Stories auf jeden Fall. Nachvollziehbar, keine Längen... Insgesamt für mich der "beste" Zeitstrang des dreiTag-Packages. Fazit: Richtig guter Fall, 84%.

Bleibt mir abschliessend nur noch zusammenzufassen: Der (P)-Zeitstrang schwächelt etwas, wenn es um die Glaubwürdigkeit seiner Story geht, doch reiht auch er sich nahtlos in meinen ansonsten durchweg sehr positiven dreiTag-Gesamteindruck ein. Im Gegensatz zu so manch anderen ???-Folgen der letzten 2-3 Jahre (heute ist Anfang Oktober 2010), wird der dreiTag bei mir noch so einige Male rotieren. Meinen aufrichtigen Dank, Europa! Habt Ihr sehr, sehr gut gemacht. Kaufen, liebe ???-Fans, unbedingt kaufen!


Meine Wertung: 92%
Cover: Brainwash - Gefangene Gedanken Brainwash - Gefangene Gedanken
Erschienen: 2011
Dauer: 1:01:10

Verschollen, gefunden, endlich veröffentlicht: Eine Geschichten aus dem Jahr 1989 von dem amerikanischen Die drei ???-Autor Peter Lerangis.Als in einer Woche gleich zwei Bekannte der drei ??? verschwinden, vermuten die Jungen, dass die Sekte SynRea dahinter stecken könnte. Um die Vermissten zurückzuholen, fliegen die drei Detektive nach New York und treten in einer Undercover-Aktion der Sekte bei. Schon bald stellt sich heraus, dass die vermissten Jugendlichen tatsächlich dort sind. Was jedoch als einfache Rückholaktion geplant war, entpuppt sich zunehmend als unlösbare Mission - denn die Mächte der SynRea-Gruppe scheinen auch von Justus, Peter und Bob Besitz zu ergreifen.

Mein Kommentar: "Die drei ???" goes retro... Ob das was werden kann? Tja, aber worum geht's eigentlich? Nun, wir alle wissen, dass die ???-Hörspiele auf Buchvorlagen basieren. Zuerst wurden die Bücher aus dem Amerikanischen übersetzt und später dann wurden die Bücher direkt auf Deutsch geschrieben. Und aus der Zeit der Übersetzung blieben einige Bücher aus, die nicht übersetzt, bzw. nicht als Hörspiel vertont wurden. Und "Brainwash" ist eines dieser Bücher, bzw. Hörspiele, das erst heute, über 20 Jahre später, "auf Deutsch" erscheint.

Und, taugt "Brainwash" was? Tja, mal schauen. Einerseits finde ich es total supergeil, dass Europa in diesem Hörspiel sehr, sehr viele Old-School-Musiken einbaut, von denen man z.B. viele aus den "Masters of the Universe" kennt - und sogar für das Intro benutzte man die Vokoder-Stimme-Musik aus den 90ern. Auch merkt man an allen Ecken und Kanten mehr als deutlich, dass diese Geschichte eigentlich aus einer früheren ???-Periode stammt, was ich ebenfalls sehr erfreulich finde. Ebenfalls beglückt mich sehr, viele gute, alte Stimmen zu hören, die man teilweise sogar schon länger nicht mehr hörte (vorallem bei den ???), wie beispielsweise Stefan Brönneke, Fabian Harloff, Peter Kirchberger, Nico König oder Edgar Bessen. Die Sprecherliste im Inlay ist wirklich sehr lang und umfasst sogar Heikedine Körting (Pamela Punti) und André Minninger (Michael Lampe), die, ganz retro!, ihre alten Synonyme ausgegraben hatten (die beiden sprechen übrigens zwei Fanatiker in der TV-Übertragung, die erklären, dass sie freiwillig in der Sekte wären). Ausserdem gibt es ein Wiederhören mit Sax Sendler und obendrauf verzichtete man 100%ig auf einen Erzähler, das heisst, alle Szenen laufen "von allein ab"...

