Die 3 aktuellsten News

NEWS VOM 24.01.2012

Hörspiel-Request-Leser Jens B. hat ein Audio-Interview geführt mit Charles Rettinghaus... Zu finden in den Specials oder direkt unter: http://www.hoerspiel-request.de/special_audiointerviewmitcharlesrettinghaus_8.shtml

Viel Spaß damit. :)

NEWS VOM 03.01.2012

Die guten Leute von Europa haben im Quartal 1 des Jahres 2012 folgende Hörspiele für uns in der Pipeline:

20. Januar 2012

Die drei ??? Schwarze Sonne (Folge 151)


Bei einem Malkurs lernt Bob den sympathischen und begabten Denzel Hopkins kennen. Der Mann wird plötzlich beschuldigt, ein wertvolles Gemälde gestohlen zu haben. Denzel beteuert, das Bild noch nie gesehen zu haben und unschuldig zu sein. Wie konnte er dann bereits in der Vergangenheit immer wieder ein zentrales Motiv aus diesem Bild malen - die schwarze Sonne? Die drei ??? müssen ihren gesamten detektivischen Spürsinn aufbieten, um diesen Fall zu lösen.


10. Februar 2012

TKKG - Verbrechen im Rampenlicht (Folge 176)


Als Gaby entdeckt, dass ihre Mitschülerin Celine heimlich bei einem Casting für die neue Action-Show 'Try Hard - Kids ohne Gnade' mitmacht, wittern TKKG sofort, dass hier etwas faul ist. Um hinter das Geheimnis der Show zu kommen, bewirbt sich auch Tim als
Teilnehmer. Doch schon die erste Aufgabe ist mehr als heikel: Die Casting-Teilnehmer sollen nachts in die Lagerhalle eines Outdoor-Ausrüsters einsteigen und bestimmte Gegenstände stehlen! TKKG ermitteln und kommen einem fiesen Betrug auf die Spur...


02. März 2012

Die drei ??? - Skateboardfieber (Folge 152)


Ein riesiges Skatertreffen findet in Rocky Beach statt. In der Stadt ist die Hölle los, und das nicht nur wegen des Skating-Events: Eine Reihe zwielichtiger Gestalten treibt sich in der Gegend herum, es fallen Schüsse, und niemand weiß genau, wer auf welcher Seite steht.
Ein alter Fall der drei ??? spielt auf einmal wieder eine wichtige Rolle. Und ohne die Hilfe ihrer alten und neuen Freunde könnte dies der letzte Fall für einen der drei Detektive werden...


QUELLE & TEXT: Pressemitteilung

NEWS VOM 08.11.2011

Der 150. Fall für "Die drei ???" - In der Jubiläumsfolge "Geisterbucht" dürfen sich Hörspielfans auf viele prominente Gastsprecher freuen

Anlass zur Freude und umfangreiche Berichterstattung gab es in der Vergangenheit schon oft: Vom 30-jährigen Hörspieljubiläum über die Nachricht von mehr als 41 Millionen verkaufter Tonträger bis hin zu einem Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde für das größte Live-Hörspiel der Welt. Am 11. November 2011 setzen die Detektive aus Rocky Beach mit der Veröffentlichung der 150. Folge einen weiteren Akzent in ihrer nunmehr 32jährigen Erfolgsgeschichte.

Während der Aufnahmen hatten Oliver Rohrbeck (Justus Jonas), Jens Wawrczeck (Peter Shaw) und Andreas Fröhlich (Bob Andrews) dieses Mal besonders viel prominente Unterstützung im Studio, für die es teilweise etwas ganz Besonderes war, dabei zu sein. So berichtete Oliver Kalkofe: "Die drei ??? sind seit meiner Jugend ein fester Bestandteil meines Lebens, ich wollte immer werden wie sie, habe es aber nur bis zum Gewicht von Justus Jonas geschafft", während Kostja Ullmann verriet: "Ich fühle mich geehrt, dass ich bei den drei ??? mitsprechen durfte, ganz besonders bei der 150. Folge. Um ehrlich zu sein, war ich vor den Aufnahmen ziemlich aufgeregt." Auch Bernhard Hoëcker zeigte sich beeindruckt: "Was für eine Ehre, in Rocky Beach durch die Straßen streifen und sogar den Schrottplatz betreten zu dürfen. Ich werde zwar nie wieder eine Folge hören können, ohne mir die drei ???-Sprecher vorzustellen, wie sie am Tisch entspannt sitzen, im Spiel angestrengt atmen, dabei an Stühlen ruckeln und Holzplatten mit Schwämmen abreiben, aber das war es alle Mal wert!".

Außerdem sind im Jubiläumsfall (Laufzeit: über 3 Stunden) u.a. folgende Schauspieler/innen und Comedians zu hören: Anna Thalbach, Olli Dittrich, Andreas Schmidt-Schaller und Dirk Bach.

Alle, die nun neugierig geworden sind, wer dabei Freund und wer Feind der drei Detektive ist, hören am besten einfach mal rein. "Die drei ??? - Geisterbucht" ist ab dem 11. November 2011 überall im Handel oder unter http://www.hoerspiel24.de/ erhältlich. Hintergrundinformationen, Outtakes und vieles mehr finden sich unter http://www.dreifragezeichen.de/

Inhalt Folge 150 - "Geisterbucht": Welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem Testament, das der exzentrische Harry Shreber kurz vor seinem Tod verfasst hat? Führen die verschlüsselten Verse tatsächlich zu Rashuras Schatz? (Teil A) Den drei Detektiven wird nichts anderes übrig bleiben: Sie müssen in Flammendes Wasser (Teil B) hinab tauchen; denn nur in der Tiefe des Meeres kann geklärt werden, warum Der brennende Kristall (Teil C) so viel Unglück über eine große Anzahl Menschen bringen konnte...