Andererseits gibt's leider auch ein paar negative Aspekte. Vorallem, dass das Buch mal 1:1 adaptiert wird, und dann werden wieder mehrere Kapitel ausgelassen... Dumm nur, dass die übernommenen Passagen häufig entbehrlich gewesen wären, und dass die gestrichenen dem Hörspiel meistens sehr gut getan hätten. Stellenweise wirkt die Folge auch etwas zu sehr gewollt, wenn es um die Retrohaftigkeit geht. Manchmal werden haufenweise 80er-Schlagworte runtergerattert, ohne, dass es einen recht Zweck dafür gäbe. Zudem ist Justs Rede am Ende zwar in sich logisch und gut nachvollziehbar, andererseits ist fraglich, wieso die SynRea-Anhänger sich mal eben davon "ködern" lassen, wo sie doch von dieser Heilslehre total überzeugt sind; zumindest der Großteil von ihnen. Ich muss mich zudem ernsthaft fragen, wie dieser Pejo reich werden kann, wenn alle Mitglieder/innen sowieso kein Geld haben, weil Pejo ja ihnen sogar noch Geld zahlt und nur einen kleinen Teil des Lohns für sich behält, damit die Mitglieder/innen ihre Aufnahmegebühr abstottern können. Wie kann der Gute also einen solchen Palast aufbauen und sich seine Konten füllen? Das will mir nicht einleuchten. Oder bekommt die Sekte für ein bisschen Straßengebaue gleich Millionen vom Staat? Möglich wäre auch, dass diese Sekte hundertausende Mitglieder/innen hat, die zwischen 200 und 500 Dollar direkt bezahlten... Aber das ist irgendwie unwahrscheinlich, wo doch die meisten nur wenig Kohle haben und ihr bisheriges Leben hinter sich lassen wollten. Kurz: Ich verstehe das nicht so recht! :)

Kann ich aber die "Justus"-Rede am Ende noch verknusen, denn bei TKKG gibt's mit "Die Bettelmönche aus Atlantis" ja eine ähnliche Folge, bei der ich die überzogene Rettungsaktion sogar kultig finde, verstehe ich nicht so recht, wieso SynRea so viel Kohle haben soll, wo die Mitglieder/innen ja sogar noch bezahlt werden, wohingegen die Bettelmönche sich ja vorallem durch Betteleien und Spenden von Sympathisanten finanziert.

Summasummarum: Eine wirklich gute Folge, die nur durch kleine Schwächen in der Nachvollziehbarkeit hier und da ihren guten Eindruck trübt. Hätte man nicht kapitelweise quasi "Wort für Wort" das Buch übernommen, wo es nicht wirklich nötig gewesen wäre, nur, um dann wieder mehrere Kapaitel gar nicht zu übernehmen, obwohl das Sinn gemacht hätte, hätte man hier SEHR viel mehr draus machen können. Ich plädiere wieder einmal für "Doppelte Spielzeit"!


Das Zitat der Folge kommt von Bob: ...und desto höher ist Dein Kontostand.

Meine Wertung: 75%
Cover: House of Horrors - Haus der Angst House of Horrors - Haus der Angst
Erschienen: 2011
Dauer: 2:12:38

Ein besonderer Fall zum Mitraten: Verschollen, gefunden, endlich auch auf Deutsch veröffentlicht: Eine Geschichte aus dem Jahr 1986 von dem amerikanischen Die drei ???-Autorenpaar Megan und H. William Stine. Wolltest du immer schon den Die drei ??? bei ihren Ermittlungen helfen? Jetzt hast Du die Chance dazu! In der Geisterbahn im Freizeitpark geschehen merkwürdige Dinge. Schreckliche Schreie, ertönen, die mit Sicherheit nicht zum Programm dazugehören. Justus, Peter und Bob, die drei jungen Detektive aus Rocky Beach und ihr Auftraggeber Tony müssen schnellstmöglich herausfinden, was dahinter steckt. Aber Vorsicht: Eine falsche Entscheidung, und sie sind für immer verloren! Es liegt an dir. Du kannst den drei ??? und Tony den Weg durch das Haus der Angst schaffen. Oder auch nicht...

Mein Kommentar: Hier haben wir den zweiten Teil der Top-Secret-Fälle von "Die drei ???". Wie auch beim ersten Fall (Brainwash) ist das Besondere hieran, dass diese Geschichte schon mehrere Jahre alt ist, aber in Deutschland bislang nie veröffentlicht wurde - weder als Buch, noch als Hörspiel -, und darum erst heute für deutsche Fans zugänglich ist. Allerdings bietet "House of Horrors" etwas, was ihn von den anderen Fällen abhebt: Er ist ein Mitratefall - der funktioniert genauso wie "Hotel Luxury End" aus der ???-Interimsserie "DiE DR3i".

Und ich kann vorab sagen, dass er WESENTLICH BESSER funktioniert als Hotel Luxury End. Und das liegt an etwas ganz Wichtigem. Bei HLE war es so, dass man, sobald man sich für die nicht vorgesehene Marschrichtung entschied, mit dem Fall sofort durch war. Das heisst, man hatte eigentlich immer nur die "Trial and Error"-Methode, bis man irgendwann am Ziel und der Fall somit auch sauber aufgelöst war. Es fehlte also die Möglichkeit, sich einfach nur mal so für Entweder oder Oder zu entscheiden, einfach, weil einem danach war. Schliesslich stirbt man ja nicht gleich, nur, weil man nicht einem Auto hinterher läuft, sondern vielleicht lieber an Ort und Stelle nach Indizien sucht. Wieso also den Fall nicht mal auf diese oder mal auf jene Weise angehen?

Umso erfreulicher ist, dass House of Horrors hierbei kaum Fehler macht, denn beinahe alles, was an HLE so störte, wurde hier richtig gemacht. Man bekommt in der Regel 2 oder 3 Alternativen geboten, springt dann zum passenden Track und es geht weiter. Nur selten endet der Fall dann sofort aus irgendeinem Grund, denn in den allermeisten Fällen ist es so, dass man sich z.B. dafür entscheidet, Spur A oder Spur B nachzugehen, und wenn man A wählt, hat man den direkten Weg, und wenn man B wählt, kann man, je nach Folgealternativen, dann eventuell trotzdem irgendwie zurück zu A kommen, sodass man, je nach Entscheidungen, auch den gesamten Fall lösen kann, ohne jemals einen "Hier endet der Fall"-Fehler zu machen, wobei man aber Gefahr läuft, dass man sich verzettelt und 2-3x auch dieselben Alternativen durchgeht, weil man nicht aufmerksam war. Denn es ist recht wichtig, sich zu merken/notieren, welchen Track man bereits hörte und welche wichtigen Fakten hier genannt wurden, sodass man Rückschlüsse ziehen kann und oft klar entscheiden kann, dass man Alternative X gar nicht erst zu folgen braucht.

Letztlich gibt es zwar nur ein goldenes Ende, bei dem man das Geheimnis um das House of Horrors 100% aufdeckt und die Gangster ins Kittchen schickt, aber es gibt ausreichend andere Alternativen, die den Fall zumindest zufriedenstellend lösen können, sofern man sich vorher für die entsprechenden Tracks entschied. So kann man also schon nach einigen Minuten an den Punkt kommen, dass beispielsweise Tony für immer in Mexiko leben muss - oder auch erst nach 45 Minuten oder mehr. Es gibt natürlich auch wieder Wege, die dahin führen, dass die drei ??? und Tony das Zeitliche segnen, oder aus irgendeinem Grund den Fall genervt abbrechen. Doch bei 80% der Wahlmöglichkeiten kann man immer irgendwie zurück in den Fall finden, ohne jemals in einer "Sackgasse" zu landen.

Allerdings hat HOH auch einige Negativpunkte von HLE übernommen. So weiss man bei der Auswahl einer Alternative NIE, wohin diese führen mag. Nicht in einer Sackgasse zu landen ist demnach nicht detektivischer Spürsinn, sondern einfach Glück. Klaro, schliesslich weiss man nie, was jemandem in 2 Minuten passieren wird, aber ab und zu muss ich mich schon fragen, warum man nur die genannten Alternativen zur Auswahl hat, wo doch wenigstens eine weitere viel sinnvoller wäre, aber nicht zur Verfügung steht. Ferner ist dabei das Problem, dass ich nicht ganz verstehe, warum der Fall an einem gewissen Punkt z.B. entscheidet, das Geschenk eines Fremden anzunehmen, was so oder so dann nur zu einem fatalen Ende führen wird, egal, welche Folgealternativen man danach noch wählt. Hiervon gibt es ganze 3 Wege. Hat man deren Routen unwissenderweise eingeschlagen, kommt man nicht mehr heraus und kann letztlich nur noch mitanhören, wie man auf die eine oder andere Weise das Ende des Falles besiegelte.