QUELLE & TEXT: Pressemitteilung

Die 10 aktuellsten Rezensionen

Cover: Asmodianas Todesring 26.01.2012

Jack Slaughter
(16) Asmodianas Todesring (Erschienen: 2012)
Dauer: 1:04:31

Wrestling ist Euch zu brutal? Und besonders Ultra Violent Wrestling ist nur was für gestörte Emotionsphobiker? Wie wäre es dann mit Asmodianas Todesring? Hier gibt's nicht nur die sicksten Bumps und die ekelhaftesten Moves, sondern hier werden Arme ausgerissen, Gedärme perforiert, Seelen genommen, Leben ausgelöscht... Knochen brechen nicht nur - sie zerbersten geradezu!

Nun, wie konnte es dazu kommen? Asmodiana lässt sich von ihrem Mann scheiden: dem Teufel in Person! Wie das bei Scheidungen so ist, bekommt SIE die Hälfte SEINES Vermögens; das betrifft vorallem die Hölle selbst und 50% aller bislang geernteten Seelen. Aber Asmodiana langt das nicht. Sie beauftragt ihren Hohepriester Chang damit, dafür zu sorgen, dass mehr Leute Asmodiana kennen sollen - ihr Tempel soll von Fussküssern nur so wimmeln. Und ein Wrestling-Event, bei dem ausnahmsweise mal nicht alles ein Fake ist, soll dafür sorgen. Promotion!

Damit sich aber auch welche finden, die irre genug sind, gegen die furchteinflößende Asmodiana anzutreten, winkt dem Gewinner ein von ihr gewährter Wunsch. Was es auch sei, sie erfüllt alles. Aber Gewinner wird es eh nicht geben. Niemand ist stark genug für Asmodiana! Oder...? Naja, um sich vollends abzusichern, stehen im Kleingedruckten auf der Rückseite des Werbeposters vorsichtshalber noch ein paar rechtliche Hinweise (wem dieser kleine Gag eingefallen ist: Daumen hoch!). Und am Ende gewinnt zwar natürlich das Gute - aber der dafür gezahlte Preis, der ist vielleicht einigen zu hoch, den Tony... naja, hört das mal schön selbst! ;)

Jedenfalls: was soll ich noch schreiben...!? Die Idee für die Folge ist so witzig und (in ihrem möglichen Handlungsrahmen) so realistisch, dass die Schreiber von mir dafür eine hiermit ausgestellte Auszeichnung erhalten. "Asmodianas Todesring" trifft genau meine Art von Humor. Keine flache Schenkelklopfer-Komik, sondern subtil-lustig mit einer Prise Augenzwinkern gegenüber dem typischen Kleinkinderverhaltens der Menschen. Keine derben Zoten, sondern Unwillen des Alltags in Ironie verpackt. Viele Gags, wie z.B. die Spitze, dass doch vereinbart gewesen wäre, nur noch über den Anwalt zu kommunizieren, sind so ein Beispiel dafür. Oder eben auch das Kleingedruckte auf der Rückseite des Posters.

Naja, vielleicht interpretiere ich das aber auch alles nur in die Folge hineien und es war gar nicht so gedacht? ;) Aber wie dem auch so sei: Geile Folge mit gutem Cliffhanger! Die Sprecher/innen liefern wie immer die richtige Mischung aus theatralischer Affektiertheit und spaßiger Ernsthaftigkeit. Obendrauf die Musik. Dafür gibt's von mir die bisher beste Hörspiel-Request-Wertung für ein Jack-Slaughter-Hörspiel: 93%!

Das Zitat der Folge kommt von Tony Bishop: Menschenfresser sind echt scheisse!

Meine Wertung: 93%
Cover: Die Perlen der Kali 25.01.2012

van Dusen
(6) Die Perlen der Kali (Erschienen: 2012)
Dauer: 52:22

Van Dusen auf Weltreise mit seinem guten Freund Hatch, klingt interessant - ob das was werden kann? Jau, in der Tat. Obwohl Effekte oder Musiken wie üblich recht wenig bis gar nicht eingesetzt werden, entsteht im Hintergrund des Falles das angenehme Gefühl, man wäre an Bord eines Schiffes. Was deutlich zeigt, dass man auch allein nur durch Dialoge und die Art, wie eine Geschichte verläuft, eine gewisse Atmosphäre vermitteln kann.

Das spricht für das Händchen von Michael Koser, der ab diesem Fall also nicht nur selbst Van-Dusen-Geschichten schrieb, sondern auch gleich eine große Änderung einführte: van Dusen verlässt seine Heimat und erlebt neben ein paar Krimis auch immer mal ein Abenteuerchen nebenbei. Der Krimi, dem "Die Perlen der Kali" zugrunde liegt, erscheint im ersten Moment ein wenig simpel, denn die Denkmaschine kommt sehr schnell auf die erste Lösung - um dann festzustellen, dass er nur an einem losen Ende zog und er weitersuchen muss. ...und natürlich tut er dies auf recht unorthodoxe Weise, zum Beispiel mit einem Chronographen und einer Fragestunde.

Das Ensemble ist natürlich wieder erst Sahne und lässt auch nicht den leisesten Hauch einer Kritik zu. Und so hören wir Heinz Giese, Gerd Duwner, Klaus Miedel, Manfred Schuster, Ilse Holtmann, Klaus Jespen, Helga Lehner, Thomas Frey - sowie natürlich Friedrich Bauschulte (van Dusen) und Klaus Herm (Hatch).

Fazit: Am Ende erscheint die Schlussfolgerung und die damit verbundene Lösung des Falles zwar nicht völlig überzeugend, aber durch das Geständnis erübrigt sich natürlich ein Zweifel. Dennoch überrascht van Dusen allein schon sehr durch seine Idee, der Lösung auf seine Weise auf die Spur zu kommen.