Apropos Detektiv-Folge. Ich habe mir die Mühe gemacht und ewig lange alles ausgekundschaftet und weiterverfolgt, mitnotiert, Routen aufgeschrieben, pipapo, und habe mir den längstmöglichen Pfad bis zum goldenen Ende herausgesucht - ich kam am Ende auf 29 Tracks (ohne irgendeine Widerholung!) und eine Gesamtlaufzeit von etwas mehr als 77 Minuten. Bei HLE kam man damals noch nicht mal auf die Hälfte der Zeit, wenn man sich die Folge so zusammenschnitt, dass man sie direkt in einem Stück als "normalen Fall" anhören kann. Sicherlich kann man auf die Lösung auch mit weniger Tracks kommen, aber MEHR als 29 Tracks, bzw. 77 Minuten sind nicht machbar, ohne sich irgendwo zu wiederholen, oder falsch zu entscheiden.

Sehr gut auch, dass man alle Tracks klar nummerierte. So hält CD1 die Tracks 1 bis 27 und CD2 die Tracks 28 bis 58, ohne dass CD2 im Player für Track 28 eine 1 anzeigt, denn die ersten 27 Tracks auf CD2 sind hier nur leere Platzhalter, damit es logisch weitergeht, ohne, dass man mathematische Kunststückchen vollziehen muss, wenn man von Track 16 zu Track 28 und dann zu Track 36 springt: CD1 hat die Tracks 1 bis 27, CD2 alle anderen - gut gemacht, Europa. Ferner ist unter all diesen Tracks irgendwo noch ein Bonustrack versteckt, der einen Outtake präsentiert und noch einen Link im Web verrät, unter welchem man weitere Dinge über diese Folge erfahren kann. Ein wenig detektivischen Spürsinn gilt es also definitiv zu nutzen.

Das Konzept der Folge sieht übrigens keinen eigentlichen Erzähler-Part vor, weshalb Thomas Fritsch hier völlig fehlt. Allerdings gibt es sowas wie eine Off-Sprecherin, die nicht erzählt, was Die drei ??? gerade sehen, oder wohin sie fahren, etc., sondern sie spricht direkt mit der Hörerschaft und bietet die Alternativen à la "wähle Track 15 um dieses zu tun, wähle Track 45 um jenes zu tun" an. Löblich auch, dass jene "Erzählerin" flott auf den Punkt kommt, denn bei HLE ging es mir durchaus auf die Nerven, dass Herr Fritsch immer gefühlte 20 Minuten brauchte, bis er mir sagte, wofür ich mich entscheiden könne, wobei er die Alternativen auch immer noch mal wiederholte. Bekritteln will ich allerdings, dass jene Sprecherin mir ab und an etwas zu sehr betont und unnatürlich spricht. Das stört eigentlich überhaupt nicht, aber für diese Rezension möchte ich das durchaus festgehalten wissen.

Ebenfalls festgehalten wissen will ich auch den Titel der Folge, der zwar durchaus passt, denn letztlich geht es immer um das "House of Horrors - Haus der Angst", einer Geisterbahn, die diesen Namen trägt, aber es wird zu keiner Zeit gruselig und die allermeiste Zeit ist man irgendwo unterwegs - verfolgt, telefoniert usw. -, statt in der Geisterbahn zu sein. Aber gut, so ist das nunmal auf einer Kirmes - da heissen die Attraktionen halt auf diese Weise -, weshalb ich ausnahmsweise den etwas reisserischen und nicht voll zutreffenden Titel nicht wirklich bemängele.

Kurz und knapp: Sehr viel besser kann man so eine Mitrate-Folge technisch, auf CD, kaum noch machen, denn die ist ja mit maximal 99 Tracks und maximal 74 Minuten Spielzeit (eventuell auch 80 bei Ausreizung der Spezifikationen) so "begrenzt" (um eine höchstmögliche CD-Player-Kompatibilität zu gewähren), dass ich Europa dazu nur beglückwünschen kann. Und selbst, wenn man sich innerhalb eines Strangs mal irgendwo wiederholt, wirkt das nicht unsauber oder "reingeklebt", sondern stringent und "passend".