Meine Wertung: 77%
Cover: Schwarze Sonne 22.01.2012

Die drei ???
(151) Schwarze Sonne (Erschienen: 2012)
Dauer: 1:05:43

Was mich an dieser Folge arg wundert, ist der äußerst konträre Titel; "Schwarze Sonne". Ohne allzu viel vom Ende verraten zu wollen, aber nur ein paar Sekunden im Lexikon brachten zu Tage, wofür unter anderem der Begriff der schwarzen Sonne steht, bzw. stand. Und dass dann ausgerechnet ein dunkelhäutiger Mensch ein Symbol diesen Namens als seine Signatur wählt, wo ja noch sogar die aktive Bekämpfung von Rassendiskriminierung im Hintergrund mit der Auflösung steht, ist sehr suspekt, oder?

Nunja, was mich aber wirklich etwas stört, ist, dass dieser Fall sich quasi von Kapitel zu Kapitel erzählt, und nicht als eine Geschichte, die einfach aufgegliedert wurde. Ebenso gibt es einen ganzen Haufen Dinge, die so schon mal passiert sind. Wie etwa der Maler, der für seine Familie nie Zeit hatte, weil er zu sehr in die Kunst verliebt war - und dann stellt sich nach einer Ewigkeit raus, dass er die Familie ja doch total geliebt hat, blabla und dann sogar ein entsprechendes Bild gemalt hat. Warum ist es Künstlern im ???-Univerum nicht möglich, seinen Verwandten schon zu Lebzeiten ein wenig Liebe und Zeit zu widmen?

Oder der Verbrecher, der am Ende nicht durch einen klugen Plan oder eine raffinierte Finte, oder sonst einen tollen Gedanken am Ende noch überrumpelt wird, sondern mal wieder sitzt man in der Patsche, es gibt keinen Ausweg, alles ist verloren und dann gelingt das Happy End mal wieder durch einen Zufall, der in lahmer Erpressung gipfelt. Als Randnotiz sei noch ein kleiner Regiefehler zu vermerken, denn z.B. Justus sagt ein paar Mal "Goldi" (deutsch ausgesprochen) statt "Goldie" (englisch ausgesprochen); nicht wirklich wild, aber ein solcher Profi wie Herr Rohrbeck... Tzetzetze... ;)

Aufgefallen sind mir noch drei Dinge, bei denen ich nicht sicher bin, ob sie als Anspielung gemeint waren, oder ob es sich während Planung und Produktion einfach zufällig so ergab. Zum Einen spricht die - wundervolle! - Regina Lemnitz mit. Die Person, die sie mimt, hat eine Katze, die Rosie genannt wird (Regina Lemnitz synchronisiert unter anderem die Schauspielerin Roseanne Barr, und hat natürlich auch in der TV-Serie "Roseanne" eben jene gesprochen!). Zum Anderen empfanden meine Ohren das Quietschgeräusch von Dorothys Spielzeug ähnlich dem Lachen des Schattens aus (13) ...und der lachende Schatten. Und zum Letzten die diversen Musiken, die aus alten Serien ihren Weg in dieses Hörspiel fanden; ob das Absicht war oder nur eben die "passende Musik für eine Szene" wissen nur die Europas! ;)

Der Fall per se ist ok. Der Erzählerstrang ist nachvollziehbar und bietet diverse Fragen, die sich nach und nach beantworten. Hier machte Marco Sonnleitner (Autor) also nichts falsch, dennoch mangelt es an echten Überraschungen oder neuen Dingen; wie ich ja oben erwähnte. Deshalb bleibt eine durch und durch geniale Wertung verwehrt. Es fehlt dieses gewisse Etwas, etwas Pepp. Dennoch empfinde ich eine 70%-Wertung als völlig ausreichend, um zu unterstreichen, dass dieses Hörspiel ruhig gekauft werden darf.

Meine Wertung: 70%
Cover: Spydor, die Monsterspinne 05.01.2012

Masters of the Universe
(22) Spydor, die Monsterspinne (Erschienen: 1986)
Dauer: 42:14

Skeletor entführte mithilfe Spydors Marlena und Randor. He-Man will das wieder richten, ist ja klar. Seltsam ist nur, WIE er das will.

Er schnappt sich den Talon Fighter und scheppert durch den Boden - ist ja völlig klar, dass das a) funktioniert und b) der Talon Fighter an der richten Stelle herauskommt. Mehr als den Hinweis "unserer Zeit entzogen" hat He-Man nicht. Aber welche Zeit? Vergangenheit? Zukunft? Und wie weit in dieser Zeit vor oder zurück? Und wieso weiss He-Man, dass er sein Leben, und auch das von Man-At-Arms und Teela, mal eben so auf's Spiel setzen muss? Gäbe es definitiv nur diesen einen Weg, würde ich das ja verstehen, aber He-Man vermutet das alles nur und über Alternativen denkt er gar nicht groß nach. Und für den Rückweg gilt das gleiche. Wieso ist sich He-Man so sicher, dass der Landsegler vom Talon Fighter quasi "mitgerissen" wird?

Was ich auch komisch finde, ist die Szene mit dem Höckerdrachen. Er greift Man-At-Arms und Teela an und dann kriecht er beiden dermaßen in den Popo, dass es man sich fragt, wer hier eigentlich das große, gefährliche Lebewesen dieses Dreiers ist. Ich vermeine aber, dass der Sprecher des Drachen diesen so angelegt hat. Denn achtet man ganz allein auf die Worte, hört man heraus, dass der Drache auch mit etwas mehr Würde und viel freundschaftlicher hätte klingen können - statt wie ein "Zäpfchen", wenn Ihr versteht! ;)

Und es gibt eine gaaaaanz, gaaaaaanz große Kontinuitätslücke. He-Man (also wirklich He-Man, nicht Prinz Adam!) redet im Beisein von Teela immer wieder von seinen Eltern(!), wenn er von Marlena und Randor spricht. Hätten sich bei Teela hier nicht mal so langsam ein paar Fragen stellen müssen?

Interessant finde ich darüberhinaus, dass man sich selbst am Ende gar nicht die Mühe das ganze Zipp und Zapp irgendwie zu erklären. Denn He-Man, Man-At-Arms und Teela sprechen kurz darüber, wie das wohl alles möglich war und man denkt an Magier, Zauberei und dergleichen, nur, um sich darauf zu einigen, dass man auch später noch darüber nachdenken könne. Mich allerdings hätte schon interessiert, wie das möglich war. Lag es an Spydor...?