Der Fall für sich ist auch ok, die Produktion (Geräusche, Musik, etc.) ist absolut top und die "Erzählerin" streut hier und da sogar ein paar kleine Witzeleien mit ein. Den nächsten Mitrate-Fall bitte auf dieselbe Weise. 79% - kaufen.


Das Zitat der Folge kommt von Erzählerin: Was ist denn mit DIR los? Vielleicht sollten wir die drei Detektive damit beauftragen, dein verlorenes Denkvermögen aufzuspüren.

Meine Wertung: 79%
Cover: High Strung - Unter Hochspannung High Strung - Unter Hochspannung
Erschienen: 2011
Dauer: 52:35

Verschollen, gefunden, endlich veröffentlicht: Eine Geschichte aus dem Jahr 1990 von der amerikanischen Die drei ???-Autorin G. H. Stones. Justus will bei einer Radioshow 5000 Dollar gewinnen. Die Regeln sehen vor, dass dazu täglich ein Rätsel gelöst und ein Gegenstand eingesammelt werden muss. Wer alles gefunden hat und es zum Sponsor der Sendung bringt, bekommt das Geld. Ein weiterer Preis ist eine alte Gitarre, die aber scheinbar niemand haben will. Plötzlich wird auf dem Schrottplatz eingebrochen und den drei Detektiven ist schnell klar, dass es jemand auf Justus' gesammelte Gegenstände abgesehen hat. Aber wer sollte das sein? Gemeinsam machen sich die drei ??? auf die Suche nach dem Dieb und geraten in ein gefährliches Abenteuer...

Mein Kommentar: Also mit Die drei ??? ist es schon ein Kreuz. Selbst, wenn mehrere Folgen erscheinen, die relativ mäßig sind, kommt immer mal wieder eine, die echt richtig gelungen ist - deshalb kann man nie wirklich sagen, dass diese Serie endlich eingestellt werden oder abgeschrieben werden sollte. High Strung ist so eine Folge.

Die dem Fall zugrundeliegend Idee, dass man mal nicht einem Schatz nachjagt, sondern Utensilien für ein Gewinnspiel, die Justus gestohlen wurden, finde ich ziemlich genial. Es ist mal was anderes, die Motivation der drei ist eigentlich dieselbe, aber rein persönlicher Natur, ohne, dass sie am Ende nur wieder mal benutzt und hinter's Licht geführt wurden.

Zwar krankt High Strung daran, dass man den Ausgang sowie die Übeltäter und ihr Motiv schon sehr bald erahnt, doch andererseits stört das kein Stück, weil die Folge einfach gut durch den Gehörgang flutscht. Dazu natürlich allem voran die Musik, die man beinahe immer aus alten Europa-Produktionen kennt - zuzüglich zur ???-Vocoder-Titelmusik am Anfang und am Ende. Doch es gibt noch mehr! Neben Frau Körting - als Papagei Blacky -, Reinhilt Schneider - als Rosie -, Marek Harloff - als Eric - und Krystian Martinek - als Doktor Ax Me -, ist Peters Freundin Kelly zu hören, und zwar mit der Stimme von Juliane Szalay, die schon damals (fast) immer die Kelly sprach und auch heute noch beinahe 100%ig so klingt wie damals.

Wäre es nicht schon toll genug, diese "alten Hasen" mal wieder zu hören, ist Juliane Szalay in einem Hörspiel des Jahres 2011 fast schon ein Wunder! :) Natürlich hört man deutlich, dass gerade Frau Schneider längst nicht mehr so klingt, wie in den 80ern und 90ern, aber allein sie hören, macht - zumindest mir - viel Spaß.

Daneben gibt es auch noch kleine Eastereggs zu entdecken, wenn man etwas für Details übrig hat. So haut Justus z.B. mit dem Hammer auf einen Stein, um zu verdeutlichen, dass Kristalle darin sind, was natürlich sowieso schon an die Käfigstangen-Klopferei aus (15) ...und der rasende Löwe erinnert, doch klingt das Steingehämmere auch exakt wie jenes bei den Käfigstangen. Dieserlei Retroaufgriffe finde weitaus besser, als die teils plumpen Anspielungen und Satz-Zitate vergangener Fälle.