Alles in allem ist diese Geschichte also auch wieder nur Mittelmaß, bei dem eine eigentlich spannende Geschichte durch viele, viele Nicht-Sinnhaftigkeiten und offene Fragen brüchig wird. Wie immer sind dafür aber die Sprecher/innen (mit Ausnahme des fehlinterpretierten Höckerdrachen) einsame Spitze und die Produktion ebenso. Als kleines Detail am Rande möchte ich noch darauf hinweisen, dass die Soldaten am Anfang und am Ende vom Manfred Schermutzki (Modulok) und Claus Fuchs (erst Grizzlor, später Dragstor) gesprochen werden. Und besonders hervorheben will ich auch das "Spydor-Geräusch", das einen hohen Wiedererkennungswert hat und perfekt passt...

Meine Wertung: 66%
Cover: Dämon Modulok 30.12.2011

Masters of the Universe
(21) Dämon Modulok (Erschienen: 1986)
Dauer: 43:16

Nach den lauwarmen Folgen (19) Das Dämonenpferd und (20) Die Rache des Schlangenfürsten ist Dämon Modulok wieder gelungener - allerdings muss ich auch hier wieder einige Sinnfragen in den Raum stellen.

Modulok ist sehr mächtig und kann mithilfe des Rings kontrolliert werden. So wird es zuerst erklärt. Dann stellt sich raus, dass Modulok schon davon gehört hat, dass er Hordak gefällig sein soll - was doch impliziert, dass der Ring nur dazu da war, Modulok zu rufen, statt ihn zu kontrollieren. Aber dann kommt der Knüller: Modulok gehorcht Skeletor und ist kurz davor, He-Man platt zu machen, als Skeletor den Ring fallen lässt. Nunja, der Ring mag nicht mehr als Skeletors Finger stecken, aber wieso hört Modulok auf, gegen He-Man zu kämpfen und warum ist er von diesem Moment an nicht mehr so mächtig? Der Ring ist nicht weg, er ist ja nur in irgendeiner Bodenspalte und OBWOHL Hordak den Ring am Finger trug, wollte Modulok ihn anfangs trotzdem bekämpfen, das heisst, er wusste ja nicht, dass Hordak der Ringträger ist - und das alles ergibt nunmal wenig Sinn, denn solange der Ring da ist, sollte Modulok, der ja quasi frei entschieden zu haben scheint, sich Skeletor anzuschließen, doch auch weiterhin mächtig sein - oder? Und wieso sollte die Macht von irgendwem davon abhängen, dass jemand anderes einen Ring trägt - sollte nicht genügen, dass der Ring existiert - und der Träger ist lediglich im Besitz der Loyalität dieser Macht?

Naja, im Wesentlichen fehlt in dem Hörspiel also eigentlich lediglich die Klarstellung, dass Modulok nur dann "gehorcht", wenn man im Besitz des Rings ist. Das aber hieße, dass Modulok sich auch sofort von Skeletor hätte abwenden müssen, aber das tat er nicht, wie spätere Folgen - z.B. (22) Spydor, die Monsterspinne oder (23) Die Zauberrüstung - belegen. Deshalb ist umso mehr schade, dass nicht klar erkennbar ist, ob man Francis' Skript zu sehr gekürzt hat, oder ob Francis selbst das Skript so ablieferte, wie es vertont wurde.

Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit Dämon Modulok. Storyaufbau, Szenenwahl, Soundeffekte, Musik und wie immer die grandiosen Sprecher. Ankreiden will ich aber, dass Peter Lakenmacher (eigentlich ja immer Tri-Klops) hier den Beast Man gibt. Das macht er sogar ganz gut, aber sich an eine andere Stimme gewöhnen müssen, ist immer blöd, deshalb hätte man Lakenmacher auch einfach als Tri-Klops auftreten lassen können, ohne, dass dessen Text wesentlich geändert hätte werden müssen. Außerdem ist die Fright Zone nicht Skeletors Stützpunkt, sondern natürlich Hordaks! :)

Jedenfalls: Gute Folge!

Das Zitat der Folge kommt von Grizzlor: Ich werde ihn an seinen beiden Hälsen packen, wenn er frech wird!

Meine Wertung: 73%
Cover: Die Rache des Schlangenfürsten 30.12.2011

Masters of the Universe
(20) Die Rache des Schlangenfürsten (Erschienen: 1986)
Dauer: 38:00

Wie auch bei (19) Das Dämonenpferd kann ich bei Die Rache des Schlangenfürsten im Grunde nur die Produktion loben. Denn die ist wie üblich astrein: Musik, Effekte, Sprecher/innen - bombig! Aber die Story... ...die Story...

Ich verstehe ja, dass Kobra Kahn sich an He-Man rächen will, aber Kobra Kahn will, dass He-Man von seinen Schlangen gebissen wird und dann ist He-Man in einer Schlagengrube und nichts passiert? Da sind dutzende Viecher und keines fühlt sich bedroht oder provoziert...? Wozu denn die Phantasie Kobra Kahns? Warum genügt es ihm, dass Skeletor das Schwert hat? Das Schwert hätte He-Man, nach SO einem Angriff, eh nicht allzu lange an sich halten können.

Aber auch sonst ist der Plot seicht. Man-At-Arms wird gefangen genommen, He-Man saust hinterher und fällt in eine - dafür vorgesehene - Grube, und ergibt sich seinem Schicksal, weil Teela gefangen genommen wurde... Ähm, warum Man-At-Arms entführen, wenn sie ohnehin He-Man zwingen könnten, Teela etwas anzutun? Ich meine, sie hätten doch sowieso die ganze Sache nur mit Arms oder nur mit Teela durchziehen können. Ich würde mir das gern erklären lassen, aber darauf verzichtet dieses Hörspiel leider, denn es könnte ja gut sein, dass Teela eher zufällig in die Quere geriet und Skeletor dachte sich "Sicher ist sicher, zwei Geiseln sind besser als eine", oder so.