Aber nicht nur die Akustik ist sauber und geht gut rein, auch inhaltlich passt es gut - und der vollkommende Verzicht auf einen Erzähler ist mir sogar erst nach dreimaligen Hören aufgefallen Sicher, ja, der Fall ist nicht der Spannendste, aber es macht dennoch Spaß, ihm zuzuhören. Außerdem sind mir Logiklöcher nicht aufgefallen und gerade die "Alltäglichkeit" und "Quasi-Normalität" des Hintergrunds finde ich irgendwie erfrischend. Ironie, dass ausgerechnet ein über 20 Jahre alter Fall, der erst heute erscheint, erfrischend ist, während dies bei nagelneuen Fällen kaum noch so ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: Nicht wirklich essentiell für's Hörspiel-Allgemeinwissen, aber in eine gut sortierte Hörspiel-Sammlung gehörend.


Meine Wertung: 80%
 

30 Sprecher/innen für Die drei ???

Fehl- oder Falschangaben diverser Charaktere und Sprecher/innen in den Inlays/Covern dieser Serie wurden berücksichtigt und nach bestem Wissen und Gewissen hier korrigiert.
Sprecher/inRolle/FigurSprecher/inRolle/Figur
Alexandra Doerk Jelena Charkova [84~Letzte Folge]
Andreas Fröhlich Bob Andrews, Recherchen und Archiv [Alle Folgen]
Andreas von der Meden Morton [Alle Folgen]
Skinny Norris [Alle Folgen]
Anika Pages Lys de Kerk [56]
Armanda Lear Monique Carrera [101~Letzte Folge]
Dorette Hugo Brittany [103~Letzte Folge]
Dorothea Kaiser Mathilda Jonas [44]
Gottfried Kramer Titus Jonas [40]
Günter König Mr. Andrews [48~81]
Günther Flesh Kommissar Reynolds [37~40]
Hans Irle Victor Hugenay [73]
Holger Mahlich Inspektor Cotta [63~Letzte Folge]
Horst Bernhard Wilhelm Frank Kommissar Reynolds [1~36]
Ingeborg Kallweit Mathilda Jonas [40]
Jens Wawrczeck Peter Shaw, Zweiter Detektiv [Alle Folgen]
Joachim Richert Mr. Andrews [18~30]
Karin Lieneweg Mathilda Jonas [1~28 & 53~Letzte Folge]
Kerstin Draeger Lys de Kerk [58~Letzte Folge]
Matthias Fuchs -Erzähler- [65~103]
Michael Polcheau Inspektor Cotta [57~60]
Oliver Rohrbeck Justus Jonas, Erster Detektiv [Alle Folgen]
Peter Kirchberger Titus Jonas [9 & 33]
Peter Pasetti -Erzähler- [1~64]
Alfred Hitchcock [1~64]
Prof. Andreas Beurmann Titus Jonas [15~23 & 58~Letzte Folge]
Roland Becker Mr. Andrews [83~84]
Thomas Fritsch -Erzähler- [104~Letzte Folge]
Ursula Vogel Mathilda Jonas [45]
Willem Fricke Inspektor Cotta [61~62]
Wolfgang Draeger Kommissar Reynolds [41~Letzte Folge]
Wolfgang Kubach Victor Hugenay [1~72 & 74~Letzte Folge]

Topliste für Die drei ???

Bisher wurde 113x abgestimmt

Platzierung Folge Punkte
Platz 1(3) ...und der Karpatenhund151
Platz 2(11) ...und das Gespensterschloß124
Platz 3(86) Nacht in Angst73
Platz 4(8) ...und der grüne Geist71
Platz 5(2) ...und der Phantomsee65
Platz 6(1) ...und der Super-Papagei63
Platz 7(100) Toteninsel59
Platz 8(12) ...und der seltsame Wecker58
Platz 9(17) ...und die gefährliche Erbschaft57
Platz 10(5) ...und der Fluch des Rubins38
Platz 10(6) ...und der sprechende Totenkopf38
Platz 11(32) ...und der Ameisenmensch37
Platz 12(19) ...und der Teufelsberg34
Platz 13(7) ...und der unheimliche Drache33
Platz 14(37) ...und der heimliche Hehler30
Platz 14(76) Stimmen aus dem Nichts30
Platz 15(125) Feuermond29
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