Jedenfalls: Skeletor erpresst das Zauberschwert, zuckelt nach Grayskull - und sagt dann den magischen Spruch falsch auf. "...habe die ZauberMACHT". Oh man! Wie oft hat Skeletor den Spruch schon von He-Man gehört? Und dann kann er sich nicht merken, dass es ZauberKRAFT heisst heisst? Außerdem wird in früheren und späteren Folgen die Grayskull-Zaubertor-geh-auf-Formel desöfteren varriert. He-Man berührt das Tor mit dem Schwert, He-Man sagt einfach nur "Öffne dich!"... Und dann macht das Tor solche Zicken, weil Skeletor "Macht" statt "Kraft" sagt UND er stößt sogar mehrfach mit dem Schwert gegen das Tor, das ist deutlich zu hören - wieso geht die Zugbrücke nicht runter? Und WARUM sollte eine Boa das können, was Skeletor mit Zauberschwert nicht schafft? Wozu sollte Skeletor dann überhaupt das Zauberschwert benötigen, um Grayskull betreten zu können? Da hätte er doch gleich mal Beast Man irgendeinen Erdkrabbler an die Arbeit schicken lassen können.

Aber gut, es geht weiter. He-Man rennt dann Skeletor hinterher und nimmt ihm mühelos das Schwert ab - also platter und unspannender geht es kaum noch. He-Man ist ohne Waffen und hoffnungslos in der Unterzahl - wie übrigens auch beim Finale von (19) Das Dämonenpferd -, und schon ist Eternia ein weiteres Mal gerettet.

Und deshalb finde ich diese Story so lahm. Arms weg. He-Man fällt in Grube. Skeletor kriegt Schwert. He-Man nimmt Skeletor Schwert wieder weg. Ende. Das wäre nicht wirklich schlimm, denn es muss ja nicht alles immer überkompliziert sein, aber was dann als Konsequenz daraus resultiert, das finde ich schwach. Nur, weil ein unbewaffneter und fast auf sich allein gestellter He-Man eine ganze Meute von Dämonen des Bösen angreift - vorallem, wo gerade DIES das Grundkonzept von (17) Angriff der Magier war! -, rennen alle weg und Skeletor macht sich nicht nur wegen des vermasselten Zauberspruchs zum Deppen. Außerdem öffnet eine Boa das Tor und kann mal eben die magische Kraft der Burg überwinden - nicht zu vergessen, dass in (27) Zoar im Strudel der Zeit deutlich gemacht wird, dass Schlangen an der Kraft der Magie scheitern.

Nee, tut mir leid, Leute, aber was hier teils für Ungereimtheiten an den Tag gelegt werden - und DAZU dann dieser mehr als einfache Plot und das mehr als alberne Ende... Wäre die Produktion nicht, wäre das hier ein gaaaanz, gaaaanz fataler Fall von rausgeschmissenem Taschengeld. Andernfalls muss ich zugeben, dass mir all diese Dinge als Kind nie aufgefallen sind - mit Ausnahme der Zaubermacht/Zauberkraft-Problematik! -, doch wenn ich schon Hörspiele rezensiere, sollte ich dabei auch fair sein! ;)

Das Zitat der Folge kommt von Skeletor: Bei der Macht von Grayskull, ich habe die Zaubermacht!

Meine Wertung: 60%
Cover: Das Dämonenpferd 28.12.2011

Masters of the Universe
(19) Das Dämonenpferd (Erschienen: 1986)
Dauer: 42:55

Wieso wissen die Masters nichts von Night Stalker? Es wurde doch in (13) Skeletors Sieg, gerade mal 6 Folgen zuvor, vorgestellt. Orko selbst sagte noch zu He-Man, dass Trap-Jaw auf einem schwer gepanzerten Robot-Pferd säße. Allein deshalb ist "Das Dämonenpferd" schon grober Unfug, denn es ist besagter Orko, der ein mechanisches, dämonisch aussehendes Pferd auf einer Weide(!) findet. Und auch Teela scheint kein bisschen alarmiert zu sein, dass solch ein Pferd, das Stridor soooo ähnlich ist, einfach so auf einer Weide rumsteht. ...und WARUM soll ausgerechnet Beast Man das Pferd wegbringen? Schliesslich ist das Pferd ja nicht nur ein Haufen Metall, sondern in ihm steckt einer der wichtigsten Feinde Skeletors...

Interessant ist dafür der Hintergrund um die Strahlenbombe; andererseits ist er ebenso geheimnisvoll. Woher hat Skeletor diese Bombe? Warum muss es ein Pferd sein? Wäre irgendein fliegendes Ding nicht sinnvoller gewesen? Das Ding wirft die Bombe und nebenbei fängt es den Geist von Grayskull ein und bringt ihn zu Skeletor. Und wäre eine normale Sprengkraft-Bombe nicht ohnehin effektiver gewesen? Einen Haufen TNT in den Gaul packen, es macht laut "BUMM" und - zack - alle sind erledigt. Und wie konnte Skeletor es anstellen, den Grayskull-Geist durch eine Explosion auf atomarer Ebene einzufangen? Oder hat die Explosion nichts damit zu tun?

Und wie hat Man-At-Arms den Geist befreien können? Wie es aussieht, hatte er doch nicht mal einen Schraubenzieher oder eine Feile zur Hand; wie also auf atomarer Ebene den Geist befreien, wo es sogar mit Werkzeug verdammt gefährlich wäre, diesen zu befreien?

Tja, man liest es sicherlich heraus: Diese Folge ist nicht gerade mein Favorit. Die Story ist einfach viel zu seicht und jedwede Spannung wird durch zu viele übersimple Verhaltensweisen zunichte gemacht. Wirklich cool und vielversprechend war die Schwerterkampf zwischen Skeletor und Hordak, weil sich hier die ersten handfesten Animositäten anbahnten.

Bei all den offenen Fragen und negativen Punkten muss ich aber wie üblich die Produktion loben. Die Körting und ihre Leute haben einmal mehr gezeigt, wie ein Hörspiel klingen muss. Musik, Soundeffekte, Stimmen, Sprecher - top. Nur Beast Man klingt mir eine Spur zu weichlich (aber das tat er ja in den vorherigen Hörspielen auch schon).

Das Zitat der Folge kommt von Orko: Hü, Pferdchen! Lauf, Pferdchen!

Meine Wertung: 60%
Cover: Nachtwanderung mit Schrecken 26.11.2011

Ein Fall für TKKG
(175) Nachtwanderung mit Schrecken (Erschienen: 2011)
Dauer: 1:34:36

Obwohl die letzten paar TKKG-Folgen ja durchaus gut waren, boten sie nicht unbedingt Anlass, in völlige Euphorie zu verfallen. Trotzdem war ich seit der Ankündigung von "Nachtwanderung mit Schrecken" dem Hype verfallen; ich hatte eine große Vorfreude. Denn der Untertitel lautet ja "Neue Abenteuer im Ferienlager!", und das ist ganz klar ein Verweis an Kenner/innen, dass wir es hier mit der indirekten Fortsetzung von (9) Abenteuer im Ferienlager zu tun haben, die sogar als Doppel-CD erscheint; also doppelte Spielzeit. Yay!

Dann kam die Folge und sofort landete sie im CD-Player. Der Anfang ist schon mal geil, Tim und Klößchen stänkern sich gegenseitig beim Packen für's Ferienlager an; und Klößchen gibt gut Contra, statt sich von Tim sturr Belehrungen stecken zu lassen. Sehr gut gemacht, nichts zu meckern. Auch die Fahrt im Zug ist toll gemacht. Aber dann schmackt die Folge ziemlich ab. Rasputin wirkt eher wie ein hilfsbedürftiger Greis: Er hält sich dauernd den Rücken, leidet an Bandscheibenvorfall, braucht Unterstützung beim Aufstehen, ständig tut ihm irgendwas weh... Sicher, in Realzeit sind über 20 Jahre vergangen, aber im TKKG-Universum, wenn wir jetzt mal diverse Paradoxien beiseite lassen, vielleicht maximal 2 Jahre. Dann wurde auch deutlich erklärt, dass Rasputin seinen Bart nicht mehr trüge - obwohl er diesen auf dem Cover gut sichtbar an seiner Kinnlade baumeln hat. Außerdem wirkt die Figur des Rasputin eher zweckmäßig, um einen Zusammenhang zu (9) Abenteuer im Ferienlager herstellen zu können.

Dann geht's langsam los, denn jemand stiehlt Wertgegenstände der anderen Teilnehmer/innen. Und nach nichtmal 15 Minuten ist das auch schon vorbei mit einer irgendwie albernen Bibi-Blocksberg-Lösung, wo auf einmal alles wieder gut ist. Sicher, einen versöhnlichen Abschluss begrüße ich natürlich, aber so, wie das da gelaufen ist, frage ich mich schon, ob sich Diebstahl nicht doch lohnt...

Dann kommt die Alibi-Teestunde bei Frau Brebeck, um an Oma Trüls zu erinnern. Auch hier sehe ich keinerlei Sinn in dieser 6-minütigen Szene. Oma Trüls wohnt jetzt im Altersheim und ihr geht's gut. Aber ihr Geld langt nur für das Heim, nicht noch für ihr altes Haus, was jetzt Frau Brebeck pflegt, obwohl die aber auch schon ihr eigenes Haus hat. Ich verstehe natürlich, dass man an seinem alten Haus hängt, aber es nur zu haben, um es zu haben (sie kann ja eh nicht mehr dort wohnen), das will mir nicht einleuchten - warum sich solche finanziellen Schwierigkeiten aufhalsen? Naja, währendessen wird erklärt, wie man an der Nordsee Tee trinkt (mit Kluntje, usw). Ist ja nett, das zu wissen, aber wieso wurde hier nicht wirklich irgendwas Sinnvolles gemacht, statt einfach nur eine lahme Teetrinke-Session zu bieten? Denn diese 6 Minuten haben sonst keinerlei Zusammenhang mit dem Rest der Folge.

Dann, gegen Ende von CD1, beginnt der wohl eigentliche Fall, um den offenbar noch auf die Schnelle diese Ferienlager-Sache gestrickt wurde. Denn Karl ist verschwunden und durch das Walkie-Talkie hört man nur noch seine verzweifelten Hilferufe. Und dieser "Karl-Fall" erstreckt sich dann über die gesamte CD2 und kann unterhalten. Mir will nur nicht einleuchten, warum die Polizei eine gemeldete Entführung eines Jugendlichen mit "Ach, der versteckt sich bestimmt nur - und jetzt lasst uns in Ruhe" abtun soll - obwohl man beteuert, dass dieser Jugendliche sowas niemals tun würde. Naja, vermutlich wollte Kai Schwind (Autor dieser Folge) die Polizei aus dem Fall raushalten und brauchte einen Grund dafür, dass sie sich nicht einschaltet - denn dann hätte man das Ganze nicht auf ca. 55 Gesamt-Minuten (Ende von CD1 + gesamte CD2) aufblähen können, welches sich zudem mal wieder als Doppelgänger-Verwechslung herausstellt; meine Güte - muss so ein Unsinn sein?

So kann ich leider nur sagen, dass "Nachtwanderung mit Schrecken" nicht der erhoffte Hörspaßbringer ist; zumindest storyseitig. Alles wirkt gewollt und auf Hängen und Biegen hingedeichselt, damit es "zum Jubiläum" eine Doppelfolge werden kann, die sich durch ihren erhöhten Verkaufspreis im Vergleich zu Einzelfolgen trotzdem gut verkauft - oder vielleicht auch gerade deshalb, damit es "besonders" wirkt -, weil man Parallelen zum Fanliebling (9) Abenteuer im Ferienlager deutlich macht. Die Szene mit Frau Brebeck ist sogar vollkommen witzlos, wenn man schon nicht Oma Trüls (Katharina Brauren) selbst ans Mikro bekommt, hätte man das lieber streichen sollen. Ebenso die Diebstahlsache, die ein gestelztes Friede-Freude-Eierkuchen-Ende hat.

Die Produktion ist dafür umso besser. Es kommt wirklich total viel Ferienlager-Feeling auf, obwohl es seltsam ist, dass die Stimmen der anderen Kinder im Lager viel, viel kindlicher klingen als die von TKKG! ;) Leider hat man Wolfgang Völz nicht wieder für den Rasputin-Part bekommen können, aber Douglas Welbat vertritt ihn großartig; lediglich das dauernde Gesinge mit Akkordeon-Begleitung geht mir auf den Senkel. Lutz Mackensy ist ebenfalls zu hören, hat jedoch insgesamt nur einen kleinen Sprechpart; selbiges gilt für Thomas Fritsch, Jürgen Thormann, Klaus Dickmann, Peter Weis und Luise Lunow. Ansonsten hört man neue oder noch verhältnismäßig unbekannte Stimmen, aber abgesehen von der "Klasse 7 b" für die "Kinder", liefern die allesamt eine gute Performance. Kurz: Bei der Produktion hat das Gespann "Körting und Minninger" wieder mal gezeigt, wie man es zu machen hat, anders lässt sich das nicht beschreiben. Top!

Um zum Fazit zu kommen: Hätte man in der Gesamt-Story 2-3 Szenen gestrichen oder gekürzt, hätte man die zweimal 47 Minuten (also 94) lockerstens auf 80 Minuten eindampfen und somit den Doppel-CD-Preis vermeiden können. Sovieles wirkt in-die-Länge-ziehend oder gar total unnötig, sodass ich das Gefühl nicht loswerde, es ginge wirklich nur darum, auf Krampf eine Doppelfolge zum Jubiläum anzubieten, die sich wegen des Retro-Verweises gut verkaufen soll. Dabei ist die zweite CD (für mich die Grundidee, um die der Rest mit dem Ferienlager und so drumherumgebastelt wurde) echt gut; wäre nicht die lächerliche "Wir halten uns raus"-Ausrede der Polizei sowie die tausendste Doppelgänger-Lösung am Ende nicht.

Ganz ehrlich: Mir wäre 10000x lieber gewesen, Europa hätte zum Jubiläum das alte Original-Buch komplett und neu vertont, wie einst bei den drei ??? mit dem Super-Papagei. Sicher, bei dieser Wolf'schen Buchvorlage war auch nicht alles total perfekt, aber DAS wäre wenigstens wirklich retro gewesen, hätte locker zwei CDs gefüllt und wäre weit besser gewesen, als dieses Hörspiel mit unnötigen Szenen und seltsamen Retroverweisen.

Meine Wertung: 66%
Cover: Geisterbucht 13.11.2011

Die drei ???
(150) Geisterbucht (Erschienen: 2011)
Dauer: 3:17:42

Die "Geisterbucht" ist nicht nur eine weitere ???-Folge, sondern auch eine Jubiläums- und eine Dreier-Folge mit über drei Stunden Laufzeit. Bei (100) Toteninsel war nicht nur das Dreier-Buch von André Marx total gelungen, sondern auch das Dreier-Hörspiel von Europa. Bei (125) Feuermond war's leider anders: schweinegeniale Buchvorlage, aber ein nur gutes Hörspiel. Und bedenkt man jetzt, dass die letzten ca. 30 ???-Hörspiele zumeist sowieso nur ok waren, könnte man meinen, dass Europa mit "Geisterbucht" eine Bauchlandung hinlegt - trotz des sehr guten Dreier-Buches von Astrid Vollenbruch.

Nix da! Das Europa-Team zeigt, dass es richtig klotzen kann. So hat André Minninger, dem ich ja häufiger vorwarf, nicht immer die richtigen Stellen aus dem Buch auf richtige Weise zu übernehmen, sogar einige Schwächen des Buches ausgemerzt, und das, was er dennoch über Bord warf, war nichts von Wichtigkeit, sodass man sagen kann, dass allein schon durch Minningers Skript, das Vollenbruch-Buch sehr gut zur Geltung kommt.

Doch es hört nicht beim Skript auf. Die Effekte sind hervorragend, die Musiken (von denen einige vollkommen neue Titel sind!) sind klasse - diese düstere Pfeiffmelodien-Atmo, die immer mal wieder eingespielt wird, gefällt mir besonders gut -, und auch alle Sprecher/innen sind, trotz "Starpower", sehr gut gecastet. Gerade das mit der Starpower ist mir besonders wichtig zu erwähnen, denn in der jüngsten Vergangenheit wurden öfters mal Promis genommen, die dann aber gern mal enttäuschten; nicht so hier. Namen wie Olli Dittrich, Oliver Kalkofe, Bernhard Hoecker, Sky du Mont oder Dirk Bach finden sich im Inlay wieder - und niemand von ihnen haut daneben, alle "Stars" liefern sehr gute Arbeit ab!

Ebenso, wie diejenigen, die wir schon lange kennen und häufiger hörten: Holger Mahlich, Traudel Sperber, Andreas von der Meden, Henry König, Konstanze Ullmer, Harald Dietl, Wolfgang Condrus oder Gaby Libbach. Wun-der-bar! Nicht verschwiegen werden soll auch die Leistung von Sprechern und Sprecherinnen, die relativ selten oder relativ neu in der Hörspielszene sind: auch hier habe ich nichts zu beanstanden!

Das Einzige, was nahtlos alle falsch machen, ist den zentralen Namen dieser Folge vollkommen falsch auszusprechen: "Harry Shreber". Immer wieder wird unisono "Herri Schriiba" gesagt, statt "Herri Schrebba" - das stört natürlich diejenigen, die das Buch nicht kennen, überhaupt nicht, doch da ich leider das Buch schon kenne, nervt es mich schon etwas, dauernd diese Falschprononcierung zu hören; doch das schwindet mit jedem Hören mehr und mehr. Dennoch erneut ein Regiefehler, den ich leider ankreiden muss.

Am Buch missfallen hat mir immer ein wenig, dass einige Szenen etwas zu schnell vorbei waren, denn die drei ??? sind andauernd in irgendeiner Lebensgefahr, aus der sie nur ganz knapp entkommen, und keine 5 Seiten später waren sie wieder ganz normal am Fall dran. Einige dieser Szenen gibt es auch im Hörspiel noch, es gelang ziemlich gut, zu kaschieren, dass die Detektive diese äußerst brenzligen Situationen mal eben so wegstecken, weil es hier nicht sooo viele dieser Szenen gibt und weil Vertonung weniger schnelllebig passiert, als das Lesen im Buch. Ebenso missfiel mir immer, dass das Ende, wenn man mit Lesen fertig war, dann doch recht offensichtlich und wenig überraschend war - auch das wirkt im Hörspiel etwas weniger plausibel.

Fehlen tut mir im Hörspiel: Onkel Titus, Tante Mathilda und die Figur des Jim, der im Buch quasi Patrick und Kenneth auf dem Schrottplatz ersetzt (aber am Ende wieder aus dem ???-Universum verschwindet). Kann man auf Titus und Mathilda verzichten, ist es um Jim durchaus schade. Nicht, dass er eine wirklich tragende Rolle im Fall hätte, aber er hat ein wenig von "Dick Perry", dem detektivischen Gegenspieler der drei ???, und das lockerte den Fall ein wenig auf.

Letztlich verbleibt mit Geisterbucht ein spannendes, flott erzähltes Hörspiel, das nur gegen Mitte des letzten Drittels ein wenig an Fahrt verliert, was allerdings nach dann beinahe 3 Stunden Spielzeit in Ordnung ist und man so als Hörer/in auch die Möglichkeit bekommt, über einige Dinge des Falls nachzudenken. umso plötzlicher kommt mir allerdings das Ende. Nach über drei Stunden ist ein kleiner Dialog mit sofortigem Einsetzen der Endmusik etwas mager...

Meine Wertung: 89%
Cover: High Strung - Unter Hochspannung 12.11.2011

Die drei ???
High Strung - Unter Hochspannung (Erschienen: 2011)
Dauer: 52:35

Also mit Die drei ??? ist es schon ein Kreuz. Selbst, wenn mehrere Folgen erscheinen, die relativ mäßig sind, kommt immer mal wieder eine, die echt richtig gelungen ist - deshalb kann man nie wirklich sagen, dass diese Serie endlich eingestellt werden oder abgeschrieben werden sollte. High Strung ist so eine Folge.

Die dem Fall zugrundeliegend Idee, dass man mal nicht einem Schatz nachjagt, sondern Utensilien für ein Gewinnspiel, die Justus gestohlen wurden, finde ich ziemlich genial. Es ist mal was anderes, die Motivation der drei ist eigentlich dieselbe, aber rein persönlicher Natur, ohne, dass sie am Ende nur wieder mal benutzt und hinter's Licht geführt wurden.

Zwar krankt High Strung daran, dass man den Ausgang sowie die Übeltäter und ihr Motiv schon sehr bald erahnt, doch andererseits stört das kein Stück, weil die Folge einfach gut durch den Gehörgang flutscht. Dazu natürlich allem voran die Musik, die man beinahe immer aus alten Europa-Produktionen kennt - zuzüglich zur ???-Vocoder-Titelmusik am Anfang und am Ende. Doch es gibt noch mehr! Neben Frau Körting - als Papagei Blacky -, Reinhilt Schneider - als Rosie -, Marek Harloff - als Eric - und Krystian Martinek - als Doktor Ax Me -, ist Peters Freundin Kelly zu hören, und zwar mit der Stimme von Juliane Szalay, die schon damals (fast) immer die Kelly sprach und auch heute noch beinahe 100%ig so klingt wie damals.

Wäre es nicht schon toll genug, diese "alten Hasen" mal wieder zu hören, ist Juliane Szalay in einem Hörspiel des Jahres 2011 fast schon ein Wunder! :) Natürlich hört man deutlich, dass gerade Frau Schneider längst nicht mehr so klingt, wie in den 80ern und 90ern, aber allein sie hören, macht - zumindest mir - viel Spaß.

Daneben gibt es auch noch kleine Eastereggs zu entdecken, wenn man etwas für Details übrig hat. So haut Justus z.B. mit dem Hammer auf einen Stein, um zu verdeutlichen, dass Kristalle darin sind, was natürlich sowieso schon an die Käfigstangen-Klopferei aus (15) ...und der rasende Löwe erinnert, doch klingt das Steingehämmere auch exakt wie jenes bei den Käfigstangen. Dieserlei Retroaufgriffe finde weitaus besser, als die teils plumpen Anspielungen und Satz-Zitate vergangener Fälle.

Aber nicht nur die Akustik ist sauber und geht gut rein, auch inhaltlich passt es gut - und der vollkommende Verzicht auf einen Erzähler ist mir sogar erst nach dreimaligen Hören aufgefallen Sicher, ja, der Fall ist nicht der Spannendste, aber es macht dennoch Spaß, ihm zuzuhören. Außerdem sind mir Logiklöcher nicht aufgefallen und gerade die "Alltäglichkeit" und "Quasi-Normalität" des Hintergrunds finde ich irgendwie erfrischend. Ironie, dass ausgerechnet ein über 20 Jahre alter Fall, der erst heute erscheint, erfrischend ist, während dies bei nagelneuen Fällen kaum noch so ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: Nicht wirklich essentiell für's Hörspiel-Allgemeinwissen, aber in eine gut sortierte Hörspiel-Sammlung gehörend.

Meine Wertung: 80%
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